Energiekrise

Griechischer Umweltminister: „Die Energiekrise wird EU-Verbraucher 350 Milliarden kosten“

Der griechische Umweltminister hat bei einem Ministertreffen der EU mitgeteilt, dass die Energiekrise die Verbraucher in 2022 350 Milliarden kosten wird. Dass sie hausgemacht ist, hat er bei der Gelegenheit nicht erwähnt.

Die Energiekrise ist zwar aus den Schlagzeilen verschwunden, aber sie geht weiter, denn die Gaspreise an den europäischen Börsen sind wieder bei fast 2.000 Dollar angekommen. Die Meldung über die Warnung des griechischen Umweltministers habe ich beim russischen Fernsehen gefunden und übersetze habe sie übersetzt. Anschließend erkläre ich noch einmal, warum die Gas- und Energiekrise, die derzeit die Preise für Strom und Heizung in die Höhe treibt, hausgemacht ist.

Beginn der Übersetzung:

Die neue Energiekrise wird EU-Verbraucher 350 Milliarden Euro kosten

Die Energiekrise im Jahr 2022 werde die europäischen Verbraucher mit 350 Milliarden Euro belasten, sagte der griechische Umwelt- und Energieminister Costas Skrekas auf dem EU-Umweltministerrat in Brüssel.

Die Zeiten sind hart für Europa, da die Strom- und Gaskosten in der EU mit dem Einsetzen der kalten Jahreszeit erneut rapide ansteigen. Bürger und Unternehmen brauchen Unterstützung, sagte der Minister. „Wenn sich die Marktprognosen bestätigen, werden die europäischen Bürger im Jahr 2022 aufgrund steigender Strom- und Gaspreise 350 Milliarden Euro zusätzlich bezahlen müssen. Wir können angesichts dieser Ausnahmesituation nicht gleichgültig bleiben“, sagte Skrekas (zitiert von RIA Novosti).

Der Gaspreis an der Londoner Börse ist im Vergleich zum Handelsschluss am Freitag um 7 Prozent auf 1.764 $ gestiegen. Der Preis an der europäischen Gasbörse stieg in den ersten Handelsminuten am Montagmorgen, dem 20. Dezember, sprunghaft auf 1.921 $ pro tausend Kubikmeter an, nachdem der Durchfluss durch die Jamal-Europa-Gaspipeline zurückgegangen war, die Lagerbestände niedrig waren und ein neuer Kälteeinbruch in den EU-Ländern einsetzte, wie der Handel an der ICE-Börse in London ergab. Das ist der Höchststand seit Anfang Oktober, als die Preise um 39 Prozent auf einen neuen Rekord von 1.940 Dollar gestiegen sind. Der Preis stieg letzte Woche auf 1.700 $, fiel aber am Freitag auf 1.600 $.

Gazprom hat 21,6 Prozent der Jamal-Europa-Pipeline, eine von drei Pipelines, die von Russland in die EU führt, für den Januar gebucht, nachdem die Kapaziäten am Montag, den 20. Dezember, auf europäischen Plattformen versteigert worden waren, und änderte die durch die Ukraine gepumpte Gasmenge nicht, wie die europäische Gastransportplattform GSA Platform und die ungarische RBP mitteilten.

Russland erfüllt seine Verpflichtungen, Europa mit Gas zu versorgen, aber die Preise steigen weiter, schrieb der Chef der EU-Diplomatie, Josep Borrel, am Sonntag, den 19. Dezember, in einem Blogbeitrag. „Die Gaspreise sind allein im Dezember um rund 40 Prozent und seit Sommer dieses Jahres um rund 300 Prozent gestiegen. Jede Diskussion über Russland, die Ukraine und Weißrussland beinhaltet den Energieaspekt, da 40 Prozent der EU-Gasimporte aus Russland kommen, hauptsächlich über die drei Transitrouten durch diese Länder“, schrieb Borrel.

Ende der Übersetzung

Die Gründe für die Energiekrise in Europa

Über die Gründe für die Energiekrise in Europa habe ich oft berichtet, daher fasse ich sie hier nur kurz zusammen.

Erstens: Der letzte Winter war kalt, weshalb viel Gas verbraucht wurde. Pipelines und Tanker reichen nicht aus, um im Winter genug Gas nach Europa zu bringen, weshalb die Gasspeicher normalerweise im Sommer aufgefüllt werden. Das ist in diesem Jahr ausgeblieben und während die Gasspeicher normalerweise zu Beginn der Heizsaison zu fast 100 Prozent gefüllt sind, waren es in diesem Jahr nur knapp 75 Prozent.

