Putin im O-Ton über Corona, den russischen Impfstoff, die Wirtschaft und die Lage in Weißrussland

Heute wurde ein Interview mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin veröffentlicht, in dem er auf die meisten der aktuellen Themen eingeht. Ich habe das Interview übersetzt, um den Lesern in Deutschland die russische Sicht auf diese Themen zu zeigen.

Beginn der Übersetzung:

Journalist: Guten Tag, Wladimir Wladimirowitsch.

Wladimir Putin: Guten Tag.

Journalist: Was auch immer jetzt passiert, egal worüber wir sprechen, im Hintergrund ist immer dieses Coronavirus.

Wladimir Putin: Ja.

Journalist: Was halten Sie von der berüchtigten zweiten Welle, vor der viele Menschen Angst haben?

Wladimir Putin: Was ist die zweite Welle – ist sie das, wie darüber gesprochen wird, oder wie die Medien über die zweite Welle sprechen?

Journalist: Nun, wir sind alle in diesen Monaten ein bisschen Wissenschaftler geworden, die zweite Welle ist so ein gebräuchlicher Ausdruck.

Wladimir Putin: Ein bisschen sind wir das, ja, ein bisschen, das ist wahr. Aber tatsächlich geht es um die Entwicklung der epidemiologischen Situation. Die Experten empfehlen, diesen Ausdruck zu verwenden.

Journalist: In Europa entwickelt sie sich, die Zahlen steigen…

Wladimir Putin: Es ist klar, warum, das ist eine offensichtliche Sache, es liegt an der Oberfläche: die Ferienzeit, viele Menschen sind an den Stränden, Menschenmassen sind in Bars, in Restaurants.

Journalist: Oder ist es generelle Disziplinlosigkeit?

Wladimir Putin: Ja, natürlich. Dieser Individualismus, nicht die Interessen der überwiegenden Mehrheit der Gesellschaft zu berücksichtigen, führt dazu, dass wir in einigen Ländern einen Ausbruch der Krankheit erleben, sie kehrt zurück. Aber ich hoffe zunächst einmal, dass dies doch nicht geschehen wird, weder in Europa, noch in anderen Teilen der Welt.

Bei uns sind recht viele Menschen erkrankt, aber wir haben eine der niedrigsten Sterblichkeitsraten der Welt. Und das ist nichts anderes als ein Beweis für die Bereitschaft unseres Gesundheitssystems, die nötigen Kräfte zu mobilisieren und rechtzeitige Entscheidungen zur Verringerung von Bedrohungen zu treffen. (Anm. d. Übers.: Putin schreibt die niedrige Sterblichkeit in Russland dem russischen Gesundheitssystem zu. Ich habe da meine Zweifel, denn Russland zählt die Corona-Opfer einfach korrekter, als der Westen. Nach den mir vorliegenden Zahlen aus den bisher verfügbaren Antikörperstudien ist die Sterblichkeit überall so niedrig, wie in Russland. Aber meine Vermutung ist, dass Putin nicht die Zählweise anderer Staaten kritisieren will, sondern diese Vorlage der künstlich nach oben manipulierten Zahlen aus dem Westen kurzerhand nutzt, um das russische Gesundheitssystem zu loben. Aber das ist nur meine Vermutung)

Ich sage es immer wieder, ich bewundere die Arbeit unserer Ärzte. Das gehört zu den Traditionen aller Völker Russlands, des russischen Volkes und der anderen Völker unseres Landes, alles zu mobilisieren, wenn es eine gemeinsame Bedrohung gibt. Und so ist es wieder geschehen. Aber man muss auch den Behörden sowohl auf föderaler, als auch auf regionaler Ebene Tribut zollen. Ihnen ist es gelungen, die notwendigen Ressourcen zu mobilisieren und sie auf die Lösung der Hauptaufgabe zu konzentrieren.

Denn, das habe ich oft gesagt, wir setzen auf die Hauptsache – das Leben und die Gesundheit der Menschen. Und diese allgemeine Mobilisierung und dieser Punkt haben, wie sich herausstellte, zu sehr effektiven Lösungen geführt und uns ist es gelungen, den Höhepunkt – ich hoffe, dass wir den Höhepunkt überwunden haben – der Krankheit zu überwinden und die notwendigen Bedingungen für die weitere Arbeit zu schaffen.

Aber das sage ich immer, wenn ich die Gelegenheit habe, öffentlich…

Journalist: Hier steht der Bildschirm, über den Sie Sitzungen abgehalten haben. Zum Beispiel am vergangenen Mittwoch mit der Regierung.

