In eigener Sache: Teilnahme an einer Konferenz zum Thema Zweiter Weltkrieg

Ich wurde eingeladen, auf einer Konferenz Thema „Die Lehren von Nürnberg“ einen Vortrag zu halten. Daher wird es in den nächsten Tagen auf dem Anti-Spiegel etwas ruhiger werden.

Die Einladung habe ich vor einigen Wochen bekommen, die Konferenz ist sehr hochrangig besetzt und ursprünglich sollte – so hört man – sogar Putin selbst dabei sein. Aber wegen Corona kommen nun stattdessen andere Vertreter des Kreml. Am ersten Tag nimmt sogar der russische Außenminister Lawrow an der Podiumsdiskussion teil.

Ich soll am zweiten Tag, am Samstagmorgen, an einer Podiumsdiskussion teilnehmen. Jeder Teilnehmer wird dabei einen Vortrag von ca. 15 Minuten Länge halten und anschließend wird diskutiert. Der Titel der Diskussionsrunde, zu der ich eingeladen wurde, lautet: „Mythen. Wie Propaganda die historische Wahrheit bekämpft. Fakes, Stereotypen, Missverständnisse: Die größten Gefahren, wenn es um die Geschichte des Krieges geht“

Mir wurden keine Vorgaben gegeben, was ich erzählen soll (ich wurde auch nicht nach dem Inhalt meines Vortrages gefragt). Also habe ich mir überlegt, das Thema aus deutscher Sicht anzugehen, so wie ich es in Westdeutschland in der Schule gelernt habe und wie es in Dokus im deutschen Fernsehen präsentiert wird

In Deutschland werden die Verbrechen von Soldaten der Roten Armee breit thematisiert, die Verbrechen alliierter Soldaten hingegen nicht, obwohl die Forschung inzwischen weiß, dass alliierte Soldaten nicht weniger geplündert und vergewaltigt haben, als sowjetische Soldaten. Auch werde ich die Frage stellen, warum jedes Kind in Deutschland von den schlimmen Zuständen in russischen Kriegsgefangenenlagern weiß, aber praktisch niemand in dem Zusammenhang etwas von den Rheinwiesen gehört hat.

Ich werde also darüber sprechen, wie die deutsche Geschichtsschreibung es geschafft hat, die einen als Befreier hinzustellen und die anderen als wütende Barbaren. Dabei werde ich die Brücke schlagen zu dem russischen Feindbild, das derzeit wieder in den deutschen Medien aufgebaut wird.

Es wird in meinem Vortrag um die Frage einer gerechten und objektiven Geschichtsschreibung gehen und darum, wie die Verfälschung der Geschichte in der aktuellen Tagespolitik genutzt wird. Dabei werde ich auch erwähnen, dass ich der erste war, der Putins Artikel über den Zweiten Weltkrieg übersetzt und auf Deutsch veröffentlicht hat, denn Putin hat letztlich auch diesen Bogen von der Vergangenheit zum Heute geschlagen und die Übersetzung von Putins Artikel über den Zweiten Weltkrieg ist der mit Abstand am meisten gelesene Artikel in der Geschichte des Anti-Spiegel. Das zeigt mir, dass das Thema „Die Wahrheit über den Zweiten Weltkrieg“ ein Thema ist, das die Deutschen berührt, wie kaum ein anderes.

Interessant finde ich, dass neben Chefredakteuren großer russischer Zeitungen auch Maria Butina mit mir auf der Bühne sein wird. Über Maria Butina habe ich einige Male berichtet, sie ist eine junge Russin, die in den USA als „ausländische Agentin“ verhaftet wurde, weil sie versucht haben soll, sich in die US-Innenpolitik einzumischen, worüber unter anderem auch der Spiegel in seiner unvergleichlichen Art berichtet hat.

