In eigener Sache: Wovon Blogger leben – Werbung auf Anti-Spiegel?

Da ich hauptberuflich schreibe und keine anderen Einnahmen habe, muss ich mir überlegen, wovon ich langfristig leben möchte, wenn ich den Anti-Spiegel weiterhin und noch viele Jahre betreiben möchte.

Ich war und bin gegen aufdringliche Werbung und Pop-Up-Fenster. Aber ich habe aus technischen Gründen oben auf der Seite eine freie Fläche und da ich von Spenden und Buchverkäufen meine Kosten kaum decken kann, habe ich beschlossen, dort eine Werbefläche einzurichten. Ich möchte aber die Kontrolle darüber behalten, was meine Leser zu sehen bekommen und daher werde ich nicht mit einer Agentur zusammenarbeiten, die dort nach Gutdünken Werbung einblenden kann. Ich suche daher bis zu fünf Werbepartner. Die Details und Bedingungen finden Sie hier.

Als Blogger, freier Journalist und Buchautor hat man drei Einnahmequellen. Und keine bringt sonderlich viel Geld.

Erstens: Werbung auf der Seite. Da bin ich kein Freund von und habe bisher nur Buchvorschläge auf meiner Seite. Wenn Sie auf eines der Bücher klicken, dann kommen Sie in den Shop meines Verlegers und für jeden Kauf, den sie dort tätigen, bekomme ich eine kleine Provision.

Zweitens: Honorare für eigene Bücher. Entgegen allen Klischees kann man vom Bücherschreiben nicht leben. Der Autor bekommt pro verkauftem Buch kaum einen Euro und ein Sachbuch ist schon ein Bestseller, wenn insgesamt 10.000 Bücher verkauft werden. Die meisten Bücher werden keine 1.000 Mal verkauft. Bücherschreiben ist also eher ein Hobby, als eine Lebensgrundlage. Ausnahmen gibt es natürlich, nur haben diesen Erfolg nur wenige, wie etwa die Autorin von Harry Potter. Die meisten Autoren können von ihren Büchern nicht leben.

Drittens: Spenden. Ich bin meinen Spendern, die mir über PayPal Geld spenden und so meine Arbeit anerkennen und möglich machen, unendlich dankbar. Aber auch davon kann man nicht leben.

Alles zusammen reicht in meinem Fall noch nicht einmal ganz aus, um meine monatlichen Kosten zu decken. Aber wie jeder andere Mensch auch, brauche ich nicht nur das Nötigste, ich muss auch mal Kleidung kaufen. Und meine Technik in der Küche ist über zehn Jahre alt und mein Kühlschrank teilt mir immer deutlicher mit, dass er keine große Lust mehr hat, gut zu funktionieren. Das sind die ganz normalen Probleme, die jeder kennt.

Ich schreibe gerne Artikel und Bücher und möchte dies weiter machen, aber eine solche Tätigkeit muss man sich „leisten können“. Daher habe ich notgedrungen beschlossen, die freie Fläche als Werbefläche zu nutzen, um ein gewisses „Grundeinkommen“ zu haben, mit dem ich rechnen kann, denn die anderen drei Einkommensarten schwanken auch noch von Monat zu Monat.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

8 Gedanken zu „In eigener Sache: Wovon Blogger leben – Werbung auf Anti-Spiegel?“

  1. Ich kann mir nicht vorstellen, daß irgend jemand Probleme hat, wenn die „freien Flächen“ für Werbung ausgenutzt werden. Denn es ist so, wie Sie es beschreiben: Wenn Artikel und Stellungnahmen – in diesem Blog noch ganz besonders interessante – erstellt und weitergegeben werden, dann kostet das eben. Und an irgendeiner Stelle muß die Gegenrechnung aufgemacht werden. Werbung nervt, ja, aber die Leser sind es gewöhnt und akzeptieren es mit Gewißheit. Ich selbst schaue schon „automatisch“ darüber hinweg.

    Große Blogs etwa zeigen auch Werbung – und es hat ihnen, so weit ich es beurteilen kann – nicht geschadet.

    Ich hoffe auf viele weitere Beiträge hier – gern auch mit Werbung!

  2. Jeder muss von irgendetwas leben, Werbung auf Ihrer Seite ist also mehr als legitim und wird von Ihren Lesern sicher überwiegend akzeptiert. Es ist als Leser der freien Medien aber auch immer schwierig, Allen etwas zukommen zu lassen, dafür gibt es zwischenzeitlich bereits sehr viele Angebote (was sehr gut ist!!), die alle eine finanzielle Unterstützung verdienen!
    Machen Sie also weiter so!!

    …und die nächste Spende von mir geht gleich im Anschluss an Sie raus!!

  3. Ich zähle mich auch zu deinen Spendern, habe deine Bücher gekauft und mache auch sonst Werbung für dich und deine Bücher, denn ich möchte, Thomas, dass du weitermachst und uns mit Informationen aus erster Hand versorgst!

  4. ich geh demnächst in die Stadt und bestelle Dein Buch – Ehrensache. Weiters habe ich die Redaktion von 19vierundachtzig auf Dich aufmerksam gemacht. Ich unterstütze Dich sehr sehr gerne, Deine Beiträge sind eine Wucht.
    Viele Grüße aus Österreich und Servus

    Christine Unterwindner

    1. Du kannst es auch ganz bequem nach Hause liefern lassen. Einfach hier auf der Seite auf das Buch klicken und schon bist Du im Shop meines Verlegers, wo Du es bestellen kannst. Damit würdest Du mich sogar doppelt unterstützen, denn erstens bekomme ich als Autor etwas für jedes verkaufte Buch und zweitens bekomme ich über jeden Verkauf, der von meiner Seite kommt noch eine Provision))))
      Bei dieser Gelegenheit: Allen vielen Dank für die wohlwollenden Kommentare in dieser Frage und für die vielen wohlwollenden Emails! Ich habe die besten Leser der Welt)))

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