Wladimir Putin: Ja, absolut. Was ich öffentlich sagen möchte, wenn ich die Gelegenheit habe, ist folgendes und ich möchte es auch im Gespräch mit Ihnen unseren Bürgern mitteilen und sie bitten, trotz aller Unannehmlichkeiten zu bedenken, dass das Virus nicht verschwunden ist. Denken Sie daran und halten Sie sich – wenn möglich – an die Maßnahmen, die uns Experten empfehlen. (Anm. d. Übers.: Wie man sieht, setzt Russland bereits auf Freiwilligkeit, Zwagsmaßnahmen und Bußgelder gibt es im Alltag nicht)

Das ist heute nötig. Und je disziplinierter wir sind, desto eher können wir zur Normalität zurückkehren.

Wir forschen viel, auch zur sogenannten Herdenimmunität. Es ist bereits klar, dass die Immunität der Bevölkerung in acht Regionen der Russischen Föderation 25 Prozent übersteigt. Insgesamt deutet das darauf hin, dass, wenn wir es ruhig angehen und weitere Ausbrüche der Krankheit nicht zulassen, dann…

Journalist: Wird die Zahl der Infizierten immer weiter wachsen?

Wladimir Putin: Nun, irgendwas wird wachsen, ich hoffe, das geht vorbei… Jetzt sind die Zahlen rückläufig, das wissen wir. Aber irgendwann wird die Situation vollständig stabilisiert sein, denn wir haben die notwendigen Reserven an Spezialbetten geschaffen, wir haben die notwendigen Grundlagen für den individuellen Schutz geschaffen und wir haben ausreichend Medikamente zur Bekämpfung der Folgen einer Coronavirus-Infektion. Und jetzt, das ist bekannt, haben wir einen Impfstoff registriert.

Journalist: Nicht so schnell, darauf kommen wir gesondert.

Wladimir Putin: Okay.

Wie auch immer, dieses ganze Arsenal steht uns zur Verfügung. Wir führen regelmäßig Studien durch und unsere Experten wissen bereits, was und wie zu tun ist, um sicherzustellen, dass die Krankheit so sanft wie möglich verläuft, ohne schwerwiegende Folgen. All dieses Wissen wird sicherlich in Zukunft von uns genutzt werden.

Journalist: Wladimir Wladimirowitsch, ich hatte das Gefühl, dass ich meinen Job gewechselt hatte. Das war, als Sie den Impfstoff angekündigt haben.

Meine lateinamerikanischen Freunde – es hat sich in meinem Leben so ergeben, dass ich eine enge Beziehung zu diesem Teil der Welt habe -, haben mich zum Korrespondenten von TV Argentina, Uruguay und so weiter gemacht. Und die meisten von ihnen waren – so wie ich auch – sehr beeindruckt davon, dass Sie Ihre Tochter erwähnt haben, die den Impfstoff getestet hat. Ich weiß, wie sensibel Sie bei persönlichen Angelegenheiten sind. Aber unmittelbar danach kam die Kritik, vor allem aus den Vereinigten Staaten und aus Europa.

Übrigens haben Sie am Mittwoch von diesem Büro aus mit der Regierung gesprochen und den zweiten Impfstoff erwähnt. Aber was sagen die anderen: „Nun, was für ein Impfstoff soll das sein. Er hat nur zwei von drei erforderlichen Testphasen bestanden. Was ist los mit diesen Russen?“

Wladimir Putin: Nein. Wir haben alles getan, was wir tun müssen, um ihn zu registrieren. Unter Einschränkungen, wie es genannt wird. Und diese Einschränkung ist die weitere Erforschung dieses Medikaments während seiner Anwendung. Wir haben dies also in strikter Übereinstimmung mit dem russischen Recht getan und die russischen Gesetze stehen im Einklang mit der weltweiten Praxis und den Regulierungsvorschriften, die in anderen Ländern gelten. (Anm. d. Übers.: In allen Ländern wird ein Impfstoff in der dritten Phase an Tausenden Freiwilligen im Alltag erprobt, genau das geschieht gerade in Russland, ich habe darüber ausführlich berichtet)

Wir haben sowohl präklinische Versuche, als auch klinische Versuche an Tieren und dann an Freiwilligen erfolgreich durchgeführt und für unsere Spezialisten ist heute offensichtlich, dass dieser Impfstoff eine stabile Immunität bildet, dass Antikörper erscheinen, wie meine Tochter sie Gott sei dank hat, und er ist harmlos. Und meine Tochter fühlt sich wohl.

Journalist: Hat Sie sich übrigens mit Ihnen beraten, hat sie Sie vorher konsultiert? Sie ist natürlich eine erwachsene Frau.

Wladimir Putin: Sie ist eine erwachsene Frau. Sie sagte mir nur, dass sie diese Entscheidung getroffen habe.

Journalist: Freiwillig oder als Teil ihres Jobs?

Wladimir Putin: Als Freiwillige, aber auch mit Blick auf ihren Beruf.

Journalist: Ist das die Tochter, die in der Biowissenschaft tätig ist?

Wladimir Putin: Sie arbeitet mit vielen Menschen und natürlich muss sie sich geschützt fühlen, um normal zu arbeiten.

