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Waren Geheimverhandlungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien der Grund für den US-Angriff?

Die Frage, warum die USA den iranischen General Solemani genau jetzt ermordet haben, treibt die Weltpresse um. Es gibt Meldungen, Solemani sei auf einer Friedensmission zwischen Iran und Saudi-Arabien gewesen, die die USA verhindern wollten. Kann das sein?

Bevor ich zu meiner Einschätzung mit sehr belastbaren Belegen komme, muss ich erst etwas in eigener Sache mitteilen. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht! Ich habe ein „Archiv“ für spannende Meldungen, die mir für sich genommen keinen Artikel wert sind, die ich mir aber speichere, weil sie vielleicht noch einmal wichtig werden können. Ein Artikel auf den Nachdenkseiten, auf den mich mehrere Leser hingewiesen haben, hat mich an eine Meldung erinnert, die in meinem Archiv schlummerte. Dazu gleich mehr.

Natürlich habe auch ich mir Gedanken gemacht, wie Trump – der sich bisher mit aller Kraft den Kriegstreibern in Washington entgegengestellt hat – auf diese Aktion, auf einen Drohnenmord an dem wichtigsten iranischen General auf dem Flughafen in Bagdad, einlassen konnte. In den USA muss man gewusst haben, dass das nicht ohne Folgen bleibt. Die USA sind im Irak nicht beliebt und der Iran kann so etwas ohne Reaktion nicht durchgehen lassen. Trump kann aber im anstehenden Wahlkampf keinen neuen Krieg gebrauchen, wenn er die Wahl gewinnen will.

Der Mord an Solemani muss also aus irgendeinem Grund sehr wichtig gewesen sein, wenn man so ein Risiko eingeht.

Ich habe daher für mich allein spekuliert, dass Trump in eine Falle gelockt wurde, vielleicht auch mit dem Hintergrund seine Wiederwahl zu verhindern. Die Washington Post hat am 6. Januar gemeldet, dass Pompeo seit Monaten von Trump die Ermordung Soleimanis gefordert haben soll und die New York Times meldete ebenfalls am 6. Januar, dass dieser Druck von Pompeo Ende Dezember immer stärker wurde und dass Trump sich schließlich hat überreden lassen.

Aber warum kann es Kreisen in Washington – abgesehen von der Verhinderung von Trumps Wiederwahl – so wichtig sein, Soleimani zu ermorden? Die Nachdenkseiten berichten, Soleimani sei auf einer diplomatische Mission unterwegs gewesen, bei der der Irak eine Verständigung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran vermitteln wollte. Es ging demnach um den Austausch von diplomatischen Noten zwischen dem Iran und Saudi-Arabien in Bagdad.

Kann das sein?

Iran und Saudi-Arabien sind Erzfeinde am Golf. Die „iranische Bedrohung“ ist einer der wichtigsten Vorwände, warum die USA große Militärbasen in Saudi-Arabien unterhalten. Wenn die beiden Länder sich anfreunden, hätte die saudische Regierung keinen Grund mehr, die unbeliebte Anwesenheit von so vielen „Ungläubigen“ im Land zu rechtfertigen. Außerdem würde ein Ende des Konflikts die Gefahr bergen, dass sich die Öl-Staaten am Golf einig werden, das würde den US-Einfluss auf die Ölpreise beenden, den sie nur ausüben können, weil vor allem die Saudis das Spiel mitspielen.

Es geht also um sehr viel für die USA. Aber ist eine Annäherung zwischen dem Iran und Saudi-Arabien realistisch?

