Das Frauentrio der weißrussischen Opposition und wer die Fäden zieht, an denen sie hängen

Im wöchentlichen Nachrichtenüberblick des russischen Fernsehens war Weißrussland natürlich ein wichtiges Thema, das in mehreren Beiträgen behandelt wurde. Am interessantesten war aber wohl ein Beitrag, der sich das von den westlichen Medien gefeierte Frauentrio näher angeschaut hat, das angeblich die Opposition anführt.

Bemerkenswert an dem Trio ist, dass keine der drei Frauen Präsidentin werden will. Bestenfalls will Tichanowskaja, die unversehens in die erste Reihe geraten ist, Übergangspräsidentin bis zur Neuwahl sein. Und auch das aber offensichtlich nur widerstrebend. Das lässt tief blicken, denn keine der Frauen hat ein politisches Programm. Daher dürfte es kaum eine Verschwörungstheorie sein, wenn man sich fragt, wer denn hinter diesen Damen die Fäden zieht.

Das sind völlig offen die Staaten des Westens. Für die dumme Öffentlichkeit wird zwar behauptet, die EU-Staaten würden sich nicht in die inneren Angelegenheiten Weißrusslands einmischen, aber das ist gelogen, wie ich schon vor einiger Zeit mit Belegen aufgezeigt habe. Und seit dem sind neue Belege hinzugekommen.

Am Stärksten ziehen die baltischen Staaten und Polen die Fäden. So hat das lettische Außenministerium ganz offen im Detail mitgeteilt, welche Hilfen es Tichanowskaja seit Sommer leistet und wie es für sie die nötigen internationalen Kontakte geknüpft hat. Und Litauen hat weitere 150.000 Euro an die weißrussische Opposition gegeben, um die „Zivilgesellschaft und die unabhängigen Medien“ zu fördern. „Unabhängige Medien“ sind solche, die gegen Lukaschenko und für die vom Westen unterstützte Opposition sind, ich jedenfalls habe – obwohl ich auch ein unabhängiger Journalist bin – noch nie Geld von EU-Staaten erhalten oder angeboten bekommen, um meine unabhängige Arbeit zu unterstützen.

Und es sind auch diese Staaten, die auf Sanktionen gegen Weißrussland drängen. Da Deutschland und Frankreich aber nicht begeistert von der Idee sind, harte Sanktionen zu verhängen, ist Litauen zum Beispiel schon mal vorgeprescht und hat eigene Sanktionen gegen 118 Weißrussen – inklusive Präsident Lukaschenko selbst – verhängt. Die EU konnte sich nur auf eine Nicht-Anerkennung der Wahl einigen, aber nicht auf neue Sanktionen gegen Weißrussland.

Wie offen die Doppelmoral des Westens ist, zeigte auch diese Aussage von Tichanowskaja, die sie im litauischen Fernsehen gemacht hat:

„Wenn wir die Regierung nicht dazu bringen können, mit uns in einen Dialog zu treten, müssen wir uns an die EU oder unsere Nachbarn wenden, um Hilfe zu erhalten (…) Wir schätzen die Hilfe der EU und anderer Staaten sehr, aber ich wiederhole: Was in Weißrussland geschieht, ist ein internes Problem, und die Menschen müssen es selbst lösen.“

Ja was denn nun? Internes Problem und selbst lösen, oder mit Hilfe von außen lösen? Sie bestreitet die Hilfe von außen ja nicht, sie bedankt sich im Gegenteil dafür.

Da passt es ins Bild, dass der ehemalige US-Sicherheitsberater Bolton die Vorgänge in einem Kommentar im Daily Telegraph offen als Farbrevolution bezeichnet hat. Allerdings tat er das mit Bedauern darüber, dass diese Farbrevolution scheitern werde, weil Trump die Gelegenheiten habe verstreichen lassen.

Nach dieser Zusammenfassung der Meldungen der letzten Zeit, kommen wir nun zu dem Beitrag, den das russische Fernsehen am Sonntag über das Trio der Revolutionärinnen gesendet hat.