Ja, ich sagte, dass sie am ersten Tag 38,4 Grad Fieber hatte, am zweiten Tag etwas über 37 Grad, das war alles. Und nach der zweiten Impfung 21 Tage später gab es auch einen leichten Temperaturanstieg, aber alles ist in Ordnung. Ich habe gerade mit ihr telefoniert, sie fühlt sich gut. Gott sei Dank ist alles okay.

Ich wiederhole noch einmal, die Forschung wird weitergehen, aber alles geschieht im Rahmen des russischen Gesetzes, das mit den internationalen Praktiken übereinstimmt. Wir werden im September einen weiteren Impfstoff haben. Wenn dieses Medikament, über das wir jetzt sprechen, das vom Gamalei-Institut erforscht und registriert wurde, dann…

Journalist: Sputnik-V.

Wladimir Putin: Ja, ja, Sputnik-V. Und der zweite Impfstoff wird im September bereit sein, wie ich informiert wurde. Das bekannte Vector Institut in Nowosibirsk arbeitet daran. Ich bin sicher, dass die Vector Spezialisten einen wunderbaren Impfstoff entwickeln werden, die vielen Menschen sehr helfen wird.

Journalist: Werden sie konkurrieren, diese beiden Medikamente, oder ergänzen sie sich?

Wladimir Putin: Das müssen Sie die Spezialisten fragen. Ich denke, sie werden wahrscheinlich konkurrieren, weil sie sich in Sachen Sicherheit und Effizienz nicht unterscheiden sollten.

Journalist: Kommen wir zum Niedergang der Wirtschaft.

Analysten aus Oxford haben vor zehn Tagen und Moodys hat in diesen Tagen Zahlen über die Schrumpfung der russischen Wirtschaft vorgelegt, die im Vergleich zu dem, was in den Vereinigten Staaten geschieht, wo es sehr schlecht aussieht und leider hängt der Rest der Welt von den Vereinigten Staaten ab, nicht schlecht aussehen. Aber wenn man sich wirklich anschaut, was vor sich geht, wie sensibel ist es, wie sind die Aussichten für eine Erholung?

Wladimir Putin: Die gesamte Weltwirtschaft wird von ernsten Folgen dieser Epidemie getroffen. Wenn Sie an 2008/2009 denken, dann…

Journalist: Die Krise?

Wladimir Putin: Ja, die Krise. Da betrug der Rückgang des globalen BIP 0,1 Prozent. Diesmal werden es nach Ansicht von Experten des IWF, der Weltbank und anderer Organisationen etwa 5 Prozent . Das heißt, der Unterschied ist riesig. Viele vergleichen das mit der Großen Depression der 1930er Jahre oder sogar mit den Ereignissen der Nachkriegszeit.

Journalist: Zumal in jenen Ländern, die damals in den 30er Jahren von der Depression heimgesucht wurden, der Rückgang heute signifikanter ist, als in den 30er Jahren.

Wladimir Putin: Sagen wir, von den Vereinigten Staaten werden uns 9 Prozent prognostiziert, aber unsere Experten glauben, dass es weniger sein wird.

Journalist: Um die fünf, soweit ich weiß.

Wladimir Putin: Ja, in der Gegend von 5 bis 6 Prozent. In den Vereinigten Staaten waren es im ersten Halbjahr 9,5 Prozent, in der Eurozone 15 Prozent. Einige Experten, das wissen wir gut, sagen, dass dies das Ergebnis des Unterschieds in der Struktur unserer Volkswirtschaften ist.

Ja, das stimmt zum Teil, aber zum größten Teil ist es das Ergebnis von Entscheidungen der Regierung, die punktgenaue – und meiner Meinung nach ist das sehr wichtig – rechtzeitige Entscheidungen getroffen hat.

Natürlich geht es nicht ohne Probleme. Ich weiß, dass einige Unternehmen nicht in die Liste derer aufgenommen wurden, die staatliche Unterstützung erhalten, aber tatsächlich gelitten haben. Und natürlich sollte die Regierung darüber nachdenken und angemessene, rechtzeitige Entscheidungen treffen.

Aber insgesamt, ich wiederhole das, kam die Unterstützung für kleine Unternehmen und die Unterstützung einiger großer Industrien wie der Landwirtschaft, der Automobilindustrie, der Bauindustrie und so weiter, wo Hunderttausende, Millionen von Menschen arbeiten, rechtzeitig und hat gewirkt.

Schauen Sie, wir haben auch makroökonomische Indikatoren, die sich ziemlich konsistent verhalten. Wir haben, trotz der Prognosen, dass es große Schwankungen geben wird, heute nur eine Inflation von 3,4 Prozent. Und nach Expertenprognosen wird sie irgendwo bei 3,4 bleiben.

Journalist: Und Öl kostet wieder 46 Dollar.

