Wie Spahn im Spiegel die Leser veralbern darf, ohne dass der Spiegel ein kritisches Wort sagt

Spahn möchte, dass Kinderlose mehr in die Rentenversicherung einzahlen, als diejenigen, die Kinder erziehen. Die Idee ist gut, aber der Spiegel lässt Spahns Kommentare völlig unkommentiert. Dabei war das, was Spahn hinzufügte, Volksverdummung.
 
Der Spiegel schreibt, dass Spahn möchte, dass Kinderlose mehr in die Rente einzahlen, als Menschen mit Kindern. Das ist gerecht und längst überfällig, denn es ist völlig unverständlich, dass kinderlose Ehepaare alle Steuervorteile mitnehmen und als DINKS (Dubble Income No Kinds) mehr Einkommen und weniger Kosten haben, als die Menschen, die die Kinder erziehen, die den DINKS dann später die Rente bezahlen. Das ist eine denkbar ungerechte Regelung in Deutschland.
 
So weit, so gut.
 
Aber der Spiegel lässt Spahn dazu sagen: „„Im Umlagesystem bekommen die Alten das Geld von den Jungen – auch, wenn es die Kinder nur der anderen sind.“ Er sage dies bewusst als „selbst Kinderloser, der bereit ist, finanziell mehr zur Zukunftsfähigkeit des Systems beizutragen“
 
Und der Spiegel lässt das unkommentiert stehen, dabei wird Spahn nichts zur „Zukunftsfähigkeit des Systems“ beitragen, denn er zahlt ja gar nichts ein. Spahn ist seit 2002 Abgeordneter und ein Abgeordneter bekommt für jedes Jahr im Bundestag einen Rentenanspruch von 2,5% der Diät, die derzeit bei 9.780.24 Euro liegt. Das wäre bei 16 Jahren im Bundestag für ihn 40% dieser Summe als Rentenanspruch, also nach 16 Jahren schon weit mehr, als jeder normale Arbeitnehmer in Deutschland nach 50 Jahren Arbeitsleben erreichen kann. Und das ohne etwas dafür bezahlt zu haben.
 
Es geht mir hier nicht um eine „Neiddebatte“ wegen der Versorgung der Abgeordneten, es geht mir darum, dass ein Minister, der sogar noch die Möglichkeit hat, demnächst CDU-Chef und damit eventuell Kanzler zu werden, so ungestraft die Menschen veräppeln darf. Er hat Bankkaufmann gelernt und 2001 ausgelernt, seit 2002 ist der im Bundestag. Er hat also nur als Azubi in das System eingezahlt, aber dem Spiegel-Leser wird nicht erklärt, dass Spahn von seiner Reform gar nicht betroffen ist, während er trotzdem diesen Eindruck erwecken darf.
 
So „kritisch“ sind die Medien heute…

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