Viele Leser fragen: Wird der russische Corona-Impfstoff auch in Deutschland erhältlich sein?

Da ich sehr viele Mails mit der Frage bekomme, ob der russische Impfstoff Sputnik-V in Deutschland erhältlich sein wird, will ich die Frage hier beantworten, da ich nicht alle Mails individuell beantworten kann.

Nach den offiziell verfügbaren Daten ist der russische Corona-Impfstoff Sputnik-V den bisher bekannten westlichen Impfstoffen überlegen. Pharmakonzerne wie Biontech/Pfizer oder Modena setzen auf mRNA-Impfstoffe, die noch nie zur Anwendung beim Menschen zugelassen wurden, nun aber im Eilverfahren zur Impfung gegen Covid-19 zugelassen werden. Da mögliche Langzeit-Nebenwirkungen dieser in das Erbgut eingreifenden Impfstoffe nicht bekannt sind, kann man auch von einem großangelegten Menschenversuch sprechen, wenn diese Impfstoffe zugelassen und Millionen oder Milliarden Menschen verabreicht werden.

Eine erprobte und seit langem eingesetzte Methode sind Vektorimpfstoffe, zu denen auch der russische Sputnik-V oder der Impfstoff von Astra-Zeneca gehören. Aber auch hier haben die verfügbaren Zahlen gezeigt, dass der russische Impfstoff, der menschliche Erkältungsviren als Vektor benutzt, eine Wirksamkeit von über 90 Prozent zeigt, während der auf Erkältungsviren von Schimpansen basierende Impfstoff von Astra-Zeneca eine Wirksamkeit von durchschnittlich 70 Prozent gezeigt hat. Hinzu kommt, dass die Phase-III-Tests für den Astra-Zeneca-Impfstoff zwei Mal wegen schwerer Nebenwirkungen unterbrochen werden mussten, während es bei den in vielen Ländern parallel stattfindenden Phase-III-Tests des russischen Impfstoffes keine Zwischenfälle mit Nebenwirkungen gegeben hat. Mehr Details zu den Impfstoffen finden Sie hier und die russische Sicht auf das Thema finden Sie hier.

In so einer Situation ist es nicht verwunderlich, dass viele Leser fragen, ob sie sich in Deutschland mit dem russischen Impfstoff impfen lassen können. Die Antwort dürfte aber “Nein” lauten, denn die Milliarden, mit denen die EU-Kommission gerade Impfstoffe vorbestellt, sollen an westliche Firmen gehen. Der EU-Kommission scheint es wichtiger zu sein, westlichen Pharmakonzernen Milliarden zu geben, als den wirksamsten Impfstoff zur Verfügung zu stellen. Wie sonst kann man Brüssels konsequente Ablehnung des russischen Impfstoffs erklären? Dass das so ist, kann man sogar in den Pressemeldungen der EU-Kommission zwischen den Zeilen herauslesen, wie ich hier und hier aufgezeigt habe.

Der österreichische Kanzler Kurz hat das gerade offiziell bestätigt. In einem Interview hat er ausgeschlossen, dass der russische Impfstoff in Österreich zum Einsatz kommt. Er sagte, Österreich setze auf das EU-Beschaffungsprogramm. Die EU lehnt Gespräche mit Russland jedoch ab. Das dürfte auch die Haltung der deutschen Regierung sein, was bedeutet, dass der russische Impfstoff in Deutschland oder Österreich keine Zulassung bekommt und daher auch nicht erhältlich sein wird.

Lediglich der EU-Rebell Ungarn ist bisher aus dieser Front ausgeschieden und ist in Gesprächen mit Russland, die weit fortgeschritten sind. Ungarn soll den russischen Impfstoff sogar in Lizenz herstellen dürfen, um Lieferengpässe, die aufgrund der insgesamt großen internationalen Nachfrage nach dem russischen Impfstoff möglich sind, zu verhindern.