Wladimir Putin: Es wäre besser, wenn es ein wenig mehr wäre.

Journalist: Aber es ist nicht das, was am Anfang vorhergesagt wurde, oder?

Wladimir Putin: Ja, natürlich, aber die Devisenreserven in unserem Land wachsen. Trotz aller Schwierigkeiten wachsen unsere Reserven. Dadurch entsteht ein zusätzliches Sicherheitspolster. Das ist wichtig. Es ist kein Allheilmittel für alle Übel, aber es ist wichtig. Das gibt uns ein gewisses Vertrauen, dass wir bei Bedarf auch die sozialen Aufgaben finanzieren können.

All dies zusammengenommen zeigt, dass wir davon überzeugt sind, dass wir den Höhepunkt der Probleme überschritten haben und ich hoffe, dass wir allmählich beginnen werden, uns zu erholen. Im Allgemeinen unterscheiden wir uns hier nicht wesentlich von anderen Ländern der Welt. Im nächsten Jahr wird diese Erholung meiner Meinung nach beginnen.

Journalist: Ja, in der Tat, gebe Gott allen Gesundheit, sowohl im wörtlichen Sinne, als auch wirtschaftlich. (Anm. d. Übers.: „Gebe Gott allen Gesundheit“ ist eine russische Redewendung, wenn man jemandem alles Gute wünscht)

Wladimir Putin: Ja, natürlich.

Journalist: Wladimir Wladimirowitsch, die Wirtschaft wird nicht nur von rein wirtschaftlichen Dingen beeinflusst, über Öl haben wir gesprochen, es ist wie vorhergesagt wieder auf 46 gestiegen, sondern auch von politischen. Weißrussland ist natürlich einer der politischen Faktoren.

Wladimir Putin: Natürlich.

Journalist: Wir haben viele Berichte über Ihre Telefongespräche mit europäischen Staats- und Regierungschefs gesehen. Aber in der Regel sind dies kurze Mitteilungen des Kreml-Pressedienstes. Sie haben nie öffentlich, nun ja, im Detail über Ihre Sicht auf die Situation gesprochen. Wie empfinden Sie die Ereignisse in Weißrussland?

Wladimir Putin: Wissen Sie, wir verhalten uns meiner Meinung nach in Bezug auf die Ereignisse in Weißrussland viel zurückhaltender und neutraler, als viele andere Länder, europäische und amerikanische, wieder die USA.

Meiner Meinung nach berichten wir objektiv über die Ereignisse in Weißrussland, meiner Meinung nach über beide Seiten, und wir glauben, dass das in erster Linie eine Sache der weißrussischen Gesellschaft selbst, des weißrussischen Volkes ist. Aber uns ist natürlich nicht gleichgültig, was dort vor sich geht.

Das Land steht uns sehr nahe, vielleicht näher, als jedes andere: sowohl ethnisch ist es uns am nächsten, als auch bei der Sprache, und kulturell, spirituell, in welchem Punkt auch immer. Wir haben Hunderttausende, wenn nicht Millionen direkter familiärer Bindungen, die engste wirtschaftliche Zusammenarbeit. Es genügt zu sagen, dass beispielsweise 90 Prozent der russischen Agrarimporte aus Weißrussland kommen…

Journalist: Was die Weißrussen produzieren, kommt hierher, oder?

Wladimir Putin: Das, was sie exportieren. Auch in anderen Bereichen, sagen wir, in der Agrartechnik und so weiter. Natürlich ist uns wichtig, was dort vor sich geht. Aber das ist in erster Stelle die Sache des weißrussischen Volkes.

Wir gehen davon aus, dass alle Teilnehmer an diesem Prozess genug gesunden Menschenverstand haben werden, um ohne Extreme einen Ausweg zu finden. Natürlich, wenn die Leute auf die Straße gehen, müssen alle das berücksichtigen, ihnen zuhören, reagieren. Und übrigens hat der Präsident von Weißrussland gesagt, dass er bereit ist, die Möglichkeit einer Verfassungsreform und die Abhaltung neuer Parlaments- und Präsidentschaftswahlen auf der Grundlage dieser neuen Verfassung in Betracht zu ziehen, aber den Rahmen der aktuellen Verfassung darf man nicht verlassen. Das Verfassungsgericht von Weißrussland hat entschieden, dass die Schaffung einiger supra-institutioneller Organe, die nicht in der Verfassung des Landes vorgesehen sind, aber versuchen, die Macht zu übernehmen, absolut inakzeptabel ist. Und es ist schwer, dem zu widersprechen.

Journalist: Ich habe mir angeschaut, was im Ausland über Weißrussland geschrieben wird und oft geht es nicht um Ideologie, sondern nur um Faktologie. Viele Artikel im Ausland über die Ereignisse in Weißrussland werden von Informationen begleitet, was Weißrussland eigentlich ist und wo es ist. Denn für viele ist es irgendwo sehr weit, im Gegensatz zu uns Russen. Und natürlich erinnern wir uns in Russland nicht nur an die Ereignisse nach den Wahlen, sondern auch vor den Wahlen, insbesondere an die 33 Gäste der Pension „Belarusochka“, die inhaftierten russischen Bürger.

