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Explosion in Beirut – Angriff oder Unfall?

Die Explosion von letzter Woche in Beirut gibt Fragen auf und ich bekommen viele Mails zu dem Thema. Daher will ich einmal objektiv das zusammenfassen, was bekannt ist.

Laut offiziellen Angaben ist in Beirut ein Lager mit 2.750 Tonnen Amoniumnitrat explodiert. Diese Chemikalie ist hochexplosiv und wird sowohl zur Sprengstoff-, als auch zur Düngerherstellung verwendet. Da vor der großen Explosion bereits ein benachbartes Lager mit Feuerwerkskörpern in Brand geraten war und es auch dort Explosionen gab, haben unzählige Menschen das Ereignis aus allen Richtungen gefilmt. Die Explosion ist also gut dokumentiert.

Nun stellt sich die Frage, ob die Explosion ein Unfall oder ein Angriff war. Und wie wir sehen werden, ist diese Frage gar nicht so leicht zu beantworten.

Israelischer Raketenangriff?

Im Netz kursiert ein Video, dass zeigen soll, dass eine Rakete die Explosion ausgelöst haben soll. Das Video ist ein Falschfarbenvideo und schon das macht misstrauisch. Wie gesagt gibt es ungezählte Videos im Netz, die die Explosion aus allen möglichen Blickwinkeln zeigen und auf keinem dieser Videos ist eine Rakete zu sehen.

Das Video, das die Rakete zeigen soll, ist mit einem sehr einfachen Filter bearbeitet worden. Dabei wurde zusätzlich die Rakete hineinmontiert, wie ein Vergleich mit dem vorher schon veröffentlichten Originalvideo zeigt. Das wird hier gut erklärt.

Schon durch bloßes Nachdenken kann man ausschließen, dass es ein Video der Israelis ist, die die Wirkung ihrer „neuen Waffe“ mit einer Spezialkamera dokumentiert haben. Wenn es so wäre, wäre das Video streng geheim und wäre nicht ins Internet gestellt worden.

Aber wie oben gezeigt wird, ist das Video ohnehin eine plumpe Fälschung.

Eine neue israelische Waffe?

Bei Voltairenet ist ein Artikel von Thierry Meyssan erschienen, der von einer neuen israelischen Waffe spricht. Allerdings ist dieser Artikel – diplomatisch ausgedrückt – mit Vorsicht zu genießen, denn Meyssan ist ein pro-syrischer und anti-israelischer Journalist, keine objektive Quelle. Das muss man wissen, auch wenn viele seiner Artikel in der Vergangenheit fundiert gewesen sein mögen, denn israelische Verbrechen aufzuzeigen, ist nicht schwierig. Aber sein aktueller Artikel ist leider fachlich ausgesprochen schwach, wie man leicht erkennen kann.

Meyssan behauptet, Israel habe eine neue, noch geheime Waffe eingesetzt. Er stellt dabei Tatsachenbehauptungen auf, ohne sie zu belegen. In der Einleitung heißt es:

„Der erste israelische Ministerpräsident hat die Zerstörung eines Waffenlagers der Hisbollah in Beirut mit einer neuen Waffe angeordnet.“

Diese Behauptung zieht sich durch den ganzen Artikel und sie wird im Brustton der Überzeugung vorgetragen, aber es wird kein Beleg dafür angeführt. Wer der israelischen Politik kritisch gegenüber steht – was auch für mich gilt -, der ist versucht, diese Aussage nur allzu gerne zu glauben. Aber man sollte kritisch bleiben. Der Artikel gipfelt in folgender Aussage:

„Man weiß nicht, was für eine Waffe benutzt wurde. Sie wurde jedoch bereits seit Januar 2020 in Syrien getestet. Es handelt sich um eine Rakete, deren Kopf eine taktische nukleare Komponente enthält, die einen für Atomwaffen typischen Rauchpilz verursacht.“

Ein Atompilz?

Wäre in Beirut eine „nukleare Komponente“ zum Einsatz gekommen, würde man dort erhöhte Radioaktivität messen können, das ist nicht passiert. Und auch die Formulierung über „einen für Atomwaffen typischen Rauchpilz“ ist Unsinn, denn ein Rauchpilz ist eine zwangsläufige Folge jeder Explosion.

