Kategorien: Aktuelles

Meinung zum neuen Organspende-Gesetz: Wie man das Problem ganz einfach lösen könnte

In Deutschland wird derzeit der Organspende-Vorstoß von Gesundheitsminister Spahn diskutiert, der es erlaubt, allen, die nicht explizit abgelehnt haben, nach ihrem Tod Organe zu entnehmen. Das Gesetz überrascht mich, denn die Lösung wäre so einfach…

Es ist bekannt, dass es zu wenig Spenderorgane gibt und dass jedes Jahr viele Menschen in Deutschland sterben, während sie auf ein Spenderorgan warten. Und es ist bekannt, dass es Menschen gibt, die absolut dagegen sind, dass ihnen nach ihrem Tod Organe entnommen werden. Wie bekommt man das unter einen Hut?

Die derzeitig geltende Regelung ist so ziemlich die schlechteste, die man sich vorstellen kann. Jeder kann einen Organspenderausweis ausfüllen, aber den hat man nicht immer dabei. So kann es passiere , dass Menschen einen Unfall erleiden, die eigentlich bereit waren, Organe zu spenden, deren Organe aber nicht entnommen werden, weil sie den Ausweis nicht dabei hatten. Und geradezu unmenschlich ist es, dass derzeit – kaum das ein geliebter Mensch gestorben ist – die Angehörigen entscheiden müssen, ob ihm Organe entnommen werden dürfen. Das überfordert viele, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Als mein Vater gestorben ist, war ich nicht in Deutschland. Und meine Verwandten, die im Krankenhaus waren, waren unsicher, wie sie entscheiden sollten. Mein Vater hatte keinen Organspenderausweis, aber ich weiß aus ungezählten Gesprächen mit ihm, dass er seine Organe gespendet hätte. So konnte ich dann telefonisch davon erzählen und sein Wille wurde erfüllt.

Ein weiteres Problem der Gegner der Organspende ist, dass sie die Frage des Hirntodes anzweifeln und daher gegen Organspenden sind, weil sie das für eine Tötung eines noch lebenden Menschen halten. Das kann man lange diskutieren, es geht aber am Thema Organspende vorbei. Hirntote werden so oder so von lebenserhaltenden Maßnahmen abgeschaltet und sterben nach sehr kurzer Zeit an Organversagen. Ich weiß von Meldungen, dass Menschen nach festgestelltem Hirntod wieder zu sich gekommen sind, aber das sind sehr wenige Einzelfälle.

Das betrifft aber nicht die Frage der Organspende, es betrifft die medizinische Frage, wann ein Mensch „tot“ ist. Die Frage kann man diskutieren. Aber es ist eben so, dass nach dem – wie auch immer definierten und festgestellten – Tod die Lebenserhaltung abgeschaltet wird und dann recht schnell die Organe absterben und der Patient auch endgültig stirbt, indem Herzschlag und Atmung aufhören. Leider sind nach einem solchen Tod, viele Organe vorher abgestorben und nicht mehr zur Spende geeignet.

Daher plädiere ich dafür, diese zwei Fragen zu trennen, also die Frage danach, wann ein Mensch als medizinisch tot gilt und die Frage der Organspende. Eine Ablehnung der Organspende hat keinen Einfluss darauf, wann man für tot erklärt wird, das gilt für alle gleichermaßen.

Aber Fakt ist, dass viele Organe, die Verstorbene bereit waren zu spenden, nicht gespendet werden. Andererseits sterben Menschen, die noch Jahrzehnte hätten weiterleben können, während sie auf ein neues Organ warten. Das ist ein unhaltbarer Zustand.

Nun will Spahn das umdrehen. Wer nicht explizit abgelehnt hat, dessen Organe werden entnommen. Das hat die gleichen Schwächen, denn nicht jeder, der das explizit ablehnt, hat ein entsprechendes Dokument bei sich, wenn ihn der Tod unvorhergesehen – zum Beispiel durch Unfall oder Infarkt – ereilt.