Wladimir Wladimirowitsch, ihrer Meinung nach, wer ist hier in wessen Falle getappt?

Wladimir Putin: Nun, das ist inzwischen klar. Das war eine Geheimdienstoperation. Die von Ihnen genannten Personen wurden benutzt, um sie nach Weißrussland zu locken, für absolut legale Zwecke, sie sollten in Drittländer weiterreisen, nach Lateinamerika, in den Nahen Osten. Tatsächlich wurden sie nach Weißrussland gelockt und als mögliche Kampftruppe dargestellt, um die Situation während des Wahlkampfs zu beeinflussen, was absolut nicht stimmte. (Anm. d. Übers.: Da aus Russland derzeit nur drei Staaten angeflogen werden, fliegen diejenigen, die woanders hin wollen oder müssen, derzeit über Minsk, denn dort wurde der Flugverkehr Corona-bedingt kaum reduziert)

Ich wiederhole, die Menschen waren auf dem Weg zur Arbeit in einem Drittland. Sie wurden einfach dorthin gelockt, über die Grenze. Unsere Grenzschützer ließen sie übrigens nicht raus. Aber mit gefälschten Dokumenten wurden sie durchgeschleust.

Journalist: Ukrainische Geheimdienste?

Wladimir Putin: Es war eine gemeinsame Operation der ukrainischen Geheimdienste zusammen mit den amerikanischen. Jetzt ist es bekannt. Einige Teilnehmer an diesem Prozess, gut informierte Menschen, bestreiten das jetzt nicht einmal.

Journalist: Wladimir Wladimirowitsch, ich hatte Glück, aus Sicht meiner journalistischen Karriere, denn ich hatte drei ausführliche Interviews mit Alexander Lukaschenko, aber Sie kennen ihn viel besser. In diesem Zusammenhang wollte ich zitieren, was Alexander Lukaschenko nach einem der Telefongespräche mit Ihnen gesagt hat.

Wladimir Putin: Bitte.

Journalist: Er sagte, dass wir, wenn es um die militärische Komponente geht, einen Vertrag mit der Russischen Föderation im Rahmen des Unionsstaates und der OVKS haben, das heißt, die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit, und genau das sind die Punkte, um die es in diesem Vertrag ginge. Und zuvor sagte er, er habe mit Ihnen vereinbart, dass Sie Minsk bei Bedarf und auf Anfrage helfen.

„Die Punkte“, was bedeutet das?

Wladimir Putin: Hier braucht man nichts zu verbergen.

Im Rahmen des Unionsvertrags, des Vertrags über den Unionsstaat und im Rahmen des Vertrags über die kollektive Sicherheit (OVKS) gibt es einschlägige Artikel, die besagen, dass alle Mitgliedstaaten dieser Organisationen, einschließlich des Unionsstaates, und es gibt nur zwei Staaten dabei, Russland und Weißrussland, einander beim Schutz der Souveränität, der Außengrenzen und beim Schutz der Stabilität unterstützen sollten. Das steht es in den Verträgen.

In dieser Hinsicht haben wir natürlich Verpflichtungen gegenüber Weißrussland und Alexander Lukaschenko hat danach gefragt. Er hat die Frage aufgeworfen, was er von uns wünscht, um ihm, wenn nötig, zu helfen. Ich habe gesagt, dass Russland alle seine Verpflichtungen erfüllen wird.

Alexander Lukaschenko bat mich, eine bestimmte Reserve von Vollzugsbeamten zu bilden, und ich habe das getan. Aber wir waren uns auch einig, dass sie erst dann genutzt wird, wenn die Situation außer Kontrolle gerät und wenn sie extremistisch wird. Ich möchte das betonen, erst wenn Elemente, die sich hinter politischen Parolen verstecken, bestimmte Grenzen überschreiten: Solange sie nicht anfangen, Autos, Häuser, Banken in Brand zu setzen, Verwaltungsgebäude zu besetzen und so weiter.

Im Gespräch mit Alexander Lukaschenko kamen wir zu dem Schluss, dass es jetzt keine Notwendigkeit gibt und ich hoffe, es wird nicht dazu kommen, und deshalb nutzen wir diese Reserve nicht.

Ich wiederhole noch einmal, wir gehen davon aus, dass alle bestehenden Probleme, die heute in Weißrussland aufgetreten sind, friedlich gelöst werden, und wenn es Verstöße von irgendjemandem gibt: entweder von den Behörden, den Strafverfolgungsbehörden oder von denen, die an den Protesten teilnehmen, wenn sie über den Rahmen der geltenden Gesetze hinausgehen, wird das Gesetz entsprechend reagieren. Das Gesetz muss alle gleich behandeln. Aber wenn man es objektiv betrachtet, denke ich, dass die Strafverfolgungsbehörden von Weißrussland sich ziemlich zurückhaltend verhalten, trotz dessen, was da passiert. Sehen Sie, was in einigen anderen Ländern vor sich geht.