Beginn der Übersetzung:

Nach einem Monat der Proteste in Weißrussland wurde deutlich, dass sie ihr erklärtes Ziel nicht erreichen würden – Lukaschenko tritt nicht sofort ab. Der amtierende Präsident von Weißrussland hat immer noch echte Macht in seinen Händen, einschließlich der Loyalität der Sicherheitskräfte und der überwiegenden Mehrheit der Weißrussen, die in der lauten Opposition keine echte Alternative sehen. Das bedeutet, dass die weißrussische Evolution von Lukaschenko ausgehen wird, der, wie alles auf der Erde, nicht für die Ewigkeit ist. Lukaschenko selbst hat es sehr deutlich gemacht: „Und Sie wollen sagen, dass ich, der heute scheidende Präsident – und das ist wirklich so, nicht heute, aber morgen -, alles, was ich getan habe, über Bord schmeißen werde? Nein, nie im Leben!“

Das heißt, ob es einem gefällt oder nicht, Lukaschenko ist in einer starken Position. Er ist der Führer, der das heutige Weißrussland geschaffen hat und er hat bereits eine bevorstehende Verfassungsreform angekündigt. Europa gesteht ein, dass es mit ihm sprechen muss, aber Lukaschenkos nächstes Treffen ist mit Putin geplant. Es gibt kein genaues Datum, obwohl es bereits angekündigt wurde, die Verkündung eines Datums wird jeden Tag erwartet.

Zuvor hatte Putin gesagt, dass Russland sich in Bezug auf die weißrussischen Ereignisse neutral verhalte, aber dass es uns nicht egal sei, wie sie sich entwickeln würden. Wie Putin es ausdrückte, wird Moskau Gewalt und Chaos definitiv nicht zulassen.

Was die Dynamik der Beziehungen zwischen Moskau und Minsk betrifft, so lässt sich die Richtung an den wichtigen Worten von Ministerpräsident Mischustin messen, der Weißrussland besucht hat. Mischustin kündigte nach dem Treffen „Fortschritte bei der Zukunft des Unionsstaates“ an. Das heißt, die Integration Russlands und Weißrusslands wird sich vertiefen.

Wenn wir zur weißrussischen Opposition zurückkehren, ist sie immer noch so unreif, dass es nicht verwunderlich ist, dass sie trotz der starken Unterstützung des Westens verliert. Machen wir uns kurz mit dem Frauentrio vertraut, das an der Spitze der Protestbewegung steht.

Swetlana Tichanowskaja, 38 Jahre. Das ist die, die in Litauen sitzt und die sich – auch für sie selbst – unerwartet als Führer der Nation präsentiert. Sie sieht in dieser Rolle ziemlich verkrampft aus, fühlt sich offensichtlich nicht wohl. Sie hat Schwierigkeiten, die Texte zu lesen, die von anderen geschrieben wurden. (Anm. d. Übers.: Wer sich ihre Videoansprachen anschaut, der sieht dass sie jedes Wort ablesen muss, das kann man auch ohne Russischkenntnisse an ihren auf Englisch gehaltenen Ansprachen sehen. In dem Beitrag werden an dieser Stelle ein paar Beispiele gezeigt) Sie sagt, dass sie keine Politikerin ist und ein Programm hat sie nicht. Buchstäblich sagt sie: „Politik ist meine Sache nicht.“ Sie ruft weiterhin zu Streiks auf, ohne die Folgen für das Land und die Menschen zu begreifen. Sie selbst, so sagte sie, „will nur weiterhin für ihre Kinder und ihren Mann Frikadellen braten.“ Das ist nichts Schlimmes, es ist sogar niedlich. Aber es ist zu wenig, um eine nationale Führerin zu sein.

Maria Kolesnikowa. Auch sie ist 38 Jahre alt. Eine Feministin. Nicht verheiratet. Eine kurz geschorene Blondine mit grellem Lippenstift. Von Beruf ist sie Flötistin. In der Politik ist sie seit dem Sommer dieses Jahres. Zuvor war sie Art Direktorin eines Clubs in Minsk. Sie verbrachte viel Zeit in Deutschland, wo sie das Flötenspiel perfektioniert hat. In einem Interview mit der russischen Zeitung Kommersant gab sie an, dass sie auch bereit ist, die Anführerin der weißrussischen Proteste zu werden: „Vor einem Monat hätte ich nein gesagt. Aber jetzt durchlaufe ich natürlich eine große Transformation. Ich übernehme diese Verantwortung“, sagte Kolesnikowa.