Dabei wäre es so einfach, das zu lösen: Jeder Mensch in Deutschland muss einen Personalausweis haben. Man könnte also eine Datenbank einrichten und jeden Menschen, der einen neuen Personalausweis bekommt, bei der Gelegenheit fragen, ob er bereit ist, Organe zu spenden, oder nicht. Diese Entscheidung könnte jederzeit geändert werden, indem man zum Einwohnermeldeamt geht und mitteilt, man habe die Meinung geändert.

Diese Regelung würde alle bestehenden Probleme auf einen Schlag lösen.

Es würde jeder, der Organe spenden möchte, auch Organe spenden und jeder, der das nicht würde, könnte sicher sein, dass ihm nach seinem Tod keine Organe entnommen werden, zum Beispiel weil die Angehörigen es erlauben. Und vor allem: Man müsste die Angehörigen in dieser Situation nicht mit dieser Frage konfrontieren.

Außerdem würde wahrscheinlich die Zahl der verfügbaren Organe steigen, was viele Leben retten würde.

Aber die geballte Kompetenz in der deutschen Regierung ist nicht in der Lage, eine so einfache, gerechte und hilfreiche Lösung zu finden.

Das war meine Meinung, ich lade alle ein, ihre Meinung als Kommentar zu hinterlassen.

Nachtrag: Nachdem ich den Artikel veröffentlicht habe, hat der Bundestag Spahns Vorschlag abgelehnt und dafür gestimmt, dass die Menschen nun öfter an die Frage erinnert werden (vom Hausarzt und beim Abholen eines Personalausweises). Aber es bleibt freiwillig und die von mir vorgeschlagene zentrale Datenbank, an die man beim Abholen des Perso seine Entscheidung melden muss, sind nicht Teil des Gesetzes. Es wird sich also kaum etwas zu bisher geltenden Regelung ändern. Besser wäre aus meiner Sicht gewesen, wenn die Menschen beim Erhalt des Perso eine verbindliche Antwort geben müssten, die sie jederzeit ändern können und die dann in einer zentralen Datenbank vermerkt wird.


Bis Ende Januar können Sie mein neues Buch vorbestellen und bekommen dann ein von mir Hand signiertes Exemplar zugeschickt. Das Buch ist eine Sammlung der dreistesten „Ausrutscher“ der „Qualitätsmedien“ im Jahre 2019 und zeigt in komprimierter Form, wie und mit welchen Mitteln die Medien die Öffentlichkeit in Deutschland beeinflussen wollen. Von „Berichterstattung“ kann man da nur schwer sprechen. Über den Link kommen Sie zur Buchbeschreibung.

Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

Zeige Kommentare

  • Mal einfach gesagt: Ich hätte kein Problem damit, ein Organ zu spenden, aber ich hätte in diesem besten aller Deutschlands die Befürchtung, daß mir irgendein Arzt vorher den Saft abdreht, weil er einen "Kunden" hat, der dringend eine neue Leber braucht und dafür den neuen Porsche des Arztes finanziert.

  • Da gibt es wohl kaum etwas zu diskutieren, Sie haben die vernünftigste Lösung gefunden, werter Herr Röper. Vernunft von dieser Regierung zu erwarten ist allerdings sinnlos, sie treibt lieber Säue durchs Dorf.

    Persönlich lehne ich Organspenden ab. Zunächst mal würde ich mich ekeln, mit einem fremden Organ in mir zu leben, weiterhin weiß ich auch nicht, was nach dem Tode geschieht und ob man dafür bspw. nicht den gesamten verwesenden Körper braucht. Mein stärkstes Argument dagegen ist allerdings die Überbevölkerung. Von mir gibt es jedenfalls keine Organe und ich wil auch keine für mich oder meine Lieben. Selbst lebenserhaltene Maßnahmen lehne ich ab, was aber nicht bedeutet, dass ich lebensrettende ablehne. Nur müssen diese ein wirkliches Leben ermöglichen, kein dahinvegetieren.