Zweitens: Die Energiewende hat zu einem zu großen Anteil von Windenergie am Strommix geführt. Da der letzte Sommer aber außergewöhnlich windstill war, fehlte die Windkraft und es wurde unter anderem Gas zur Stromerzeugung genutzt, das eigentlich in die Speicher hätte geleitet werden müssen.

Drittens: Der Wunsch vieler europäischer Politiker, russisches Gas durch vor allem amerikanisches Flüssiggas zu ersetzen, hat dazu geführt, dass in Europa nun Gas fehlt. Der Grund: In Asien sind die Gaspreise noch höher als in Europa und die fest eingeplanten amerikanischen Tanker fahren nach Asien, anstatt nach Europa.

Viertens: Die Reform des Gasmarktes der letzten EU-Kommission hat den Handel mit Gas an den Börsen freigegeben. Dadurch wurde Gas zu einem Spekulationsobjekt. Während Gazprom sein Gas gemäß langfristiger Verträge für 230 bis 300 Dollar nach Europa liefert, ist es für die Importeure ein gutes Geschäft, das Gas an der Börse für 1.000 Euro weiterzuverkaufen und diese Spekulationsgewinne in Höhe von mehreren hundert Prozent in die eigene Tasche zu stecken.

Warum Gazprom trotzdem langfristige Verträge möchte? Die Antwort ist einfach, denn das war auch in Europa so, als in Europa noch Gasfelder erschlossen wurden. Der Produzent von Gas muss Milliardeninvestitionen planen und das geht nur, wenn er weiß, wie viel Gas er langfristig zu welchem Preis verkaufen kann. Daher möchte ein Gasproduzent langfristige Verträge, auch wenn der Preis zeitweise möglicherweise viel niedriger ist als der, den er an der Börse erzielen könnte.

Auch für den Kunden ist es von Vorteil, wenn er die Gaspreise und die Gasmengen im Voraus planen kann, denn was passiert, wenn man sich auf kurzfristige Verträge einlässt, erleben wir gerade in Europa. Dass die EU-Kommission sich trotzdem für kurzfristige Verträge und Börsenhandel von Gas einsetzt, ist entweder Inkompetenz, oder der Wunsch europäischen Konzernen die lukrative Börsenspekulation mit Gas auf Kosten der Verbraucher zu ermöglichen, oder die politische Abhängigkeit von den USA, die auf kurzfristige Verträge setzen, weil ihrer schnelllebigen Frackingindustrie schnelle Gewinne wichtiger sind als langfristige Planungssicherheit.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

8 Antworten

  1. Bitte Gazprom, werdet auch als Gaslieferant für Endverbraucher tätig, ich schließe gerne einen 10 Jahresvertrag ab!
    Wird leider nicht funktionieren, da wird unsere Verräterregierung schon einen Riegel vorschieben. Wann werden die ersten Flüssiggasflaschen aus Russland in die EU geschmuggelt? Wäre ein absolut legitimes Geschäftsmodell für die Zukunft.
    Mensch Michels, was wählt ihr immer Scheiß zusammen…

  2. Die Frage ist natürlich, wer mit „EU Verbraucher“ gemeint ist?
    Ich habe da so eine Idee…. und nein, Griechenland gehört mit Sicherheit nicht dazu.
    Stellt sich natürlich die Frage, wann die Zitrone so ausgequetscht ist, dass
    wirklich kein Tropfen mehr rauskommt.
    Aber, da bei uns alles perfekt bis ins kleinste Detail registriert ist (Katasteramt etc.), könnte ich mir
    vorstellen, dass da noch so einiges geht, via Grundschuld und dergleichen. Der grenzenlose
    Erfindungsgeist, was noch so alles besteuert werden könnte ist ebenfalls vorhanden.
    Wir werden sehen……..

  3. ____://smoothiex12.blogspot.com/2021/12/news-not-needing-any-comments.html

    „Nachrichten, die keine Kommentare benötigen.

    Davon gibt es heute viele.

    ‚ Europas Energiekrise hat sich am Dienstag noch verschlimmert, da ein Mangel an Erdgas, atomare Ausfälle, eine rückläufige Windstromproduktion und kaltes Wetter die Preise in die Höhe trieben. Der Gaspreis am niederländischen TTF-Hub, dem Benchmark-Gaspreis für Europa, stieg um 10% auf ein neues Rekordhoch von 165 Euro pro Megawattstunde, nachdem das Gas, das an der Verdichterstation Mallnow in Deutschland gelangte, auf Null gesunken war. Die Ströme wurden nach Osten nach Polen umgeleitet. Die europäischen Gaspreise erreichten ein Rekordhoch. ‚

    Ich denke, die EU sollte ihre „grüne Agenda“ verdoppeln. Schauen Sie sich das nur an.

