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NuoViso auf YouTube wieder erreichbar – Was YouTube über die Sperrung mitgeteilt hat

NuoViso wurde heute auf YouTube wieder freigeschaltet. Da ich durch die Sendung „Tacheles“ auch ein wenig zum NuoViso-Team gehöre, gebe ich hier die bekannten Fakten wieder.

Die Sperrung von NuoViso auf YouTube hat am Freitag in den alternativen Medien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, zumal YouTube keinerlei Begründung für die Sperrung geliefert hat. Alle gingen von einer endgültigen Sperrung aus.

Heute wurde der Kanal wieder freigeschaltet. Von YouTube wurde als Begründung für die vorübergehende Sperrung angeführt, dass drei Videos beanstandet worden seien. Diese bleiben gesperrt, der Kanal selbst ist wieder freigeschaltet, allerdings wird der User, wenn er auf den Kanal geht, nun gefragt, ob er an dem Kanal etwas zu beanstanden habe.

Es bleibt dabei: Die Sperrung war ein Akt der Zensur!

Das möchte ich all jenen ganz deutlich sagen, die der irrtümlichen Ansicht sind, YouTube als private Firma hätte das Recht zu solchen Sperrungen. Das ist falsch. Wenn das Kernkonzept und Geschäftsmodell einer Seite ist, anderen zu erlauben, ihre Meinungen und Beiträge zu veröffentlichen, dann ist sie damit ein sogenannter „Marktplatz der Meinungen“ und ist nicht berechtigt, nach eigenem Gusto Meinungen zu unterdrücken, solange sie nicht gegen Gesetze verstoßen. Auch ein Hinweis auf die AGB hilft da nicht weiter, denn geltende Gesetze stehen über den AGB.

Hierzu gab es bereits Urteile in Deutschland, allerdings ging es dabei um Facebook. Der Hamburger Anwalt Joachim Steinhöfel hat diese Urteile erstritten. Zu YouTube gibt es derartige Urteile meines Wissens (noch) nicht in Deutschland, es ist aber davon auszugehen, dass hier die gleichen Begründungen greifen, wie bei Facebook.

Wenn es im Fall von NuoViso tatsächlich nur um drei beanstandete Videos gegangen ist, dann muss man sich fragen, warum deshalb gleich ein ganzer Kanal mit über zehnjähriger Geschichte, über 160.000 Abonnenten und hunderten von Videos gesperrt werden musste. Es hätte doch gereicht, die drei betroffenen Videos für die Dauer der Prüfung zu sperren.

Aus den genannten Gründen ist auch die Sperrung der drei Videos fragwürdig, aber es bleibt der Redaktion von NuoViso vorbehalten, die Begründungen, die YouTube im Einzelnen dazu gibt zu akzeptieren oder eventuell dagegen vorzugehen.

Dies sind die Fakten.

Derzeit sind erstmal alle froh, dass die Sperrung nicht von Dauer war. Ich möchte allen, die NuoViso und die Meinungsfreiheit unterstützt haben, herzlich danken! Vor allem auch jenen, die keine Freunde von NuoViso sind, denn es war sehr schön zu sehen, dass die allermeisten alternativen Medien trotz aller Meinungsverschiedenheiten, die es auch gibt und geben muss, bei einem Thema an einem Strang ziehen: Die Meinungsfreiheit ist das höchste Gut und dafür stehen wir alle ein. Und zur Meinungsfreiheit gehören auch die Meinungsverschiedenheiten, die es gibt. Das ist auch gut so und soll so sein!

Nun darf jeder frei spekulieren, wer und was hinter der Sperrung steckte und was möglicherweise der Zweck war. Ich beteilige mich daran nicht, ich habe nur die bekannten Informationen weitergegeben.

Nachtrag: Ursprünglich habe ich geschrieben, dass es sich bei den gesperrten Videos um Videos zu einem bestimmten Thema gehandelt hat. Jedoch war das spekulativ und lässt sich so pauschal nicht einordnen. Daher habe ich diese Information aus dem Artikel genommen, denn es geht hier um Fakten und nicht um Spekulationen.

NuoViso hat mir die Nachricht geschickt, die sie von YouTube bekommen haben. Ich zeige hier den Screenshot. Mehr Information hat NuoViso von YouTube in der Sache nicht bekommen.

Anti-Spiegel @SpiegelAnti

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

Zeige Kommentare

  • Nun müssen wir nur in Erfahrung bringen welche drei Videos aus der Sparte Medizin gesperrt wurden und wir wissen wo die Pharmaindustrie so große Angst vor hat, das sie dafür sorgt das diese Informationen vom Markt verschwinden. NuoViso ist gefragt uns diese Information zukommen zu lassen.

  • Unwahrscheinlich? Beschäftigen Sie sich mal mit der GWUP Sekte! Die hetzen z.B. das Jugendamt auf Leute die sich in Facebook über alternative Therapien informieren und dabei so unvorsichtig sind zu erwähnen, dass es für die eigenen Kinder ist. GWUP hängt auch dicht an Psiram.
    Es geht bei Pharma um sehr viel Geld:
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36292/umfrage/umsatz-der-deutschen-chemieindustrie-seit-1991/
    Deutschland ist ein extrem wichtiger Standort für Pharma-Forschung! Man will nicht dass die Studenten schon mit Zweifeln an die Uni kommen.

  • Danke für die Fakten! Dass Videos mit medizinischem Thema der wirkliche Grund sein sollen, ist ja wohl mehr als unwahrscheinlich. Das sieht sehr danach aus, als hätte man nachträglich nach vertretbaren und aus imperial-politischer Sicht unverdächtigen Gründen gesucht und gefunden...
    Ich hoffe, wir stehen dann auch zusammen, wenn es um mehr als eine Meinungsbekundung geht, wenn die SA wieder vor den Türen steht. Ich bin da aber zuversichtlich.
    Herzlichst, der Chaukee

    • So abwegig ist die Sperrung wegen medizinischer oder alternativmedizinischer Inhalte möglicherweise doch nicht. Es gibt eine regelrechte Kampagne der Pharmalobby gegen alternative Medizin. https://kinesiologiewordpress.wordpress.com/2019/07/01/eilmeldung-google-entfernt-websites-ueber-naturheilkunde-aus-seinen-suchergebnissen-ein-whistleblower-sagt-wie-und-warum/
      Auch in alternativen Kreisen ist die Wut auf Andersdenkende bei medizinischen Themen verbreitet. Gerade gegen die Homöopathie wird der Pharmalobby gern Schützenhilfe geleistet. Z.B. auf net-news-express und net-news-global.net werden polemische Artikel zu diesen Inhalten veröffentlicht. Dabei scheint den Betreibern der Portale nicht klar zu sein, das sie der pharmazeutischen/chemischen Industrie auf den Leim gehen.

      Auch auf staatlicher Seite werden Schritte eingeleitet, so ist z.B. in Österreich der Erwerb von Homöopathika inzwischen stark eingeschränkt, verschreibungspflichtig.

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