Putin war Ende Oktober auf einem großen Staatsbesuch in Saudi-Arabien und ihm wurde dort der rote Teppich ausgerollt, wie sonst kaum jemandem. Das russische Fernsehen hatte darüber ausführlich berichtet. Aber interessanter als die Berichte über Putins Besuch war ein Interview, dass Putin im Vorfeld des Besuches drei arabischen TV-Sendern gegeben hat. In dem Interview wurde Putin auch zum Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran befragt und Putin kündigte an, in dem Konflikt vermitteln zu wollen. Zu einem Annäherungsprozess zwischen den Ländern sagte Putin damals:

„Was Russland betrifft, so werden wir alles tun, um die notwendigen Voraussetzungen für eine solche positive Dynamik zu schaffen. Ich denke, dass Russland gute Beziehungen zum Iran und sehr gute Beziehungen zu unseren arabischen Freunden hat. (…) Wenn wir unsere guten Beziehungen, sowohl zum Iran, als auch zur arabischen Welt, zu Saudi-Arabien, zu den Vereinigten Arabischen Emiraten, nutzen, können wir meiner Meinung nach etwas finden, das von gemeinsamem Interesse sein kann.“

Danach kam Ende Oktober Putins Staatsbesuch in Saudi-Arabien.

Und nun kommen wir zu der Meldung, die ich mir seinerzeit ins „Archiv“ gelegt habe: Am 4. November, also keine zwei Wochen später, hat der Sprecher des iranischen Präsidenten mitgeteilt, dass der Iran Saudi-Arabien offiziell den Vorschlag unterbreitet hat, in Fragen der regionalen Sicherheit zusammenzuarbeiten. Die russische Nachrichtenagentur TASS zitierte den Sprecher des iranischen Präsidenten folgendermaßen:

„Der iranische Präsident hat dem König von Saudi-Arabien einen Brief über regionale Sicherheit, Frieden und Stabilität geschickt (…) Der Druck der USA sollte die Nachbarn in der Region nicht spalten. (…) Um Frieden zu erreichen, brauchen wir eine kollektive Zusammenarbeit“

Ich hatte, als es um den Auftritt des irakischen Premierministers am 5. Januar vor seinem Parlament ging, das auf seinen Vorschlag hin am Sonntag den Abzug aller westlichen Truppen aus dem Irak gefordert hat, in einem Nebensatz auch irgendwo gelesen, dass der Premierminister gesagt habe, Soleimani sei in einer diplomatischen Mission in Bagdad gewesen. Mustafa Salim ist Reporter für die Washington Post in Bagdad und der hat die Rede des irakischen Premierministers vor dem Parlament teilweise ins Englische übersetzt und auf Twitter veröffentlicht. Unter anderem sagte der irakische Premierminister demnach:

„Ich sollte Soleimani an dem Morgen treffen, an dem er getötet wurde, er kam, um eine iranische Nachricht als Antwort auf die Nachricht aus Saudi-Arabien, die wir übermittelt haben, zu überbringen.“

Kein Wort findet sich davon in den „Qualitätsmedien“. Es scheint aber tatsächlich so zu sein, dass Putin im Oktober einen Dialog zwischen Saudi-Arabien und dem Iran angestoßen hat, der über geheime diplomatische Noten geführt wurde, die – zumindest teilweise – über Bagdad gelaufen sind. Das ist übrigens auch verständlich, denn der Irak hat recht ordentliche Beziehungen zu beiden Nachbarn, also zum Iran und zu den Saudis. Der Irak ist als Vermittler wie geschaffen.

Die Anzeichen, dass es so ist, sind mehr als deutlich. Und es ist klar, dass eine Annäherung oder gar Zusammenarbeit zwischen den Saudis und dem Iran für die Vorherrschaft der USA am Golf der Super-GAU wäre. Die USA wären dort schlagartig überflüssig, sie begründen ihre massive Militärpräsenz ja mit den Spannungen und der instabilen Lage am Golf. Wenn die Spannungen sich morgen auflösen und sich die Lage stabilisiert, dann würden die Stimmen in den arabischen Ländern, die einen Abzug der USA fordern, sehr laut werden.