Veronika Tsepkalo. Sie hält ihr Alter geheim, aber sie ist über 20 Jahre mit ihrem Mann Valery Tsepkalo verheiratet. Er ist ehemaliger Botschafter von Weißrussland in den Vereinigten Staaten, ihm wurde die Registrierung als Kandidat für die Präsidentschaftswahl von Weißrussland verweigert. Veronika ist in ihren Forderungen unversöhnlich. Lukaschenko muss zurücktreten, alles andere sieht man dann. Von Beruf ist Veronika Tsepkalo IT-Managerin bei Microsoft. Sie arbeitet für das Unternehmen in den GUS-Staaten.

Das sind die wichtigsten Gesichter der weißrussischen Opposition. Die Schwachpunkte des Frauentrios sind die gemeinsame Orientierung auf den Westen, das Fehlen jeglicher politischer Erfahrung und eines echten politischen Programms und das Fehlen jeglicher Angst vor dem Chaos im Land, das unweigerlich im Falle eines raschen Rücktritts Lukaschenkos kommen wird. Tatsächlich ist keine der Damen bereit, die Verantwortung für die Zukunft von Weißrussland zu übernehmen, auch nicht für eine kurze Zeit, weil sie meinen, dass sich ohne Lukaschenko alles von selbst organisieren wird. Unrealistisch.

Kürzlich wurde in Weißrussland eine neue Oppositionspartei mit dem Namen „Gemeinsam“ angekündigt. Eine Partei bedeutet zumindest Führung, Organisationsstruktur und ein politisches Programm. Es ist einfach, eine Partei anzukündigen. Es ist viel schwieriger, sie tatsächlich aufzubauen. So war Russland in den 1990er Jahren das Land mit den meisten Parteien der Welt. Wir hatten irgendwas bei 150 Parteien. Wo sind die jetzt? Auch heute haben wir Dutzende Parteien. Aber die Menschen geben ihre Stimmen tatsächlich nur für die vier davon ab, die in der Staatsduma sitzen.

Wird es sofort Veränderungen in Weißrussland geben? Nein. Aber sie werden trotzdem kommen. Es ist Russland, das unter diesen Bedingungen der Garant für eine friedliche Entwicklung von Weißrussland bleibt. Präsident Putin hat alle Maßnahmen ergriffen, um das abzusichern. Nach dem bevorstehenden Treffen unserer Präsidenten werden wir mehr wissen.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

9 Gedanken zu „Das Frauentrio der weißrussischen Opposition und wer die Fäden zieht, an denen sie hängen“

  1. Es gibt nur eine sicher friedliche Zukunft für Weißrussland: Mitgliedschaft in der russischen Förderation. Wenn ich verschiedene Aussagen von rusischer und weißrussischer Seite in den letzten Tagen lese, dann scheint mir das unterschwellig die Richtung zu sein, die man vorbereiten will. Da käme eine Verfassungsreform genau richtig. (Das Zähneknirschen im Westen kann man dann bis Moskau höre).
    Wen ich recht unterrichtet bin, ist das etwas, dass Putin früher nie wollte. Aber nach den erfahrungen mit der Ukraine sehe ich keine andere Alternative, die einen dauerhaft friedlichen Weg beinhaltet.

  2. „Ja, was denn nun? Internes Problem selbst lösen oder mit Hilfe von außen lösen?“

    Man kann das als Widerspruch darstellen, und natürlich kann es auch einer sein. Aber man kann es auch so verstehen, dass man sich von außen finanziell unterstützen lässt und die politischen Entscheidungen selbst treffen möchte. Ob das klappt, ist noch mal eine andere Geschichte.

    Aus der Übersetzung: „Zuvor hatte Putin gesagt, dass Russland sich in Bezug auf die weißrussischen Ereignisse neutral verhalte, aber dass es uns nicht egal sei, wie sie sich entwickeln würden. Wie Putin es ausdrückte, wird Moskau Gewalt und Chaos definitiv nicht zulassen.“

    Hier kein „Ja, was denn nun?“? Ich würde schon sagen, dass zwischen „neutral verhalten“ und „definitiv nicht zulassen“ ein Widerspruch besteht, auf dessen Auflösung ich schon gespannt bin.

