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Fall Epstein: Anklageschrift gegen Ghislaine Maxwell macht wenig Hoffnung auf Aufklärung

Nachdem gestern die Meldungen über die Verhaftung von Ghislaine Maxwell noch Hoffnung auf Aufklärung im Fall Epstein gemacht haben, zeigt ein Blick in die Anklageschrift, dass die Hoffnungen verfrüht waren. Die Anklageschrift enthält keinen der wirklich heiklen Punkte.

Epstein hat minderjährige Mädchen missbraucht und sie auch seinen Freunden zum Missbrauch zur Verfügung gestellt. Die Hintergründe zu dem Fall finden Sie hier.

Maxwell soll die jungen Mädchen für Epstein „rekrutiert“ haben, sie ist also die letzte lebende Schlüsselfigur in dem Fall, nachdem sich Epstein unter sehr fragwürdigen Umständen in einem Hochsicherheitsgefängnis mit einem Papiertuch erhängt haben soll. Details über den „Selbstmord“ von Epstein finden Sie hier.

Da nach dem Tod von Epstein kein Strafprozess gegen ihn mehr stattfinden kann und damit eine Aufklärung des Falles unwahrscheinlich geworden ist, gab die gestrige Verhaftung von Maxwell Hoffnung, ein Prozess gegen sie könnte den Fall doch noch aufklären und auch ans Licht bringen, wer seine Kunden gewesen sind. Das dürfte aber nicht passieren, wie ein Blick in die Anklageschrift zeigt. Sie enthält sechs Anklagepunkte, die wir uns nun anschauen werden.

Punkt eins: Verschwörung, um Minderjährige zu Reisen zu illegalem Sex zu verleiten

Der Anklagepunkt wird ausführlich beschrieben und die Überschrift sagt eigentlich schon alles. Und er macht auf den ersten Blick Hoffnung auf Aufklärung des Skandals.

Aber leider umfasst er nur den Zeitraum von 1994 bis 1997, also nicht die fragliche Zeit nach dem Jahr 2000, als Clinton eng mit Epstein verbunden war, Dutzende Male in dessen Privatflugzeug in Begleitung Minderjähriger mit geflogen ist und von Epstein Spenden in Millionenhöhe für die Clinton-Stiftung erhalten hat.

Da hilft es nichts, dass in dem Anklagepunkt ausführlich auf Maxwells Rolle bei Epstein eingegangen wird, wie sie teilweise 14 jährige Mädchen für sexuellen Missbrauch angeworben und dem Missbrauch sogar beigewohnt hat. Es wird ausführlich beschrieben, wie Maxwell selbst Epstein massiert hat, um den Mädchen die Scheu zu nehmen, die dann selbst Epstein erotische Massagen gemacht haben, bis hin zum sexuellen Missbrauch durch Epstein.

All das ist interessant, aber um für wirkliche Enthüllungen und für Aufklärung zu sorgen ist es der falsche Zeitraum.

Punkt zwei: Verlockung von Minderjährigen zu illegalem Sex

Auch hier gilt das gleiche, wie bei Punkt eins: Es geht um den „falschen“ Zeitraum. Wieder geht es ausschließlich um die Jahre 1994 bis 1997.

Interessant ist, dass das auch die Medien, die darüber berichten, nicht stört. Immerhin hat sich Prinz Andrew in seinem BBC-Interview furchtbar blamiert, was für einige Schlagzeilen gesorgt hat. Aber auch bei Prinz Andrew ging es um einen späteren Zeitraum, was den Verdacht nahelegt, dass nicht nur von Clintons Machenschaften abgelenkt werden soll, sondern auch von Prinz Andrew, dessen Missbrauch von Minderjährigen ebenfalls nicht in den fraglichen Zeitraum fällt. Er wird also einen möglichen Prozess gegen Maxwell auch nicht fürchten müssen.

Punkt drei: Verschwörung zum Transport von Minderjährigen mit der Absicht, kriminelle, sexuelle Handlungen vorzunehmen

Wieder das gleiche Problem: Es geht nur um die Jahre 1994 bis 1997.

Punkt vier: Transport von Minderjährigen mit der Absicht krimineller, sexueller Handlungen

Und wieder: Es geht nur um 1994 bis 1997.