Ich hatte mich übrigens auch über die saudische Reaktion auf das Attentat und die folgenden Spannungen sehr gewundert. Saudi-Arabien war immer am lautesten, wenn es darum ging, iranische „Untaten“ zu verteufeln und harte Reaktionen gegen den Iran zu fordern. Um so überraschender war für mich, dass die Saudis in diesem Zusammenhang nicht – wie sonst üblich – laut im Chor der US-Falken mitgesungen haben. Stattdessen enthielt die offizielle Erklärung aus Saudi-Arabien ganz neue Töne:

„Wir sind äußerst interessiert daran, dass die Situation in der Region nicht weiter eskaliert. Natürlich ist jetzt ein sehr gefährlicher Moment, darum müssen wir alle Risiken und Gefahren, nicht nur für die Sicherheit der Region, sondern im globalen Maßstab, anerkennen. Wir hoffen, dass alle Player die nötigen Schritte unternehmen, um eine weitere Eskalation oder Provokationen nicht zuzulassen.“

Kein Wort gegen den Iran in der Erklärung, das ist ein Novum.

Die USA versuchen nun, ihre Verbündeten hinter sich zu versammeln. Am 6. Januar gab es ein außerplanmäßiges Treffen bei der Nato und die TASS berichtete unter Berufung auf einen nicht genannten Teilnehmer, dass die USA mit allen Mitteln versuchen, von den Nato-Partnern eine Erklärung zu bekommen, dass sie die US-Politik in der Region und auch den Drohnenangriff auf Soleimani unterstützen.

Möglicherweise hat auch Trump inzwischen verstanden, dass er auf´s Glatteis geführt worden ist. Nachdem er tagelang heftigste Tweets in Richtung Teheran abgefeuert hat, hat einer seiner Berater ebenfalls am 6. Januar mitgeteilt, Trump sei nach wie vor bereit, mit dem Iran direkt über das Atomabkommen zu verhandeln. Ich würde diese Meldung nicht überbewerten, aber sie fällt doch sehr aus dem Rahmen dessen, was Trump in den letzten Tagen von sich gegeben hat.

Die Version, dass Soleimani von Kräften umgebracht wurde, die eine Annäherung am zwischen dem Iran und Saudi-Arabien zu verhindern wollen, scheint mir in Anbetracht all dieser Meldungen mehr als wahrscheinlich. Die Frage ist, wie weit der Iran und Saudi-Arabien in den letzten zwei Monaten gekommen sind. Haben sie ein Grundvertrauen entwickelt, das groß genug ist, um den Bemühungen derer zu widerstehen, die die Annäherung verhindern wollen?

Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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  • Das Ringen dieser Kräfte konnte man schon zu Obama/Kerry Zeiten beobachten. Dort noch viel heftiger weil Obama, der eigentlich vom Deep State gewollt war sich offen gegen dessen Politik gestellt hat.
    Trump wusste wahrscheinlich von dem Treffen und wusste auch sehr wohl um dem Fallout den das erzeugen würde. Ich bin überzeugter den je das Trump, Deep State seitig, gute mine zum bösen Spiel macht und so tut als ob er alles tut was der Deep State will, es aber auf so stümperhafte weise tut das es das Gegenteilige erreicht.

    Trump wusste das eine Einigung zwischen KSA und Iran die USA überflüssig machen würde, genauso weiß er aber auch das er sich bei einem Krieg gegen den Iran durchaus eine blutige Nase holen kann wenn er nicht mindestens die selbe Menge an Soldaten und Material im Nahen Osten massiert wie damals bei den Irak Angriffen. Beide mahle waren dort allein US Truppen im mittleren sechsstelligen Bereich versammelt, beides male gegen ein Land das militärisch WEIT schwächer ist als der Iran jemals war.
    Das gesagt, würde für eine erfolgreiche militärische Schwächung des Irans mindestens 500k+ Soldaren + Material benötigt werden. Von einer Teilbesatzung oder gar Unterwerfung mindestens das dreifache. Zur Zeit sind in der ganzen Region rund 150K Soldaten stationiert und die haben eine Menge zu tun...aber nichts davon ist ein ausgewachsener Angriff auf den Iran. Alles drunter würde der Iran, der zur Zeit auf erhöhter Alarmbereitschaft seiner Truppen steht, mit Leichtigkeit und einem Vernichtenden Konter abwehren. Es würde erstmal eine ausgedehnte Bombardierung bedürfen damit die Iranische Verteidigung soweit geschwächt ist das eine Landung im Iran nicht in einem Desaster endet. Und dazu hat die USA schlicht zu wenig Kram im Nahen Osten.