Bei einer Explosion wird die Luft mit großem Druck und hoher Geschwindigkeit vom Explosionsort verdrängt, wodurch ein Gebiet mit niedrigem Luftdruck (bei starken Explosionen fast ein Vakuum) entsteht und wenn die Druckwelle vorbei ist, strömt die Luft mit hoher Geschwindigkeit dahin zurück, trifft sich in der Mitte und sucht sich den Weg nach oben. Dabei ensteht der Pilz. Das ist bei jeder Explosion so und je nach Stärke der Explosion ist der Pilz größer oder kleiner.

Dieses Video von einem Polenbböller zeigt einen kleinen Rauchpilz, der natürlich schnell verweht wird. Aber man sieht selbst bei dieser kleinen Explosion kurz, wie sich ein Rauchpilz bildet.

Auf diesem Video sieht man die wahrscheinlich mächtigste nicht-atomare Bombe der Welt, es ist eine russische Vakuumbombe. Hier sieht man auch die Druckwelle der Explosion deutlich, die auch in Beirut so beeindruckend zu beobachten war.

Entscheidend ist, dass es Rauchpilze bei jeder Explosion gibt, sie entstehen nicht durch eine Atombombe, sondern durch die Druckwelle. Der Pilz ist umso beeindruckender, je größer die Explosion ist, daher ist er bei Atombomben so groß und so lange zu sehen, während er bei kleineren Explosionen schneller verweht wird. Wenn Meyssan in seinem Artikel also von einer „nukleare Komponente“ schreibt, weil da ein Rauchpilz zu sehen ist, dann ist das ein sehr dursichtiger Versuch, ein (ohnehin schon schreckliches) Ereignis weiter zu dramatisieren.

Angriff oder nicht?

Nein, natürlich kann man einen Angriff nicht ausschließen. Aber er ist unwahrscheinlich, wenn wir uns die Chronologie in Erinnerung rufen. Zuerst kam es in einem benachbarten Lager für Feuerwerkskörper zu einem Feuer und zu Explosionen, die man auf manchen Videos deutlich sieht. Wenn soetwas in unmittelbarer Nähe zu einem Lager mit 2.750 Tonnen einer hochexplosiven Substanz geschieht, ist es nicht verwunderlich, wenn diese explodiert.

Wie (und vor allem warum) sollte Israel zuerst das Lager mit den Feuerwerkskörpern gesprengt haben und erst danach das große Lager mit einer Rakete beschossen haben? Dann hätte Israel doch direkt und sofort auf das große Lager feuern können.

Natürlich kann man nun behaupten, das Lager mit den Feuerwerkskörpern sei als Ablenkungsmanöver gesprengt worden, nur wozu das Ganze?

Hinzu kommt, dass in den ersten ca. 36 Stunden nach der Tragödie niemand von einem Angriff gesprochen hat. Erst danach begann die libanesische Regierung von einem möglichen Angriff zu sprechen. Und das kann niemanden verwundern.

Wenn es – und danach sieht es aus – durch Schlamperei und Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen zu der großen Explosion gekommen ist, dann wäre dafür die libanesische Regierung verantwortlich. Entweder weil sie selbst Eigentümer des Lagers und damit direkt verantwortlich ist, oder weil sie – wenn es ein privates Lager gewesen ist – keine ausreichenden Kontrollen durchgeführt hat. Den schwarzen Peter hat in jedem Fall die libanesische Regierung, daher hätte es mich überrascht, wenn sie keine Gerüchte über einen Angriff in die Welt gesetzt hätte.

Natürlich sind all das nur Indizien und am Ende kann jeder glauben, was er für wahrscheinlicher hält.

Läuft im Libanon ein Regimechange?

Nun gibt es Proteste in Beirut und die US-Botschaft ruft zwar zur Gewaltlosigkeit auf, solidarisiert sich aber gleichzeitig mit den Demonstranten. Das tun die USA nur, wenn sie einen Regimechange erreichen wollen. Dann sind sie solidarisch mit Protestlern in Hongkong, Moskau,Venezuela und auf dem Maidan. Die USA sind aber keineswegs immer solidarisch mit Protesten gegen eine Regierung, oder haben Sie gehört, dass die US-Botschaft in Berlin sich mit den Corona-Demonstranten solidarisiert hätte?

