USA

Das russische Fernsehen über den „blamierten Biden“

US-Präsident Biden gerät in den USA immer mehr unter Druck. Über vieles, was man in den deutschen Medien nicht erfährt, berichtet das russische Fernsehen zur besten Sendezeit.

Anscheinend wird US-Präsident Biden von seinen eigenen Leuten langsam zum Abschuss freigegeben, denn es werden immer mehr für Biden mindestens sehr peinliche Interna an die Presse durchgestochen. Über das Telefonat zwischen Biden und dem afghanischen Präsidenten Ghani im Juli, aus dem klar hervorgeht, dass Biden und seine Regierung zu dem Zeitpunkt schon wussten, wie die Dinge in Kabul stehen, habe ich schon berichtet, den Artikel finden Sie hier.

Aber das ist nicht alles. Es wurde auch an die US-Presse durchgestochen, dass die USA eine Absprache mit den Taliban hatten, laut dem die Taliban US-Bürgern bei der Evakuierung zu helfen und sie zum Flughafen zu bringen. Dass die USA bei der Rettung ihrer Landsleute vor den Taliban ausgerechnet auf die Gnade und Hilfe eben dieser Taliban angewiesen gewesen sind, ist für die USA mit ihrem Selbstbild ihrer absoluten Überlegenheit eine unvorstellbare Schmach.

Und auch Bidens Redenschreiber scheinen sich gegen ihn gewandt zu haben. Seine neue Rede zu Afghanistan hat zu weiterer Aufregung geführt, denn Biden fabulierte vollkommen weltfremd davon, die Evakuierung sei ein voller Erfolg gewesen, obwohl immer noch tausende US-Bürger in Afghanistan festsitzen. Für die fand er aber keine tröstenden Worte, sondern sagte sinngemäß, sie seien selbst Schuld, schließlich seien sie ja viele Male zur Evakuierung aufgefordert worden und wären dem nicht nachgekommen.

All das wird in Deutschland so nicht berichtet. Daher übersetze ich hier einen Bericht aus den russischen Abendnachrichten vom 1. September.

Beginn der Übersetzung:

Der blamierte Biden tut weiterhin so, als wäre alles in Ordnung

Die amerikanischen Medien haben sich an Bidens Rede an die Nation abgearbeitet. Die New York Post und die Washington Post empörten sich darüber, dass der Präsident verkündete, die Evakuierung sei unglaublich erfolgreich gewesen, und The Hill schimpfte über die afghanische Abteilung des IS: „Wir sind noch nicht fertig mit euch“ Der Zeitung zufolge sind Drohnen das Einzige, womit das Pentagon den Aufständischen jetzt noch drohen kann. Allerdings müssen sie außerhalb der Grenzen Afghanistans gestartet werden, was die Wartungskosten und das Risiko des Abfangens der Drohnen erhöht. Fox News glaubt nicht einmal an Drohnen – der Sender erinnerte mit dem lapidaren Satz „Crisis of Confidence“ an die Anti-Biden-Stimmung in den Umfragen. Aus den USA berichtet unser Korrespondent Valentin Bogdanow.

Der längste Krieg Amerikas hat ein ebenso langwieriges Postskriptum. Mit offensivem Rufen bis hin zu konspirativem Flüstern schien Joe Biden sich in seiner längsten Rede der letzten Tage vor allem selbst davon überzeugen zu wollen, dass der Abzug der USA aus Afghanistan keineswegs eine Katastrophe war, sondern sogar das Gegenteil.

„Der unglaubliche Erfolg dieser Mission ist auf die außergewöhnlichen Fähigkeiten, das Können, den Mut und die Hingabe der amerikanischen Soldaten, Diplomaten und Geheimdienstmitarbeiter zurückzuführen.“, sagte Biden.

In Zukunft werden die Amerikaner solche erfolgreichen Missionen jedoch vermeiden, wenn man Biden glauben darf – die Zeiten haben sich geändert. Die wichtigsten Gegner sind Russland und China, und der wichtigste Feind ist der weltweite Terrorismus. Amerika ist nach den Worten seines Präsidenten bereit, alle Bedrohungen auf einmal anzugehen, aber auf eine andere Art und Weise.

„Die Ära der großen Militäroperationen zum Umbau anderer Länder geht zu Ende. Die Absage an diese Art von groß angelegtem Truppeneinsätzen wird uns im eigenen Land stärker, effektiver und sicherer machen.“, fuhr Biden fort.

Biden hat gesagt, was er gesagt hat. Der Verzicht auf groß angelegte Militäroperationen – also im Stil von Bush Jr. – bedeutet nicht den Verzicht auf kleinere Operationen oder Operationen von Spezialeinheiten mit den Mitteln der CIA. Und niemand hat angekündigt, die Praxis der Farbrevolutionen zu beenden. Auch die Sicherheit der Verbündeten hat niemand garantiert. Selbst Bidens ehemaliger Dolmetscher in Afghanistan wurde im Stich gelassen.