  • Organspende kann nur bei Hirnverletzten (auch durch Schlaganfall) durchgeführt werden. Also ein Herzinfakt wird nie zum Organspender und da liegt das Problem in D.

    • Falsch, auch ein am Herzinfarkt Verstorbener kann Organspender sein, wenn der Tod noch nicht lange eingetreten ist. Mein Vater zum Beispiel war "komplett tot", also kein Herzschlag, keine Atmung, keine Hirnaktivität. Trotzdem konnten ihm noch Organe entnommen werden.

  • Da haben Sie ein heißes Eisen angefasst! So einfach ist das alles nicht.

    Sie tadeln doch auf Ihrer Seite die Unehrlichkeit in Form von Propaganda usw. an. Ein christlicher Wert ist, die Wahrheit zu sagen und in ehrlicher Absicht zu handeln.

    So auch hier. Ein Mensch im Koma (Hirntod) lebt noch. Organe sind nur dann brauchbar, wenn sie einem Lebenden entnomen werden. Ob ein Koma-Patient am Anfang einer Sterbephase ist oder wieder erwacht, kann niemand mit Gewissheit feststellen. Also, bleibt es MORD, wenn man Organe entnimmt.

    Außerdem bleiben die Empfänger zeitlebens schwerst-kranke Patienten, da ein Fremdorgan vom Körper abgelehnt wird. Nur durch Lahmlegen der Immunabwehr kann man so ein Fremdorgan einsetzen. Das hat schwerwiegende Folgen. Übrigens, Organe können sich häufig auch wieder regenerieren.

    Pastor Tscharntke hat sich in einer Predigt zum Thema Gebot "du sollst nicht morden" der Organspende gewidment, wobei er auch medizinische und historische Fakten erläutert:
    https://www.youtube.com/watch?v=YUQsJA3tJu0

    Das ist eine lange Predigt, ca. 1:15, aber sher aufschlußreich. Sie werden danach anders urteilen, davon bin ich überzeugt.

    Oder auch als Dukument, unter Orientierungen, scroll down bis zum PDF.
    https://nbc-jakob-tscharntke.de/Orientierungen

    • Ich bitte Sie, sich tiefer zu dem Thema zu informieren. Koma ist kein Hirntod, wir sollten schon bei den Fakten bleiben.
      Ansonsten sind die Meinungen frei, jeder soll seinen Standpunkt haben. Dafür stehe ich ausdrücklich und ich freue mich, wenn Menschen eine andere Meinung haben, als ich.
      Aber wir sollten von den Fakten ausgehen.

      • Hirntod ist nur eine neue Definition des Zustandes, das man i.a. Koma nennt. Es mag Spezialfälle geben, wie bei Ihrem Vater. Aber er atmete nicht mehr.

        Das Alles thematisiert die Predigt, gem. von Dokumenten einer sog. bioethics group (oder so ähnlich) in Boston, ca. 1967. Also, FAKTEN.

        Seien Sie nicht vorschnell. Sie verlangen von Ihren Lesern auch, das sie erst vollständig lesen...

  • Glücklicherweise wurde der Spahn-Vorschlag abgelehnt!
    Nicht auszudenken was sich abspielen würde wenn jeder als potentieller Organspender gilt - Die Organ-Mafia würde sich de Hände reiben und dürfte sich auf ein tolles Geschäft freuen!

    Grundsätzlich lehne ich die Organspende ab - die Natur hat sich etwas dabei gedacht, dass ein Leben endlich ist!
    2. Nur ein Organ zu spenden OHNE, dass bekannt ist welche Erkrankungen und Medikamenten-Therapien er hatte, ist aus meiner Sicht absolut verantwortungslos.
    3. Wer glaubt, man bekommt ein fremdes Organ und schon geht das Leben lustig weiter, ist vielleicht doch sehr naiv? Diese Menschen sind ein Leben lang in schwersten Behandlungen. Von Leben genießen kann dann keine Rede sein...
    Man sagt nicht umsonst - die Hoffnung ist das Übelste aller Übel wenn sie das Leiden verlängert.
    Und um auch das klar zu stellen - selbstverständlich würde ich persönlich kein fremdes Organ haben wollen.