Die Tatsache, dass die US-Botschaft in Beirut Solidarität mit den Demonstranten zeigt, sollte aufhorchen lassen.

Ich bin kein Experte für den Libanon, aber die USA haben einige Gründe, sich dort eine neue Regierung zu wünschen. Im Libanon ist die Hisbollah eine mächtige Kraft und sowohl Israel als auch die USA würden sich durchaus eine libanesische Regierung wünschen, die gegen die Hisbollah vorgeht. Ob das realistisch ist, ist allerdings eine andere Frage, denn die Hisbollah ist in dem Land und der Bevölkerung fest verwurzelt.

Aber auch wenn die USA sich eine neue Regierung im Libanon wünschen und die Demonstranten ermutigen, ist das noch kein Beweis für einen Angriff oder Anschlag, denn man kann ein Ereignis (wie diese Explosion) ja auch für die eigenen Zwecke instrumentalisieren, ohne es selbst verursacht zu haben. Für die USA könnte die Explosion einfach eine „günstige Gelegenheit“ sein.

Fazit

Wie wir sehen, gibt es starke Hinweise in beide Richtungen. Es gibt gute Gründe für Zweifel an einem Angriff oder Anschlag, es gibt Interessen der Regierung, von der eigenen Schlamperei abzulenken, aber es gibt wohl auch Kräfte in den USA, denen die Explosion gelegen kommt, um die libanesische Regierung zu schwächen oder zu stürzen.

Sicher können wir also nicht sein, was in Beirut passiert ist, das werden wir wohl erst später sicher wissen. Aber was nicht weiterhilft, sind Artikel, die mit reichlich Fantasie von „nuklearen Komponenten“ fabulieren. Das ist plumpe Propaganda und die stelle ich nicht nur bloß, wenn sie vom Westen oder aus Israel kommt, das tue ich auch, wenn sie von einem pro-syrischen Journalisten kommt.

Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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    • Pepe Escobar, eine der Vertrauenswürdigsten Journalisten, der Welt. Wenn man ihn gelesen hat, ist man wieder Informiert.

    • Da hat sich der Trump wohl wieder mal verplappert!
      Das ganze bestätigt meine Vermutung, dass der Mossad und die CIA da ihre Finger im Spiel hatten. Bei RT war heute zu lesen, dass das FBI dort "Hilfe" bei den Ermittlungen leisten soll, das rundet das ganze dann ab! Die werden dann verhindern wollen, dass in die Richtung CIA/Mossad ermittelt wird und vermutlich wird die Hisbollah beschuldigt.

  • Da diese bunte Revolution, im Libanon, schon seit Monaten, vom US Imperium, Organisiert und Finanziert wird und flankiert, von einem Wirtschaftlichen und Finanzellen ERWÜRGEN des Staates, aber kein Handfestes Ergebnis zu verzeichnen war. Brauchten SIE nun einen Brandbeschleuniger und den haben sie damit gezündet. Das Ergebnis, ist schon ehe nach ihrem Gusto, Ministerien werden Gestürmt und verwüstet und das Land, ist NOCH Unregierbarer gemacht worden.
    Zu dem muss man wissen, das die Landfläche des Libanon, bei der noch lange nicht Abgeschlossenen Landnahme, der Chasarischen Siedlerkolonisten, als ein Teil, von ERETZ ISRAEL fest eingeplant ist.
    Bei den Millionen von Menschen, die sie ihrem Gott Mammon geopfert haben, komme mir niemand, mit ihretwelchen welchen Menschlichen Empfindungen, bei den Herren"""menschen"""Dynastien, die kennen SIE nicht.