Eine Journalistin fragte Jen Psaki, die Sprecherin des Weißen Hauses, was sie dem Afghanen, der für Biden seinerzeit nicht gedolmetscht, sondern ihn auch gerettet hat, als Biden bei einem Afghanistan-Besuch als Senator in Gefahr geraten ist, was sie ihm nun raten würde. Denn er wurde nicht evakuiert und hat nun Angst um sein Leben.

Psakis Antwort war: „Zunächst würde ich ihm danken, dass er die letzten 20 Jahre für uns gekämpft hat. Wir holen Sie raus.“

Diese Episode wird in dem Buch „Directorate S“ von Steve Coll ausführlich beschrieben. Biden reiste in Begleitung des Militärs und zusammen mit zwei anderen Senatoren durch Afghanistan und hätte damals fast alle umgebracht. Auf dem Weg zum Luftwaffenstützpunkt Bagram verlangte Biden, über die Höhlen von Tora Bora zu fliegen, obwohl seine Begleiter ihn baten, kein Risiko einzugehen. Während eines Empfangs von Hamid Karzai am selben Abend beschwerte er sich dann noch, als der afghanische Präsident sagte, Amerika habe nichts für Afghanistan getan.

Mit Karzais Nachfolger Ashraf Ghani sprach Biden bereits wie mit einem gehorsamen Untergebenen. Zum Beispiel, indem er ihm beibrachte, über seine Erfolge gegen die Taliban einfach zu lügen. Hier sehen Sie Auszüge aus einer Abschrift ihres Telefongesprächs vom 23. Juli, wenige Wochen vor dem Fall von Kabul:

„Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, dass in der Welt und in einigen Teilen Afghanistans der Eindruck besteht, dass es mit dem Kampf gegen die Taliban nicht sehr gut läuft. Ob dies nun stimmt oder nicht, es ist notwendig, ein anderes Bild zu zeigen.“, sagte Biden zu Ghani.

Das heißt, Biden war sich der Lage sehr wohl bewusst, was bedeutet, dass das Gerede über den Zusammenbruch der dreihunderttausend Mann starken afghanischen Armee, in die die USA knapp eine Billion Dollar investiert haben, für Washington keine große Überraschung war. Dafür hat Ghani seinen Meister mit seiner Unverfrorenheit überrascht, als er mit einem Hubschrauber voller Geld aus Kabul entkam.

Die Amerikaner mussten eine weitere Demütigung hinnehmen. In den letzten Wochen waren sie in Kabul vollkommen der Gnade der Taliban ausgeliefert, das hat das Außenministerium zugegeben.

Bei den Republikanern gibt es für Joe Biden keine Gnade. Die Tochter von Bidens langjährigem Kumpel John McCain, Meghan McCain, konnte nicht schweigen.

„Der Mann hält im Fernsehen eine Rede und ich erkenne ihn nicht wieder. Gott helfe unserem Land. Gott helfe den Amerikanern, die wir im Stich gelassen haben.“, verkündete sie.

Zu den im Stich Gelassenen gehört auch dieser dreijährige Junge. ABC hat eine Kopie seines Passes erhalten, sein Name und sein Foto sind verständlicherweise unkenntlich gemacht. Das Kind wurde in der Nähe von Sacramento geboren. Die Familie wurde von den Taliban verprügelt, als sie versuchte, zum Flughafen zu gelangen. Die Opfer verstecken sich jetzt bei Bekannten.

Rettung der Flüchtenden ist nun das Problem der Flüchtenden selbst. Der frustrierte Biden wetterte auch gegen die in Kabul Gestrandeten. Der amerikanische Präsident sagte in seiner Rede, seine Landsleute seien 19 Mal gewarnt worden, ihre Koffer zu packen, und sie hätten es bis zum letzten Moment hinausgezögert. Sie hätten zu lange gewartet.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

10 Antworten

  1. Kamala Harris war von Anfang an gesetzt. Harris wird höchstwahrscheinlich die USA erneut in einen großen Krieg führen. Ihre Übernahme werden die Mainstreammedien, Identitäts- und Genderaktivisten bejubeln. Erstmals eine Frau an der Spitze der USA. Dazu noch etwas farbig. Die werden komplett durchdrehen vor Freude – bis zum neuen großen Krieg.

