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Warum Präsident Putin Joe Biden nun zum Wahlsieg gratuliert hat

Da mich Leser gefragt haben, ob es wahr sei, dass Putin Biden zur Wahl gratuliert hat, gehe ich hier kurz darauf ein. So viel vorweg: Ja, das stimmt.

Putin hat – im Gegensatz zu vielen anderen Staatschefs – Joe Biden bisher nicht zum Wahlsieg gratuliert. Allerdings sollte man da nicht hineininterpretieren, dass Putin sich zurückgehalten hätte, weil er Trump mag oder Biden nicht mag. Putin ist Profi und vor allem Jurist. Er hat in den letzten Wochen immer wieder gesagt, dass er erst dann einem der Kandidaten gratulieren könne, wenn dessen Wahlsieg offiziell feststeht oder wenn der unterlegene Kandidat seine Niederlage eingestanden hat. Dass die Presse jemanden zum Wahlsieger erklärt, reichte Putin als Bestätigung des Wahlergebnisses nicht aus.

Es wäre eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der USA, wenn man jemandem gratuliert, dessen Wahl noch nicht zweifelsfrei feststeht. Und da Putin sich stets gegen äußere Einmischungen in die Angelegenheiten anderer Staaten ausspricht, konnte er sich aus seinem eigenen Verständnis heraus gar nicht anders verhalten, als abzuwarten.

Es dürfte Putin am Ende aber egal sein, wer die Wahl gewonnen hat. Unter Trump, der sich immer wieder für ein besseres Verhältnis zu Russland ausgesprochen hat, wurden mehr anti-russische Sanktionen verhängt, als unter Obama. Und Trump hat den wichtigen INF-Vertrag gekündigt und der NEW START-Vertrag ist auch kaum mehr zu retten, in Sachen nukleare Abrüstung war Trump aus russischer Sicht also der Super-Gau. Hinzu kommen Trumps Kündigung des Atomabkommens mit dem Iran und andere Dinge. Trump war aus Russlands Sicht kein freundlicher Präsident. Ob Trump diese Politik gemacht hat, weil er sie machen wollte, oder weil er aus innenpolitischen Gründen dazu gezwungen war, ist aus Russlands Sicht egal, wichtig sind die Fakten. Und die sind, wie sie sind.

Unter Joe Biden kann die US-Politik kaum noch anti-russischer werden, als sie es unter Trump war. In einigen Punkten (zum Beispiel Iran) dürfte Biden sogar eine Politik machen, die Russland besser gefällt, als die Politik von Trump. Auf anderen Gebieten dürfte Biden für Russland noch schlimmer sein, als Trump es war. Aber nennenswerte Veränderungen im Verhältnis zwischen den USA und Russland sind durch den Machtwechsel in den USA nicht zu erwarten. Und Putin geht es um sein Land, nicht um die Frage, wer den Präsidenten der USA stellt. Über die Frage, welche Politik Russland von welchem der Kandidaten zu erwarten hat, finden Sie hier eine detaillierte Analyse.

Nachdem die Wahlmänner nun offiziell Joe Biden zum gewählten Präsidenten ausgerufen haben, ist der Machtwechsel in den USA nicht mehr zu verhindern. Am 6. Januar muss zwar der Kongres deren Votum noch bestätigen, aber im Kongress ist keine Mehrheit dafür in Sicht, dass der Kongress die Entscheidung der Wahlmänner nicht bestätigt. Daher ist nun das eingetreten, was ich schon befürchtet habe: Die Wahlfälschung ist durchgegangen, Trump wird das Weiße Haus verlassen und Joe Biden wird der nächste US-Präsident. Daher hat Putin Joe Biden nun offiziell zum Wahlsieg gratuliert.

Der Vollständigkeit halber übersetze ich hier die Pressemeldung des Kreml zu Putins Gratulation an Joe Biden.

Beginn der Übersetzung:

Gratulation an Joseph Biden zu seinem Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl

Wladimir Putin hat Joseph Biden anlässlich seines Sieges bei den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika ein Glückwunschtelegramm geschickt.

In dem Telegramm wünschte Putin dem gewählten Präsidenten viel Erfolg und zeigte sich zuversichtlich, dass Russland und die Vereinigten Staaten, die eine besondere Verantwortung für die globale Sicherheit und Stabilität tragen, trotz ihrer Differenzen wirklich zur Lösung vieler Probleme und Herausforderungen der Welt beitragen können.