Nun noch der Disclaimer: Tacheles-Zuschauer wissen, dass ich einen Welpen habe, weshalb ich eine Übernachtung in Moskau abgelehnt habe. Ich fliege am Samstagmorgen sehr früh nach Moskau, da die Podiumsdiskussion um 10 Uhr morgens beginnt und ich fliege am gleichen Tag wieder zurück nach Petersburg. Die Organisatoren haben mir das Flugticket gebucht und den Transfer vom und zum Flughafen organisiert. Darüber hinaus wurde mir kein Geld geboten.

Nun ich möchte noch allen Lesern danken, die mich über PayPal-Spenden unterstützen! Sie sind es, die meine Arbeit mit ihren Spenden erst möglich machen. Ohne Sie würde es den Anti-Spiegel nicht geben!

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Ich wünsche allen eine schönes Wochenende und

bleiben Sie kritisch!

Thomas Röper

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

9 Gedanken zu „In eigener Sache: Teilnahme an einer Konferenz zum Thema Zweiter Weltkrieg“

  1. Wetten Ihre Sicht Herr Röper, auf den 2.WK, ist ebenso deffus wie auch der vielen der dort Anwesenden.
    Sie sehen immer nur Ergebnisse, nur nie die wahren Ursachen!

    Warum die Rheinwiesen?
    Wegen den Toten? Wegen den Zuständen dort? Weil es fast unbekannt ist?

    Bei einem Banküberfall mit Geiselnahme, werden auch erstmal alle Geiseln von der Polizei mit festgenommen, damit geklärt werden kann, wer war Geisel oder gehörte ggf. zu den Bankräubern.
    Und so müssen Sie die Rheinwiesen auch sehen!

    Warum sind die Rheinwiesen entstanden?
    Im März 1945 wurde der Aachener Bürgermeister, von den Amis Ende Oktober 1944 eingesetzt, im Auftrag Himmlers durch eine SS-Truppe (mit einem 16-jährigen HJ-ler und einem BDM-Mädel) erschossen. Dieses Attentat schreib man den „Werwölfen“ zu, was auch im Radio der Nazis probagiert wurde. (Himmler 1944 – „Und wie die Werwölfe werden todesmutige Freiwillige dem Feinde schaden und seine Lebensfäden abschneiden.“).

    Die Amis wußten von den „Werwölfen“ und die Russen aber auch und beide hatten vor denen Angst, denn die Jugend sollte dort organisiert sein, was aber ein Fake der Nazis war.
    Sicher gab es kleine Gruppen die gezielt Anschläge plante, aber keine „Werwölfe-Organisation“.

    Die 1 Million Gefangene an den Rheinwiesen, wurden nun ab April daraufhin aussortiert. Alles unter dem Gesichtspunkt und der Angst vor weiteren Attentaten. Die Zustände dort, kann sich dann jeder selber vorstellen und vielleicht ist die Sich nun eine andere darauf!

    Die Russen hatten in den besetzten Gebieten dann ab 1945-46 bis 40.000 Jugendliche (13-24 Jahre alt, auch ein 10-jähriger wird erwähnt, jedoch nicht belegt) verhaftet, auch wegen den „Werwölfen“ und zu hohen Haftstrafen verurteilt (8 bis 25 Jahre, Todesurteile waren auch darunter).

    Den 16-jährigen HJ-ler haben die Amis dann nach einem Prozess zum Tode verurteilt und erschossen.
    Er war aber nicht der Attentäter.

    Somit haben Sie zwei verschiedene Ereignisse (1. Rheinwiesen-Amis, 2. Gefangennahme von Jugendlichen-UdSSR) die beide Besatzer begangen, aber beide haben eine Ursache!

    Der einzige Unterschied hier drin ist, dass die Amis die „Werwölfe“ finden wollte und die Russen welche durch Prügel erschaffte um sie vorzuweisen!

  2. Noch so ein Trugschluß:
    „den schlimmen Zuständen in russischen Kriegsgefangenenlagern“

    Merken Sie sich: „Wie der Leiter, so das Lager“

    Die Berichte über die Zustände einzelner Lager, in denen die Jugendlichen (s.o.) z.B. waren, steht dem entgegen.
    Es gab Lager, da mussten alle arbeiten, es gab nicht viel zu essen und die Hygiene war unter allem, was man kennt.
    Es gab Lager, da gab es warme Baracken, Essen und die lange Weile war der größte Feind.
    Arbeiten durften die nicht. Sonntags gab es Ausgang auf den Lagerplatz.