    Aber wenn den Menschen nicht zu helfen ist (da sie ja ein natürliches Leben auf diesem Planeten ablehnen) wäre eine Variante bei der Krankenversicherung die Erklärung abzugeben, es auf die "Gesundheitskarte" zur Einsicht für JEDEN Arzt zu hinterlegen. Wobei ich dann immer noch dafür wäre, dass ALLE Erkrankungen des Organspenders auch dort zu hinterlegen sind....

    • Aua...Die Natur denkt nicht! Wenn Sie oder einer Ihrer liebsten mal in so eine Situation kommt werden Sie Ihre Ansichten sofort über den Haufen werfen. Ich wünsche Ihnen trotz dem das es nie dazu kommt.
      Werden Sie glücklich, nehmen Sie Ihre Organe mit (wofür auch immer) aber sehen Sie ein das das Ihre Meinung ist und nichts allgemein gültiges.
      Sie erinnern mich mit Ihrem Gerede an religiöse Fanatisten.

      • @jsm36: "Aua…Die Natur denkt nicht!"

        Woher wissen Sie denn das? Das ist ein Dogma und klingt viel eher nach einem religiösen Fanatiker. Religionen arbeiten mit Dogmen, Wissenschaftler und Philosophen nicht. ;)

  • Sehr effinzienter, transparenter & einfacher Ansatz!
    Was ich noch ergänzen würde: Die Wartelisten sollten die persönliche Bereitschaft widerspiegeln. Wer sich selbst zur Organspende bereit erklärt, steht in der Warteliste automatisch vor den Menschen, die sich nicht zu einer Organspende bereit erklärt haben.
    Wer auf die Warteliste möchte, wird darüber aufgeklärt, dass die eigene Bereitschaft, ein Organ zu spenden, ihn auf der Liste nach vorne rücken lässt. Entscheidet sich der Kandidat dann dafür, selbst zur Organspende bereit zu sein, kann er diese Entscheidung später (nachdem er selbst ein Spender-Organ erhalten hat) nicht wieder rückgängig machen.

  • Was die Lebensqualität von Organspendenrezipienten anbelangt: So ziemlich alle Dialysepatienten berichten, wie sehr sich ihr Leben durch eine Nierentransplantation wesentlich verbessert hat. → Fiona Coote erhielt im Alter von 14 ein neues Herz und feierte vor einer Woche ihren 50. Geburtstag. Viele Empfänger von Retina-Transplantaten sind heutzutage sicherlich froh wenn sie Putin mit freiem Oberkörper durch die Tundra reiten sehen können. Manche sind bereits mit den "Simpsons" zufrieden.

    Der Vorschlag des Autors, eine zentrale Datenbank einzurichten ist höchst intelligent. Wenn er geeignete Vorschläge hätte, wie man das Gesundheitswesen noch weiter privatisieren könnte, dann wäre er glatt ministrabel. Was mir fehlt, ist die Reziprokation: nur Leute die selbst seit mindestens fünf Jahren als potentielle Spender eingetragen sind, sollten auch erhalten. Das Risiko von "rogue" Ärzten verringert sich mit der allgemeinen Verfügbarkeit von Organen aufgrund breiterer gesellschaftlicher Akzeptanz.

    Das besondere Engagement von Herrn Röper hier BTL begrüße ich und zolle hiermit besonderen Respekt.

  • Meine persönliche Einstellung dazu:

    Wenn meine Zeit abgelaufen ist dann akzeptiere ich das.
    Für mich ist der Begriff "lebenswert" streng mit bestimmten Fähigkeiten verbunden z.B. Bewegung, Denken, Entscheidungen.