Der russische Präsident stellte fest, dass eine russisch-amerikanische Zusammenarbeit, die auf den Grundsätzen der Gleichheit und des gegenseitigen Respekts beruht, im Interesse der Völker beider Länder und der gesamten internationalen Gemeinschaft wäre.

“Ich bin meinerseits bereit, mit Ihnen zusammenzuarbeiten und Kontakte zu knüpfen”, betonte der russische Staatschef.

Ende der Übersetzung

Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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  • Selbst bei "Wikiluegia" wird der entscheidende Satz "noch" nicht gelöscht, obwohl der Artikel "Electoral College" seit kurzem massiv hin- und hergeändert wird.

    "Die Ergebnisse werden in jeder der 51 Teilgruppen des Electoral College ausgezählt, bekannt gemacht und in einer Urkunde dokumentiert. Diese wird versiegelt und unter anderem dem amtierenden Vizepräsidenten in seinem offiziellen Amt als Präsident des Senats übersandt."

    Wer also macht wem gegenüber etwas bekannt, bevor es versiegelt wird? Das Wahlmänner-Gremium gegenüber den Medien? Wohl kaum....

    Warten wir also ab, was der Vizepräsident Mike Pence am 6. Januar entsiegeln wird.....

    • Nun er wird das Endsiegeln, worauf sich die beiden Fraktionen, der Herren"""menschen"""Dynastien, in einem Gentleman agreement verständigt haben. Auf das, was den Interessen beider Fraktionen, am nächsten kommt.

  • @ T.Röper
    Die ABSOLUTE Festlegung zu diesem Zeitpunkt, dass BIDEN am 20.Januar vereidigt wird ist eine reine Meinungsäusserung. die genausowenig auf die tatsächlichen Grundlagen des 14.12.2020 aufbaut, wie die, welche die Tagesschau vertritt.

    Das Weglassen der Tatsachen ist bei ANTI-SPIEGEL mehr als nur verwunderlich.

    Um was geht, beschreibt Reuters im Erklär-Artikel.
    https://www.reuters.com/article/us-usa-election-dueling-electors-explain-idUSKBN2712M7?fbclid=IwAR3jFyiIbk1oceiCLTAfk1iR-k1S4oAvDUL2qPKay5j9s_pVyQOynOuxosI

    Historisch zu bezeichen, dass gleich 7 Staaten eben nicht nur ihre anscheinend siegreichen demokratischen Wähler ihre Stimmen für den Präsidenten abgeben lassen, sondern auch die republikanischen Wähler ermächtigt, ihre Stimmen abzugeben.

    Pennsylvania, Georgia, Michigan, Wisconsin, Arizona, Nevada und New Mexico haben alle zwei Wählerlisten ausgewählt: Eine Liste akzeptiert einen demokratischen Sieg, die andere erwartet eine Trendwende, sei es vor Gericht oder aufgrund eines solchen überwältigenden Beweises für Betrug oder ausländische Einmischung dass Bidens "Sieg" scheitern muss.

    Und warten wir mal ab, was denn morgen passiert.

    Der Direktor des Nationalen Geheimdienstes, John Ratcliffe, wird am 18. Dezember seinen Bericht veröffentlichen. Wenn es tatsächlich nachweislich massiven Betrug oder ausländische Einmischung gibt, können die Wahlen nicht bestehen.

    So... und wer dem Link gefolgt ist- und der weiß, wer nun die am 06.Januar 2021 die Umschläge öffnet , der weiß, dass es der amtierende Vice-Präsident ist. Und der steht voll auf der Seite Trumps, sowie auf seinen eigenen Füssen.....

    Von den Fakten zur Meinung (Meiner)

    Warum soll Trump große Umwege machen? Der Vice schmeißt alle 7 Staaten aus der Wertung. Damit bekommt keiner die notwendigen 270 Stimmen. Das Repräsentantenhaus muss entscheiden. Alle Staaten haben hier nur eine Stimme. Trump bleibt Präsident.

  • Laut MSM ist Putin der Königsmacher und hat Biden eingesetzt.

    Ist jedoch ein Armutszeugnis, wenn die USA als Präsidenten nichts besseres finden als: Trump, Biden, Bernie, Clinton u.ä..
    Jeder Mini- / Kleinstaat wie Island, Estland, Liechtenstein usw. hat in den eigenen Reihen bessere Kandidaten als die USA. Liegt wohl am Bildungssystem.

    => Die USA ist nur eine untergehende Weltmacht.

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