Das russische Fernsehen über die politische Woche und aktuelle Enthüllungen in den USA

An diesem Sonntag war der Bericht der USA-Korrespondenten des russischen Fernsehens mal wieder ein Highlight, denn er hat in seiner Zusammenfassung der politischen Woche komplexe Zusammenhänge aufgezeigt, über die in Deutschland nicht berichtet wurde.

Ich übersetze die Berichte der russischen USA-Korrespondenten, die sonntags in der russischen Sendung „Nachrichten der Woche“ gesendet werden, fast jede Woche, weil sie die Absurditäten der US-Innenpolitik in meinen Augen sehr treffsicher aufzeigen. In den letzten Wochen waren sie nicht ganz so interessant, wie früher, sie waren einfach zu „Corona-lastig“ und es gab in den USA kaum politische Themen neben Corona.

Nun aber scheinen die Schlammschlachten der US-Innenpolitik wieder zu beginnen und der russische Korrespondent ist bei ihrer Beobachtung wieder zur Höchstform aufgelaufen. Vor allem aktuelle Enthüllungen aus den USA wurden thematisiert, über die in Deutschland nicht berichtet wurde. Einen Teil davon habe ich in einem aktuellen Artikel schon thematisiert.

Der Korrespondentenbericht schlägt einen weiten Bogen von „Super-Duper-Raketen“, über die Corona-Situation in den USA bis zu den aktuellen Enthüllungen über angebliche russische Hacker.

Wie üblich habe ich den Bericht des russischen Fernsehens übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Wie entlarvt die Epidemie Amerika?

Die U.S. Space Force ist die jüngste Teilstreitkraft der US-Armee. Donald Trump unterzeichnete die Exekutivanordnung zu ihrer Gründung im Dezember. Es dauerte sechs Monate, bis das Kommando eine Flagge für neue Truppen vorstellte. Jetzt wurde sie ins Weiße Haus gebracht.

General Jay Raymond sprach anscheinend zu Trump, aber tatsächlich wohl eher zu den Spöttern im Internet. Dort wurde viel darüber gelacht, dass das Emblem der amerikanischen Weltraumstreitkräfte dem der Sternenflotte der Vereinigten Föderation der Planeten aus der Serie Star Trek der 60er Jahre allzu ähnlich ist.

Mit dem Kino-Vergleich hätte es enden können, aber es kam anders. Trump gab seinen Gästen noch Autogramme. Aber auch damit endete das Programm nicht. Dann erfuhren die Versammelten, dass sich die „Fiktionsabteilung“ im Weißen Haus im Erdgeschoss, im Oval Office, befindet. (Anm. d. Übers.: Im Beitrag wird an dieser Stelle gezeigt, wie Trump seine „Super-Duper-Rakete“ ankündigt, darüber habe ich hier geschrieben)

Im Pentagon, an das sich die Presse sofort mit der Bitte um Details wandte, hatte man jedoch nichts über Superwaffen, deren taktische und technische Eigenschaften in klarem Widerspruch zu den Gesetzen der Physik stehen, gehört. Es ist möglich, dass die „Super-Duper-Rakete“ etwas aus der Zukunft ist. Also wie der Coronavirus-Impfstoff, der als Ergebnis einer von Trump abgegebenen Erklärung mit „Überschallgeschwindigkeit“ erscheinen sollte. Die USA, so Trump, begannen, an dem Impfstoff zu arbeiten, den Amerika an fast die Hälfte der Welt liefern wird, noch bevor klar wurde, warum sie es überhaupt tun:

„Als die Leute noch nicht wussten, was um uns herum vor sich ging, haben wir schon begonnen, einen Impfstoff zu entwickeln, ohne zu wissen, gegen wen wir kämpfen“, erklärte Trump.

Die geheimen Militärvirologen, die demnach in den letzten Monaten an den Mikroskope Amerikas gesessen hätten, wurden jedoch nicht gezeigt. Dafür sah jeder in den letzten Wochen Krankenschwestern, die in Müllsäcken posierten und bei Kundgebungen bis zur Heiserkeit Masken und Schutzschirme forderten.

In den Vereinigten Staaten gibt es bereits 90.000 Todesfälle durch COVID-19. Die Zahl der bestätigten Fälle des Coronavirus liegt bei fast anderthalb Millionen. Am schlimmsten ist es in dicht besiedelten Staaten und Großstädten wie New York oder Chicago, wo die Epidemie die Ärmsten und Schwächsten trifft. Bei Schwarzen beispielsweise stellen sie 60 Prozent der Infizierten, obwohl sie eine Minderheit sind.