    Die Nukleare Option fällt wegen Russland UND China als Iran verbündete flach.

    Einzig Israel wäre aus dieser Sicht in der Lage "ungestraft" zuzuschlagen, aber...die Antwort wäre für Israel selbstmörderisch. Der Gegenschlag würde sehr wahrscheinlich mit aller Kraft und allem was den eventuell nuklearen Erstschlag überstanden hat erfolgen. Davon ab geht man davon aus das Israel nur Bomben aber keine ICBMs hat, etwas das die mittlerweile erfolgreich aufgestellte S-400 locker abfangen können sollte (Tomahawks auf Syrien anyone?). Der Gegenschlag Irans könnte in der ersten Welle auch nur über deren eigene Raketen erfolgen. Iron Dome mag gegen die Hinterhofraketen der Hisbollah gut sein, nicht gegen die Raketen die der Iran einsatzbereit hat. Und die USA würden alleine aus Selbsterhaltung heraus nicht darauf antworten um nicht die M.A.D mit den Russen zu triggern.

    Man mag sich zudem fragen warum wollen die Falken unbedingt im Nahen Osten bleiben wollen? Zwei Gründe: Israel und Europa. Man muss dazu wissen das die Falken auch häufig "Ziocons" genannt werden, wegen ihrer bedingungslosen Unterstützung Israels.
    Das als Unruhestifter in der Region seit Gründung für eine Spaltung des Nahen Ostens gesorgt hat. und durch diese Spaltung und Kontrolle der KSA ist man in der Lage die Tankstelle Europas zu kontrollieren das seit dem zweiten Weltkrieg ebenfalls unter US Kontrolle steht, wenn auch wesentlich subtiler.

    Vielleicht noch ein paar andere Hinweise dazu: Die Vereinbarung Sykes - Picot, es gibt Kommentare von einem der beiden die Hinweise darauf enthalten das er WUSSTE das die Kurden ein halb nomadische Volk sind das darauf angewiesen war und IST zwischen den Weideflächen zu pendeln um in der Region zu überleben. Und er hoffte das sie sich "zivilisieren lassen würden" ich denke mittlerweile nicht mehr das dort damals Imperiale Arroganz sprach, sondern das Wissen das dies nicht geschehen würde und die Kurden ein ewiger Unruheherd bleiben würden. Genauso die Gründung Israels. Alles um Unruhe zu stiften und gegeneinander aufzuhetzen und die Völker im Nahen Osten nicht so etwas wie eine "arabische Identität" entwickeln zu lassen wie wir es in Europa geschafft haben. Ich denke das dieser Versuch sich nach über 150 Jahren nun endlich dem Ende nähert. Dank dem Internet ist es nicht mehr möglich solche Zusammenhänge zu verschleiern und nicht nur ich werde solche Schlüsse ziehen können, sondern Millionen von Arabischen Muslime bebenfalls...well Europe, we fucked.

  • Wir haben heute unter uns zu Hause ähnliches diskutiert und ich habe die englischsprachigen Zeitungen in Saudi-Arabien durchgesehen. Die waren alle drei lammfromm in ihrer Berichterstattung. Die Ermordung Suleimanis wäre dann aber vor allem eine Botschaft und Drohung in Richtung Saudi-Arabien. Ist Saudi-Arabien faktisch so stark bedroht, dass es von der Zusammenarbeit ablässt oder meint ablassen zu müssen? Das Interesse an der Anbindung an die neue Seidenstraße ist sicher - uner anderem - die Triebfeder einer eventuellen Verständigung mit dem Iran. Ließe im Zuge dessen Saudi-Arabien den Petro-Dollar fallen, wäre das das Ende wirtschaftlicher Hegomonie aus Transatlantien. Da das "Weltgeld" aber schon seit den 1970er Jahren ausschließlich durch Gewalt "gedeckt" ist, könnten die Folgen im dann anstehenden Todeskampf des westlichen Systems sehr unangenehm werden.