Punkt fünf: Meineid

Hier geht es zwar um 2016, aber wieder nicht um das interessante Thema.

Am 22. April 2016 sagte Maxwell unter Eid aus und wurde gefragt, ob Epstein Minderjährige für Sex-Massagen „rekrutiert“ habe. Und sie sollte alle Personen unter 18 auflisten, mit denen Epstein in seinen Anwesen „interagiert“ habe. Bei beiden Fragen wusste sie von nichts, weshalb ihr nun Meineid vorgeworfen wird.

Es geht also wieder nicht um Epsteins Kunden, sondern um seinen eigenen Missbrauch von Minderjährigen und vor allem geht es nur um die Frage, ob Maxwell darüber unter Eid die Unwahrheit gesagt hat.

Punkt sechs: Meineid

Hierbei geht es um das gleiche Verhör von 2016, in dem Maxwell auch gefragt wurde, ob sie etwas über Sex-Spielzeuge oder Sex zu dritt in Epsteins Anwesen in Florida wisse. Wieder will sie von all dem angeblich nichts gewusst haben, weshalb ihr noch einmal Meineid vorgeworfen wird.

Hoffnung auf Aufklärung des Falls Epstein?

Wohl kaum, wenn die Anklageschrift nicht noch erweitert wird. Sollte es auf Basis dieser Anklageschrift zu einem Prozess kommen, dürften die interessanten Fragen unbeantwortet bleiben. Und eventuell ist sogar ein Deal möglich, bei dem Maxwell im Austausch zum Beispiel für eine Bewährungsstrafe ein Teilgeständnis ablegt. Damit könnte die US-Justiz den Fall Epstein als aufgeklärt schließen.

Sollte die Anklageschrift erweitert werden, ist es auch möglich, dass Mawxell sich – ähnlich wie Epstein – mit einem Papiertuch erhängt, wer weiß das schon.

Aber die Chance auf eine wirkliche Aufklärung des Falls ist weiterhin gering.

Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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  • „Hoffnung auf Aufklärung des Falls Epstein? Wohl kaum, wenn die Anklageschrift nicht noch erweitert wird.“

    Ist es möglich, dass Sie die Ermittlungsprozesse und die Entscheidungsfindung darüber, was in einer Anklageschrift zu sehen ist oder nicht, nicht verstehen? Was würde Ihrer Meinung nach z.B. in einer Anklage stehen um Hoffnung auf Aufklärung zu begründen?

    „Sollte es auf Basis dieser Anklageschrift zu einem Prozess kommen, dürften die interessanten Fragen unbeantwortet bleiben.“ – Eine Anklage wird Spaßes wegen nicht erhoben sondern um damit vor Gericht zu gehen, und vor Gericht werden die Anklage-Punkte belegt. Welche Fragen wollen sie sonst in einer Anklageschrift oder vor Gericht beantwortet haben?

    „Und eventuell ist sogar ein Deal möglich, bei dem Maxwell im Austausch zum Beispiel für eine Bewährungsstrafe ein Teilgeständnis ablegt.“ – Das ist nun unlogisch. Sie spekulieren, dass es vor Gericht darum geht ein Teilgeständnis zu erringen, als ob die Anklageschrift die Punkte nicht nennt, die die Anklage beweisen kann, und deshalb kein Teilgeständnis nötig ist. Eine Staatsanwaltschaft strebt nur dann ein Geständnis an wenn sie die Anklagepunkte entweder nicht „über jeden Zweifel“ beweisen können, oder (das kommt in Geheimdienst-Fällen vor) sie die Punkte nicht vor Gericht beweisen will, weil sie dann die eventuell sensiblen Beweise offenlegen muss. Die Unlogik aber besteht darin, dass Sie nicht die Möglichkeit erwägen, dass die jetzt vorliegende Anklageschrift schon ein Teil eines “Deals“ darstellt, wobei Maxwells Teil des Deals darin bestünde, hinter verschlossenen Türen, Beweise, Indizien, Hinweise (auf Personen, Bankkonten, Helfershelfer usw.) der Bundesstaatsanwaltschaft zu geben. Wäre die Maxwell „nicht kooperativ“, hätte die Anklageschrift ganz anders ausfallen können. Es gibt keinen Grund solche Aussagen im Rahmen der Anklage und vor Gericht zu machen. Nur an Hand eines Deals, die eventuell schon ihre Reise überhaupt in die USA erklärt, wird sie „nur“ so angeklagt wie in der Anklageschrift steht.

