Das russische Außenministerium über die Entsendung neuer US-Söldner nach Syrien

Bei ihrer wöchentlichen Pressekonferenz hat die Sprecherin des russischen Außenministeriums über die Erhöhung der Anzahl der US-Söldner in Syrien gesprochen.

Das Thema Syrien ist jede Woche ein Thema bei den Pressekonferenzen des russischen Außenministeriums, jedoch übersetze ich die Erklärungen dazu nur recht selten. Die gestrige kurze Erklärung fand ich jedoch interessant, weil man davon ansonsten nie etwas hört.

Wir erinnern uns: Trump hat im Dezember den Abzug der US-Truppen aus Syrien angekündigt. Passiert ist seitdem nichts. Aber anscheinend denkt man darüber nach, die US-Truppen durch „Mitarbeiter“ von privaten Militärfirmen zu ersetzen. Das tut das Pentagon gerne, wenn es um besonders illegale Operationen geht, bei denen man nicht möchte, dass US-Soldaten damit in Verbindung gebracht werden. Wir erinnern uns an die Skandale im Irak im Zusammenhang mit der Firma Blackwater, die sich heute academy nennt.

Nun erhöhen die USA die Anzahl der vom Pentagon bezahlten Söldner in Syrien. Hier ist die offizielle russische Erklärung dazu, die ich übersetzt habe. Unter der Übersetzung habe ich noch ein paar Hintergrundinformationen eingefügt.

Beginn der Übersetzung:

Den veröffentlichten Informationen zufolge erhöht das US-Militärkommando im Zusammenhang mit der geplanten Reduzierung seines Kontingents auf dem Territorium der Arabischen Republik Syrien die Zahl des Personals privater Militärunternehmen in den nördlichen und nordöstlichen Teilen des Landes.

Es wird berichtet, dass die Zahl privater Soldaten in Syrien 4.000 übersteigt. Gleichzeitig wird erklärt, dass allein in der zweiten Junihälfte 540 Personen ins Land kamen, darunter 70 Kommandeure und Ausbilder.

Die Söldner werden mit Fahrzeugen in Gruppen von 12-16 Personen transportiert.

Die Hauptaufgaben der Söldner sind die Ausbildung von Washington gegenüber loyalen Kampfeinheiten sowie der Schutz von Öl- und Gasinfrastrukturobjekten.

Dies verdient eigentlich keine besondere Aufmerksamkeit, wenn nicht es nicht ein „aber“ gäbe: die Aktivitäten der privaten Söldner werden vom Joint Command der US-Streitkräfte geführt.

Es ist bekannt, an welche „Fortschritte“ die Mitarbeiter amerikanischer privater Militärfirmen zum Beispiel im Irak gebracht haben. Das ist nur ein aktuelles Beispiel. Es ist unwahrscheinlich, dass diese amerikanischen „Glücksritter“ ihre Arbeitsweise seitdem drastisch verändert hätten.

Noch abscheulicher ist die Tatsache, dass sich die amerikanischen Söldner illegal in Syrien aufhalten, was gegen alle internationalen Normen und Vorschriften verstößt.

Ende der Übersetzung

Zum Beginn des Syrienkrieges sei gesagt, dass dieser von den USA mit der CIA-Operation Timber Sycamore erst gestartet wurde. Das Ziel war der Sturz Assads durch Islamisten nach dem Vorbild Libyen.

Russland hat erst 2015 in den Syrienkrieg eingegriffen, aber schon 2014 hat Putin offen gesagt, wer die Islamisten in Syrien unterstützt. Nur in den westlichen Medien wurde darüber nie berichtet.

Putin 2014 zum Thema Syrien

Auch Putins Rede 2015 vor der UN-Vollversammlung war bemerkenswert, als er den Westen mit der Situation im Nahen Osten und Nordafrika konfrontiert hat, die der Westen mit seinen Kriegen gegen den Irak, Syrien, Libyen etc. erst selbst geschaffen hat. Seine anschließende Frage an die Adresse des Westens „Seht Ihr endlich, was Ihr angerichtet habt?“ wurde zum Titel meines Buches über Putin, weil sie es kurz und knapp auf den Punkt bringt.

Putin 2015 vor der UNO-Vollversammlung

Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Russland auf die Fragen der internationalen Politik blickt, dann sollten Sie sich die Beschreibung meines Buches ansehen, in dem ich Putin direkt und ungekürzt in langen Zitaten zu Wort kommen lasse. Dort geht es auch ausführlich um Syrien und ich habe sehr ausführliche Zitate von Putin in dem Buch, die für Konsumenten der deutschen „Qualitätsmedien“ sehr überraschend sind, da darüber in Deutschland nie berichtet wurde.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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