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Julian Assange – Auslieferung an die USA vom Tisch?

Bei einem Treffen zwischen dem stellvertretenden britischen Außenminister und dem Außenminister Ecuadors ging es auch eine mögliche Auslieferung von Julian Assange an die USA.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferen nach dem Treffen teilte der stellvertretende britische Außenminister Alan Duncan mit, dass man sich mit Ecuador geeinigt habe, dass Juian Assange nicht an Länder ausgeliefert wird, in denen die Todesstrafe angewendet wird. Duncan sagte laut der russischen Nachrichtenagentur TASS:

„Der Gründer von WikiLeaks wird an kein Land übergeben, in dem die Todesstrafe angewendet wird. Zwischen den beiden Ländern (Großbritannien und Ecuador) wurde darüber Einigkeit erzielt.“

Assange wurde in diesem Jahr von Ecuador, in dessen Londoner Botschaft er jahrelang Asyl bekommen hatte, an Großbritannien ausgeliefert, wo er dann wegen eines Verstoßes gegen Auflagen zu elf Monaten Haft in einem Hochsicherheitsgefängnis verurteilt wurde. Die Haftbedingungen von Julian Assange dort wurden von der UNO mehrfach als Folter bezeichnet.

Wikileaks hat eine Reihe wichtiger Skandale aufgedeckt, die den USA sehr geschadet haben, weshalb die USA ihn wegen Hochverrat anklagen möchten. Dabei droht ihm im schlimmsten Fall die Todesstrafe.

Nun muss man abwarten, wie es weitergeht. Die USA wollen Assange in die Hände bekommen und ob die Briten sich dem Druck aus Washington widersetzen können und wollen, ist trotz dieser Erklärung offen.

Assange wird Anfang 2020 in Freiheit kommen, zumindest nach heutigem Stand. Verhindert werden kann das nur, wenn entweder in Großbritannien neue Anklagen gegen erhoben werden oder wenn Schweden einen Auslieferungsantrag stellt, wonach es derzeit nicht aussieht. In Schweden gab es gegen Assange eine Anklage wegen Vergewaltigung, wobei es dabei nicht um eine Vergewaltigung im deutschen Sinne des Wortes ging, sondern um einvernehmlichen Sex, bei dem ein Kondom in geplatzt ist. In Schweden kann das bereits als minderschwere Vergewaltigung eingestuft werden.

Die deutschen Medien haben sich dabei nicht mit Ruhm bekleckert, denn sie haben sich nicht für die Freiheit ihres Journalisten-Kollegen eingesetzt, dessen einziges „Verbrechen“ es war, Skandale zu veröffentlichen, die ihm Informanten zugespielt haben. Das ist normalerweise die klassische Definition von Journalismus und der ist angeblich im Westen geschützt. Nur für Assange gilt das offensichtlich nicht und die deutschen Medien haben, anstatt ihn zu unterstützen und seine Freilassung zu fordern, eine Kampagne gegen Assange gestartet.

Anti-Spiegel @SpiegelAnti

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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