Journalist: An den ersten beiden Tage ist natürlich viel passiert.

Wladimir Putin: Sie wissen, was ich denke. Wie war es denn, als in einigen europäischen Ländern fast jeden Tag Menschen starben?

Journalist: Deshalb weigerte sich Lukaschenko, Macron als Vermittler zu akzeptieren, er hat vorgeschlagen, bei den „gelben Westen“ zu helfen.

Wladimir Putin: Was ist das, wenn ein unbewaffneter Mann in den Rücken geschossen wird, obwohl er noch drei Kinder in seinem Auto hat?

Journalist: Es war schrecklich, ja.

Wladimir Putin: Hat denn einer von denen, die jetzt Weißrussland und die weißrussische Führung, Präsident Lukaschenko, verurteilen, diese Aktionen verurteilt? Davon habe ich nichts gehört. Warum so selektiv?

Das bringt einen auf die Idee, dass es nicht darum geht, was in Weißrussland geschieht, sondern die Tatsache, dass jemand will, dass dort etwas anderes passiert. Sie wollen diese Prozesse beeinflussen und gewisse Lösungen finden, die dem entsprechen, was diese Leute für ihre politischen Interessen halten.

Darum wiederhole ich es noch einmal, schließlich beruhigt sich die ganze Situation langsam. Und ich hoffe, dass alle Probleme, und die gibt es sicherlich, sonst würden die Menschen nicht auf die Straße gehen, das ist ganz offensichtlich, dass sie im Rahmen des verfassungsrechtlichen Bereichs, im Rahmen des Gesetzes und friedlich gelöst werden.

Journalist: Danke für das Gespräch.


Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Russland auf die Fragen der internationalen Politik blickt, dann sollten Sie sich die Beschreibung meines Buches ansehen, in dem ich Putin direkt und ungekürzt in langen Zitaten zu Wort kommen lasse.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

4 Antworten

  1. Mit ein par Worten, zur richtigen Zeit, spielt er- Putin- den ganzen verlogenen Polit-Zirkus an die Wand.

    https://www.onet.pl/informacje/onetwiadomosci/szef-nato-wzywa-rosje-by-nie-mieszala-sie-w-sprawy-bialorusi/415vwfy,79cfc278

    Manche – wie hier der polnische Priemierminister – zeigen sich auf dem Stand von Kita-Kinder, denen man das Spielzeug weggenommen hat und betteln dann um die weggenommene Kinderschaufel….

    Er schrieb, dass der Koordinierungsrat , der um Swiatlana Cichanouska eingerichtet wurde, „der richtige Partner für Gespräche mit den Behörden in Minsk ist“.

  2. Zu Weißrussland (oder muss ich jetzt Belarus sagen?) gibt es einen interessanten Bericht bei MoA, den ich hier übersetzt wiedergeben möchte (Herr Rüper liest ja eh bevor es freigegeben wird, also kann er entscheiden, ob das so zu veröffentlichen geht)
    Start Übersetzung:
    26. August 2020 https://www.moonofalabama.org/2020/08/belarus-nato-lobby-acknowledges-that-its-color-revolution-failed.html#more

    Belarus – NATO-Lobby räumt ein, dass ihre farbige Revolution gescheitert ist

    Am 15. August erklärten wir, warum die farbige Revolution in Belarus scheitern würde. Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin angeboten, endlich den lange aufgeschobenen Unionsstaat umzusetzen, der Weißrussland mit Russland vereinen wird. Im Gegenzug wollte er volle russische Unterstützung für die Beendigung der von den USA geführten farbigen Revolution gegen ihn. Putin akzeptierte das Angebot. Folglich:

    Lukaschenko und seine Polizei werden nicht an einem Pfahl hängen. Russland wird sich um das Problem kümmern, und der Unionsstaat wird endlich errichtet werden.

    Das bedeutet nicht, dass der Versuch der farbigen Revolution vorbei ist. Die USA und ihr Lakai Polen werden nicht einfach packen und verschwinden. Aber mit der vollen Unterstützung Russlands kann Lukaschenko die notwendigen Schritte unternehmen, um die Unruhen zu beenden.