  • Angriff oder Unfall? Ich plädiere für Angriff, wobei es für Israel nicht schwer sein dürfte, einen Halunken zu finden, der das ausgelöst hat. Das braucht keine Militäraktion zu sein.
    Das waren ohnehin meine ersten Vermutungen nach der Explosion, die nach einem Artikel von RT, wonach sich die US-Botschaft in Beirut an das "libanesische Volk" wendete, weil "Das libanesische Volk hat genug gelitten und verdient eine Führung, die ihnen zuhört und den Kurs ändert, um auf die Forderungen der Bevölkerung nach Transparenz und Rechenschaftspflicht zu reagieren."
    Wenn die US-Schurken, die u.a. durch die von ihnen zu verantwortenden syrischen Kriegsflüchtlinge mitverantwortlich für die Zustände im Libanon sind, solche Sprüche verbreiten, dann steht fest, dass sie da mit drinstecken! Und knapp 200 Tote interessieren die USA bekannterweise ja nun überhaupt nicht! Und die "Geberkonferenz" wird natürlich auch ihre Forderungen nach "Demokratie und Reformen" daherplärren und natürlich soll es auch der Hisbollah an den Kragen gehen! Das sind die altbekannten Methoden der USA! Man braucht sich doch nur diesen kriminellen Außenminister Pompeo vorstellen.

    • "Angriff oder Unfall? Ich plädiere für Angriff"

      Dann ist das jetzt geklärt.

      Du meine Güte.. :(
      Das war schlicht und ergreifend ein Unfall.
      Solche passieren. Die Böller gehen in die Luft und das Nebengebäude wird davon mit beeinflusst.
      Letztendlich fliegt es in die Luft. Tragisch und entsetzlich, aber so etwas passiert.

      Allerdings kann man sich weiterfragen, ob die gelagerten Böller absichtlich in Brand gesetzt worden, um die Explosion das Natritlagers zu provozieren.
      Wäre aber unlogisch, da man da eine zu große Unsicherheit hatte, dass das tatsächlich geschehen könnte bzw wird.

      Nicht alles, was in die Luft fliegt, ist ein kriegerischer Akt.

      • Jeder Ermittler forscht nach dem Motiv eines Verbrechens, oder, wie du meinst, eines Unfalls. Der Nutznießer in diesem Fall sind doch wieder Israel und wohl auch die USA, weil sie Druck auf den Libanon ausüben und vermutlich bald die Hisbollah verantwortlich machen können, denn RT berichtete heute darüber, dass das FBI dort "Hilfe" bei den Ermittlungen leisten soll.
        Mir fehlt das Vorstellungsvermögen, bei der Explosion an einen Unfall oder einfach nur Schlamperei zu glauben. Und gerade die USA sind doch bekannt dafür, dass irgendwo etwas explodiert und sie dies zum Vorwand nehmen, um sich dort einzumischen!

  • Hallo Herr Röper, ihre Aussage, sie sind kritisch gegenübert Israel finde ich abwegig. Haben sie Angst vor Reaktionen. Thierry Mayssan bezeichnen sie als nich besonders Glaubwürdig weil er zu sehr Syrienlastig ist. Für mich einer der loyalsten Journalisten weltweit, das sagen seine Auszeichnungen. Sorry was machen sie in Питер? In Russland einem Verbündeten Syriens.
    Ich lese ihre Seite schon lange. Die Einstellung zum Coronatheater fand ich schon seltsam. Aber die Bombardierung Beiruts und ihre Infos dazu sind, gelinde gesagt sehr merkwürdig. Vergleichen sie die Bombardierungen in Jemen.
    Was sagen denn die russischen Medien dazu? Ich meine nicht die offiziellen, das Verhältniss zu Israel kennen wir. Ich meine die alternativen.

  • "Aber sein (Thierry Meyssan) aktueller Artikel ist leider fachlich ausgesprochen schwach, wie man leicht erkennen kann."

    Ich werde mich hüten, hier irgendwelche Vermutungen anzustellen, welche ich nicht belegen kann.
    Es scheint aber bezeichnend zu sein, daß Herr Meyssan, welchen auch ich bisher als fakten-basierten, guten Rechercheur erachtet habe, hier eine Behauptung aufstellt, welche ja nun sehr schnell widerlegt werden kann.

    Er behauptet mit Bild-Beschreibung unter Netanjahu UN-Rede:
    "Am 27. September 2018 zeigt Benjamin Netanjahu auf der Tribüne der Generalversammlung der Vereinten Nationen das Lager, das am 4. August 2020 explodieren wird, als Waffenlager der Hisbollah."

    Man sehe sich die Netanjahu-Rede mal an. Das Bild, welches er in die Höhe hält, zeigt eindeutig den "BEIRUT-AIRPORT", welches eben nicht der "BEIRUT-HAFEN" ist. Und der "Flughafen" ist erheblich vom "Hafen" entfernt.

