Technische Probleme auf dem Anti-Spiegel

Ab Freitag gab es technische Probleme und der Anti-Spiegel war bis Sonntag nur schwer erreichbar. Der Grund war kein Angriff, sondern rein technischer Natur.

Auf vielen Browsern hat der Anti-Spiegel ab Freitagabend nicht mehr funktioniert, auf einigen lief er noch. Der Grund war banal, es handelte sich um ein Problem mit einem PlugIn von WordPress. Am Sonntag konnte das Backup von Freitagmorgen wieder hochgeladen werden, die danach erschienen Artikel und auch Artikel, die ich geschrieben habe, während der Anti-Spiegel offline war, habe ich inzwischen (wieder) veröffentlicht.

Leider sind alle Kommentare, die ab Freitagmorgen geschrieben wurden, verloren gegangen.

Für die Unannehmlichkeiten bitte ich um Verzeihung und ich hoffe, dass der Anti-Spiegel nun wieder normal läuft.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

3 Antworten

  1. Als ich das erste Mal den Text mit den Wartungsarbeiten sah, dachte ich mir: Hm, so was passiert ja eigentlich still und unauffällig im Hintergrund. Welches Unternehmen könnte es sich leisten, mit seiner Webpräsenz einfach mal down zu sein? Und ich dachte bei diesem Unternehmen an WordPress, nicht an Thomas Röper.

    Allerdings weiß ich natürlich, dass WordPress keine Firma ist, sondern eine Art Content Management System. Ich benutze es selbst, allerdings ohne eigene Domain. Wenn die Macher von WordPress mir also den Saft abdrehen wollen, könnten sie es vermutlich jederzeit tun.

    Dann kam ich ein zweites Mal, und die Seite war immer noch off. Da dachte ich mir: Entweder ist bei WordPress gründlich was schief gelaufen oder bei Thomas Röper. Ja, oder eben ein abgedrehter Saft. anti-spiegel.ru ist nun offensichtlich eine Domain außerhalb der Kontrolle derjenigen, die die Domain wordpress.com besitzen. Man kann sich WordPress ja herunter laden. Ob mit einem solchen Schritt wirklich alle Strippen zu wordpress.com gekappt sind, weiß ich nicht. Vielleicht kriegt man das hin, aber vielleicht ist das im Normalfall gar nicht wünschenswert, denn dann bekommt man ja auch keine Bugfixes und auch keine Upgrades mehr, die andere Anwender automatisch erhalten (was nicht immer ein Vorteil bedeutet, wie ich selbst erfahren musste – aber vielleicht war ich auch nur zu blöd, die Änderungen als solche zum Besseren zu erkennen).

    Gerade eben habe ich mir die Frage gestellt: Wer sind die, die Eigentümer von wordpress.com? Oder wer sind die Macher. Und ich lernte: Das ist (natürlich) US-amerikanische Firma Automattic. Wenn wir jetzt feststellen, welche Eingriffe in die Kommunikation von Nutzern „sozialer“ Netzwerke oder von Plattformen wie facebook und youtube aktuell stattfinden, dann mögen diese Eingriffe auf Eigeninitiative von Firmen stattfinden, die ganz so neutral nicht sind, wie sie sich gerieren. Was ist dann mit der Neutralität von Automattic, und welche Wünsche könnten die haben, was besser nicht mittels ihrer Produkte publiziert wird? Oder die Eingriffe erfolgen auf Geheiß von wem auch immer, und könnte dieser jemand aufmerksam geworden sein auf die Reichweite eines Bloggers in St. Petersburg?

    Pure Spekulation, klar. Es wäre sogar eine Verschwörungstheorie, wenn ich verabredetes und koordiniertes Handeln unterstellen würde. Ist mir auch egal, wie dieser oder jener das nennt. Die Frage geht an Herrn Röper: Wie resilient sind Sie in dieser Angelegenheit gegen Unterlassungswünsche von interessierter Seite?

    1. Als bekennender OSS-Fan kann ich das nicht stehen lassen: Ein einfacher Blick in WP genügt, um festzustellen, daß es sich um freie SW handelt (Lizenz: GNU General Public License, Version 2.0 oder später). Wenn folglich der Hersteller spinnt, dann passiert etwas, was es immer wieder gibt, z.B. bei größeren Streitigkeiten oder weil jemand der Auffassung ist eine bessere Idee zu haben, die nicht gewürdigt wird. Es gibt einen Fork, also eine Gabelung der SW, die danach zwei verschiedene Wege gehen, aber gleiche Grundlagen haben (und manchmal auch wieder zusammenfinden). Denn der Sinn von Quellcode-offener Opensource-Software, daß ich meine Änderungen an die Gemeinschaft zur weiteren Nutzung zurückgeben muß!!!!!, weil ich auf deren Arbeit aufgebaut habe.