    Und genau das hat er getan. Lukaschenko ließ weiterhin Demonstrationen zu, aber als die Demonstranten am Sonntag angewiesen wurden, den Präsidentenpalast zu stürmen, sahen sie eine theatralische, aber starke Reaktion:

    Der von Polen betriebene Kanal Nexta Telagram (das Hauptmedium des Imperiums zum Sturz Lukaschenkos) rief zunächst zu einem friedlichen Protest auf, doch am Ende des Tages wurde ein Aufruf zur Übernahme des Hauptgebäudes des Präsidenten veröffentlicht. Als die Krawallmacher (zu diesem Zeitpunkt haben wir es mit einem illegalen, gewalttätigen Versuch zu tun, den Staat zu stürzen – daher nenne ich diese Leute nicht Demonstranten) das Gebäude erreichten, sahen sie sich mit einer regelrechten „Mauer“ von Bereitschaftspolizisten in voller Montur konfrontiert: Dieser (wirklich beängstigende) Anblick reichte aus, um die Krawallmacher zu stoppen, die eine Zeit lang standen und dann gehen mussten.

    Zweitens tat Lukaschenko etwas ziemlich Merkwürdiges, was aber im belarussischen Kontext durchaus Sinn macht: Er zog sich in voller Kampfmontur an, schnappte sich ein AKSU-74-Sturmgewehr, kleidete seinen (15 Jahre alten!) Sohn ebenfalls in voller Kampfmontur (einschließlich Helm) und flog in seinem Hubschrauber über Minsk und landete dann im Präsidialgebäude. Dann gingen sie zu den Bereitschaftspolizisten, wo sich Lukaschenko herzlich bedankte, was dazu führte, dass ihm die gesamte Polizeitruppe stehende Ovationen spendete. Für die meisten von uns mag dieses Verhalten ziemlich seltsam, wenn nicht gar albern erscheinen. Aber im Zusammenhang mit der belarussischen Krise, einer Krise, die vor allem im Informationsbereich ausgetragen wird, macht es durchaus Sinn.

    Die Demonstranten, die die Polizei zuvor als „reiche Stadtkinder, Kinder reicher Eltern, die genug vom wohlgenährten Leben haben“ identifiziert hatte, hatten nicht den Mut, eine gut bewaffnete und motivierte Polizei anzugreifen.

    Auch der NATO-Lobbyladen Atlantic Council hat diese Tatsache erkannt und beklagt sie:

    Die Demonstranten sind im Allgemeinen sehr süß, höflich und friedlich. Viele von ihnen sind junge Weißrussen aus der Mittelschicht, die in der boomenden IT-Industrie des Landes arbeiten und zu Kundgebungen in formschönen Hipster-Ensembles kommen. Im Gegensatz zu den Ereignissen in Kiew in den Jahren 2013-14 gibt es bei den Demonstrationen keinen militanten Rand. Tatsächlich ist diese Revolution so samtweich, dass sie sich bisweilen geradezu schläfrig anfühlt. Auf Gedeih und Verderb fehlen die rauen und standhaften jungen Männer, die in der Lage sind, den Liberalen Unbehagen zu bereiten oder den Widerstand anzuführen, wenn der autoritäre Staat beschließt, Gewalt einzusetzen.

    Ohne Nazi-Sturmtruppen, wie sie die USA während der Maidan-Unruhen 2014 in der Ukraine einsetzten, gibt es keine Chance, Lukaschenko zu stürzen. Mit solchen Truppen würde der Kampf in einem Massaker enden und Lukaschenko wäre immer noch der Sieger. Der Autor kommt zu Recht zu dem Schluss:

    Der Widerstand des Lukaschenko-Regimes wird von Tag zu Tag stärker. Da Russland jetzt scheinbar fest hinter Lukaschenka steht, werden fotogene Kundgebungen und lückenhafte Streiks nicht ausreichen, um einen historischen Wandel herbeizuführen.

    Es ist vorbei. Die „lückenhaften Streiks“ waren nie echte Arbeitskämpfe. Einige Journalisten des weißrussischen Staatsfernsehens traten in den Streik. Sie wurden kurzerhand entlassen und durch russische Journalisten ersetzt. Ein paar hundert Beschäftigte des MTZ Minsker Traktorenwerks machten einen Spaziergang. Aber MTZ hat 17.000 Beschäftigte, und die über 16.500 Beschäftigten, die den Streik nicht beendet haben, wissen sehr gut, warum sie ihren Arbeitsplatz noch immer haben. Sollte Lukaschenko fallen, ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr staatseigenes Unternehmen für Pfennige und sofort „in der richtigen Größe“ verkauft wird, was bedeutet, dass die meisten von ihnen arbeitslos wären. In den letzten 30 Jahren haben sie das in allen Ländern rund um Belarus erlebt. Es besteht kein Drang, dies selbst zu erleben.

    Am Montag wurde der Führer der früheren MTZ, Sergej Dylewski, verhaftet, während er für weitere Streiks agitierte. Dilewski ist Mitglied des selbsternannten Koordinierungsrates der Opposition, der Verhandlungen über die Präsidentschaft fordert. Andere Mitglieder des Rates sind von staatlichen Ermittlern wegen eines Strafverfahrens gegen den Rat zur Befragung geladen worden.