    Man muß Netanjahu und seine Politik ja nicht mögen, aber Fakten bleiben Fakten.

    Sehr schade, das Bild eines guten, der Wahrheit verpflichteten Jounalisten wird gerade zerstört.

    • Auch ein Thierry Meyssan, ist nur ein Mensch und kann mal Fehler machen. Es kann aber auch eine Bewusste Aktion sein, denn Er ist sicher im Umfeld, von Geheimdiensten zu verorten.

  • Beim ersten gucken des Videos hattecuch auch direkt gedacht es sei eine nukleare Waffe gewesen. Aber nicht wegen dem Pilz, weil der wie du ja auch sagst bei jeder stärkeren Explosion zu sehen ist. Nein, den Nebel, der dachte ich sei typisch für nukleare Explosionen. Aber da habe ich mich auch eines besseren belehren lassen. Der spricht auch nur für eine sehr heftige Druckwelle. Und durch die Nähe zu Wasser war die Luft gut mit Wasser gesättigt.

  • Man kann in einer ersten Reaktion schon mal falsch liegen, denn er hat ja einen Bericht nachgeschoben.

    Es hat auch nicht viel von Feindlich-und Freundlichkeit ob ein eventuelles Drumherum letztendlich seine Meinung zu politischen Akteuren bestätigt.

    Aber zurück zu den Umständen die ja Fragen aufwerfen.
    Also sollte man sich die jeweiligen Geschäftspartner ansehen. Reeder, Hafenbetreiber usw. Wie passt da der nun an die Oberfläche gezerrte "Russe" rein?
    Wie muss man das Geschäft beurteilen und wer hat wo seine Finger drin.

    Da wäre das Zielland Mosambik, der Zeitpunkt und ein Skandal.

    Das Land
    Mosambik hat schon viel aushalten müssen. Bürgerkrieg, Tummelplatz diverser Geheimdienste, und seit 2012 gleitet das Land wieder Richtung Bürgerkrieg. Zusätzlich tauchen Terroristen auf und agieren im Norden.

    Bürgerkrieg

    http://www.hart-brasilientexte.de/2019/04/24/mosambik-dorothea-graefin-razumovsky-bnd-und-kindersoldaten-letzte-hoffnung-am-kap-deutsche-verlags-anstalt-stuttgart-explosive-informationen-zu-denen-maasspd-steinmeierspd-etc-lieber/

    https://www.bmvg.de/de/aktuelles/beratergruppe-in-mosambik-93828

    Sehr interessanter Blickwinkel, oder von Einem der Auszog die Wahrheit zu finden.
    Angesichts dessen was im Raum steht wirkt das aktuelle Projekt "DDR" geradezu grotesk.

    2012-2015?
    Vom Einfädeln bis zum bitteren Ende, der Kredit-Skandal

    http://www.rat-kontrapunkt.ch/neu/der-mosambik-cs-skandal-i/

    Alles wirkt wie immer wenn man von Korruption in Afrika berichtet oder? Nicht ganz, denn was unter dem o.g. Link steht ist ja nur die halbe Wahrheit.
    Nutznießer in nicht unerheblichen Umfang ist eine französische Werft. Lautstark wurde der Vertrag bejubelt.

    https://www.infosperber.ch/Wirtschaft/Privinvest-Was-man-uber-den-Konzernchef-Iskandar-Safa-weiss

    https://esut.de/2019/08/meldungen/ruestung2/14875/frankreich-cmn-liefert-die-ersten-patrouillenboote-an-saudi-arabien-aus/

    https://www.nzz.ch/international/nahost-und-afrika/schuldenkrise-in-mocambique-erdgas-thunfisch-und-die-credit-suisse-ld.113453

    https://corpwatchers.eu/en/investigations/know-your-billionaires/iskandar-safa-a-portfolio-ranging-from-naval-vessels-to-far-right-media-outlets?lang=en

    Wir können also nicht darüber hinweg sehen was hier beinahe schon 20 Jahre mit Afrika abgezogen wird. Und wir bewaffnen ein Land welches Terroristen in die USA schickte, ein Land welches Kopfabschneider, Frauen Schänder in ein Land schickte usw. und selbst vor Botschaftsmord nicht zurückschreckt.

