Das russische Außenministerium über die humanitäre Hilfe für Italien

Da die russische Hilfe für Italien auch in deutschen Mainstream-Medien ein Thema war, will ich hier über die offizielle Stellungnahme der russischen Regierung dazu berichten.

Am Donnerstag hat dien Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharova, sich in einer Erklärung über die humanitäre Hilfe geäußert, die Russland an Italien leistet. Ich habe die russische Erklärung übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Die russische Hilfe für Italien wird vom italienischen Volk mit Dankbarkeit empfangen. Die Hilfe der Russischen Föderation für die Italiener im Kampf gegen die Ausbreitung der Coronavirus-Infektion ist humanitärer Natur und steht in keinem Zusammenhang mit der politischen Agenda.

Die Entscheidung, Italien umfangreiche Hilfe zukommen zu lassen, wurde nach einem Telefonat zwischen dem Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, und dem Ministerpräsidenten Italiens, Conte, am 21. März getroffen, in dem der italienische Regierungschef eine entsprechende Bitte an den russischen Staatschef herangetragen hat.

Ein Beweis für die Wertschätzung der italienischen Regierung für die Unterstützung Russlands war die Anwesenheit des italienischen Außenministers Di Mayo und des Generalstabschefs der italienischen Streitkräfte, Veccharelli, bei der Landung des ersten Flugzeugs der russischen Luftwaffe am 22. März. Die Italiener haben die Hilfe Russlands mit großer Begeisterung begrüßt. Sie haben die Aufnahmen gesehen. Dutzende von Dankesbriefen, Hunderte und sogar Tausende von Danksagungen von einfachen Bürgern und verschiedenen öffentlichen Organisationen Italiens kommen beim russischen Außenministerium an. Die Bewohner von Bergamo begrüßten die Kolonne mit russischer Ausrüstung mit Applaus und der russischen Nationalhymne. Die Aufnahmen davon sind um die Welt gegangen.

Die Hilfe Russlands für Italien ist sehr konkret und praktisch. Ich werde nicht alle Hilfsgüter aufzählen, die an die Italiener geliefert wurden. All das wurde bereits verbreitet und im Netz von Beamten der entsprechenden Ministerien und Behörden kommentiert. Insgesamt kann ich sagen, dass nicht nur humanitäre Fracht geschickt wurde, sondern auch zivile und militärische Spezialisten, Spezialausrüstung und das russische Ministeriums für Industrie und Handel schickt ebenfalls Hilfe nach Italien. Darüber werden wir gesondert auf unseren Kanälen in sozialen Netzwerken berichten.

Ich möchte noch etwas anderes sagen. Das sind Beispiele für zivilisierte, humanitäre Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe, die der beste Ausdruck dessen sind, was die Menschheit ausmacht. Aber auf der anderen Seite trifft das auf den Wunsch, die wahren Ziele der Hilfe zu verzerren. Alle Mechanismen der Propaganda und Informationskriegsführung werden genutzt, um die Bedeutung dieser humanitären Aktionen herunterzuspielen oder sie zu verzerren. Fakes und Falschmeldungen kommen dabei zum Einsatz. Natürlich wird das niemals die Bedeutung des Zusammenwirkens der Länder, ihre gegenseitige Hilfe, schmälern. Es wird den absolut aufrichtigen Impuls der Länder, Völker und Staatsoberhäupter nicht aufhalten können, die in dieser für die gesamte Menschheit schwierigen Situation einander eine helfende Hand reichen, wenn es benötigt ist. Ich denke, andere sollten diesen Beispielen folgen, das sollten mehr Länder tun. Wir müssen uns gegenseitig in diesem für die ganze Menschheit schwierigen Moment unterstützen.

Ende der Übersetzung


Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Russland auf die Fragen der internationalen Politik blickt, dann sollten Sie sich die Beschreibung meines Buches ansehen, in dem ich Putin direkt und ungekürzt in langen Zitaten zu Wort kommen lasse.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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