  • Wir haben hier heute ähnliches diskutiert. Meine Sichtung der englischsprachigen Zeitungen in Saudi-Arabien ergab, dass der Ton mehr als moderat war und man zur Verständigung aufrief. Der Mordanschlag wäre demnach eine Drohung in Richtung Saudi-Arabien. Von daher ist es aus meiner Sicht eher entscheidend, wie stark diese Bedrohung dort wahrgenommen wird. Wenn die neue Seidenstraße die Triebfeder für eine friedliche Co-Existenz mit dem Iran für das Haus Saud ist, steht für das Imperium der Petro-Dollar auf dem Spiel, der seit spätestens der 1970er Jahre nicht bzw. nur und ausschließlich durch militärische Gewalt gedeckt ist. Fällt die Währungs-Hegemonie, könnte mit hoher Wahrscheinlichkeit die Gewalt im Todeskampf des Hegemons auf die Welt losgelassen werden.

  • Es gab auch Hinweise, dass Soleimani auf Einladung der USA (!) nach Bagdad kommen sollte. Leider konnte ich keine Original-Quelle dafür finden. Weiss jemand mehr?

  • Unter dem Blickwinkel einer möglichen Annäherung Irans zu den Saudis kann man vielleicht auch den Raketenschlag auf saudische Ölanlagen anders einschätzen. Mit viel Trara wurde da ja auch der Iran beschuldigt,wobei sich die Schäden eher in Grenzen hielten und der Iran alle Schuld von sich wies. Womöglich sollte das auch schon eine mögliche Annäherung torpedieren. War ja wohl auch so,dass die aktive US Luftraumüberwachung vor Ort nichts bemerkt habe oder auch nicht haben wollen.
    Andererseits ist auch nicht auszuschließen, dass es ein Unternehmen war um Trump sich selbst ein Bein zu stellen zu lassen auf dem Weg zur 2.Amtszeit. Denn sollten Amerikaner zu Schaden kommen durch Iranische Reaktion , dann kann er die wohl vergessen.

  • ich muss übrigens meine Zahlen korrigieren es sind zur Zeit nur 80K US Soldaten in der Region. und der 1 Golfkrieg waren es ~900K um im 2 Golfkrieg waren damals "nur" ~300K Koalitions truppen unterwegs.

  • Die Vermutungen sind plausibel. Den USA wird es um eine Verhinderung von Allianzen im Nahen und Mittleren Osten gehen. Dafür spricht, dass unsere Medien konsequent genau die Information der Annäherung zwischen Iran und Saudi Arabien und die diplomatische Mission von Solemani verschweigen.

    Dazu passt auch der Drohnenangriff auf Saudische Ölfelder, die die USA dem Iran anlasten. Die USA werden ausreichend Systeme wie Gladio besitzen und benutzen. Es wird alles nichts nutzen, die USA disqualifizieren sich nicht nur im Nahen und Mittleren Osten, sondern weltweit.

    Die Konsequenzen sind aber unüberschaubar. Die Sowjetunion hat den Rückzug friedlich hin bekommen. Das war eine bisher völlig unbeachtete Leistung. Hier war auf allen Ebenen hochverantwortliches Personal. Was passiert, wenn die USA zunächst aus dem Irak, dann aus Kuwait, Saudi Arabien usw, vertrieben werden? Geht das weltweit so weiter, bis nach Taiwan, Korea und Europa? Wird das friedlich verlaufen? Gibt es in den USA überhaupt Kräfte, die Kriege und Gewalt verhindern können? Versucht Trump den Weg des Rückzugs, oder das Gegenteil davon?

    Was machen die Bürger in den muslimischen Staaten, zB. mit den israelischen Juden? Juden leben überall, auch in den muslimischen Ländern, und das unbehelligt. Aber die israelischen Juden sind Geiseln Israels, der USA und letztendlich der westlichen Macht. Es gibt Tod, Leid, Vertreibung, Demütigung und angestauten Hass, der sich an den israelischen Juden entladen kann.

    Mehr will man sich gar nicht ausmalen. Da kann etwas ins Rutschen kommen, in der eine Weltordnung entsteht, die wir uns heute nicht vorstellen können und wahrscheinlich auch nicht wollen.