    Alle drei Kredite wurden (abzüglich Bankspesen usw.) an ein Firmenkon­glomerat namens Privinvest, das zu Abu Dhabi Mar mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört, weitergeleitet. Inhaber von Privinvest sind ein schillern­der libanesisch-französischer Geschäftsmann namens Iskandar Safa und sein Bruder Akram Safa.

    Das Ausmass an Korruption, mit deren Hilfe Mosambik diese Geschäfte aufgezwungen wurden, liess sich immerhin vor vier Jahren erahnen. Denn als Konsequenz des Debakels blockierten damals der Internationale Währungsfonds und die Geberländer die Direkthilfe und den Budget-Support an Mosambik. Deswegen hat dort der Teil der Bevölkerung, der in absoluter Armut lebt, seither um eine Million zugenommen, wie The United Nations University World Institute for Development Economics Research kürzlich errechnet hat.

    Mittenrein gehört wohl der kleine russische Schiffseigner. war er gar Kunde/Auftragnehmer der im Hafen von Beirut sitzenden Firma "lattoufgroup"? Flog der Firmensitz zufällig mit in die Luft?

    Im Libanon ist man sauer auf die Regierung? Weil man die Schiffe nicht bezahlte, finanziert mit dem gleichen Modell?

    • Damit man nicht denkt das der "Ostlink" einseitig ist oder gar mit Lügen gespickt hier ein Artikel des Spiegels von 1985

      https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13512020.html

      "Im Dezember ermordeten sie ein Team von sieben DDR-Landwirtschaftsexperten, einen Jugoslawen und fünf Mosambikaner. "Der Krieg geht weiter", verkündete RNM-Generalsekretär Evo Fernandes."

      "Noch in der Nacht des Nkomati-Abkommens, so sagen Augenzeugen, flogen südafrikanische Transportmaschinen über die mosambikanische Grenze, um die RNM-Rebellen kistenweise mit Kalaschnikows zu versorgen, ..."

      Damals verortete der Spiegel die CDU so ein

      "Dort knüpft Generalsekretär Evo Fernandes, Mosambikaner indischer Abstammung mit portugiesischem Paß,

      die Kontakte zu den rechten Parteien Europas, unter anderem zur CSU,

      oder er bereist Südafrika, den mächtigen weißen Nachbarstaat des armen, ohnmächtigen Mosambik."

      Also sind nach heutiger Definition NAZIS in der Regierung? Wie sich der Spiegel angepasst hat. Heute sind alle die den Spiegel inhaltlich nicht mögen die NAZIS.
      DDR Bürger nennen diese Gattung Wendehälse!

      Und nebenbei gibt es noch ein wichtiges Ereignis.

      "Ab 1964 leitete das mosambikanische Volk einen zehnjährigen Unabhängigkeitskrieg von Portugal ein. Unmittelbar nach diesem Kampf brach 1977 ein 15-jähriger Bürgerkrieg aus, ein Ereignis, das 1992 endete, ungefähr zu der Zeit, als HIV erstmals die südlichen Regionen Afrikas durchdrang."

      "Im Januar 1992 wurde südlich von Maputo und nah an der gemeinsamen Grenze auf mosambikanischer Seite eine Militäroperation der FRELIMO gegen die RENAMO durchgeführt. Dabei soll auf südafrikanischer Seite eine luftgestützte SADF-Übung von Komatipoort aus gestartet worden sein, in deren Verlauf chemisch-biologische Waffen zum Testeinsatz gekommen sein sollen. Als vermeintliche Folge dieser als Ausbildungsmaßnahme bezeichneten Aktion starben FRELIMO-Soldaten und einige mussten stationär behandelt werden. "

      "Der Vorfall wurden später von Wissenschaftlergruppen aus Südafrika, Mosambik, der Schweiz, Schweden, Großbritannien und von den Vereinten Nationen untersucht. Es kam zu keinem einheitlichen und völlig gesicherten Ergebnis.[12][13]"

      Quelle versiegt 12

      https://khulumani.net/khulumani/documents/category/3-trc-report.html?download=21:trc-report-volume-2