„Wir haben in Chicago seit Jahrzehnten einen ungleichen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Während Milliarden von Dollar in großen Unternehmen fließen, bekommt das Krankenhaus fast nichts. Wir haben nicht die Mittel, wir haben nicht das Geld, um die notwendige Ausrüstung zu kaufen und die Zahl der Ärzte zu erhöhen“, klagte einer der Ärzte.

Weitere Hotspots auf der Karte des US-Coronavirus sind Pflegeheime. Von Kirkland im Bundesstaat Washington an der Westküste, wo sich die erste Brutstätte der Epidemie in Amerika bildete, bis Connecticut an der Ostküste.

Fast jeder Dritte, der in Amerika Opfer des Coronavirus geworden ist, entweder Patient oder Mitarbeiter eines Pflegeheimes.

„Es ist wirklich wie eine Todesfalle. Jeder Ort, an dem Menschen so nah beieinander leben, es wird Probleme mit der Infektionskontrolle geben“, sagte Daen Menio, Mitarbeiter des Zentrums für den Kampf für die Rechte älterer Menschen.

Erschwerend kam hinzu, dass jeder Staat für sich und ohne jegliche Koordinierung handelte. Sie kämpften untereinander um jede Lieferung Masken und Handschuhe. Sie kämpften um Beatmungsgeräte. Aber den Schuldigen hat Washington bereits benannt – es ist China.

Der Informationskrieg wird auch um Russland herum entfesselt. Erst nachdem unser Außenministerium auf die zynische und beleidigende Schlagzeile aufmerksam gemacht hatte, änderte die Agentur Bloomberg die Überschrift des Artikels über die Sterblichkeit durch Coronaviren in unserem Land. Zuerst trug der Artikel den Titel „Experten wollen wissen, warum das Coronavirus nicht mehr Russen umgebracht hat“. Jetzt klingt der Titel neutraler: „Experten fragen nach den russischen Daten über die Sterblichkeit von COVID-19“. Was Peking betrifft, bemerkt Donald Trump gar nicht, dass nicht China das Land ist, in dem jeder dritte Fall einer Corona-Infektion auf der Welt festgestellt wird, sondern die USA.

Auf eine entsprechende Frage bei einer Pressekonferenz antwortete Trump: „Menschen sterben auf der ganzen Welt. Und vielleicht sollten Sie China danach fragen? Fragen Sie nicht mich! Fragen Sie China, und wenn Sie sie fragen, können Sie eine sehr ungewöhnliche Antwort bekommen“, sagte Trump.

CBS-Korrespondentin Vaijia Jang, eine ethnische Chinesin, fühlte sich von der Antwort beleidigt: „Sir, warum sagen Sie mir, dass ich China fragen sollte?“

„Ich sage es niemandem konkret. Ich sage das jedem, der mir eine so unangenehme Frage stellt. Bitte, die nächste Frage“, sagte Trump.

Als nächstes wollte eine CNN-Journalistin die CBS-Kollegin weiter fragen lassen. Daraufhin verließ ein wütender Trump trotzig den Rasen. Aber den Problemen, die dieser Sturm verursacht, den Rücken zu kehren, ist nicht einfach. In den Vereinigten Staaten gibt es bereits 36 Millionen Arbeitslose. Fast so viele, wie in der Großen Depression. Und das wird natürlich von Trumps Gegnern genutzt. Allerdings nicht immer zum eigenen Nutzen, wie Joe Biden, der wieder alle Zahlen durcheinander brachte, zeigte. Wenn er beim Verhaspeln bloß nicht auch noch gestottert hätte. (Anm. d. Übers.: Die stotternde Aussage Bidens, in der er alle Zahlen durcheinander bringt, wird in dem Beitrag an dieser Stelle gezeigt)

Doch Zweifel an Bidens Zurechnungsfähigkeit sind nur die halbe Miete. Der ehemalige Vizepräsident der Vereinigten Staaten wurde zu einer Figur in einer viel dunkleren Geschichte. Biden wird zusammen mit dem ehemaligen CIA-Chef Brennan und FBI-Direktor Comey in einem Brief erwähnt, den der amtierende Direktor der Nationalen Geheimdienstes Richard Grenfell öffentlich gemacht hat. Grennel deklassifizierte Details darüber, wer die Informationen über die geheime Überwachung von Michael Flynn angefordert hatten, dem geheime Verbindungen nach Russland vorgeworfen wurden und gegen den das Strafverfahren deswegen nun eingestellt wurde. Trump hat der Aktion den Namen Obamagate gegeben. Er fordert, für das politische Verbrechen der Demokraten eine Abrechnung, worum er den republikanischen Vorsitzenden des Senats, Mitch McConnell, auf Twitter gebeten hat:

„Mitch, ich liebe dich, aber das ist 100% wahr. Die Zeit wird knapp. Seid hartnäckig und schnell, sonst ist es zu spät. Sie müssen einen hohen Preis für das zahlen, was sie unserem Land angetan haben“, sagte Trump.