    Also beantworte die Frage was für mich lebenswertes Leben ist mit "wenn ich das ... nicht mehr kann will ich nicht leben.
    Allein mit dieser Frage kann sich jeder einmal selbst prüfen und wird schnell feststellen wie machtlos er ist. Er wird schnell feststellen, das Andere sich das Recht rausnehmen zu entscheiden was gefälligst lebenswert zu sein hat.

    Allein dieser Umstand irgendwie "gerettet" zu werden ist erschreckend.
    Das Wunder "Mensch zu sein" hat ein Wesensmerkmal, den freien Willen/ Entscheidungen zu treffen und zwar wann, wo,wie und mit wen.

    Wann? Wenn ich es für nötig halte.
    Wo? In meinem Familienkreis.
    Wie? Keiner außer ich selbst kennt meine Familie also bleibt das Mittel zur Wahl bei mir.
    Wen? Den unmittelbar betroffenen also Familie und Bestatter denn alle Anderen betrachte ich nur als Empfänger meiner Willensbekundung. Mein Wille ist nicht verhandelbar.

    Was bei der aktuellen Diskussion etwas ins Hintertreffen geraten ist, ist etwas Anderes, etwas worauf ich keinen Einfluss habe.
    In sehr guten Artikeln zu dem Thema liest man etwas von Sensibilisierung innerhalb der Ärzteschaft.
    Das erstaunt doch sehr wenn man bedenkt wie Überlebens wichtig das Thema ist.
    Das klingt so als würden Ärzte Dienst schieben und dann nichts wie weg. Man hat also in der Vergangenheit es nicht sonderlich eilig gehabt sich damit zu befassen. Warum?

    "Das Problem hat also nicht mit schwindender Akzeptanz wegen der Organverteilungsskandale der letzten Jahre zu tun, sondern liegt im Wesentlichen in den Krankenhäusern. Die ganz überwiegende Menge der Organspender kommen aus immer den gleichen wenigen Krankenhäusern. Viele große Krankenhäuser mit Intensivstationen liefern praktisch nie Organspender."

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/198247/Organspende-Arbeit-und-Kosten

    "Die Auswertungen der DSO zeigen, dass die Organspende bei der Mehrzahl der potenziellen Spender gar nicht in Erwägung gezogen wird. Die Organspende ist bei den Verwaltungsleitern der Kliniken unbeliebt, weil sie Arbeit und Kosten mit sich bringt, die von den derzeitigen Vergütungen bei Weitem nicht abgedeckt werden. Sie ist unbeliebt bei den Mitarbeitenden auf den Intensivstationen (Pflegepersonal und Ärzte), weil sie zusätzliche Arbeit macht und die Verweildauer auf der Intensivstation verlängert (Feststellung des irreversiblen Hirntods, eventuell aufwendige Voruntersuchungen des Spenders, Organisation der Organentnahmen, Belegung von OP-Kapazitäten). "

    Da muss man also erstmal die geballte Ärzteschaft sensibler machen, Beauftragte benennen und was fehlt noch alles?
    Jetzt tut man so als würden überall Teams nur darauf warten loszulegen. Wie viele Organe wurden wegen solchen Mängeln bisher nicht bereitgestellt?

    Aber jetzt schon einmal vorsorglich Material eintreiben. Schon sitzen die in den Klinik Büros und rechnen ob sich das lohnt und dann wird der Kuchen aufgeteilt. Die Einen schnippeln die Anderen verpflanzen die Kassen zahlen. Ist eben viel einfacher nur zu fordern und vorzugsweise immer von Anderen.

    https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/krankenhaeuser/transplantation/transplantation_finanzierung/finanzierung.jsp