    „Damit könnte die US-Justiz den Fall Epstein als aufgeklärt schließen.“ – Eine grundlose, wilde Unterstellung. Sie unterstellen, dass die DoJ und das FBI die Maxwell verhaftet und angeklagt haben um einen Fall „abzuschließen“, der viel einfacher abzuschließen wäre und tatsächlich jahrelang so abgeschlossen war, nämlich dadurch, dass korrupte Ermittler und korrupte Staatsanwälte den Fall einfach ignorierten.

    Ich sehe, dass Sie eine “Meinung“ haben und dass sie versuchen die Meinung zu rechtfertigen. Gründe für die Meinung sehe ich noch nicht.

    „Sollte die Anklageschrift erweitert werden, ist es auch möglich, dass Maxwell sich – ähnlich wie Epstein – mit einem Papiertuch erhängt, wer weiß das schon.“ – Nochmals, die Anklageschrift bedarf keine Erweiterung weil nicht alles was ermittelt wird, jemals in einer Anklageschrift geschrieben steht. Sie geraten aber hier in einen Wiederspruch: Sie gehen erstens davon aus, dass die Bundestaatsanwaltschaft die Anklage und Aufklärung gar nicht ernst meint, hier aber biegen sie durch die Kurve und wollen sagen, dass, wenn sie es ernst meinten, würden sie – die Staatsanwaltschaft selbst? – dafür sorgen, dass die Maxwell nicht überlebt, das wären aber die gleiche Leute, die die Maxwell in einem „Deal“ verwickelt haben? Oder Sie widersprechen sich in dem Sie meinen, nein, die Anklage ist nicht ernst zu nehmen, aber dann doch, einige Leute wollen nicht, dass die Maxwell redet, außerhalb des Gerichts, während Sie die Möglichkeit (ich würde sagen „Wahrscheinlichkeit“), dass Maxwell redet gar nicht in Betracht gezogen haben.

    Und da die Maxwell jetzt in den USA ist und verhafte wurde, geben Sie mir bitte einen Grund warum ich nicht denken sollte, dass eine Menge Leute Angst haben, dass sie redet, aber sie wissen nicht was die Maxwell zu sagen hat, und sie wissen nicht, was die Bundestaatsanwaltschaft schon ermittelt hat, und ob die Aussagen von Maxwell eventuell die Nägel in ihre eigenen rechtlichen Särge sein werden.

    • „Damit könnte die US-Justiz den Fall Epstein als aufgeklärt schließen.“ – Eine grundlose, wilde Unterstellung." Natürlich wird es so kommen, dass der Fall damit als aufgeklärt abgeschlossen wird. Das ist auch keine wilde Unterstellung, das sind die Erfahrungen, die man mit der Justiz in den westlichen "Demokratien" und diesen sogenannten "Rechtsstaaten" gemacht hat.
      Bis heute ist nicht geklärt, wer Kennedy erschossen hat, der "Selbstmord" von Epstein selber ist alles andere als plausibel und wenn ich jetzt noch ein bißchen suchen würde, würden sich auch noch andere Verbrechen ergeben, bei denen die wichtigsten Fragen offen sind.
      Es ist ja angesichts des "Selbstmordes" von Epstein nur zu ahnen, wer da neben Clinton und diesem Prinzen noch alles mit drinsteckt. Und es ist auffällig, dass z.B. die Tagesthemen vom Staatssender ARD zwar über die Festnahme von Maxwell berichtet haben, das Thema Clinton wurde dabei aber peinlichst verschwiegen. Diesen Prinzen wird man wohl noch als Bauernopfer bringen, aber viel weiter dürfte das nicht mehr gehen.

  • @Thomas

    Du betrachtest das Thema zu isoliert. Epstein ist mehr, viel mehr als Clinton oder das Prinzchen.

    Epstein ist CIA, Clinton ist FBI, aber auch eng mit dem Name Barr oder Dershowitz, der Clintons nicht ausstehen kann,verbunden.

