Syrien: Deutsche Medien verschweigen Angriffe von Al-Kaida-Islamisten auf Zivilisten

Der Spiegel berichtet in einem Video über die Situation in Syrien. Ist es Unwissenheit oder Absicht, dass der Spiegel dabei teilweise die Unwahrheit sagt?

In Deutschland wird immer mal wieder über die Situation in Idlib berichtet. Idlib ist die nordöstlichste Provinz Syriens und wird von Islamisten eines Al-Kaida-Ablegers gehalten. Die deutschen Medien erwähnen das nicht, sondern werfen stattdessen Syrien und Russland vor, dass sie gegen diese „Rebellen“ in Idlib vorgehen. Es wird immer als „syrische“ oder „russische Aggression“ dargestellt.

Die deutschen Medien nutzen auch gerne die Tatsache, dass der deutsche Leser sich in Syrien nicht auskennt. Das merkt man wieder an einem Video im Spiegel. Dort werden Bilder gezeigt, wie Helfer angeblich „nach einem Luftangriff“ ein Kind aus Ruinen retten. Die Bilder seien von den Weißhelmen aufgenommen worden und in Aleppo entstanden, so erfährt der Spiegel-Leser.

Blöd daran ist, dass Aleppo von der syrischen Regierung kontrolliert wird. Dort gibt es keine Luftangriffe, denn die Islamisten haben keine Flugzeuge. Nun kann man raten: Lügt der Spiegel bewusst? Verwechselt der Spiegel die Orte in Syrien? Wurde der Spiegel angelogen und glaubt einfach alles, was ihm von den Weißhelmen berichtet wird? Sind die Bilder vielleicht schon alt und werden einfach erneut gezeigt? Oder zeigen sie tatsächlich Aeppo, sind aber nicht von den Weißhelmen, sondern von der syrischen Seite?

Das ist nämlich möglich, denn Aleppo wurde in den letzten Tagen immer wieder mit Artillerie aus dem benachbarten Idlib beschossen. Die Granaten sind sogar im Stadtzentrum eingeschlagen. Dabei wurden 28 Menschen getötet und über 50 verletzt, alles Zivilisten, es ist kein syrischer Soldat zu Schaden gekommen. Nur wird darüber in Deutschland nicht berichtet, nicht einmal wenn sogar Abgeordnete des Deutschen Bundestages Syrien besuchen.

Übrigens engagiert sich Twitter immer aktiver im Nah-Ost-Konflikt. Anfang Januar hat Putin Syrien besucht und kaum hatte Präsident Assad das auf Twitter gemeldet, wurde sein Account gesperrt.

Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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