Kommentar zur Diskussion über die Senkung des Wahlalters von 18 auf 16 Jahre

Vor allem die Grünen bringen immer wieder eine Senkung des Wahlalters von 18 auf 16 Jahre ins Spiel. Nun hat eine Studie mitgeteilt, die Jugendlichen seien in dem Alter reif genug zum Wählen. Was ist davon zu halten?

Der Spiegel berichtete am Donnerstag über eine Studie, die von einer IG-Metall-Stiftung veröffentlicht wurde. Im Spiegel konnte man lesen:

„Eine aktuelle Studie von zwei Politikwissenschaftlern der Freien Universität Berlin fügt der Diskussion nun Erkenntnisse aus aktuellen Landtagswahlen hinzu. Sie deuten darauf hin, dass Zweifel an der politischen Reife 16-Jähriger kein guter Grund sind, ihnen das Wahlrecht zu verwehren. (…) Man könne es aber kritisch sehen, wenn Menschen das aktive Wahlrecht bekämen, die andere Rechte noch nicht haben, weil sie nicht volljährig sind. Das ändert aber nichts am Befund: 16-Jährige sind demnach offenbar genauso interessiert an Politik wie 18-Jährige und ebenso informiert.“

Die zwei wichtigsten Punkte wurden hier genannt. Erstens die Frage von Rechten (und Pflichten, worauf hier aber nicht eingegangen wurde) und zweitens die Frage des Interesses an der Politik. Beginnen wir mit letzterem, um herauszufinden, was in den Augen der Forscher ein ausreichendes Interesse an Politik kennzeichnet. Dazu konnte man lesen:

„Die Forscher fragten unter anderem nach dem Interesse an Politik und nach dem Gefühl, politische Entscheidung verstehen und diskutieren zu können. Um den Wissensstand einzuschätzen, fragten sie auch nach dem amtierenden Ministerpräsidenten und dem gültigen Wahlalter im Land. (…) Auch das Gefühl, Politik verstehen und beeinflussen zu können, ist in allen erfassten Altersstufen sehr ähnlich ausgeprägt. Dasselbe gilt für das Wissen um den amtierenden Ministerpräsidenten. Sogar die jüngste Gruppe der 15-Jährigen fällt nicht ab.“

Es ist also jemand „politisch interessiert“, weil er den Namen des jeweiligen Ministerpräsidenten nennen kann? Das reicht allen Ernstes, um als politisch interessierter Mensch zu gelten?

Das lasse ich mal so stehen und komme zu dem anderen Punkt.

Mit der Volljährigkeit bekommen Menschen nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Ab 18 ist man für sein Handeln in jeder Hinsicht voll verantwortlich. Auch das Wählen ist – wenn man es mit der Demokratie ernst meint – nicht nur ein Recht, sondern auch eine Verantwortung. Daher – so meine Meinung – spricht grundsätzlich nichts dagegen, wenn man meint, dass 16-jährige reif genug sind, zum Wählen. Aber dann muss man auch konsequent sein und die damit verbundene Verantwortung ernst nehmen – man müsste dann also die Volljährigkeit von 18 auf 16 Jahre senken. Mit allen Konsequenzen.

In meinen Augen ist es absurd, jemandem das Wahlrecht zu geben, ihm aber auf fast allen anderen Gebieten zu konstatieren, er wäre noch nicht reif genug, die volle Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. In meinen Augen gehört das zusammen.

Wer davon profitieren würde

Am lautesten trommeln die Grünen für die Senkung des Wahlalters. Und das tun sie sicher nicht aus ihrer Liebe zur Jugend, sondern einfach deshalb, weil die Grünen unter den Jugendlichen die beliebteste Partei sind. Die Grünen wollen einfach nur bessere Wahlergebnisse bekommen.

