In eigener Sache: Putins Pressekonferenz und Leserkommentare zur russischen Innenpolitik

Ich habe am Freitag meine ersten Eindrücke von Putins Pressekonferenz geschrieben, die ich besucht habe und will kurz auf die Leserkommentare eingehen.

Bei der Pressekonferenz von Putin ging es in erster Linie um innenpolitische Fragen. Das ist ja auch normal, ist ja in Deutschland meistens auch nicht anders. Praktisch alle Leser, die kommentiert haben, wollten mehr über die Innenpolitik erfahren, also zum Beispiel über das Gesundheitswesen. Das hat mich gewundert, aber auch gefreut.

Das Problem ist, dass ich in erster Linie über Geopolitik schreibe und da schon kaum hinterher komme. Auch noch ausführlich über die russische Innenpolitik zu schreiben, ist im Ein-Mann-Betrieb fast nicht zu schaffen.

Aber ich fand ein Leserargument überzeugen: Wenn man -- wie ich -- ein besseres Verständnis und Interesse für das andere Land erreichen will, dann muss man auch darüber informieren. Also werde ich das demnächst tun, zwischen den Feiertagen wird es wahrscheinlich sowieso ruhiger, denn auch die Politiker feiern Weihnachten und die Nachrichtenlage dürfte für ca. 10 Tage recht mau werden.

Bitte schreiben Sie in die Kommentare, per Enail oder über das Kontformular, welche Themen Sie in erster Linie interessieren und ich werde mit der Zeit darüber schreiben. In vieles muss ich mich dabei auch erst einarbeiten, ich bin auf den Gebieten nicht so bewandert, wie in der Außen- und Geopolitik.

Wenn Sie Ideen brauchen, können Sie gerne auch die übersetzte Version der Pressekonferenz anschauen und dabei sehen, welche Fragen gestellt wurden.

Ich freue mich auf Ihre Nachrichten!

LIVE: Große Pressekonferenz von Wladimir Putin (Deutsch)

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

5 Gedanken zu „In eigener Sache: Putins Pressekonferenz und Leserkommentare zur russischen Innenpolitik“

  1. Sehr geehrter Herr Röper,
    ich wollte Ihnen durchaus nicht die Feiertage versauen – „Gott bewahre“.

    Sie haben ja schon in der Vergangenheit zum „Innenleben“ der RF einiges angerissen, und das „Gesundheitswesen“ ist nun vielleicht nicht das Thema, welchem ich übermäßige Priorität einräumen würde (obwohl wir „komischerweise“ über selbiges der U.S.A. doch recht ausführlich informiert werden).

    „Innenpolitik“ ist meist nur aus der Geschichte heraus verständlich und mit einem Verständnis von oder für „Geschichte“ haben wir „Westeuropäer“ (incl. unserer transatlantischen „Ableger“) ein fundamentales Problem, weil wir unsere, sich im Verlauf der vergangenen knapp 500 Jahre herausgebildete, weltweite Dominanz als unseren ganz „persönlichen Verdienst“ ansehen, obwohl das damit, mit einer „besonderen Leistungsfähigkeit“ oder gar „Genialität“ des „Europäers“ absolut nichts zu tun hat.
    Doch das ist ein weites Feld und ich will mich hier nicht länger dazu auslassen.

    Selbstverständlich ist die Sichtweise der „Russen“ auf die „Amerikaner“ durchaus interessant, die haben schon immer, wie „die ganze Welt“, zu diesem Volk aufgesehen – aus verständlichen Gründen – gerade in den 20iger und noch 30iger Jahren. Die doch erhebliche Anzahl von Anglizismen in der russischen Sprache stammt wohl aus dieser Zeit – da gab es so etwas wie eine „Aufbruchstimmung“.

    Nur leider ist die Wahrnehmung da oft recht „selektiv“, vor allem wird regelmäßig übersehen, daß man seiner „Geschichte“ nicht o. w. „entkommen kann“, daher einerseits sehr „zartfühlend“, andererseits doch recht „energisch“ vorgehen muß, wenn man solches vor hat.
    Wir kennen den Satz aus den 20iger Jahren: „Kommunismus ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes“.
    Wußte man damals (und weis man heute), daß in dieser Zeit, und noch bis 1930, 80% der US-amerikanischen Landbevölkerung keinen Zugang zu elektrischem Strom hatten?

    Kurz – „Innenpolitik“ ist ein ungleich schwierigeres Thema als „Außenpolitik“, wobei allerdings letztere von ersterer wesentlich bestimmt wird.

    Ich wollte eigentlich nur darauf aufmerksam machen, daß unsere „US-dominierte Weltsicht“ ein Problem ist, und zwar ein ganz gewaltiges.

    Ich wünsche Ihnen dessen ungeachtet geruhsame Feiertage.
    (Man kann nicht alles sofort erledigen – und das muß man auch nicht.)

    1. Hallo Humml

      Zitat: „Ich wollte eigentlich nur darauf aufmerksam machen, daß unsere „US-dominierte Weltsicht“ ein Problem ist, und zwar ein ganz gewaltiges.“

      Ist es nicht schon ein gewaltiges Problem, von US-dominierter Weltsicht zu sprechen, ohne den Tiefen Staat zu erwähnen? Von der dominierenden Weltsicht im Westen ist schließlich auch die US-Bevölkerung negativ betroffen. US klingt immer so ungreifbar, dabei ist der Tiefe Staat sehr wohl greifbar. 😉

  2. Ich wollte den Kommentatoren auch zustimmen, nun tue ich es hier. Es weitet einfach unseren verengten Blick einmal zu erfahren, was Medien und Menschen in anderen Staaten beschäftigt. Gerade wer mal längere Zeit im Ausland war dem fällt auf, dass es da durchaus Unterschiede gibt. Man wundert sich: „warum ist das bei denen überhaupt Thema?“.

    Mich interessiert gar kein bestimmtes Thema. Mich interessiert eher, welches Thema ist gerade groß in Russland. Was beschäftigt die Menschen – bzw. welche Sau treiben russische Medien durchs Dorf? Wenn die Sau dann ein innenpolitisches Thema ist, darf es hier nicht fehlen. Ganz im Sinne der Völkerverständigung, sie liegt uns doch am Herzen.

    Danke für die gute Arbeit und danke, dass Sie hier nachfragten.

    1. Von mir auch einen herzlichen Dank für Ihre Arbeit mit diesem Blog. Man darf sich auch hier was zu Weihnachten wünschen… Also ich schließe mich dem Wunsch an, einfach über das zu erfahren, was die Russen gerade so bewegt und was „bei uns“ nicht berichtet wird. Ich habe einige Jahre in China gelebt und habe festgestellt, dass die Chinathemen in den deutschen Medien mit der gelebten Wirklichkeit der Chinesen nichts zu tun hatten – beispielsweise die von den westlichen Medien erschaffenen „Dissidenten“, die dort kein Mensch kennt und auch keinen Chinesen interessiert. Und auch umgekehrt, die Schlagzeilen der chinesischen Medien haben überhaupt keine Erwähnung in den deutschen Medien gefunden.
      Wie auch immer: Ich wünsche Ihnen Frohe Weihnachten, wann auch immer sie dieses feiern und ein gesundes und erfolgreiches 2020 von den Philippinen.
      Haben Sie

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