  3. Bekannte waren auch in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Sie berichteten, dass es ihnen schlecht ging, besonders in der Ernährung. Sie berichteten auch, dass es allen, auch den Sowjets genau so schlecht ging und sie alles geteilt haben. Das wäre ein extremer Unterschied zu den Rheinwiesen. Dort gab es draußen alles und drin nichts.

    1. Mein Vater ist 17jährig in Gefangenschaft gekommen und 1952 halb verhungert zurückgekehrt. Er hat nie viel darüber gesprochen, aber zwei Aussagen sind bei mir haften geblieben: „Alte Frauen, die selbst kaum Brot hatten, haben mir trotzdem hin und wieder einen Kanten davon zugesteckt.“ und „Wenn ich gewusst hätte, wie die Russen sind, währe ich nie mit einer Waffe dorthin gegangen.“ Mein Vater hat die Russen (nach dem Krieg) nie als Feinde betrachtet und nie ein schlechtes Wort über sie gesagt. Somit war auch ich schon immer ein Russenfreund.

    2. @mullex

      „Sie berichteten auch, dass es allen, auch den Sowjets genau so schlecht ging und sie alles geteilt haben.“
      War auch in Deutschland so. Ab 1940/41 ging es merklich mit der Verpflegung, auch des Volkes, Berg ab.
      Dazu empfehle ich die Sanktionen gegenüber den Juden sich anzuschauen, denn daran erkennt man den Mangel. Autos abgeben war der Anfang, dann Schreibmaschinen, Pelze bis hin zu Nähnadeln.
      Und immer wurden die Nahrungsrationen der Juden zuerst gekürzt,
      Doch auch auf Marken gab es teilweise nichts zu kaufen. Es war einfach nicht genug da.

      Die Deutschen gaben den Zwangsarbeitern und auch an die Juden immer was ab. Natürlich nicht jeder Deutsche.

      Die in den KL´s konnten sich Pakete schicken lassen, doch was sollte man schicken, wenn es nichts gab.
      Ebenso gab es „Einkaufsläden“ in den KL´s, wo man auch kaum was zu kaufen bekam.
      Und so traurig wie es klingt, das Geld was die Insassen hatten, wurde aus Ermangelung an Einkaufsmöglichkeiten in das KL eigene Bordell geschafft (nur in den größeren KL für Männer natürlich).
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      „Das wäre ein extremer Unterschied zu den Rheinwiesen. Dort gab es draußen alles und drin nichts.“
      Diese Aussage ist falsch. Ob wissentlich oder unwissentlich, sei mal dahingestellt.
      Dazu sollten Sie mal Bücher lesen, die diese Zeit beschreiben.

      Es gab Millionen an Flüchtlingen (!) zu den Gefangenen an den Rheinwiesen (!), welche ebenso durchs Land zogen. Von Ost nach West, von Süd nach Nord und ggf. auch umgekehrt.
      Der Hunger war Wegbekleider, denn selbst mit Marken, gab es nichts.
      Manchmal beim Bauern, aber auch dann nur, wenn dieser Bauer zur Abgabe verpflichtet war!!!
      Manchmal in Bahnhofsmissionen, manchmal in den Flüchtlingslagern.
      War aber nie sicher!

      Ganze Wiesen waren vom Gras befreit, weil es gegessen wurde. Auch Baumrinde und ja, auch Tote wurden „gelegentlich gegessen“.
      Und dies mit den Toten ist mir sowohl von Flüchtlingen auf der Flucht, aus KLs, als auch aus russichen Gefangenenlagern bekannt.

      Um die Rheinwiesen gab es somit unmerklich mehr, als in den Rheinwiesen.
      Erst die Verpflegung aus Amiland linderte ab Juni dort die Nahrungsnot. Sowohl in als auch außerhalb der Rheinwiesen.

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