Trotz Nord-Stream-Sanktionen: Seit 1. Januar liefert neue Pipeline russisches Gas in die EU

Unbeachtet von den Medien, die viel über Nord Stream 2 berichten, aber kaum über die neue Pipeline Turk Stream, hat am 1. Januar die Lieferung von russischem Gas über die Türkei in die EU begonnen.

Nord Stream zwei macht derzeit Schlagzeilen, weil die USA mit ihren Sanktionen gegen die beteiligten Firmen das Projekt verhindern wollen. Ob das gelingt ist, fraglich, denn Gazprom kündigte an, dass es die Pipeline auch ohne die bisherigen Firmen fertigstellen kann, allerdings wird das wohl bis Ende 2020 dauern.

Unterdessen hat Bulgarien hat damit begonnen, russisches Gas über die Gaspipeline Turk Stream zu beziehen. Dies wurde in der Firma „Bulgartransgaz“ berichtet. Die neue Route wird Lieferungen durch die Ukraine ersetzen, wodurch rund 35 Millionen Euro beim Transit gespart werden. Der Gaspreis wird um 5 Prozent sinken, berichtet der russische Fernsehsender „Rossiya 24“. In Sofia wird versprochen, dass die Verbraucher den Preisunterschied schon im ersten Quartal 2020 spüren werden.

Bulgarien wird jährlich fast drei Milliarden Kubikmeter Gas erhalten. Zwei Tage vor dem neuen Jahr wurde ein zusätzliches Abkommen zwischen Gazprom und Bulgartransgaz geschlossen, wonach ab dem 1. Januar Gas nicht mehr über die Ukraine und Rumänien, sondern über die Türkei geliefert wird. Die Gaspipeline Turk Stream hat zwei Leitungen, eine für den türkischen Markt und eine zweite für Lieferungen nach Europa über Bulgarien, Serbien und Ungarn.

Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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