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Deutschland soll die vollen Kosten der Stationierung von US-Truppen zahlen, „Plus 50%“

Ich bin gespannt, ob und wie wir dies in deutschen Medien lesen werden: Trump fordert von Ländern, in denen US-Soldaten stationiert sind, nicht nur die Kosten dafür bezahlen, sondern sogar noch einen Aufschlag von 50% „für die Ehre, sie zu beherbergen“. Das meint der übrigens ernst.

Die Meldung kam bei Bloomberg und ich habe es zuerst für einen Scherz gehalten. Aber weit gefehlt.

Bei Bloomberg kann man dazu lesen:

„Unter der Führung des Weißen Hauses, fordert die Administration, dass Deutschland, Japan und eventuell andere Länder, die US-Truppen bei sich aufgenommen haben, die vollen Kosten für die in ihrem Land stationierten amerikanischen Soldaten tragen sollen — Plus 50 Prozent Aufschlag für Ehre, sie bei sich zu beherbergen, so teilte es ein Dutzend Mitarbeiter der Administration und andere Leute mit, die darüber informiert wurden. In einigen Fällen, können Nationen, die amerikanische Truppen beherbergen, gebeten werden, fünf oder sechs Mal mehr zu zahlen, als unter der „Kosten plus 50″ Formel.“

Dass Trump das ernst meint und auch Stück für Stück durchsetzen möchte, zeigt das Beispiel Südkorea. Erst Ende der Woche haben die USA und Südkorea eine neue Vereinbarung über eine Kostenübernahme für die Stationierung der 28.000 US-Soldaten in dem Land geschlossen. Südkorea muss nun anstatt bisher 830 Millionen Dollar künftig 920 Millionen jährlich an Washington überweisen. Um diese Abgaben in Zukunft weiter erhöhen zu können, wurde das Abkommen nur für ein Jahr geschlossen, obwohl Südkorea eine längere Laufzeit wollte. Die vorherige Vereinbarung war 2014 noch für vier Jahre geschlossen worden.

Zu Deutschland schreibt Bloomberg:

„In Deutschland zum Beispiel unterhalten die USA eine Reihe wichtiger Basen: das Landstuhl Regional Medical Center und die Ramstein Air Base. Landstuhl ist ein weltklasse Krankenhaus, das medizinische Hilfe für verwundete US-Soldaten aus dem Irak und anderen Krisenherden leistet. Deutschland ist auch der Standort des U.S. Africa Command. Zu berechnen, wieviel Deutschland für diese Basen zahlen muss, die so viele verschiedene Aufgaben erfüllen, wird kompliziert.“

Nach dem Krieg musste Deutschland die kompletten Besatzungskosten bezahlen, was damals zu Unruhe führte. Daraufhin wurde das Wort „Besatzungskosten“ gestrichen. Seit dem zahlt Deutschland die „Kosten für die Stationierung von Nato-Truppen“. Jedoch werden diese Kosten auf viele verschiedene Kostenstellen von Bund, Ländern und Kommunen verteilt, wie in Artikel 120 des Grundgesetzes festgelegt wurde. Daher lassen sich die Gesamtkosten, die Deutschland derzeit jährlich an die USA überweist, kaum beziffern. Auf eine Kleine Anfrage eines Abgeordneten antwortete die Bundesregierung 2011 unter anderem mit einer Tabelle, in der für 2010 Kosten für den Bund in Höhe von 45 Millionen ausgewiesen wurden. Jedoch mit dem Zusatz:

„Informationen zu Ausgaben von Ländern und Kommunen liegen der Bundesregierung nicht vor.“

Anscheinend will man es auch gar nicht so genau wissen.

Anti-Spiegel @SpiegelAnti

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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  • Ich erinnere mich an ein Pol-Ök. Seminar in den 80er Jahren, da war von ca. 1 Mrd. DM die Rede, die die damalige Bundesrepublik für die US-Besatzungstruppen zahlen musste.
    Ansonsten, mein lieber Herr Röper, ich habe mir gestern Ihr Gespräch bei Nuoviso.TV angesehen und anschließend hier noch eine Weile geschmökert, obwohl ich eigentlich überhaupt keine Zeit dafür habe! Aber es war so interessant, dass ich mir diese Zeit einfach nahm.
    Die Geschichte mit dem "Homosexuellen-Gesetz" in Russland treibt die absurdesten Blüten. Ein Bekannter sagte mir vor einigen Wochen, dass aus seinem Verwandtenkreis eine junge Frau (lesbisch) zu einem Arbeitsaufenthalt nach St. Petersburg reisen sollte und Angst hatte, dort deswegen Repressionen ausgesetzt zu sein. Er erklärte ihr daraufhin, dass sie überhaupt keine Angst haben müsse, denn dieses Gesetz betrifft sie überhaupt nicht. Sie haben das in diesem Gespräch noch einmal sehr klar dargelegt, aber leider findet man dazu in den deutschen "Qualitätsmedien" nichts!

