Welche Experten erklären uns bei ARD und ZDF, wer unsere aktuellen Feindbilder sein sollen?

Was die deutschen Medien über die aktuellen Vorfälle im Golf von Oman abliefern, spottet jeder Beschreibung und kann nur als Kriegspropaganda bezeichnet werden.

Die deutschen Medien stellen zunächst einmal nicht die Frage, wem die Anschläge auf die Tanker nutzen. Und wenn sie diese Frage doch mal einem „Experten“ stellen, dann hört man einen Blödsinn, der seinesgleichen sucht. Vor allem lohnt es sich immer, sich einmal den „Experten“ anzuschauen und wer ihn bezahlt.

Klaus Kleber zeigte sich gestern bei dem Thema im Heute-Journal wieder mal bestens in Form. Im Gespräch mit den Korrespondenten in Washington und Istanbul versuchte er, den Zuschauer die Sorgen und Zweifel an der US-Version zu nehmen und er fragte den Washington-Korrespondenten sogar nach Zweifeln an der offiziellen Version in den USA. Und der machte seinen US-treuen, transatlantischen Job perfekt. Er räumte Zweifel in den USA ein, aber die seien nur ein Produkt der „Lügen der Administration in anderen Bereichen“. Mit anderen Worten: Die Menschen haben an der US-Version nur Zweifel, weil Trump so viel lügt. Oder noch deutlicher: Die USA haben mit dem Lügen erst unter Trump angefangen und deshalb gibt es Zweifel.

Dass die letzten US-Kriege alle auf Lügen aufgebaut waren und dass darin der Grund für die Zweifel bestehen könnte, wurde geschickt umgangen. Dabei sind die Parallelen zur Irak-Krieg offensichtlich: Die USA präsentieren schon wieder zweifelhafte Beweise und berufen sich auf Geheimdiensterkenntnisse.

Und als „Experte“ kam mal wieder jemand von der Stiftung Wissenschaft und Politik zu Wort. Achten Sie mal drauf, immer, wenn die USA gegen einen Feind wettern, egal, ob Russland, China, Syrien oder jetzt der Iran, dann darf bei ARD und ZDF ein „Experte“ dieser Stiftung begründen, warum das gerade unser Feind ist. Und das ist auch kein Zufall, denn diese Stiftung mit dem unschuldig klingenden Namen wurde 1962 unter Regie der CIA gegründet. Früher konnte man das noch bei Wikipedia lesen, heute steht davon nichts mehr dort. Die Gründung erfolgte unter der Regie von Klaus Ritter, einem der Gründer des BND, und zwar nachdem er ein Jahr in den USA gewesen war und sich dort in die Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch Geheimdienst-kontrollierte Think Tanks mit schönen Namen informiert hat. Angespornt wurde er dabei von US-Eliten, wie dem damals aufstrebenden Henry Kissinger.

Auch beim gestrigen Heute-Journal durfte also ein „Experte“ der Stiftung uns erklären, warum es für den Iran Gründe geben könnte, Tanker anzugreifen. Und das war schon wirklich abstrus, denn dieser „Experte“ verdächtigte die Revolutionsgarden, die aber den „Konflikt momentan gar nicht eskalieren wollen“ (seine Worte), weshalb sie keine US-Schiffe angreifen. Wenn die Revolutionsgarden den Konflikt nicht eskalieren wollen, wie der „Experte“ selbst behauptet, warum sollten sie dann Tanker angreifen und damit eine Eskalation der Situation herbeiführen? Seine Antwort: „Sie wollen einfach nur zeigen, dass sie da sind“ und dass sie die Schifffahrt in der Straße von Hormus schädigen können.

Klingt das überzeugend?

Die Schifffahrt in der Straße von Hormus kann jedes Schulkind mit ein paar Minen schädigen. Diese Meerenge ist weniger als 40 Kilometer breit, die zu verminen, ist für niemanden ein Problem und das kann niemand auch wirklich verhindern. Wenn aber, wie der „Experte“ behauptet, es darum ginge, dass die Revolutionsgarden ihre Fähigkeit zeigen wollen, diese Meerenge zu blockieren, dann würden sie das auch dort tun und nicht zwei Tanker auf dem offenen Meer draußen im Golf von Oman angreifen. Schon die benötigten Fähigkeiten sind völlig andere.

Wenn es aber nicht der Iran war, sondern die CIA oder Geheimdienste aus Saudi-Arabien oder Israel, dann würden die es sicher nicht in der Straße von Hormus tun. Die ist nämlich gut überwacht und man könnte es nur schwer unentdeckt tun.

Genau das würden ja aber die Revolutionsgarden wollen, wenn man dem „Experten“ glaubt: Zeigen, dass sie es können und dafür wäre die Straße von Hormus viel besser geeignet, als das offene Meer.