Vor allem im letzten Jahr, als die Friday-Hüpfer die Schlagzeilen beherrschten, haben Grüne verstärkt gefordert, dass Jugendliche schon mit 16 wählen dürfen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Und nun hat der Grünen-Chef Habeck den Vorschlag wieder aus der Kiste geholt, dieses Mal unter einem anderen Vorwand, wie der Spiegel geschrieben hat:

„Grünenchef Robert Habeck spricht sich angesichts der Erfahrungen in der Coronakrise für eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre aus. Es sei „absolut vorbildlich“, wie sich die junge Generation in der Krise verhalte, sagte Habeck der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Junge Menschen sorgten während der Pandemie für Ältere und brächten ihnen Solidarität entgegen. Diese „politische Reife“ müsse anerkannt werden.“

Es ist natürlich legitim, dass eine Partei versucht, bessere Wahlergebnisse zu erzielen und wenn es den Grünen hilft, dass 16-jährige wählen dürfen, dann ist es legitim, dass sie versuchen, sich diesen Vorteil zu sichern.

Was in meinen Augen nicht legitim ist, ist die Verlogenheit. Warum schieben die Grünen alle möglichen Vorwände vor? Mal das Klima, mal Corona, egal, was in Deutschland passiert, die Grünen nutzen es, um eine Senkung des Wahlalters zu fordern. Warum können sie nicht zumindest so ehrlich sein, zu sagen: „Die Interessen der Jugendlichen und unserer Partei decken sich, daher sind wir dafür, sie wählen zu lassen, damit wir ein Mandat bekommen, um deren Interessen zu vertreten.“

Gut, das wäre natürlich gelogen, denn die Grünen sind ja die einzige Partei in Deutschland, die für gar nichts einsteht. Ein paar Beispiele:

  • Die Grünen sind angeblich gegen Erdgas und Fracking, stimmen aber für die Subventionierung von amerikanischem Frackinggas mit deutschem Steuergeld
  • Die Grünen beschließen die Rodung des Hambacher Forstes, um danach mit den Demonstranten dagegen zu protestieren
  • Die Grünen sind angeblich gegen Lobbyismus, gegen Glyphosat oder die Energiewirtschaft, aber es sind Grüne, die als Cheflobbyisten für Glyphosat und die Entschädigungen der Energiewirtschaft für Atom- und Kohleausstieg kämpfen.
  • Die Grünen sind angeblich für den Frieden, bauen aber gerade die Forderung nach völkerrechtswidrigen Kriegen in ihr Grundsatzprogramm ein.
  • Die Grünen sind angeblich gegen Gentechnik, bauen aber gerade eine Gentechnikbefürwortung in ihr Grundsatzprogramm ein.

Die Liste ließe sich fortsetzen. Ich habe über all diese Dinge immer wieder geschrieben und alle genannten Vorwürfe mit Quellen belegt. Die Artikel finden Sie zum Beispiel hier, hier, hier und hier.

Von daher wäre es nicht einmal schlecht, wenn Jugendliche schon mit 16 wählen können, umso schneller besteht die Chance, dass sie bemerken, wie sehr diese Partei sie verar***t.

Aber wenn wir über eine Senkung des Wahlalters diskutieren, dann sollten wir eine generelle Diskussion über die Volljährigkeit führen. Entweder sind junge Menschen mit 16 in der Lage, die volle Verantwortung für ihre Entscheidungen zu übernehmen, oder nicht. Wenn nicht, dann sollten sie mit dem Wählen auch besser noch zwei Jahre warten.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

26 Gedanken zu „Kommentar zur Diskussion über die Senkung des Wahlalters von 18 auf 16 Jahre“

  1. In Anbetracht der Tatsache, dass die Parteien in D nahezu gleichgeschaltet sind, ist es völlig egal, wer wählen darf. Es braucht da keine Einschränkungen mehr, selbst Schwachsinnige kann man wählen lassen. M. M. n. muss man sowieso schon halbwegs schwachsinnig sein, um sich an diesem Affentheater noch zu beteiligen.

  2. Endscheidungen für die Allgemeinheit, dürften wie bei unseren Vorfahren, nur die mit-treffen dürfen, die bewiesen haben, das Sie Verantwortung TRAGEN können und schon einen Familien Sitz und eine Familie mit Kindern gegründet haben. ALLE anderen , sind haltlose Fähnchen im Wind, die sich von Ideologien kaufen lassen.

      1. Eine Wahlerlaubnis nach abgelegter Prüfung in Wahlreife könnte vielleicht dafür sorgen, dass die Wähler erkennen, dass nichts gescheites angeboten wird. Deshalb wird es soetwas auch nie geben in einer Scheindemokratie.