    Um nun auf das eigentliche Thema zuzrückzukommen, prima, müsste man jetzt sagen, da werden wir die US-Truppen ja auf ganz einfache Art und Weise los, in dem gesagt wird, nein, wir bezahlen nicht mehr, nehmt eure Truppen zurück, wir brauchen sie sowieso nicht! Aber das wäre wohl der größtmöglichste Supergau bei der Fraktion der "Transatlantiker" und man wird im Interesse unserer "Sicherheit", die durch die USA mehr denn je bedroht wird, das Portemonnaie aufmachen und neue Milliarden aus dem Fenster werfen!

  • Ich heute 33j mit zwei Jahren leider nach Deutschland gebracht worden, schäme mich für die Politik. Ein ganz großer Grund warum ich mich in den letzten Jahren meinen Geburtswurzeln sehr stark wieder annähern werde und russisch lesen und schreiben lernen möchte. Gott sei dank habe ich eine richtige Russin geheiratet somit bleiben uns viele russische sitten im haus bewahrt. Es ich einfach peinlich das ein Land wie Deutschland keine eigenen Werte hat, mit denen es sich identifizieren kann. Ganz vom Patriotismus zu schweigen sind die immer neuen und komischen Gesetze die der Bundestag vornimmt absolut undemokratisch und wie es mir vorkommt: Die Ernte Purer Langeweile und teilweise Dummheit, aber meist sehr kapitalistisch orientiert.

    Das so ein Land wie Deutschland anstatt in Familien, Kinder oder seine Rentner investiert, aktuell Asylanten mehr Taschengeld debattiert oder Transgender eine neue und offizielle Identität erklärt, dem ist ein Untergang schon prophezeit.
    ( von der Eheschließung Schwule und Lesben ganz zu schweigen)

    Armes Deutschland. Wann bricht endlich die Antenne der Westlichen Fernsteuerung

  • Der Trump ist schon spitze, richtig spitze. Ja das muss er wohl auch, da er für für die 5 grossen Mafiafamilien arbeitet, welche die USA händeln. Die setzen nicht auf Loser. In der Mafia hat Schutzgelderpressung ne lange Tradition, frag mal deine Pizzeria um die Ecke, wie das so läuft. Fürs "in-den-Schwitzkasten-nehmen" hat er ja Pompeo, wieder ein italienischer Name. Trump kommt aus der Casinobranche - Atlantic-City sag ich nur, da regiert nur die Ehrenwerte ... aber zurück, endlich eine Gelegenheit für die Firma BRD zu testen, ob ihr Personal wirklich so souverän ist, wie unser geliebter Führer Mao Merkel vorgibt. Wäre sie denn souverän, könnte sie den fordernden "Gast" höflich zur Türe geleiten. Aber, da sie ja bei den Israelis auf die Tora geschworen hat, wird der "noch" gedeckte Scheck wohl schon auf ihrem Schreibtisch liegen und mit einem seuzenden "Ihr schafft das schon" signiert werden. Aber vielleicht ist er schon bald nicht mehr gedeckt, der Scheck, dann muss AKK ihre unwissende Rübe hinhalten ... Mäuschen müsste man sein, im Kanzleramt.
    Kopf hoch, Amerika verteidigt die Demokratie bis zum letzten Deutschen ... alles hat halt seinen Preis!

  • Stöbert man zu NATO Kosten etwas im Netz fällt auf das es eine technische Einseitigkeit gibt. Die USA tönen gern rum das sie aktuell ca.700 Mrd. für Rüstung ausgeben. Was sie unter den Tisch fallen lassen ist die Tatsache das davon auf Europa allenfalls 28,2 bis 30,2 Milliarden – das entspricht 4,2 bis 4,5 Prozent entfallen.
    Bedenkt man ferner was Nato Staaten an Stationierungskosten schultern müssen und an diverse Folgekosten wie z.B. Flüchtlingskosten, Wiederaufbau u.a. dann dürfte Deutschland sein 2% mehr als erreicht haben. Zusätzlich sollte man alle Investitionen die Deutschland mitträgt und auf die die Nato ein Zugriffsrecht hat mit einbeziehen. Das europäische Navi System z. B. wo den USA/Nato ein Recht eingeräumt wurde.
    Die Nato ist kein Verteidigungsbündnis mehr. Die US Truppen in Deutschland sind Angriffstruppen nicht mehr nicht weniger. Flankiert treu und brav von England mit seinen Kolonien und Frankreich. Dieses Dreigespann findet man in Afghanistan, Irak, Syrien oder in diversen afrikanischen Ländern.
    Die anderen Nato-Staaten dürfen dann aufräumen. Völkerrecht brechen ja immer nur die Anderen.

    Lassen wir mal die geistige Tief - Fliegerin im VM und die Abnick - Puppen von Regierung und Parlament außen vor so fällt doch auf, Deutschland soll zahlen und sich opfern für die schmutzigen Intrigen der Denkfabriken. Bestes Beispiel war jüngst der Vorschlag einer Provokation Russlands durch deutsche Marineschiffe.
    Bevor die Politik über Ausgaben für die Nato entscheidet sollte sich die deutsche Bevölkerung erst einmal klar machen ob sie einer Angriffsarmee überhaupt Steuergelder geben möchte.
    Wenn nicht dann kann dies nur bedeuten; raus aus der Nato, raus mit den Truppen und Streichung aller Privilegien der Nato. Deutschland als neutrales Mitglied der Weltgemeinschaft.

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