Französischer Innenminister gibt Gelbwesten indirekt eine Mitschuld am Terror von Straßburg

Ich habe darauf in den letzten Tagen schon merhmals hingewiesen: Der Terroranschlag von Straßburg hilft nur Macron. Die öffentliche Aufmerksamkeit wird von den Gelbwesten abgelenkt und französische Minister können nun ganz staatstragend und besorgt um Absage der Demonstrationen bitten, vermeintliche Gründe dafür finden sie viele.
 
Und so ist es auch heute gekommen. Der französischen Innenminister hat die Gelbwesten aufgerufen, in dieser Situation von Demonstrationen gegen die Regierung abzusehen: „Morgen soll der fünfte Akt der Manifeste in Paris stattfinden. Ich hoffe, (die Teilnehmer der Aktionen) handeln verantwortungsbewusst. Ich persönlich würde es vorziehen, dass die Ordnungskräfte ihren eigentlichen Aufgaben nachgehen können, nämlich Verbrecher zu jagen und das Terrorrisiko zu mindern, anstatt Straßenkreuzungen zu bewachen, auf denen einige tausend Menschen starke Polizeikräfte binden.
 
Das ist doch was! Nun gibt der Innenminister den Gelbwesten bereits indirekt eine Teilschuld an dem Terroranschlag von Straßburg, denn – so sagt er ja – wegen der Gelbwesten steigt die Terrorgefahr, weil die Ordnungshüter sich um die Gelbwesten kümmern müssen anstatt um Terroristen.
 
Um die Stimmung weiter anzuheizen, hat er auch gleich davon gesprochen, dass die Polizei am 14. November, also kurz vor Beginn der Gelbwesten-Bewegung, einen geplanten Terroranschlag verhindert hat. Und zwar wurde demnach eine Terrorzelle ausgehoben, die einen Angriff auf eine angekündigte Veranstaltung der Gelbwesten geplant haben soll.
 
Die unterschwellige Aussage ist klar: „Seht her, die Polizei beschützt Euch Gelbwesten vor dem Terror und ihr undankbares Volk bindet die Polizei mit Euren Demos und schon passiert ein Terroranschlag!“
 
Morgen ist der Tag der Wahrheit, denn morgen wollten die Gelbwesten wieder demonstrieren und wir werden sehen, wie viele morgen demonstrieren werden und ob der Terroranschlag und die Aufrufe der Regierung Früchte tragen.
 
Wenn die Gelbwesten ungebremst weiter machen, dann dürfte der nächste –
wahrscheinlich schwerere – Terroranschlag nur eine Frage der Zeit sein und dann dürften die Anschuldigungen des Innenministers an die Gelbwesten deutlicher ausfallen.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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