Diesen Weg geht Russland generell. So wurden zum Beispiel bereits Verträge mit Indien oder Südkorea geschlossen, die den russischen Impfstoff ebenfalls selbst in Lizenz produzieren werden. Weiter Gespräche laufen mit sehr vielen Ländern aus aller Welt, aber eben nicht mit der EU oder den USA, für die die Verteilung von Milliardengeschenken an ihre Pharmakonzerne Priorität zu haben scheint.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

11 Gedanken zu „Viele Leser fragen: Wird der russische Corona-Impfstoff auch in Deutschland erhältlich sein?“

  1. “Weiter Gespräche laufen mit sehr vielen Ländern aus aller Welt, aber eben nicht mit der EU oder den USA, für die die Verteilung von Milliardengeschenken an ihre Pharmakonzerne Priorität zu haben scheint.”
    Sehr geehrter Herr Röper.
    Mir scheint, dass Sie da zu 100% richtig liegen. Soviel zum Thema “Schaden vom Deutschen Volk abwenden…”
    Ich gehöre zu sogenannten “Risikogruppe”, habe aber trotzdem nicht vor mich Impfen zu lassen, wenn ich es irgendwie vermeiden kann. Allein da fehlt mir der Glaube, dass man auf eine Impfung verzichten kann, ohne sozial geächtet zu werden, sei es durch verweigerte, oder eingeschränkte Teilhabe am öffentlichen Leben, ohne entsprechenden Impfpass. Auch der u. U. aufgebaute Druck seitens der Arbeitgeberseite dürfte nicht all zu lange auf sich warten lassen, Politikergeschwätz hin, oder her…
    Gerade hier denke ich auch, dass es spätestens dann zu einer Impfpflicht kommen würde, wenn die politisch Verantwortlichen sehen, dass ihre Verballerten Milliarden für einen Impfstoff, im Kühlregal versauern, weil sich einfach nicht genug Versuchskaninchen finden, die mit ihrer Gesundheit Russisch Roulette spielen wollen…

  2. Soweit ich heute irgendwo gelesen habe, soll Sputnik V, EU- seits zugelassen werden, aber NUR in Ungarn. Somit bestände, meiner Meinung nach, die Möglichkeit, sich in dringenden Fällen im EU- Land Ungarn impfen zu lassen.

    1. Was ist denn ein “dringender Fall”?
      Da Impfen reine Vorsorge ist kann ich mir kaum ein Szenario vorstellen wo eine Impfung tatsächlich dringend wäre.
      Und nur weil die “westlichen” Impfstoffe gefählicher und weniger wirksam sind wird man das mit Sicherheit nicht vor einem (westlichen) Gericht zu einem dringenden Fall erklären lassen können.
      Dringend ist einzig und alleine den westlichen Konzernen unsere Steuern zu schenken.

    2. Wir haben doch gerade die durch Qantas angestoßene (und von der IATA wohlwollend aufgenommene) Debatte um den Impfausweis. Wenn unsere BReg/LRegen nun die Impfung mit Sputnik – weil die Ungarn den Impfstoff nicht EU-normgerecht zulassen konnten – nicht anerkennen, – jetzt spricht der Pessimist – werden deshalb erst mal zum RA laufen müssen, um einkaufen zu können. Was dann? „Es gibt keine Impfpflicht“, wird es uns immer noch aus den ÖR/MSM entgegenschallen!

      Sehr spannend wird es, wenn man daraufhin zu zwei Impfungen genötigt wird, sich aber im Einzelfall böse Nebenwirkungen herausstellen und man dann – Haftungsfreistellung – von unseren Behörden die Antwort bekommt, daß eine Unterstützung aus einem Hilfsprogramm für Corona-Impfgeschädigte – das wird es sicher geben – nicht in Frage kommt, weil man sich ja mit einem nicht zugelassenen Präparat hat behandeln lassen. Ich habe nix gegen Impfungen – meine letzte Tetanus-Impfung liegt nur weinige Jahre zurück (harmloser Arbeitsunfall) –, aber das Wir-müssen-uns-alle-Impefen-lassen-Spiel mache ich auch als Risiko-Patient (mit geringer Infekthäufigkeit) nicht mit.