  3. Das alte Spiel, man versucht ein paar Wählerstimmen zusammenzukratzen, wo man glaubt, die her zu bekommen, frei nach dem Motto „Wer mit 20 Jahren kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer mit 30 Jahren noch Kommunist ist, hat keinen Verstand!“ (Winston Churchill fälsch zugeschrieben). Das setzt die Hybris voraus, die eigene, linke Überzeugung sei alternativlos! Oder alle Ausländer würden Rot wählen.
    Wenn dies so wäre, würden alle links wählen! Da wir aber nicht alle links wählen, dürften sich auch eine deutliche Anzahl der nun Wahlberechtigten für nicht linke Alternativen entscheiden, zumal auch jungen Menschen an die Zukunft denken, frei nach dem Motto ”Hire thinkers. Not activists.“ oder ”Let the woke* go broke.“. Wenn diese Neuwähler jetzt alle links wählen, dürfte doch eher obiges Zitat zutreffen, und die von Thomas zitierten Politologen sich selber belogen>/b> haben.
    Aber links und Selbstdenken…
    Und Hadmut Danisch hat in seinem Blog Einiges aufgezählt,
    was Jugendliche noch nicht dürfen!
    *) Wenn das Wort ”woke“ nicht bekannt ist.

  4. Das hier wäre dann das junge Wahlvolk: https://www.youtube.com/watch?v=1eA-pTZN2OU

    Um es einmal mit der notwendigen Deutlichkeit zu sagen! Angesichts der politischen Infantilität, die heute den Jugendlichen vermittelt wird und die sich deshalb auch schon zuvor in der Lehrerschaft breitgemacht hat, dürften, aus der Hüfte geschossen, 80% der 18-jährigen im Grunde nicht wählen gehen, weil sie überhaupt nicht überschauen, wen und was sie da überhaupt wählen! Da wird inzwischen fast jeder zum Rechten oder AfD-ler erklärt, der diese Grünschnäbel mit ihrem politischen Weltbild eines Dreijährigen auf den Topf setzt.
    Normalerweise hätten selbst Gestalten wie die Grünen-Chefs Habeck und Baerbock nichts im Bundestag zu suchen, weil ihnen schlicht und einfach das notwendige Grundwissen für ein politisches Amt fehlt. Was die beiden (neben vielen anderen) von sich geben, ist doch völlig weltfremd und irrational!

  5. Ich war mit 16 überzeugter Grüner.

    Einen anderen Kanzler als Kohl hatte ich nie bewusst erlebt, von Kohl und seinen Lügen hatte ich mehr als genug, aber ich war noch naiv genug um der Opposition zu glauben, dass sie tatsächlich etwas anderes will und nicht nur den Leuten nach der Nase redet, um gewählt zu werden egal wie.

    Wenn ich wieder nur die gleichen (fehlerhaften und vor allem lückenhaften) Informationen hätte, würde ich mich heute vielleicht genauso entscheiden („Merkel und ihr Koalitionspartner müssen weg, also alles andere…“).
    Aber heute, mit einem ganz anderen Informationsstand, würde ich jede andere Partei eher wählen als die Grün*_innen.

    Dass ein 16-jähriger sich interessiert und auch Entscheidungen treffen kann, glaube ich vielleicht — nicht aber, dass ein 16-jähriger genug Erfahrungen hat, um opportunistische Lügen von echten Programmaussagen unterscheiden zu können. Für ein sinnvolles Wahlrecht braucht man beides.

    Wahlrecht nur für diejenigen, die schon mindestens 2 Regierungsparteien erlebt haben, und damit einschätzen können, was gelogen ist und was nicht — 18 ist immer noch zu jung.

    1. Im Kern teile ich deine Meinung, jedoch:

      „Dass ein 16-jähriger sich interessiert und auch Entscheidungen treffen kann, glaube ich vielleicht — nicht aber, dass ein 16-jähriger genug Erfahrungen hat, um opportunistische Lügen von echten Programmaussagen unterscheiden zu können. Für ein sinnvolles Wahlrecht braucht man beides. “

      Glaubst du ernshaft, dass diese Befähigung in den Altersstufen 18+ deutlich besser ausgeprägt ist? Man muss ein aktives Interesse an den Themen haben, um „opportunistische Lügen“ durch aufgebautes Wissen auch wirklich als solche erkennen zu können und selbst dann muss man auch noch über ein gewisses Maß an Selbstreflexion verfügen, um seine eigenen Sackgassen zu erkennen. Ein aktives Interesse haben aber meiner Erfahrung nach nur sehr wenige. Die meisten Menschen haben Meinungen, viel Wissen steckt da jedoch oft nicht dahinter.

