Die Sicht der Anderen: Russisches Außenministerium über deutsche Anschuldigungen zum Thema Ukraine

Bei der heutigen Pressekonferenz des Sprecherin des russischen Außenministeriums ging es heute auch um eine Ende Oktober über dem Konfliktgebiet der Ukraine abgeschossene OSZE-Drohne. Zu den von der OSZE nicht bestätigten Anschuldigungen aus Deutschland und Frankreich sagte sie folgendes.
 
Beginn der Übersetzung:
 
Die gemeinsame Erklärung Deutschlands und Frankreichs vom 1. November zum Verschwinden einer unbemannten Langstreckendrohne der OSZE-Beobachtermission (SMM) am 27. Oktober in der Konfliktzone in der Ostukraine (nahe Nizhnekrynskoye, DVR) löst Verwunderung aus. In Bezug auf diese Drohnenmission heißt es in der Erklärung kategorisch „die Verantwortung für den Zwischenfall liegt bei Russland und den von ihm unterstützten Separatisten“.
 
Es ist bezeichnend, dass die Autoren der Erklärung diese grundlosen Anschuldigungen erhoben haben, ohne auf die Ergebnisse der Untersuchung des Vorfalls zu warten. Soweit wir wissen, hat die OSZE-Beobachtermission bereits mit Vertretern der Demokratischen Volksrepublik Donezk Kontakt aufgenommen, die zugesagt hatten, jede notwendige Unterstützung zu leisten. Es sei daran erinnert, dass die DVR am 22. Oktober Bitten an die Mission gerichtet hatte, sie vorab über die Flugstrecken von unbemannten OSZE-Luftfahrzeugen zu informieren und sie mit Blinklichtern auszustatten. Dies ist erforderlich, da das ukrainische Militär zunehmend bewaffnete Drohnen gegen zivile Ziele im Donbass einsetzt.
 
Wir halten es für notwendig, auch daran zu erinnern, dass es sich bei der Arbeit der OSZE-Mission in der Ukraine seit 2014 um den neunten dertartigenn Vorfall mit unbemannten Langstreckendrohnen handelt, von denen fünf über dem von den ukrainischen Streitkräften kontrollierten Gebiet verloren gingen. Von diesen Fällen des Verlustes von Drohnen scheinen unsere Partner im „Normandie-Format“ jedoch nichts bemerkt zu haben.
 
Wir fordern Frankreich, Deutschland und andere Länder auf, weiterhin darauf zu verzichten, die Situation öffentlich mit antirussischen Untertönen zu verschärfen, ohne dass eine gründliche und transparente Untersuchung der Vorfälle in der Konfliktzone im Osten der Ukraine stattgefunden hat.
 
Ende der Überetzung
 
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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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