    Allein und ganz nüchtern betrachtet einmal 3 Zahlen. Für ca. 10.000 Wartende standen jährlich rein rechnerisch ca. 1 Mio Tote bereit, selbst wenn man bedenkt das auch Menschen dabei sind die oftmals nicht als Spender in Frage kommen, dann verwundert mich die Tatsache das nicht in jedem Krankenhaus per se umgehend eine Organspendetruppe aktiv wird schon sehr.

    https://www.deutschlandinzahlen.de/no_cache/tab/deutschland/demografie/natuerliche-bevoelkerungsbewegungen/geburten-und-sterbefaelle-insgesamt?tx_diztables_pi1%5Bstart%5D=45

    Mit dem Gesetz jetzt muss man nicht mehr fragen sondern man bedient sich einfach. Fein eingefädelt. Obwohl man ja eventuell etwas von mir will muss ich nun losrennen und nein sagen.

    Als es darum ging Sterbehilfe zu legalisieren da kramte man die Moral und Ethik Keule raus und sagte "nein". Da wollte ja im übertragenen Sinn das Volk was.

    Jetzt nutzt man die gleiche Keule und zwingt dem Volk seinen Willen auf und setzt ein "ja" als gegeben.
    Das Volk kann sich keine Gesetze machen und auch niemanden zwingen. Andersrum geht es super einfach wie man sieht.

    Was kommt als Nächstes, sozialverträgliches Ableben weil Kassenleistungen zusammengestrichen werden? Erinnert sich noch jemand an die Diskussionen? Neue Hüfte mit 80 oder was damals noch alles im Raum stand?

    Und noch etwas zum Thema irgend etwas zentral zu speichern.
    Inzwischen gibt es genug Erfahrungen zur IT Kompetenz in Deutschland.
    Die Gauner stehen schon bereit und schauen zu wie die Datenbank erstellt wird. Wie lange wird es denn dann dauern bis es heißt "verschwand spurlos"?

    Und zum Thema Moral & Ethik

    https://taz.de/Legaler-Handel-mit-Spendernieren-im-Iran/!5335005/

    "Nieren wurden im Iran erstmals 1967 verpflanzt. Nach der Islamischen Revolution im Jahr 1979 waren solche Operationen aber zunächst kaum noch möglich, vor allem wegen der internationalen Sanktionen. In den 80er Jahren durften Patienten für eine Transplantation ins Ausland reisen. Aber die fast überall länger werdenden Wartelisten, die hohen Kosten und vor allem die Folgen des langjährigen Krieges gegen den Irak machten schließlich auch dies unmöglich. Im Jahr 1988 wurde deswegen das System etabliert, das im Wesentlichen bis heute besteht."

    Sehr lesenswerter Artikel !

    https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/organhandel-syrische-fluechtlinge-im-libanon-verkaufen-ihre-nieren-a-932573.html

    "Derzeit würde Spendern 7000 Dollar für eine Niere gezahlt. Die meisten Kunden, die zwischen 12.000 und 15.000 Dollar für eine Niere zahlen sollen, seien Ausländer aus den Golfstaaten, aber auch aus den USA und Europa, so der Mittelsmann. Er selbst erhalte 600 bis 700 Dollar Provision für jedes vermittelte Organ."

    https://www.swr.de/swr2/wissen/Anatomie-Koerperwelten-Gunther-von-Hagens-wird-75,koerperwelten-gunther-von-hagens-wird-75-100.html

    https://bnn.de/nachrichten/suedwestecho/der-umstrittene-plastinator-gunther-von-hagens-wird-75-und-denkt-nicht-ans-aufhoeren

    Da schwang man auch die Keule, ich habe so eine Ausstellung gesehen und fand sie sehr interessant und lehrreich.
    Was für Medizin- Studenten moralisch und ethisch in Ordnung ist kann für die Allgemeinheit nicht unmoralisch und unethisch sein. Lieber so als wenn man täglich X Menschen von Studenten zerlegen lässt.

