Nordstream 2: Zwei russische Spezialschiffe vor Mukran eingetroffen – Wann wird der Bau wieder aufgenommen?

Möglicherweise sehen wir in den nächsten Tagen, wie es mit Nordstream 2 weitergeht, denn nun sind beide russischen Schiffe, die Pipelines verlegen können, vor der mecklenburgischen Küste angekommen.

Ich habe über das Verwirrspiel, das die Russen um den Kurs der „Akademik Tscherski“ veranstaltet haben, berichtet. Das Schiff hat sich im Februar aus dem fernöstlichen russischen Hafen Nachodka auf den Weg gemacht und ist nun in der Ostsee eingetroffen. Noch vor zwei Wochen, als das Schiff schon im Ärmelkanal unterwegs war, hat es seinen offiziellen Zielhafen erneut geändert und war angeblich wieder auf dem Weg Nachodka.

Die Russen haben zwei Spezialschiffe, die Pipelines verlegen können. Vor allem für flache Küstengewässer sind sie ganz gut geeignet. Das eine Schiff, die „Fortuna“, ist bereits vor Ort, nun ist die „Akademik Tscherski“ dazu gestoßen. Am 9. Mai meldeten russische Medien unter Berufung auf für jeden einsehbare, sozialisierte Internetseiten, dass die „Tscherski“ vor Mukran Anker geworfen hat.

Nun ist die Frage, wie es weitergeht. Welches Schiff wann die Arbeiten an der Pipeline wieder aufnehmen wird und wann mit einer Fertigstellung der Pipeline zu rechnen ist, wurde nicht mitgeteilt. Russland macht daraus ein Geheimnis, wohl vor allem deshalb, weil die USA in den Startlöchern stehen, die weiteren Arbeiten auf jede erdenkliche Art und Weise zu stören. Man will die USA anscheinend möglichst lange im Unklaren lassen, damit sie nicht wissen, gegen wen sie nun wieder Sanktionen verhängen können, um das Projekt zu stören oder endgültig zu verhindern.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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