    1. Das Volk „will“ betrogen werden, aber der Betrug mit Bimbo liegt noch nicht so weit zurück, als dass man nicht doch noch an Kamala Harris als nachfolgende „Regentin“ zweifeln könnte. Dass „Sleeping Joe“ in Bälde die Bühne verlassen wird, hatte schon der Mann mit der Katze auf dem Kopf prophezeit, und damit liegt er von der Wahrheit gar nicht weit so entfernt. Ich bin mir also nicht so sicher, das Harris wirklich die Nachfolge antreten wird, und tippe mal darauf, dass der tiefe Staat noch ein bis dahin völlig unbekanntes Ass aus dem Ärmel zieht. Da Niemand bisher diese Personalie wirklich kennt, wird das „Volk“ lieber diese Pille zu schlucken bereit sein, als Harris oder nochmals Trump zuzujubeln … warten wir mal ab … 😉

  2. Dass die Amis in nächster Zeit einen neuen Krieg starten werden können, sehe ich nicht wirklich. Mit Syrien hat Russland gezeigt, dass es nicht mehr tatenlos zusehen wird, wie der Werte-Westen andere Länder kaputt bombt. Zusammen mit China werden die da künftig noch stärker jede Aktion der Nato unterbinden. Und das wissen auch die Amerikaner, denn selbst wenn Biden demnächst weg sein sollte, seine Worte stehen: „Die Ära der großen Militäroperationen zum Umbau anderer Länder geht zu Ende.“
    Es gibt ja auch keine wirklich lohnenden Ziele mehr, die man militärisch angreifen kann, ohne sich eine blutige Nase zu holen (z.B. Iran) oder dass sich Russland und China einmischen (z.B. Venezuela). Der Werte-Westen muss jetzt schauen, dass sie die eroberten Gebiete der letzten 20 Jahre solange halten und ausbeuten können, wie es geht, bevor Russland und China sie da raus drängen. Syrien und Irak werden als nächstes fallen (aus Sicht der Amis).
    Das einzige, was den Amis bleibt, sind Farbrevolutionen und CIA-Operationen. Das sagen sie ja selbst. Ob Farbrevolutionen künftig noch groß erfolgreich sein werden, wird man sehen, da sie zumindest in Ländern wie Weißrussland und Venezuela gescheitert sind. Das Imperium hat fertig und die Welt ordnet sich neu.

    1. China steht im Fokus. Nicht direkt (abgesehen von massiven provokationen und Aufrüstung von Taiwan), sondern via Indien. Dort wird eine Oppositionswelle gepuscht, die offen für einen Grenzkrieg mit China eintritt.
      Und natürlich Iran, aber via Israel, einfach, wei die Anreicherung weiter geht und man bereits bei über 60% ist. 80% werden für die Bombe gebraucht.
      Das grundsätzlche Problem der USA ist, dass sie nicht wissen, wohin mit den Soldaten, wenn sie wirklich ihre Engagements zurückfahren wollen. Nach Hause? Als arbeitslose Veteranen? Unrealistisch. Also braucht man was, womit man sie beschäftigen kann.

    2. Weiss nicht, ob ich da zustimmen kann.
      Die Geschichte der Ami- Kriege zeigt, dass nicht nur die Ausbeutung eines Landes Ziel war, sondern auch die Erzeugung von Chaos durch Krieg. Oft war das Ziel dabei die Schwächung geopolitischer Gegenspieler und Konkurrenten.
      Also auf Deutsch: Kaputtbomben geht immer. Denke nicht, dass man damit so schnell aufhört.
      Und Syrien? Immer noch kaputt, oder? Mission accomplished.

      Zudem wissen wir ja mittlerweile, dass 90% der Gelder, die in den Afghanistan- Krieg geflossen sind, wieder zurück nach Amiland gingen. Dieser Krieg war also in erster Linie ein Geschäft und hatte mit Geopolitik nur wenig zu tun. Was waren die geopolitischen Ziele? Kann man die benennen? Ich nicht.

      Dieses Dreier- Interview fand ich sehr erhellend zum Thema Afghanistan- Krieg:
      https://www.youtube.com/watch?v=_bo7P_podIk

      Tldr: Es ging um Kohle. Durch Krieg und Opium.

    3. Schwache Länder, die evtl. in den Fokus der Amis geraten könnten oder bereits sind, ist anzuraten sich mit Russland ins Einvernehmen zu setzen. Russland muss sich darauf gefasst machen, dass eine rasante Nachfrage nach Abwehrsystemen, nebst elektronischer Systeme, auf es zukommt.
      Wer will schon dauernd Drohnen oder Flugzeuge der Amis im Luftraum haben.

  3. Wenn ich die Rede von Biden lese, frage ich mi h, wer hat da eigentlich von wem abgeschrieben? Boden von Merkel mit ihrer völlig realitötsfremden Rede, oder hatte Merkel schon ein Transcript der Biden-Rede?

  4. Biden war von Anfang an nur eine geplante Marionette – mit „Trick’s“ zum „präsidenten“ gemacht… – wir werden sehen, was bei der nächsten „Wahl“ dort so alles abgeht – es wird zumindest nicht langweilig…

  5. Yo, die Marionette hat ihre Schuldigkeit getan.
    Noch alles Schlechte der Welt auf ihr abgeladen, dann kann sie, fürstlich abgefunden, in Rente gehen. Danach gibts dann Hardcore- Kommunismus. Was für eine Überraschung.

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