    Diese ganze Doppelmoral nervt nur noch und wenn der Gesetzgeber meint aus mit eine Ware zu machen dann habe ich einen Preis der genau so hoch ist wie meine Beisetzung. Da kann er froh sein das mich der Wind davontragen wird. Mich trägt man im Herzen da bedarf es kein Grab.

  • Die Aussage zur Ausweispflicht in Deutschland ist nicht ganz korrekt. Jede Person über 16 Jahre muss einen Personalausweis oder Reisepass haben. Das ändert nicht viel, da man natürlich beide Dokumente beim Einwohnermeldeamt abholt. Für Kinder unter 16 wäre die Frage trotzdem noch offen.

  • Dabei wäre es so einfach, das zu lösen: Jeder Mensch in Deutschland muss einen Personalausweis haben.
    Netter Ansatz, allerdings ist es mit dem Perso genauso wie mit dem Organspendeausweis. Wer hat ihn/sie immer dabei? Ich besitze beide, habe sie allerdings nicht immer bei mir, wenn ich das Haus verlasse.
    Ansonsten ist es auf jeden Fall ein sehr kontroverses Thema, von dem ich denke, unsere Politik kriegt es nicht auf die Reihe, wie so vieles.
    Ich persönlich bin bereit Organe zu spenden, möchte selbst aber keine, genauso wenig wie Lebenserhaltende Maßnahmen durch Maschinen, alles durch Patientenverfügung/ Patiententestament notariell abgesegnet, die Kinder sind entsprechend informiert, ob sie sich im eintretenden Fall tatsächlich daran halten werden? Man hängt an denen die man liebt und schnell sind die Argumente der Verwandschaft, die unterstellt es ginge nur ums Erbe. Selbst schon erlebt...
    Das Argument von Max Strauss würde ich noch dahingehend erweitern, dass nur der ein Anrecht auf ein Spendeorgan hat, der selbst bereit ist zu spenden. Das würde das Problem allerdings auch nicht lösen. Auch die Argumente bezüglich des möglichen Schindluders durch korrupte Ärzte ist nicht von der Hand zu weisen. Ich erinnere mich an die 80iger? Jahre, in denen ein Fürst von Thurn & Taxis innerhalb eines halben Jahres 2 Spendeherzen bekam. Genutzt hats nix, aber war das Zufall?

    • Sie haben den Kern der Idee nicht verstanden. Es soll nicht im Perso vermerkt werden, sondern in einer zentralen Datenbank. Das Krankenhaus muss nur die Identität des Menschen kennen und kann in der Datenbank anfragen, wie er sich zur Organspende entschieden hat. Der Perso selbst ist dazu nicht nötig.

Aktuelle Posts

Das russische Außenministerium über die Anhörung zu Fälschungsvorwürfen von Whistleblowern gegen die OPCW

Bei der OPCW gab es eine Anhörung über die Vorwürfe von Whistleblowern über Fälschungen von…

24. Februar 2020

Anhörung über Auslieferung von Julian Assange haben begonnen – Die aktuellen Entwicklungen

Heute beginnt in London die Verhandlung um die Auslieferung von Julian Assange in die USA.…

24. Februar 2020

In Russland wurden angeblich „linke Aktivisten“ gefoltert – Wie in Russland darüber berichtet wird

Letzte Woche gab es Berichte über angebliche Folter in Russland. Am Sonntag hat das russische…

24. Februar 2020

Homophobie in Russland? Ein Kommentar des russischen Fernsehens

In der russischen Verfassung soll im Zuge der Verfassungsänderungen auch der Begriff der Ehe als…

23. Februar 2020

US-Haushalt 2021: US-Außenministerium bekommt fast eine Milliarde für anti-russische Propaganda

Die USA stellen im nächsten Haushaltsjahr allein dem Außenministerium fast eine Milliarde Dollar für den…

22. Februar 2020

TASS-Interview: Putin im O-Ton über das Verhältnis zu Ukraine

Der russische Präsident Putin hat der TASS ein über dreistündiges Interview gegeben, aus dem ich…

22. Februar 2020