Flynns Fall war einer der Bestandteile, auf die sich das sogenannte Russiagate stützte. Und alles begann mit Berichten, dass die Server der Demokratischen Partei angeblich von russischen Hackern gehackt wurden. Durch einen merkwürdigen Zufall wurde der Hack nicht vom FBI untersucht, sondern von Crowdstrike, einer private Firma auf dem Gebiet der Cybersicherheit. Ihr Chef Shaun Henry war während des Skandals auf allen Bildschirmen des Landes präsent:

„Wir verfolgten zwei russische Geheimdienste – den FSB, den ehemaligen KGB und die GRU. Wir verfolgen sie seit vielen Jahren im Zusammenhang mit Hunderten von verschiedenen Cyber-Angriffen. Vor dem NSA-Aufruf hatten wir bereits deutliche Anzeichen für die Arbeit dieser beiden Organisationen. Ihre Taktik, ihre viralen Computerprogramme und ihre ausgewählten Ziele geben uns eine hohe Wahrscheinlichkeit, zu behaupten, dass die Spionage von der russischen Regierung orchestriert wurde“, sagte Henry.

Aber es ist eine Sache, im Fernsehen zu lügen und eine ganz andere, unter Eid zu lügen. Die neu freigegebenen Dokumente des Geheimdienstausschusses, in dem Henry aussagte, zeigen, dass er nicht einmal sicher war, dass überhaupt jemand Daten von den Servern der Demokratischen Partei gestohlen hatte.

Aber es waren genau diese Daten von Crowdstrike, auf die sich Sonderermittler Robert Mueller bei seinen gescheiterten Ermittlungen gestützt hat. Shaun Henry wurde vom Demokraten Michael Sussman in die Desinformationskampagne der von den Demokraten geführten Anwaltskanzlei Perkins Coie gezogen. Das ist dieselbe Kanzlei Perkins Coie, die gleichzeitig die Firma Fusion GPS engagiert hat, die den ehemaligen britischen Spion Steele vom MI-6 angewiesen hatte, ein gefälschtes Dossier über Donald Trump zu erstellen. Ohne sie, wie auch ohne die fiktiven Hackerangriffe oder den Fall Michael Flynn, hätte die Geschichte der russischen Einmischung in die US-Wahl nicht einmal einen Tag durchgehalten.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

3 Gedanken zu „Das russische Fernsehen über die politische Woche und aktuelle Enthüllungen in den USA“

  1. Ich frage mich nur, wie das in und vor allem mit den USA weitergehen soll. Die sind doch praktisch pleite, leben nur noch von der Geldpresse. Die Chinesen und die Russen werden diesen Ramsch namens Dollar nicht mehr kaufen. Man wird also den „Verbündeten und Partnern“ versuchen, dieses wertlose Papiergeld aufzuzwängen. Oder fangen sie einen Krieg an, gegen den Iran z.B.? Aber den verlieren sie doch auch. Wohl ist mir nicht, wenn ich daran denke, dass dort Geistesgestörte und eiskalte Schwerverbrecher an den Schalthebeln der Macht sitzen und vermutlich merken, dass sie am Ende sind, wenn sie nicht irgendeine Sauerei anfangen.

    1. RT meldet heute, „Dump the dollar: Russia has now gotten rid of over 96% of its US debt holdings“.

      Anderswo vermerkte ich, scheint eine der Hoffnungen der Amerikaner zu sein, dass die im Rahmen von „Reparationsforderungen“ an die Chinesen nach einer „unabhängigen“ Untersuchung, die sie ja strengstens einfordern, ihre Schulden an China als null und nichtig erklären. Die Deutschen, und die anderen Vasallen werden da alle mit Trump dabei sei sein, egal wie sie den öffentlich niedrig schätzen.

      Die westliche Regimepresse wird ihren Freudengeifer hektoliterweise ausstossen während das Volk darbt.

    2. Solange es die US Marionetten in der EU gibt, wird es immer noch Abnehmer für den kranken Dollar geben. Minus Mal Minus gibt Plus! Also Dollar Mal Euro ergibt? So kann man sich alles schön rechnen!

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