      Und einen Faktor darf man auch nicht vergessen: Die Seite des Kapitals verfügt über riesiege Einflussmöglichkeiten in den Medien und über PR Kampagnen. Denk da mal an Bill Gates mit seinen 2 Millionen beim Spiegel oder die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Wenn du auf diese geballte Macht professioneller PR stößt, dann ist es erstmal egal ob du 16 oder 18 bist, es ist so oder so eine extrem schwierige Aufgabe dich dagegen zu stämmen.

      Unterhalte dich mal mit Menschen über die gesetzliche Rente. Dir wird fast immer das Argument demographischer Wandel entgegengebracht werden. Der ist jedoch als Argument dafür, weshalb diesess Rentenmodell nicht funktionieren kann, reine PR.

  6. Aus eigener Erfahrung wäre ich für ein Wahlalter ab 30 Jahren.
    Mit 18-25 hat man in der Regel (es gibt immer Ausnahmen) noch überhaupt keine Ahnung von den Zusammenhängen der Welt und würde entsprechend schlecht wählen. (Das zeigen ja auch die Studien, die jungen Leute würden genau die Parteien wählen, die gegen ihre allgemeinen Interessen handeln.

  7. 16 ist eindeutig zu hoch, ich plädiere für 12, besser 10, oder konsequent ab 6 oder 3, also Schul- oder Kitabeginn. Wer in der Lage ist, bei Nichtschmeckenvon vorgesetztem Brei diesen mit Bäääh auszuprusten, hat sicherlich die Reife, die man bei unseren Regierenden findet.
    Aber mal ernsthaft:
    Senkung von 21 auf 18 machte damals die SPD genau aus dem Grunde, sie brauchte Wählerstimmen.
    Nun sind es wieder die SPD und noch stärker die Grünen, die dieselbe Idee wieder aufkochen wollen, nocht extremer. Es geht nur darum, den möglichst leicht beeinflußbaren Bevölkerungsteil, und das sind Jugendliche, zu umgarnen.
    Wenn ich an mich mit 16-20 zurückdenke, war Sympathie zu oder gegen eine Partei primär abhängig von Sympathie mir bekannter nahestehender Erwachsenen und von denen vertretenen Meinungen. Daraus wurde dann auch ein Parteibeitritt, mit 20, und dann sehr wenige jahre später der Austritt, als ich erkannte wie sehr Vetternwirtschaft und Beziehungen darüber entscheiden, wer welchen Posten erhält, aber nicht, wie befähigt jemand ist. Das war mit 24.
    Wählen mit 16 wäre bei mir nur Nachlaufen hinter Bezugspersonen gewesen, dem Lehrer, den ich toll fand, der Frau in der Volkshochschule, die mal einen netten Vortrag gehalten hatte. Aber eine Entscheidung bei einer Wahl, die Land- oder Bundestansrelevanz hat, wäre nicht fundierter gewesen, als die Entscheidung, welche Farbe mein neues gebrauchtes Auto haben sollte.
    Achso, apropos Auto: dann kommt auch Führerschein mit 16? Das richtige Wahlgeschenk für die dann zu umgarnende Zielgruppe.
    Man sieht deutlich, auf welchen Niveau unsere Parteien sind.

  8. Eigentlich sollte überhaupt nienand mehr Wahlen dürfen. Das würde die Realität besser abbilden. Einzig die Lobbyisten bekommen ein Wahlrecht. Dann kommt das selber raus wie jetzt.
    Natürlich, wenn gerade solch eine verlogene Truppe das fordert, ärgert es einen ja. Aber was solle. Wer von den anderen Parteien hat das Volk im Sinn? Die AFD tut so als ob, die Linke entmachtet diejenigen die sinnvolles vor haben. Und der Rest muss man auch nichts zu sagen.

