Tacheles #37 ist online

Auch dieses Mal haben Röper und Stein wieder an vielen Beispielen gezeigt, wie die Medien Narrative setzen und durch ständiges Wiederholen von Behauptungen «Wahrheiten» erschaffen.

Das haben die beiden zum Beispiel an folgenden Themen aufgezeigt: Die russische Wahleinmischung in US-Wahlen, oder aktuell die angebliche russische Einmischung in das schottische Referendum, oder bei der Berichterstattung über den aktuellen Verfassungsschutzbericht. Aber das waren nur Beispiele von dem, was in die beiden dieses Mal behandelt haben.

Eingehämmert - Tacheles #37

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

5 Gedanken zu „Tacheles #37 ist online“

  1. Herr Stein: „Da haben die Russen Lernbedarf.“

    Ach ja, die rückständigen Russen, die müssen wir auch noch etwas zivilisieren.
    Damit gehen die Europäer nun schon knapp 500 Jahre weltweit hausieren.
    Allerdings können echte Großdeutsche das viel besser:
    — „Das vielstimmige Russland braucht unsere Hilfe“ —
    https://www.cicero.de/aussenpolitik/wladimir-putin-verfassungsreform-russland-hilfe-deutschland-demokratie?fbclid=IwAR02AsBFsl-2W5eVS8RzTljcSGihoVHmgpSRH5YBbP7rIq6OQHnluEKY2IA

    Da haben wir doch mal ein richtiges „Programm“: nennen wir es „Christianisierung 3.0“.

    Das ist wirklich meine ganz persönliche Horrorvision: Daß die Russen da vielleicht doch auf den schwachsinnigen Gedanken kommen könnten, sie müßten ausgerechnet vom Westen „lernen“.

  2. Zu den Straftatenvergleich: Ich weiß ja nicht welche innere Wertung sie da haben, aber wenn sie den Medien vorhalten, dass sie ungenau arbeiten und das tun sie ja durchaus, dann doch bitte nicht am Ende Eigentumsdelikte mit Körperverletzung und Mord in einen Pott werfen.

    Sie sagen in etwa „Gefährlich ist Körperverletzung, gefährlich ist Raub… wenn bei diesen Sachen die Linken doppelt so viele Straftaten haben wie die Rechten, wer ist dann die Gefahr?“

    Ist das ein Ausrutscher, dass dort Morde fehlen und dass sie bei ihrer Runterrechnung der Zahlen vorher noch Eigentumsdelikte mit drin hatten?
    In meiner Werteeinordnung für Gefahr sehe ich tatsächlich Morde als den schlimmsten Grad von Straftat und wie sieht es da aus? Wieviele Morde aus linksextremistischen Motiven gab es? Mitbekommen habe ich leider nur einen Haufen rechter Morde und in Form des NSU auch wirklich unangenehm strukturiert organisiert. Die rechten Strukturen beim KSK klingen für mich auch eher nach Gefahr, denn diese Menschen sind auf dem höchsten Ausbildungsstand was den Umgang mit Waffen angeht. Das kam mir bisher bei der Antifa nicht so vor. Von den Linken ist mir das eigentlich nur aus RAF Zeiten bekannt, als die Mitglieder sich im Nahen Osten in entsprechenden Ausbildungscamps den Umgang mit Waffen und Sprengstoff haben beibringen lassen.

    1. Gerade erst den eigentlichen Artikel gelesen und in den Kommentaren gesehen, dass diese Argumentationslücke nicht nur mir aufgefallen ist.

      Ich muss leider sagen: Bei dem Thema überzeugen sie mich nicht. Da wird soviel durcheinandergeworfen und unterschiedlich gewertet. Vieles ist für mich auch argumentativ schlichtweg zu sehr vereinfacht.
      Dass die Medien verfälschend darstellen, da gehe ich mit, aber sich dann nur die Zahlen rauszusuchen, die einem recht sind und ab einer bestimmten Auflösungsstufe zu stoppen, wo es wirklich interessant wird (weil ja der Verfassungsschutz das irgendwie so kategorisiert), nämlich welche Art von Körperverletzung, welche Art und Anzahl von Tötungen, das geht für mich geht für mich gar nicht, sorry.
      Zumal für mich bei dem Thema auch ganz wichtig ist: Wie sind die Organisationsstrukturen? Wie gut funktionieren die Netzwerke von Extremisten, usw usf…? Alles nicht mal eben abhandelbar, für das Gesamtbild an Gefahr aber sehr wichtig.

  3. Was mir auch noch eine Bemerkung wert ist, weil man hier auf den falschen Dampfer geraten kann:
    Die Sache mit dem „Dr. Specht“ beweist, daß das Problem schon damals virulent war.
    Der Unterschied zu heute besteht nur darin, daß der „Mediale Komplex“ damals noch von einer Population bevölkert und z.T. beherrscht wurde, die das als Problem ansah.
    Offensichtlich gab es starke Kräfte, die sich letztendlich – besonders in Bildungsbereich – durchgesetzt haben – das „Ergebnis“ sitzt heute dort, wo früher solche Leute, wie „Dr. Specht“ saßen.
    Vor Jahren war ich mal auf der Plattform der US-Botschaft und fand dort eine nette Auflistung aller möglicher Austausch – und Schulungsprogramme, u.a. ein solches extra für ostdeutsche Lehrer – ein Schelm, wer Arges dabei denkt.

    Im Gesamtkontext von Geschichte heißt das: Vor 1990 haben die USA Europa und speziell Bundesrepublik kulturell noch an der „langen Leine“ gelassen, weil es als „Kontrapunkt“ zum Osten zweckmäßig war.
    Nach 1990 hat man da Schritt für Schritt alle Hemmungen abgelegt, denn jetzt schien sie zum Greifen nahe – die weltweite Vorherrschaft.

  4. https://www.youtube.com/watch?v=VamlfsKwX60 „Особенности жизни негра в России“ (wörtlich übersetzt: Besonderheiten des Lebens eines Negers in Russland)
    Hier ist der Typ, ein schwarz häutiger Bürger Russlands. Er nennt sich so inzwischen Neger voll entspannt. Das ist Unterschied zu Europa: in Russland lang lebende Afrikaner gewöhnen es ab, das Wort „Neger“ negativ wahrzunehmen. Es wird aber auch nie als Beleidigung benutzt, immer in neutraler oder freundlicher Kontext, daher kommt sowas.
    P.S. „Negroide“ ist eine immer noch gebräuchliche rassenkundliche Bezeichnung in Russland

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