Aber solche „Experten“ präsentieren uns ARD und ZDF regelmäßig. Und weil sie „Experten“ sind, glauben viele Zuschauer den Unsinn, den die erzählen.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

10 Gedanken zu „Welche Experten erklären uns bei ARD und ZDF, wer unsere aktuellen Feindbilder sein sollen?“

  1. Hallo, vielen Dank für die Website die sicher viel Arbeit macht aber doch dem Nutzer viel Information bieten kann.
    Hier im Artikel ist aber wohl ein Fehler in der Argumentation:
    erst wird geschrieben „Die Schifffahrt in der Straße von Hormus kann jedes Schulkind mit ein paar Minen schädigen. Diese Meerenge ist weniger als 40 Kilometer breit, die zu verminen, ist für niemanden ein Problem und das kann niemand auch wirklich verhindern.“ um dann zu sagen: „….dann würden die es sicher nicht in der Straße von Hormus tun. Die ist nämlich gut überwacht und man könnte es nur schwer unentdeckt tun.
    Entweder kann es jedes Schulkind oder man könnte es nur schwer unentdeckt tun.

    Gruß aus Duisburg
    Norbert

    1. Ich sehe da keinen Fehler. Die Straße von Hormus zu blockieren, ist leicht. Das kann tatsächlich „jedes Schulkind mit ein paar Minen tun“. Aber man würde dabei entdeckt werden, die Straße ist gut überwacht. Verhindern könnte man es trotzdem nicht.
      Minen können auch zB wie Torpedos abgeschossen werden, sie fahren dann zu dem vorgesehenen Ort und treiben dort im Wasser und warten, bis ein Schiff sie rammt. Das kann niemand verhindern, auch wenn man es sieht. Bis man darauf reagieren kann und den Ort, von dem sie abgehen, bombardiert, sind die Dinger schon unterwegs.

  2. Was die deutschen Staatssender (das ZDF mit Kleber hat dazu durch den Intendanten P. Frey ein Frage/Antwort Spiel ersonnen, in dem man sich selber Fragen stellt und auch die Antworten gibt), die ja auch noch einen gesetzlichen Auftrag haben, die Bürger sachlich zu informieren, hier wieder abliefern, spottet jeder Beschreibung! Der Transatlantiker Kleber dürfte wie Schönenborn (WDR) oder Burow (ARD) gar nicht im ÖRR arbeiten, denn in den Statuten seiner Vereinigung verpflichten sie sich doch zu einem Verhalten, welches eine Tätigkeit im angeblich neutralen ÖRR ausschließt! Auch bei den „Experten“ von SWP fragt man sich, was der Unfug, den sie dort zum Besten geben, mit Wissenschaftlichkeit zu tun hat!

    1. Das Problem mit Kleber ist aber noch eine Ecke härter. Denn als Honorar-Professoer der Uni Tübingen indoktriniert er jetzt auch noch die nächsten Journalisten-Generationen.

      https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/philosophie-rhetorik-medien/institut-fuer-medienwissenschaft/institut/personen/kleber-claus-prof-dr/

      Auch die Tatsache, daß er beim ZDF nicht mehr fest angestellt ist, ist bemerkenswert. Eine der wichtigsten Personen, die über die Inhalte der Nachrichten beim ZDF entscheiden, ist kein Mitarbeiter des Senders! Und damit „frei“.
      Wobei hier der finanzielle Aspekt wohl der wichtigere ist. „Freie“ bekommen bei den Öffentlich-Rechtlichen erheblich mehr Kohle. Klebers Salär liegt bei rund 600.000 Euro im Jahr. Das würde für knapp 3 Bundeskanzler reichen!

      1. Dieser Kleber spielt auch noch Dozent? Der hat doch überhaupt keine Ahnung!

        Was dann dabei herauskommt, sieht man hier: Markus Kaim, Stiftung „Wissenschaft“ und Politik, will der Öffentlichkeit im Staatssender phoenix im Grunde schon fast weismachen, dass der Iran für die Angriffe auf die Tanker verantwortlich sein soll! https://www.youtube.com/watch?v=-YbMqGf7F1A&t=163s
        Ich frage mich zum X-ten Mal, in welcher Traumwelt diese „Experten“ leben! Jeder Bürger, der einigermaßen klar denken kann, geht davon aus, dass die USA hier wieder wie in der Vergangenheit einen Kriegsgrund inszenieren wollen! Was sollen das für „Experten“ sein, wenn jeder Bürger über mehr Sachverstand verfügt als diese hochbezahlten, ja was eigentlich? Wenn ich Knalltüten sage, schimpft Thomas mit mir! Aber was sind das dann für welche?

        https://www.youtube.com/watch?v=WPPpVK8hmiU&t=1s Selbst hier bei einem Tagesschau-Beitrag über dieses Thema sind ca. 95% der Foristen der Meinung, dass es sich hier erneut um eine false flag Aktion der USA handelt, weil man von denen nichts anderes kennt!

        Aber ein „Experte“ aus der Stiftung „Wissenschaft“ und Politik will der Öffentlichkeit das Gegenteil erzählen, obwohl auch er nicht die Spur eines Beweises anführen kann, sondern nur die Behauptungen der USA und die kruden transatlantischen Thesen!

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