      Quelle 13

      http://www.sussex.ac.uk/Units/spru/hsp/documents/cbwcb43.pdf

      https://www.wikiwand.com/de/Grenze_zwischen_Mosambik_und_Südafrika

      https://en.wikipedia.org/wiki/HIV/AIDS_in_Mozambique

      "Zwei Wochen vor Beginn der Anhörung bat die Regierung in der Person des stellvertretenden Verteidigungsministers um ein Treffen mit der Kommission, um die Sensibilität der Anhörung zu erörtern. Es folgte eine Reihe von Treffen mit hochrangigen Regierungsvertretern, darunter die Büros des Präsidenten, des stellvertretenden Präsidenten, des Verteidigungsministers, der NIA und des Südafrikanischen Rates für die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen. Es wurde deutlich, dass es zwei Gründe für die Besorgnis der Regierung über eine öffentliche Anhörung gab. Erstens, dass es internationale Verpflichtungen in Bezug auf die internationale Verbreitung chemischer und biologischer Waffen verletzen könnte; und zweitens, dass dies die internationalen Beziehungen zu Ländern gefährden könnte, die das Programm möglicherweise unterstützt haben, zu denen Südafrika jedoch weiterhin diplomatische Beziehungen unterhält. Dies gipfelte in einer Vertretung der Regierung, die Anhörung unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuhalten, ein Vorschlag, der abgelehnt wurde. Es wurde jedoch die Anwesenheit eines gesetzlichen Vertreters im Namen der Regierung vorgesehen, um sicherzustellen, dass keine Informationen veröffentlicht wurden, die zur Verbreitung führen könnten."

      "....Das Koordinierungsmanagementkomitee von Project Coast hielt es für angebracht, Dr. Basson nach Kroatien zu schicken, um mit abtrünnigen Kroaten (einschließlich hochrangiger Regierungsbeamter) einen Vertrag über den Kauf von 500 kg Methaqualon abzuschließen, das nach Südafrika zurückgebracht wurde."

      "What happened to the 1 000 kg of methaqualone has still not been established. Moreover, at the end of 1991, the Co-ordinating Management Committee of Project Coast saw fit to send Dr Basson to Croatia to close a deal with renegade Croatians (including high-ranking government officials) for the purchase of 500kg of methaqualone, which was brought back to South Africa."

      1991 war da was? Ach ja, Jugoslawienkrieg
      Jugoslawienkrieg. 1991 und 1992 traten Slowenien, Kroatien, Makedonien (FYROM) und Bosnien-Herzegowina (BiH) aus der Bundesrepublik Jugoslawien

      " A year later, this was allegedly destroyed after an order that work on all incapacitants should cease. The deal in Croatia was in itself extremely questionable, leading to a loss of millions of rands. Dr Basson intercepted Vatican bearer bonds to the value of $40 million that had been intended for the purchase of weapons by the Croatian government, leading to his arrest in Switzerland. Why the military was importing such large quantities of methaqualone at such high cost at this late stage of negotiations is not clear and was not adequately answered by Dr Knobel or Dr Basson. The documents also cast doubt on whether these substances were in fact destroyed on 27 January 1993, as alleged."

      "
      Ein Jahr später wurde dies angeblich zerstört, nachdem angeordnet worden war, die Arbeit an allen Arbeitsunfähigkeit einzustellen. Das Abkommen in Kroatien war an sich äußerst fragwürdig und führte zu einem Verlust von Millionen Rand. Dr. Basson hat Trägeranleihen des Vatikans im Wert von 40 Millionen US-Dollar abgefangen, die von der kroatischen Regierung für den Kauf von Waffen bestimmt waren, was zu seiner Verhaftung in der Schweiz führte. Warum das Militär in dieser späten Phase der Verhandlungen so große Mengen Methaqualon zu so hohen Kosten importierte, ist nicht klar und wurde von Dr. Knobel oder Dr. Basson nicht angemessen beantwortet. Die Dokumente werfen auch Zweifel auf, ob diese Substanzen, wie behauptet, am 27. Januar 1993 tatsächlich zerstört wurden."

      Da geht es hin, das Märchen vom Freiheitskampf.
      Schon bemerkenswert was man so erfährt wenn man versucht zu verstehen, welchen Grund eine "zufällige" Explosion in einem Hafen haben kann.