    „Wer sich ihre [Tichanowskajas] Videoansprachen anschaut, der sieht, dass sie jedes Wort ablesen muss, das kann man auch ohne Russischkenntnisse an ihren auf Englisch gehaltenen Ansprachen sehen.“

    Nun, sie hat offensichtlich kein Oxford-Studium absolviert. Englisch wird für sie eine ziemlich fremde Sprache sein; da ist das eigentlich kein Wunder. Frei sprechen ist nicht jedem in die Wiege gelegt, aber selbst wer es kann, wird sich in einer kaum beherrschten Fremdsprache damit schwer tun.

    „Die Schwachpunkte des Frauentrios sind die gemeinsame Orientierung auf den Westen, …“

    Dass Moskau das so sieht, ist nachvollziehbar, aber ich würde das als Wertung bezeichnen, also nicht gerade als ein journalistisches Glanzlicht.

    „Tatsächlich ist keine der Damen bereit, die Verantwortung für die Zukunft von Weißrussland zu übernehmen, auch nicht für eine kurze Zeit, …“

    Ich würde sagen, dass diese Haltung nicht völlig realitätsfern ist. Sie wissen nicht, welche Lebenserwartung sie in einem im Chaos versinkenden Land an so exponierter Stelle haben werden, und vielleicht wissen sie, dass sie nicht den Überblick haben, also mitverantwortlich für das Chaos wären, würden sie sich derart exponieren. Es gilt jedoch, dass man kein Bäcker sein muss, um beurteilen zu können, ob Brot schmeckt. Nur weil zu Stalins Zeiten kein freundlicher Führer mit dem Überblick Stalins bereitstand, was es nicht illegitim, gegen Stalin zu sein.

    Was Lukaschenko angeht, so habe ich bislang wenig Gutes über ihn gehört. Führer wie er dulden es gemeinhin nicht, wenn neben ihnen alternative Hoffnungsträger heranreifen. (Man sagt ja sogar über Angela Merkel, dass sie die meisten Nachwuchshoffnungen der CDU versenkt hätte.) Die Opposition ist also in solchen Situationen grundsätzlich in einem Dilemma.

    1. Die Meinungen sind frei und ich freue mich immer über kontroverse Meinungen hier. Daher nur eine kleine Anmerkung zu Fakten: Englisch ist für Tichanowskaja keine unbekannte Sprache. Sie wissen anscheinend nicht, dass die Dame Englisch studiert hat und sowohl Englischlehrerin, als auch Dolmetscherin ist. Sie spricht auf ihrer Muttersprache genauso, wie sie es auch auf Englisch tut: Sie liest jedes Wort stockend vom Blatt ab.

    2. „Nun, sie hat offensichtlich kein Oxford-Studium absolviert. Englisch wird für sie eine ziemlich fremde Sprache sein; da ist das eigentlich kein Wunder. Frei sprechen ist nicht jedem in die Wiege gelegt, aber selbst wer es kann, wird sich in einer kaum beherrschten Fremdsprache damit schwer tun.“

      Also was ich nicht ganz verstehe:
      Wenn ich selbst Weißrusse(-russin) bin und für die eigene weißrussische Bevölkerung etwas tun will, welche ihre internen Probleme ja auch schließlich selbst lösen soll, dann halte ich für diese Bevölkerung eine Rede auf „Englisch“ !?! Ich weiß dann doch, daß mich meine eigene Bevölkerung kaum verstehen wird! Für wen halte ich also diese Rede?
      Ich stelle mir gerade vor, unsere Merkelin, welche ja schließlich polnischer Abstammung ist, würde an die deutsche Bevölkerung eine Rede in polnischer Sprache halten…….

    3. Die Frage ist doch ob es eine Opposition gäbe wenn es nicht diese von Außen agierenden Kräfte gäbe.
      Selbstverständlich hat man sowas als Staat zu dulden, oder?
      In den USA nennt man solche Kräfte „ausländische Agenten“ in Russland und China auch aber bei diesen beiden nennt man das dann Diktaturen.