    • So schnell wird das m. E. nicht gehen, solche Veränderungen brauchen Zeit. Es ist aber richtig, dass die geopolitische Entwicklung von einer "monopolaren" Welt zu einer "multipolaren" Welt bereits im Gange ist. Und mit dem "Frame" Terrorismus lassen sich die Menschen nicht mehr so einfach täuschen. Für den Übergang in die multipolare Welt ist "große Besonnenheit" nötig und danke an Putin, Lawrow u. A. dafür.

  • Ich denke nicht das es um, nennen wir es Aussöhnung von Erzfeinden, ging.
    Man schaut auf einen Toten und übersieht den Anderen. Der Führer, Diplomat,Kämpfer und der Führer der Kämpfer. Beide zusammen genial. Beide mit klarem Bezug zu Iran und zur Hisbollah.
    Spätestens jetzt sollte man sich an ein Vorhaben erinnern, die Anerkennung der Golanhöhen als israelisches Staatsgebiet.

    Das Tötungsverlangen, dem nun Trump nachgekommen ist, kam mit der Verkündung das Israel die Golanhöhen für immer einverleiben will und USA signalisierte sofort Zustimmung.
    Wegen der strafrechtlichen Ermittlungen konnte Netanjahu nicht offen rumpoltern, denn es gibt in Israel auch Menschen die der Einmauerung der Palästinenser kritisch gegenüber stehen.
    Ein Gerichtsverfahren rückt näher und wegen fehlender Immunität könnte es eng werden wenn man entgegen UN Resolution 242 verstösst.

    Die Deutschen werden medial schon auf Linie gebracht damit die Regierung dann selbstverständlich Israel verstehen kann. Denn die Golanhöhen haben Nachbarn, die Hisbollah. Jetzt haben die USA die erwiesener maßen kleveren Führer weggebombt. Alles Terroristen natürlich, da kann man schon mal vergessen das man über Jahre mit diesen Terroristen Seit an Seit stand.

    https://www.welt.de/debatte/kommentare/article190683141/Nahost-Wer-die-Golanhoehen-mit-der-Krim-vergleicht-ist-denkfaul.html

    "Trumps Anerkennung der Annexion des Golan ist ein wichtiges Signal an die Syrer, den Iran genauso wie an die Palästinenser: Wie viele Kriege müssen arabische Staaten eigentlich gegen Israel führen und verlieren, bis sie den Anspruch auf das Gebiet verspielen?"

    https://www.deutschlandfunk.de/streit-um-felsplateau-was-die-golanhoehen-so-wichtig-macht.2852.de.html?dram:article_id=444318

    "Syrien hat die Golanhöhen aber nie aufgegeben und fordert sie weiterhin zurück. Eine UNO-Friedensmission hält wegen des Streits um das Gebiet in einer Pufferzone Stellung. "
    "Trumps Nahostpolitik erhält bei der rechtskonservativen Regierung in Israel viel Zuspruch. Dazu gehören der Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran, aber auch die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. Die Palästinenser boykottieren wegen der Botschaftsverlegung die US-Regierung seitdem und erklären, die Vereinigten Staaten hätten sich als neutraler Vermittler in ihrem Konflikt mit Israel disqualifiziert."

    "Syrien hat Israels Todfeind Iran ins Land gelassen und Teheran erlaubt, Militärstellungen in Schlagentfernung zur israelischen Grenze einzurichten. Und wie WELT vergangene Woche berichtete, hat die Hisbollah inzwischen sogar Militärstellungen im syrischen Teil des Golan gebaut. Das ist eine viel härtere Währung als ein bloßer symbolischer Akt, wie Trump ihn nun plant."

    https://www.heise.de/tp/features/Iranische-Militaerbasen-in-Syrien-3908257.html

    https://www.tebel-report.at/infografik-syrien-krieg-aktuell-syria-war-map-nr-36-23-30-maerz-2019/

    https://www.n-tv.de/politik/Im-Cyberspace-herrscht-Krieg-article21482281.html

    https://parstoday.com/de/news/middle_east-i37021-israelische_waffen_im_osten_syriens_entdeckt

    https://www.gegenfrage.com/syrische-streitkraefte-entdecken-israelische-waffen-in-is-lager/

    Ich kann mich irren aber ich denke ich irre mich nicht.