    [ Grapfik ]

    Wie ich schon oft gesagt habe – nein, es ist keine Krise, es ist eine Katastrophe. Wo ist Greta, wenn du sie brauchst? Ich denke, ein Konsortium von High-School-Teenager-C-Schülern, Hollywood-Prominenten und MSM-Journalisten sollte sofort zusammengestellt werden, um zu entscheiden, wie mit dieser ganzen Sache umzugehen ist. So sieht Deutschlands Produktionstod aus:

    ‚Infolge der Netzbelastung kletterten die deutschen Strompreise um 30 Prozent auf den Rekordwert von 431,98 Euro pro Megawattstunde.‘

    Leider besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch Menschenleben, insbesondere alte und verletzliche, verloren gehen. Aber keine Sorge, im nächsten Jahr wird Deutschland die Hälfte seiner verbleibenden Atomstromproduktion abschalten. Ich werde ziemlich bald ein Video darüber machen.
    …“

    StGB
    § 88 Verfassungsfeindliche Sabotage
    (1) Wer als Rädelsführer oder Hintermann einer Gruppe oder, ohne mit einer Gruppe oder für eine solche zu handeln, als einzelner absichtlich bewirkt, daß im räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes durch Störhandlungen
    1. …,
    2. …,
    3. Unternehmen oder Anlagen, die der öffentlichen Versorgung mit Wasser, Licht, Wärme oder Kraft dienen oder sonst für die Versorgung der Bevölkerung lebenswichtig sind, oder
    4. …,

    ganz oder zum Teil außer Tätigkeit gesetzt oder den bestimmungsmäßigen Zwecken entzogen werden, und sich dadurch absichtlich für Bestrebungen gegen den Bestand oder die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder gegen Verfassungsgrundsätze einsetzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    (Keine Sorge, das ganze scheitert spätestens am Tatbestandsmerkmal „Absicht“)

    1. „Keine Sorge, das ganze scheitert spätestens am Tatbestandsmerkmal „Absicht““

      Nicht unbedingt. Da gibt es ja noch den Eventualvorsatz. Wikipedia:

      „Beim Eventualvorsatz hält der Täter die Verwirklichung eines Tatbestandes ernsthaft für möglich, findet sich aber mit diesem Risiko ab. Der Eventualvorsatz wird auf Vorsatzebene daher gegenüber dem direkten Vorsatz abgegrenzt, bei dem der Täter weiß, dass das eigene Handeln zur Verwirklichung des Tatbestandes führen wird, …“

      Niemand wird wohl ernsthaft annehmen, dass der Bande nicht bewusst ist, was sie anrichtet.

  4. Von den hohen Energiepreisen profitiert in erster Linie der Börsenspekulant. Wir nennen ihn mal Bill. Und der hat alle Macht.

    Der Börsenspekulant schafft zuerst den Gashandel an die Börse. Dafür nutzt er die EU. Dann werden die Preise niedrig wie im Sommer 2020, und er kauft sich ein. Dann sorgt er für Knappheit wegen dem Klima, hinterdreibt Bestellungen und die Inbetriebnahme von Gasleitungen. Das macht Frau Baerbock.

    Nun muss er nur auf den Winter warten und schon sind Milliarden im Säckel.

  5. Im Januar wird es interessant. In Deutschland werden 3 von 6 Atomkraftwerken vom Netz genommen. Das muss kompensiert werden. Nur womit? Auch der Dezember war sehr windarm und der Januar ist es meist auch. Polen hat kein Gas mehr und die Speicher in einigen Ländern sind schon unter 40%. Wenn nicht Nordstream 2 im Januar ans Netz geht, dann werden die EU Staaten, die kein Gas mehr haben ziemlich sauer auf die Deutsche Regierung seien. Und dann werden die merken, dass man mit Geld nicht Heizen kann.

  6. LÄUFT doch!! xD

    Jeder der nicht dazu gehört, steht in allen Bereichen des normalen Lebens unter massiven, zermürbenden Druck, also läuft wie geschmiert, als nächstes ist ID2020 und das Brüsseler Vermögens-Register dran!!

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