Spiegel spricht von „Zufriedenheit“ mit der Regierung, aber die Minister bekommen die Noten 4 bis 6

Der Spiegel veröffentlicht monatlich einen „Regierungsmonitor“ der die „Zufriedenheit“ der Deutschen mit den Regierungsmitgliedern anzeigt. Das ist jede Mal wieder Realsatire, denn das einzige, was er anzeigt, ist die Unzufriedenheit der Deutschen mit der Regierung, wie ich nun zeigen werde, indem ich die Ergebnisse in Schulnoten umrechne.

Die Überschrift des Spiegel-Artikels zum „Regierungsmonitor“ soll uns darauf aufmerksam machen, dass AKK als Verteidigungsministerin noch unbeliebter wird, als sie es ohnehin schon war. Das sollte niemanden überraschen. Wie sollte sie in einem Ministeramt Punkte bei dem Wählern sammeln, von dem sie rein gar nichts versteht?

Aber wie jeden Monat zeigt der „Regierungsmonitor“ des Spiegel vor allem etwas anderes, nämlich wie unbeliebt die Regierung bei den Deutschen ist. Der „Regierungsmonitor“ fasst die Antworten von mindestens 6.000 Befragten zu den einzelnen Ministern zusammen. Die Menschen durften dabei zwischen „sehr zufrieden“, „zufrieden“, „unzufrieden“ und „sehr unzufrieden“ wählen. Das Ergebnis wird in Zahlen ausgedrückt, wobei die Antworten „sehr zufrieden“ bzw. „sehr unzufrieden“, jeweils doppelt bewertet werden.

Das Ergebnis wird in Werten von Plus 200 bis minus 200 ausgedrückt. Wenn wir das grob in Schulnoten umrechnen, dann würde das folgendes bedeuten: eine Eins wäre von plus 200 bis plus 134, eine Zwei wäre von plus 133 bis 67, eine Drei wäre von plus 66 bis Null, eine Vier wäre von minus 1 bis minus 67, eine Fünf wäre von minus 68 bis minus 134 und alles unter minus 135 wäre eine Sechs.

Damit ergeben sich folgende Schulnoten für die Regierung:

Platz 1 Bundeskanzlerin Merkel mit -26, also einer Vier.
Platz 2 Familienministerin Giffey mit -38, also auch einer Vier
Platz 2 Entwicklungsminister Müller mit -46, also einer Vier
Platz 3 Gesundheitsminister Spahn mit -49, also einer Vier Minus
Platz 4 und 5 Außenminister Maas und Arbeitsminister Heil mit jeweils -52, also auch Vier Minus
Platz 6 Verbraucherministerin Lambrecht mit -55, also ebenfalls Vier Minus
Platz 7 Finanzminister Scholz -62, also gerade noch eine Vier Minus
Platz 8 Umweltministerin Schulze mit -80, also schon nur noch eine Fünf Plus
Platz 9 Innenminister Seehofer mit -90, also einer glatten Fünf
Platz 10 Wirtschaftsminister Altmaier mit -98, also auch einer Fünf
Platz 11 Forschungsministerin Karliczek mit -107, auch eine Fünf
Platz 12 und 13 Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer und Landwirtschaftsministerin Klöckner mit jeweils -109, also noch zwei Fünfen
Platz 14 Verkehrsminister Scheuer mit -136, was eine Sechs wäre, aber mit Pluszeichen

Es lohnt daher gar nicht, auf die Schlussfolgerungen des Spiegel zu dieser Umfrage einzugehen und nachzuschauen, wer jetzt wie viele Plätze in die eine oder andere Richtung gewonnen oder verloren hat. Wäre die Regierung eine Schulklasse, wäre die Versetzung aller gefährdet oder sogar ausgeschlossen.

Ich frage mich jeden Monat wieder, wie der Spiegel bei der Präsentation dieser Daten noch das Wort „Zufriedenheit“ verwenden kann.

Bei solchen Ergebnissen verwundert es nicht, wenn viele Menschen angeblich „radikale“ Parteien wählen oder ganz den Glauben an die deutsche Demokratie verloren haben.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

3 Gedanken zu „Spiegel spricht von „Zufriedenheit“ mit der Regierung, aber die Minister bekommen die Noten 4 bis 6“

  1. Das was der Spiegel mit den Daten, der immerhin 6000 (!) Leute macht, ist schon ein ziemlich grotesk ,aber durchaus kreativ ausgeschmücktes Werk von Jounalisten, die es entweder nicht mehr merken oder nicht mehr merken wollen…

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