    Die SA Twitterkonten waren eindeutig, die armen u.a. von KSA finanzierten Flüchtlinge in der Region Idlib haben sich ungebremmst dem kollektiven Freudentaumel hingegeben, die NAS (Nationale Armee Syrien?) also der militärische Arm der neuen Demokraten in Syrien freute sich mit der FSA gemeinsam über den demokratischen Mord.
    Würde mich nicht einmal wundern wenn KSA der Tippgeber war.

    Aktuelle Töne aus den USA klingen so

    "Lets do to Tehran what we did to Dresden—light it up and burn it down. Lets make Tehran a memory!"

    "Lasst uns Teheran antun, was wir Dresden antun - es anzünden und niederbrennen. Machen wir Teheran zu einer Erinnerung!"

    "Ironically the bombardment he mentioned was part of strategic morale bombings i.e. sustained, systematic and frequent destruction of infrastructure and civilians in order to undermine morale of the Germans and expedite their surrender."

    "Ironischerweise war das von ihm erwähnte Bombardement Teil strategischer Moralbombardierungen, d. H. Anhaltender, systematischer und häufiger Zerstörung von Infrastruktur und Zivilbevölkerung, um die Moral der Deutschen zu untergraben und ihre Kapitulation zu beschleunigen."

    "He is a lobbyist! He also has some strange views about women that pre date the time of Dresden!"

    "Er ist Lobbyist! Er hat auch einige seltsame Ansichten über Frauen, die vor der Zeit Dresdens liegen!"

    "psychopath"

    "The real face of the US empire, folks...
    Looks like Uncle Sam's killer vermin have found another far-away war-of-choice that they can lose at a combined cost of not less than $5 trn of borrowed money that they can never hope to repay..."

    "Das wahre Gesicht des US-Imperiums, Leute ... Es sieht so aus, als ob Onkel Sams Mörder Ungeziefer einen weiteren weit entfernten Krieg der Wahl gefunden hat, den sie zu einem Preis von nicht weniger als zusammen verlieren können $ 5 Billionen geliehenes Geld, das sie niemals zurückzahlen können ..."

    "Genocidal freak"

    "My dad flew over Dresden the day after the night bombing to see how well the bomb sights worked. From what my dad said he saw, we really don't want to do that to people."

    "Mein Vater ist am Tag nach dem nächtlichen Bombenangriff über Dresden geflogen, um zu sehen, wie gut die Bombenvisiere funktionierten. Nach dem, was mein Vater gesagt hat, wollen wir den Leuten das wirklich nicht antun."

    "ZIONIST PSYCHOPATH!"

    "No more wars for Israel."
    "Keine Kriege mehr für Israel."

    "The reality is that we may need to keep American troops in Iraq and Afghanistan PERMANENTLY—just as we have in Germany and Japan "

    "Die Realität ist, dass wir die amerikanischen Truppen im Irak und in Afghanistan möglicherweise DAUERHAFT halten müssen - genau wie in Deutschland und Japan"

  • Tucker Carlson von Fox, für den ich immer viel Zeit habe, weil er einer der wenigen verbliebenen echten Konservativen ist und kein neoliberaler Shyster oder Neocon Kriegstreiber. meint: "Washington has wanted war with Iran for decades, working toward it, they might have finally gotten it."
    https://www.youtube.com/watch?v=WlcsuJtXYkM

    Auch interessant seine Ausführungen zur Glaubwürdigkeit der Geheimdienste im, Zusammenhang:
    https://www.youtube.com/watch?v=ug1oweRu68U

    Natürlich muss man bei seinen Ausführungen beachten, dass er von Fox bezahlt wird; das ist wie wenn ich Moskau-Korrespondent beim Spiegel bin, dann müssen halt ein paar Standardphrasen rein.

  • Das muss jetzt mal sein: Vielen Dank an den Autor und die Kommentatoren für diesen und alle anderen sehr aufschlußreichen Beiträge! Tolle Arbeit!

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