    Dershowitz war/ist auch ein Beschuldigter. Ob zurecht kann/will ich nicht beurteilen, aber der Typ beißt ganz schön um sich.

    Dershowitz war aber auch einer der Anwälte von Epstein in dem Prozess wo Epstein sozusagen als Freigänger weiter seinen Geschäften nachgehen konnte.

    https://uncut-news.ch/wp-content/uploads/2020/07/Richter-bestimmte-dass-die-Anwälte-von-Virginia-Giuffre-Jeffrey-Epstein-Akten-vernichten-müssen.pdf

    https://lawandcrime.com/high-profile/judge-denies-release-of-epstein-related-docs-not-subject-to-presumption-of-public-access/

    https://lawandcrime.com/high-profile/federal-judge-sets-hearing-for-next-week-on-two-jeffrey-epstein-related-cases/

    http://recentr.com/2019/08/22/anwalt-alan-dershowitz-verteidiger-von-epstein-folter-und-trump/

    "US-Justizminister William Barr glaubt jetzt auch an einen Selbstmord von Jeffrey Epstein; Barr bremste in der Vergangenheit die Kongress-Untersuchungsausschüsse von Pike und Church aus, die ab 1975 die Operationen der CIA durchleuteten. Dazu gehörten die Liebes- bzw. Sexfallen der CIA gegen ausländische Diplomaten und andere Personen mit versteckten Aufnahmegeräten. Barr wurde später Präsident Bush Seniors Justizminister; derselbe Posten den er jetzt noch einmal unter Trump ausübt. Darüber hinaus arbeitete Barrs Vater Donald für den Vorläufer der CIA, das Office of Strategic Services (OSS) und rekrutierte einen jungen Jeffrey Epstein, damals ein Schulabbrecher, um an der Eliteschule Dalton zu unterrichten, aus der Epstein später entlassen wurde. Ein Jahr vor der Einstellung von Epstein veröffentlichte Donald Barr einen Science-Fiction-Fantasy-Roman über Sexsklaverei. Bemerkenswert ist, dass Donald Barr im selben Jahr Epstein einstellte, als sein Sohn für die CIA arbeitete. William Barr hat sich geweigert, sich aus dem Fall Epstein zurückzuziehen, obwohl diese Verbindungen existierten und er bei derselben Anwaltskanzlei gearbeitet hat, die Epstein in der Vergangenheit vertreten hat."

    Opfer Virginia (Roberts) Giuffre ./. Mittäter Ghislaine Maxwell
    Opfer Virginia (Roberts) Giuffre ./. Mittäter ? Dershowitz

    Nun sollen sozusagen Materialien verschwinden die wohl unter Mithilfe des FBI entstanden. Nicht nur 1000 Namen sollen verschwinden sondern damit zugleich jede Möglichkeit für alle Opfer irgendwann Gerechtigkeit zu bekommen.

    Und in diesen Zusammenhang gehört Snowden als auch Assange.

    https://www.youtube.com/watch?v=f_UrwAyY_u8

    Sir Jimmy Savile gehörte zum inneren Kreis des britischen Königshauses und verging sich nachweislich über Jahrzehnte an mehreren Hundert Kindern, doch niemand hielt ihn auf, nicht die Polizei, nicht die BBC, sein Arbeitgeber oder andere Institutionen, darunter mehrere Krankenhäuser, in denen Savile sich nach Gusto seine Opfer aussuchte. Im Gegenteil, er wurde im Jahr 1990 aufgrund seines Einsatzes für „wohltätige“ Organisationen mit einem päpstlichen Orden ausgezeichnet und obendrauf noch zum Ritter ernannt.

    War er sozusagen das englische Gegenstück zu Epstein?

    https://www.welt.de/vermischtes/article112743966/37-Seiten-reiner-Horror-450-missbrauchte-Kinder.html

    "Ex-Glam-Rock-Star Gary Glitter"
    "prominente PR-Guru Max Clifford " und noch mehr.

    Zeitlich passen die beiden Fälle.

    https://lobelog.com/dershowitz-received-120k-from-anti-muslim-gatestone-institute/

    "News alert! Alan Dershowitz and Boies Schiller Flexner are in agreement on a vital issue: They both think U.S. District Judge Loretta Preska of the Southern District of New York is awesome!"

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