    Unterdessen befindet sich die eher unglückliche Oppositionskandidatin Swiatlana Tsichanouskaya, die fälschlicherweise behauptete, die Wahl gewonnen zu haben, in Litauen. Sie soll angeblich Englischlehrerin sein, hat aber Schwierigkeiten, den englischen Text zu lesen, in dem sie um „westliche“ Unterstützung bettelt (vid). Sie hat bereits verschiedene „westliche“ Politiker getroffen, darunter den Generalsekretär der Partei der Deutschen Christlich-Demokratischen Union von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Peter Zeimiag, und den stellvertretenden US-Außenminister Stephen Biegun. Beide werden ihr nicht helfen können.

    Mit der Unterstützung Russlands ist die militärische, politische und wirtschaftliche Stabilität von Belarus vorerst gewährleistet. Lukaschenko wird irgendwann gestürzt werden, aber zu einem Zeitpunkt und in einer Weise, die für Russland günstig ist, und nicht, weil einige glücklose, vom NED finanzierte IT-Hipster versuchen, eine Revolution zu inszenieren.

    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

    1. „Viele von ihnen sind junge Weißrussen aus der Mittelschicht, die in der boomenden IT-Industrie des Landes arbeiten und zu Kundgebungen in formschönen Hipster-Ensembles kommen.“
      „…einige glücklose, vom NED finanzierte IT-Hipster…“

      Das ist ein ganz gefährliches Klientel, daß da diese schöne neue Technik hervorgebracht hat.
      Die sind stock-arrogant, weil sie mit diesen Spielzeugen mehr anfangen können, als der Durchschnitt, andererseits – nahezu gleichzeitig – abgrundtief dämlich, wie hier
      https://www.hessenschau.de/tv-sendung/retro-die-ersten-schulcomputer,video-129724.html
      ganz hervorragend demonstriert wurde, aber vor allem oft zutiefst asozial.

  3. Putin und Lukaschenko können einem Leid tun.
    Macht nützt halt nichts, oder sie schadet sogar dem Machthaber und seinen Zielen, wenn dieser sehr wohl vorhandene Problemlösungen nicht erfährt, übersieht oder nicht kennt.
    Letztlich ist das Ziel jedes vernünftigen politischen Systems und jeder vernünftigen Verfassung, dafür zu sorgen, dass die Machthaber möglichst wenig tragische Fehler machen, mögliche Problemlösungen möglichst rechtzeitig erkennen und diese möglichst gut nutzen.
    Dazu gehört auch das Problem, das SunTzu in seinem Werk über die Kriegskunst wie folgt beschreibt: Der Gipfel der Kriegskunst ist NICHT (nur) die Chancen und Möglichkeiten zu sehen, die die einfachen Leute sehen, sondern eben auch die Problemlösungen die die meisten nicht sehen, aber die es trotzdem auch gibt – und die bei geschickter Nutzung zum Sieg führen.

    Lukaschenko hätte Covid-19 in Weissrussland mit einfachen Oxidationsmitteln wie Wasserstoffperoxid und vorallem Chlordioxid stoppen und besiegen können. Er hätte mit diesen und anderen einfachen Mitteln die Qualität des Gesundheitswesens und damit auch die Lebensqualität der Menschen in seinem ziemlich rohstoffarmen Land ganz erheblich steigern und dabei die Kosten drastisch senken können.

    Ähnliches gilt für die Landwirtschaft. Auf der internen Weltkarte in der die am Zertifizierungsprogramm Teilnehmenden und auch die schon zertifizierten Berater auf http://www.soilfoodweb.com/training-program/ angezeigt werden, findet sich für Russland und Weißrussland, aber auch für das Baltikum, kein einziger Eintrag.
    Dabei geht es um eine Methode, mit der man den Aufwand in der Landwirtschaft drastisch reduzieren und zugleich die Erträge, die Bodenqualität, die Wasserspeicherkapazität der Böden, den Nährstoffgehalt der Pflanzen und sie Kohlenstoffspeicherung in den Böden drastisch verbessern kann.
    Ein Land wie Weißrussland könnte damit in sehr hohem Maße seine Kosten für Importe reduzieren und zugleich seine Exportleistung und damit auch seinen allgemeinen Wohlstand steigern. Das besonders Bemerkenswerte dabei ist, dass diese Methoden ziemlich schnell wirken.

    Wenn Lukaschenko diese Möglichkeiten in der Medizin und in der Landwirtschaft genutzt hätte, oder wenigstens jetzt bald nutzen würde, dann könnte er damit seine Präsidentschaft und sein Land retten.

    Es ist tragisch, wenn Präsidenten, die das Interesse ihres Landes vertreten wollen, für die Zukunft ihres Landes und auch für Sicherung ihrer Macht(!) und für ihren Platz in der Geschichte wichtige Entwicklungen und Möglichkeiten nicht erfahren oder nicht erkennen.

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