    1. Die Grün*_innen sind für Volksentscheide, solange sie ein unpassendes Ergebnis ignorieren können — damit können sie sich dann immer profilieren. Wenn ihnen das Ergebnis gefällt, sind sie die tollen Demokraten, die die Entscheidung des Volkes umsetzen, und wenn ihnen das Ergebnis nicht gefällt, sind sie die großen Helden, die sich auch gegen den Widerstand einer Mehrheit gegen die fiesen rechten Nazis, die sie überstimmt haben, stellen.

  9. Zwei der Gründerväter der Grünen, kamen aus der NSDAP.
    Laut dem Plakat hier im Beitrag, wollen die Grünen ein „Neues Europa“.
    Wollte Hitler auch.
    Da bin ich ja mal auf die Bilder aus dem Berliner Olympiastadion gespannt, in der Habeck als Führer vor einer riesigen Horde Kinder steht und sich als Führer feieren lässt…

    Ich bin immer noch der Meinung:
    „Wer die Linken, die SPD oder die Grünen wählt, wählt Hitler!“

    Frage des Tages: Wer hat es gesagt?

    „Geistesschwäche, Geisteskrankheit oder das Vorliegen einer Sucht als mögliche Ursache von Verwahrlosung, begründet den staatlichen Eingriff in die persönliche Freiheit eines Menschen damit, dass die verwahrloste Person ein die Gemeinschaft schädigendes Verhalten zeigt!“

    1. Bei den Grün*_innen und Teilen der SPD ist das sicher richtig — bei den Linken eher weniger, die sind eher durchmischt… Nazi-Unterwanderer in der gleichen Partei wie halbwegs brauchbare (z.B. Wagenknecht, Lafontaine).

      Ich glaube aber nicht, dass sie Habeck als Führer aufstellen (höchstens um die Wahl zu gewinnen, weil er etwas weniger offensichtlich idiotisch ist als viele andere in der Partei). Er ist ein Mann, und das geht ja bei Grün*_innen gar nicht. Wenn wirklich Habeck in eine Position gewählt wird, wo nicht mindestens eine Frau über ihm steht, dann kommt ein „Kompromiss“ wie „2 Jahre lang Führer Habeck, dann 2 Jahre eine Frau um die Gerechtigkeit wiederherzustellen“.

      Heil Baerbock!

  10. Habe ich etwas übersehen, wo gibt es denn diese Studie zu lesen?

    Was aber so niemand irgendwie auf dem Schirm hat ist etwas Anderes. Wir haben beinahe 83 Mio Einwohner von denen ca. 1,1 Mio sich einbilden sagen zu können wo es lang geht. Diese 1,1 Mio setzen uns immer die gleichen Typen vor die Nase ohne das wir anderen 82 Mio etwas tun können.

    https://www.suedkurier.de/ueberregional/politik/Die-zehn-groessten-Parteien-Deutschlands-und-wie-viele-Mitglieder-sie-im-Suedwesten-haben;art410924,10269543

    Nun könnte man ja sagen „Ihr wählt die doch“ aber stimmt das überhaupt?
    Welche Wahl hat der Bürger denn wirklich? Welche Legitimität hätte denn eine Wahl mit mehr als 50% Nichtwähler?

    Nun 16 Jährige in den Ring zu schicken die für Vieles noch nicht in der Verantwortung stehen ist fragwürdig. So lange Eltern die rechtliche Verantwortung tragen so lange nehmen sie das Wahlrecht auch für ihre Kinder wahr.
    Wenn man also Verantwortung auf die jungen Menschen übertragen will dann konsequent. Nicht umsonst spricht man von Rechten und Pflichten.

    Aber ein Blick zu den Jugendorganisationen der Parteien ist schon sehr aufschlussreich. Wie halten es denn die Parteien mit dem Teilen von Rechten ?

    Grüne Jugend

    Ist laut Wiki ein Verein der inhaltlich nicht mit der Partei übereinstimmen muss, sich dann doch als Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen sieht. Das es diese „inhaltliche Unabhängigkeit“ nicht gibt erkennt man u.a. an einem kleinen aber wichtigen Detail.