      Nebenbei bemerkt gab es den heiligen Banker der 1992 in London unter der Brücke hing.

      Zu der Untersuchung des CW Einsatzes

      "Dr. Brian Davy, der Leiter des südafrikanischen Untersuchungsteams gewesen war, sprach im Verlauf der Untersuchung der Kommission mit Professor Peter Folb und konnte keine weiteren Informationen liefern. Versuche, sich mit dem britischen Wissenschaftler zu treffen, schlugen fehl. Es wurde auch versucht, auf die Krankenakten der beteiligten Soldaten zuzugreifen. Die mosambikanischen Behörden reagierten jedoch nicht auf die Auskunftsersuchen der Kommission. Die Ermittler trafen sich mit Dr. Staub, einem Mitglied des Ermittlungsteams der Schweiz und der Vereinten Nationen. Er sagte ihnen, dass er glaubte, dass die Truppen unter Dehydration gelitten hätten und nicht Opfer eines chemischen Angriffs geworden seien. Diese Erklärung erschien der Untersuchungseinheit der Kommission als unwahrscheinlich."

      "
      Ende 1993 wandten sich die Regierung der Vereinigten Staaten und Großbritanniens an die südafrikanische Regierung, um ihre Besorgnis über das Programm zum Ausdruck zu bringen. Die Motive für die Treffen zwischen diesen beiden Regierungen und den Südafrikanern sind unklar. In der mündlichen Verhandlung gaben sowohl Dr. Basson als auch Dr. Knobel an, die Briten und Amerikaner hätten ihnen mitgeteilt, dass sie nicht wollten, dass das Programm nach den Wahlen im April 1994 in die Hände der ANC-Regierung fällt. Dr. Basson besuchte 1981 die USA und Dr. Knobel hatte viel später Kontakt zu Wissenschaftlern, die Teil des amerikanischen CBW-Programms waren. Die Existenz eines südafrikanischen Programms war weder für die Amerikaner noch für die Briten ein Geheimnis. Ein weiterer Hinweis auf eine solche Beziehung ist ein Besuch von Dr. Brian Davey, einem Arzt und ehemaligen Mitglied des South African Medical Services (SAMS), in Porten Down im Jahr 1992 nach dem mutmaßlichen Angriff auf mosambikanische Streitkräfte (siehe oben)."

      https://fas.org/nuke/guide/rsa/cbw/2chap6c.htm

      Vielleicht liegt schon in diesen Jahren die Unzuverlässigkeit der
      großen Bestätiger von CW Angriffen in Syrien.

      " Eenboom in seinem Buch „Der BND – die unheimliche Macht im Staate“ konstatiert, das bereits 1993 immerhin im angesehenen Econ-Verlag herauskommt. Eenbohm beschreibt eine makabre Szene: Im September 1991 drückt der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker bei einem Abendessen in Bonn dem mosambikanischen Präsidenten Joaquim Alberto Chissano „Anteilnahme am Schicksal Mocambiques“ aus. „Diese Worte“, so Eenboom, „galten dem Staatsoberhaupt eines Landes, dessen staatliche Existenz durch die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland im Zusammenwirken mit der CIA und der Republik Südafrika gezielt zunichtegemacht werden sollte. Durch die Unterstützung der Terrororganisation Renamo sollte der sozialistische Staat Mocambique destabilisiert werden, um nicht als Modell für andere Staaten im südlichen Afrika dienen zu können.“ Anders, als die Lohnschreiber der deutschen Gazetten und Sender dienstbeflissen nachbeten, handelte es sich eben damals keineswegs um einen „Bürgerkrieg“. Eenbohm fügt an, dass die deutsche Hilfe für die Terroristen bereits Mitte der 70er Jahre begann, als Renamo – Leute in einer Augsburger Polizeischule trainiert wurden.
      Von-Weizsäcker-Fans wissen: Zu diesem Zeitpunkt war der spätere Bundespräsident noch Vize-Chef der CDU-CSU-Bundestagsfraktion."

      https://telegraph.cc/archiv/telegraph-101/westlicher-zynismus-um-mocambique-erst-massakrieren-dann-helfen/

      https://www.youtube.com/watch?v=7aQ3Ftmoj_c

      Neue Geschichtsschreibung!

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