Russische Medien: Islamisten planen neuen Giftgas-Vorfall in Syrien

Nach russischen Meldungen wird in Syrien ein neuer Giftgasanschlag vorbereitet. Schon seit Tagen warnen russische Medien davor, dass die Islamisten einen neuen Vorfall mit Giftgas vorbereiten und zwar in Zusammenarbeit mit dem Westen. Die USA haben sich diesen Meldungen zufolge schon in Stellung gebracht, um auf den Anschlag mit erneutem Beschuss auf syrische Truppen zu reagieren.
Bereits am 25. August meldete Rossiya 24, dass die islamistischen Rebellen einen neuen Giftgas-Anschlag in der Region Idlib planen, der dann der syrischen Regierung in die Schuhe geschoben werden soll. Sie beriefen sich bei den Meldungen auf das russische Verteidigungsministerium. Demnach wurden 8 Behälter mit Chlorgas in die Stadt Dschir Esch-Schugur gebracht.
In Zusammenarbeit mit einer privaten Sicherheitsfirma aus Großbritannien sollen die Weißhelme medienwirksam die Rettung von Opfern inszenieren.
Um dann schnell auf den Giftgas-Angriff reagieren zu können, sei bereits das Kriegsschiff The Sullivans der USA im persischen Golf in Stellung gegangen, das mit 56 Marschflugkörpern bewaffnet ist, außerdem sei ein strategischer Bomber vom Typ B1 in Katar stationiert worden, der seinerseits mit 24 Luft-Boden-Raketen bewaffnet werden kann. Und heute wurde gemeldet, dass sich im Mittelmeer das US-Kriegsschiff Ross mit 28 Tomahawk-Raketen ebenfalls in Stellung bringt, um syrisches Gebiet anzugreifen.
In diesem Zusammenhang wurde ebenfalls gemeldet, dass die USA Russland über diplomatische Kanäle mitgeteilt hätten, ein weiterer Giftgas-Vorfall würde eine harte Reaktion der USA zur Folge haben.
Auch RT Deutsch berichtete heute über diese Meldungen.
Soweit die Meldungen aus Russland.
In Syrien wird für die nächste Zeit der Showdown erwartet, denn nun ist nur noch die Provinz Idlib in der Hand der Islamisten und es steht zu erwarten, dass syrische Truppen mit russischer Unterstützung dort angreifen werden. Auch eine Teilnahme türkischer Truppen ist nicht auszuschließen, denn von den westlichen Medien unbeachtet, war Idlib ein Thema bei einem hochrangigen Treffen zwischen der Türkei und Russland in Moskau.
 
Nachtrag: Einige Stunden nach der Veröffentlichung meines Beitrages kamen auf RT Deutsch und Sputnik weitere Meldungen. Es ging um die Vorbereitung der USA, eine Flugverbotszone in Syrien zu errichten und darum, dass nun wohl auch Russland Schiffe in der Region zusammen zieht, um auf die Stationierung von US-Schiffen zu reagieren. Eine gefährliche Situation.
 
Leider kennen wir dazu nur die russische Sicht, denn in den westlichen Medien findet sich dazu nichts. So wird, sollte es zu einer Eskalation kommen, der westliche Leser völlig überrascht sein und die Geschichte vom agressiven Russland und dem Schlächter Assad glauben. Einfach weil ihm von dem „Vorspiel“ nicht berichtet wurde.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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