    „Mitglieder der Partei BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN sind bis zum Alter von 28 Jahren automatisch Mitglieder der GRÜNEN JUGEND.“

    Junge Union und die Schüler Union -Vertreter CDU/CSU

    https://www.junge-union.de/ueber-uns/

    https://www.svz.de/deutschland-welt/politik/Abgrenzung-von-Junger-Union-Schueler-Union-fuer-legales-Cannabis-id26309897.html

    Bei der Schüler Union die auch zur Union gehört scheint es bei einigen Themen noch eine Altersgrenze zu geben. Die 21 Jährigen, das Alter nachdem es keinen Ausweg mehr gibt als für den Mist den man verbockt auch gerade zu stehen. Man achtet ganz klar auf das Strafrecht mit seinen besonderen Bedingungen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendstrafrecht_(Deutschland)

    Ab 14 Jahren kann man Mitglied unserer Jugendorganisation, der Jungen Union, werden.
    Das Mindestalter für eine CDU-Parteimitgliedschaft beträgt 16 Jahre.
    Mitglied der JUNGEN UNION kann werden, wer das 14. Lebensjahr vollendet hat. Die Mitgliedschaft erlischt mit der Vollendung des 35. Lebensjahres.

    https://www.junge-union.de/satzung/

    Die CDU lehnt die Herabsetzung des Wahlalters ab.

    Solid- Die Linke

    „Mitglied können alle Personen im Alter von 14 bis 35 werden. Mitglieder der Mutterpartei Die Linke im entsprechenden Alter werden automatisch zu passiven Mitgliedern im Jugendverband.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Linksjugend_Solid

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/192255/umfrage/durchschnittsalter-in-den-parteien/

    Wir sehen hier eine gute Mischung aber allein die merkwürdigen Altersangaben bis wann man einer Jugendorganisation zugerechnet wird erzeugt dicke ?.

    Noch deutlicher als die Alters-Realität in den Parteien ist dann noch eine andere Betrachtung.

    „Betrachtet man die Altersverteilung der Mitgliederschaften, so wird deutlich, dass jüngere Bürgerinnen und Bürger bis 30 Jahre in allen Parteien deutlich unterrepräsentiert sind“

    Etwa 22 Prozent der Bevölkerung Deutschlands ab 14 Jahren gehören der Gruppe der 14-30-Jährigen an, bei den Mitgliedern der SPD sind es dagegen nur 7,5 Prozent, bei den Grünen 13 Prozent und bei der Linkspartei 14 Prozent, ca 6 Prozent bei CDU/CSU, 10% bei der FDP.

    Sonderlich gefragt scheint die Meinung der Jugend nicht zu sein. Also darf man die Absenkung des Wahlalters getrost als das ansehen was es ist, Posten Sicherung.

    Würde man es ernsthaft in Erwägung ziehen müsste man dann nicht auch pro Parteiliste ca. 20% Anteil ab 18 Jahre finden? 16 Jahre geht nicht weil die besonderen Bestimmungen im Arbeitszeitgesetz Überstunden u.a. nicht so einfach zulassen.

    Was nutzt also ein Wahlrecht wenn ich das Möglichkeit zur Umsetzung meiner Wahlgründe ( grün, sozial oder was auch immer) für eine Partei zeitnah nicht auch habe?

    Schaut man auf Inhalte der Jugendorganisationen dann kann man zumindest erahnen warum man die Jugend aussperrt. Sie müssen erst noch lernen das „ich will“ nicht das Maß der Dinge ist sondern das „wir wollen“.

    1. Es wäre Zeit für eine „Keiner von denen“-Möglichkeit auf dem Stimmzettel – und das kombiniert mit Wahlpflicht.

      Wenn „Keiner von denen“ gewinnt, sind damit alle, die angetreten sind, abgewählt und dürfen bei der darauf folgenden Neuwahl nicht mehr antreten.

      Das wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Ende der gleichgeschalteten Parteien.

  11. Wie wäre es mit dem Amerikanischen System, dass man sich anmelden muss um Wählen zu „dürfen“, und dann meinetwegen auch ab 16? Also irgendwie habe ich das Gefühl dass die Wahlbeteiligung dann ziemlich niedrig wäre…

    1. Sehr geehrte/r Frappa, die Amis müssen sich vor Wahlen anmelden, um zu sagen : Hallo ich jetzt hier, denn ein offizielles Einwohnermeldeamt gibt es nicht. Ein inoffizielles ist in den Speichern, der Geheimdienst Computern.

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