      Doch nix wird so heiß gegessen wie es gekocht wird. Da Fliegen ein internationales Geschäft ist und China wie Rußland genauso am Flugverkehr interessiert sind, werden sich Mechanismen herausbilden. Schließlich gibt es Wirtschaftbeziehungen und alle wollen -(und müssen) verdienen… Ob jedoch im kolportiert schon fertigen Impfausweis/APP nicht doch nur nationale, von vdL/Mutti/Söder/Laschet abgesegnet Impfungen stehen werden, kann niemand vorhersagen!

      Das Entscheidende an der Diskussion ist doch, daß wir zum wiederholten Male in die „Those behind the Great Reset have been creating no-win situations for voters for decades to this exact end.“ Situation (aka „Alternativlos“) gedrückt werden („Hungary and Poland Create The Unbridgeable Gap of the Great Reset“, Webseite „GOLD GOATS ‘N GUNS“ von Tom Luongo, 28.11.20).

      Daher müssen wir alle – US-Amerikaner mit der Wahl und wir mit der „alternativlosen“ EU – raus und uns auf bessere Strukturen einigen. Aber dagegen stehen Milliarden an NGO-Kohle, die für die „Investoren“ nur die berühmten „Peanuts“ für künftige Gewinne darstellen. Seufz!

  3. Die Frage wäre wohl auch, ob der russische Impfstoff in Deutschland überhaupt anerkannt und/oder zugelassen wird. Außerdem hatte ich bei Herrn Röper bereits angefragt, ob man als Tourist nach Russland reisen könnte, um sich dort impfen zu lassen. Alternativ könnte man als EU-Bürger dann auch nach Ungarn fahren. Für beide Länder müsste man gucken, ob dort Ausländer, unter welchen Bedingungen, geimpft werden.
    Natürlich immer voraus gesetzt, es kommt zu einer Impfpflicht

    1. Beides würde nichts nützen, wenn der Stoff nicht anerkannt wird, gilt man im Falle einer Impfpflicht wohl als ungeimpft.

      Im Übrigen bleibt anzumerken, dass man in viele Länder nicht fliegen kann, wenn man keinen Impfpass hat.

  4. In faschistischen Europa (man möge mir dies verzeihen, ich sehe es so, in Kenntnis der NS-Zeit) wird nicht das Volk gerettet, sondern die Wirtschaft.
    Ist im Übrigen wie 1933-1945. Damals nannte man es “kriegswichtige” Betriebe.
    Heute nennt es sich “systemrelevant”.

    Ein Bericht bei Epoch-Times hatte gestern die Schlagzeile:
    Corona-Gewinner: Beamte und Großkonzerne

    Wer war wohl der Gewinner nach dem 08.Mai 1945 in Deutschland?
    Beamte und Großkonzerne!

  5. Ich bin mir nicht sicher, ob eine Nichtzulassung der EU oder von Deutschland möglich ist, denn letzten Endes ist Russland in der WHO! Wenn der russische Impfstoff nicht zugelassen würde, warum sollte Russland dann in der WHO bleiben? Auch die Chinesen sind mit großen Beträgen bei der WHO – jedenfalls kann das noch spannend werden.

  6. Wenn es nach Frau Hebel geht dann ganz sicher nicht. Aber gegen ihr “Gift-und Galle spucken” gibt es eh kein Mittel.

    https://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-moskau-beginnt-mit-dem-impfen-gegen-das-coronavirus-a-f7f6bee2-5354-424b-9bb5-1cb511c825bf

    Dagegen ist der Erfahrungsbericht einen jungen DW Reporters bei FOCUS so detailreich, dass man sich ein Bild über die Phase 3 machen kann.

    https://www.focus.de/gesundheit/coronavirus/erfahrungsbericht-so-wurde-ich-mit-sputnik-v-geimpft_id_12734074.html

    Erstaunlich ist, dass man auch ohne Propaganda Informationen verbreiten kann.

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