      Klassischer Fall für Dein Szenario ist LibreOffice. Es basiert auf dem „Starwriter“ (anfangs für MS-DOS u. Derivate!) des Lüneburgers Marco Börries. Der verkaufte sie an den US-Computerhersteller Sun Microsystems (mit dem Unix-Derivat „SunOS“ als BS und später „Java“ als offene P…sprache). Die wurden 2009 von Oracle geschluckt. Oracle ist wie MS und Apple (nur der Kernel ist frei!) ein klassischer Vertreter der „closed software“, bei der die Quellcodes nicht (oder nur Großkunden gegen Verschwiegenheitspflichten) offen gelegt werden (vgl. auch den Prozeß gegen Google wg. Java in Android). Oracle hatte sich längere Zeit nicht zur Zukunft von des GPL-lizensierten OpenOffice geäußert, so daß es irgendwann der Entwicklergemeinde zu bunt wurde und sie sie kurzerhand den OO-Code genommen hat und als LO weiterentwickelt hat. Jetzt irgendwann war Oracle die Kosten leid und hat OO an die Apache-Stiftung weitegeleitet. Apache ist der führende HTTP-Webserver und wurde 1995 als Erweiterung der bis dahin singulären NSCA-Webservers gegründet.

      Außerdem ist der Entwckler von WordPress eine Stiftung. So was macht man nicht, um den Code einzustampfen! Selbst der „Datengeier“ Facebook stellt immer wieder einzelne Softwareprojekte unter die GNU-Lizenz und Android ist ein weiteres Beispiel, daß sogar MS vom Smartphone verdrängt hat. Closed Source sind hier die GApps, aber auch hier hat sich Google nachdrücklich, aber freundlich mit den Programmierern der vielen Derivate (s. WP) ausainandergesetzt, so daß es man hier für verbreitete Smartphones und Tablets ein aktuelles Android (inkl. in der Funktionstiefe verschiedenen GApps) erhalten kann, für die Hersteller keine Updates mehr bereitstellen.

      Und zum Schluß hier noch die Empfehlung für Besitzer von Nicht-Fritzbox-Routern: Schaut euch mal die Gerätelisten der offenen RouterBS DD-WRT.com und OpenWRT.org an, falls der Hersteller trotz berichteter Sicherheitslücken keine Updates bereitstellt. Hier erhält man eine aktuelle und gepflegte Versionen inkl. grafischer Oberfläche (in der P…sprache LUA, die auch vom verbreiten Medienspiele VLC benutzt wird). Die Bereitschaft in das grobe Einarbeiten der grundsätzlichen Besonderheit von Unix ist allerdings notwendig, P…kenntnisse braucht man nur für das Erstellen von Firewall-Regeln. Einziger Wermutstropfen sind die gestiegenen Hardwareanforderungen, insb. Hauptspeicher, die manchen Router aus der Liste der unstützten Geräte herausfallen lassen.

      1. Ich weiß durchaus, dass WordPress freie Software ist. Allerdings habe ich irgendwo von freemium-Software gelesen – keine Ahnung, wer den Begriff geprägt hat, aber er meint wohl, dass eine im Kern freie Software – wie ja z.B. auch Android – durch allerlei proprietäre Schnörkel ergänzt wird und dann vielleicht noch kostenlos – aber auch das nicht immer -, jedoch nicht mehr komplett frei ist. Dies führt im Fall von Android dazu, dass Huawei vom Software-Umfang her eingeschränkt ist, was den fortgesetzten Verkauf ihrer neuesen Smartphones angeht.

        Mir ging’s aber gar nicht so sehr um die Rechte an der Software, sondern um die Bequemlichkeit der wohl allermeisten Anwender, sich selbst um Hosting und Aktualisierung zu kümmern. Diese Vorgänge fallen nicht in die Kategorien frei oder unfrei oder open/closed source. Und an dieser Stelle sind die Anwender angreifbar. Nicht auf Dauer freilich, denn wie richtig dargestellt, kann man sich die Sourcen nehmen und sein eigenes Ding hochziehen. Wenn man kann. Denn nicht jeder, der WordPress benutzt, ist ein Software-Entwickler. Und ich bin zwar einer, aber dass ich das hinkriege würde, da habe ich meine Zweifel.

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