      Gesellschaften verändern sich das ist auch gut so. Inhalt und Tempo werden als Prozess getragen wenn man Alle mitnimmt.
      Hier in dem Fall wird aber nicht gesellschaftlich diskutiert sondern aufgestachelt. So ein Uni Campus ist schon eine heile Welt wenn es aber um einen ganzen Staat im Staaten-Gefüge geht ist mehr gefragt. Wenn dann so eine Öffnung von Märkten kommt und andere dann erzählen was gut sein soll ist Schluss mit lustig.
      Niemand hat versprochen das es leicht ist aber das Leben ist noch immer der beste Ratgeber und man weis es denn sonst würde man offen darüber reden welche Ziele man verfolgt und sie nicht schnell löschen weil jemand sie entdeckt hat.
      Diese Verhaltensweisen und die Aufrufe zu Gewalt überzeugen offensichtlich nicht wirklich.
      Aber ja, man muß nur laut genug schreien.
      Es mag schon berechtigt sein Dinge zu kritisieren und strafbare Handlungen bei anderen anzuprangern aber ist es dann nicht oberstes Gebot mit gutem Beispiel voran zu gehen?
      Verdeckte Finanzen, Aufruf zu Gewalt u.a.

    4. Man kann das als Widerspruch darstellen, und natürlich kann es auch einer sein. Aber man kann es auch so verstehen, dass man sich von außen finanziell unterstützen lässt und die politischen Entscheidungen selbst treffen möchte. Ob das klappt, ist noch mal eine andere Geschichte.

      Wessen Brot ich esse dessen Lied ich singe. Oder, wer bezahlt bestimmt auch welche Musik gespielt wird.
      Naivität sollte man dem Trio nicht unterstellen, dass sie nicht wissen wer dann die politischen Entscheidungen fällt.

      1. Von mir aus können die alles thematisieren, mich verwundert nur immer die Dreistigkeit mit der „Ich“ Positionen zum „Wir“ erklärt werden.
        Ich bin mit einem Spruch meiner Großeltern aufgewachsen der nicht wahrer sein kann. Für mich ist er Universell.

        „Auch wenn die Suppe fetter wird vergiss nie was Hunger ist.“

        Bei meinen Eltern Eltern war es dann

        “ Alles was wir tun, tun wir für dich, damit es dir einmal besser geht als uns.“

        Heute hat man das Gefühl der weggeworfenen Generationen.

        „Lass die doch erzählen, dass war damals, heut ist alles anders.“

        Spätestens wenn man sich im Schützengraben wieder findet, kein Haus mehr da ist in das man zurück kehren kann und keine Vorräte den Magen füllen dann wird man Erkennen, dass der Schützengraben deine Bestimmung war damit das Haus und die Speisekammer der Anderen unbeschädigt bleiben. Dann, dann wirst du erkennen das die Suppe nicht fettig genug sein kann um all die Zerstörungen zu beseitigen.

        Ob und welchem Grad eine Gesellschaft Veränderungen braucht kann nur die Gesellschaft beantworten. Es macht schon einen Unterschied ob man Anregungen aufnimmt und eine Integration in die bestehende Gesellschaft anstrebt oder ob man diese als Zwangsintegration vornimmt.
        Auffallend in diesem Zusammenhang sind die Mittel. Angebliche Wahlfälschung, angebliche Korruption, angeblich was auch immer.
        Angeblich haben wir ja Werte, angeblich sind wir ja dem Friedensenthalt verpflichtet, angeblich haben wir ja freie Wahlen, angeblich, angeblich, angeblich.

        Ganz ehrlich, mir persönlich ist es egal wer mich ausbeutet, die Kunst es nicht zu bemerken beherrschen offensichtlich Andere besser als der Wertewesten.:)

  3. „Wessen Brot ich esse dessen Lied ich singe.“

    Womit wir mal wieder bei einem der wohl dümmsten Erziehungs-Merk-Grundsätze unserer Vorgänger-Generationen angekommen sind.

    Statt „selbst-denken“ mit eigener Gesinnung, Moral-Vorstellung, Bauchgefühl etc. verlangen unsere „Erzieher, Lehrer und Ausbilder“ von den zu Erziehenden, all das genannte an der Garderobe abzugeben und möglichst auch da hängen zu lassen.

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