Skripal und russische Hacker – Wieder einmal Hysterie in den Medien

Heute scheint mal wieder „Anti-Russland-Tag“ bei den Medien zu sein. Sowohl der Fall Skripal, als auch die russischen Hacker sind heute Morgen Thema und natürlich die Forderung nach weiteren Sanktionen. „Russlands Präsident Wladimir Putin mache die Welt „zu einem gefährlicheren Ort“zitiert der Spiegel den britischen Außenminister.
Im Fall Skripal gibt es seit April nichts Neues, trotzdem haben die USA am 9. August unter dem Vorwand Skripal Sanktionen gegen Russland verhängt. Allerdings gab es diesmal keine Anzeichen, dass die EU dem folgen könnte. Nun fordern die Briten, die EU möge dem Beispiel folgen und Sanktionen gegen Russland erlassen.
Der Fall Skripal ist ausgesprochen suspekt, denn es gibt überhaupt keine Hinweise darauf, dass Russland etwas damit zu tun haben könnte. Die Chronologie und die Fakten finden Sie hier.
Interessant ist, dass ausgerechnet die Briten von der EU Sanktionen fordern, wo sie selbst doch die EU in weniger als einem Jahr verlassen werden.
Der Spiegel berichtet dies, auf Basis einer Rede, die der britische Außenminister heute in Washington halten will, anscheinend ist der Text schon vorher veröffentlicht worden. Man darf gespannt sein, denn wie die Chronologie des Falles Skripal zeigt, gibt es nicht nur keine Beweise, vielmehr waren die von den Briten veröffentlichten Präsentationen, die Russlands angebliche Schuld beweisen sollten, auf einem Niveau, dass in einer Abitur-Arbeit wohl zum Durchfallen geführt hätte.
Und natürlich dürfen die russischen Hacker heute nicht fehlen. Der Spiegel berichtet heute unter Berufung auf die New York Times: „Ziel der Angriffe seien dieses Mal konservative amerikanische Thinktanks, die mit Donald Trump gebrochen hätten
Demnach hätte Microsoft dies aufgedeckt und ebenfalls heute am heutigen Dienstag solle ein Bericht dazu veröffentlicht werden.
Es steht also für heute eine allgemeine Anti-russische Hysterie in den englischsprachigen Medien an. Dabei gilt sowohl für den Fall Skripal, als auch für die Hackerangriffe, dass nichts bewiesen ist und das vieles darauf hindeutet, dass nicht Russland hinter diesen Aktionen steht.
Der Spiegel jedoch schreibt „Dass russische Cyberangriffe im Präsidentschaftswahlkampf 2016 eine Rolle gespielt haben, ist wohl außer Frage.
Wer so etwas schreibt, kann sich mit den bekannten Fakten nicht wirklich beschäftigt haben. Die bisher bekannten Fakten zu den angeblichen russischen Wahl-Beeinflussungen und Hackern finden Sie hier.
Mal abwarten, was der Dienstag bringt…
Hier noch einmal zusätzliche Informationen zu den Themen, die heute wohl eine wichtige Rolle spielen werden:
Hat Russland US-Wahlen beeinflusst? Die wichtigsten Fragen und Antworten

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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