Energiekrise

Hohe Profite: Trotz Gaskrise und Rekordpreisen für Strom pumpt Deutschland Gas in die Ukraine

Derzeit bestellen deutsche Importeure kaum noch russisches Gas, weil es für sie lukrativer ist, das bereits in deutschen Speichern eingelagerte Gas in die Ukraine zu pumpen, als die Versorgung deutscher Verbraucher im Winter sicherzustellen.

Nachdem es zunächst nur ein Verdacht war, bestätigt es sich jetzt inzwischen: Deutsche Gasimporteure verkaufen ihr Gas teuer an die Ukraine, anstatt mehr Gas aus Russland zu bestellen, um die leeren Speicher in Deutschland aufzufüllen. Wie man sicherstellen will, dass Strom und Heizung in Deutschland für den ganzen Winter reichen, steht in den Sternen. Hier werde ich aufzeigen, wie das funktioniert und warum es sich für die Importeure lohnt, so vorzugehen.

Wie immer gehe ich zu Anfang des Artikels auf die Hintergründe ein, damit auch neue Leser verstehen, worum es geht. Alle Stammleser des Anti-Spiegel wissen, dass ich zunächst die Hintergründe erkläre, bevor ich zu den aktuellen Meldungen komme.

Die Gaskrise

Dass wir in Europa eine Gaskrise haben, ist kein Geheimnis mehr. Im Sommer wurden die Gasspeicher nicht aufgefüllt, weil das Gas verheizt wurde, um fehlende Windenergie zu ersetzen. Der windstille Sommer hat dafür gesorgt, dass die Windkraftanlagen zu wenig Strom produziert haben und um das zu kompensieren, wurde Gas verfeuert, anstatt es als Vorrat für den Winter in die Speicher zu leiten. Dass die Gaskrise zumindest zum Teil daher rührt, dass die Windkraftanlagen nicht geliefert haben, konnte man mittlerweile sogar verschämt im Spiegel erfahren.

Normalerweise werden die Gasspeicher im Sommer gefüllt und zu Beginn der Heizsaison Ende Oktober sind sie zu nahezu hundert Prozent gefüllt, damit die Vorräte über den Winter reichen. Im Winter ist die benötigte Gasmenge so groß, dass sie nicht über Pipelines oder Tanker geliefert werden kann, daher wird das Gas im Sommer eingelagert und im Winter verbraucht. Zu Beginn dieser Heizsaison waren die Speicher jedoch nur zu 75 Prozent gefüllt.

Wenn man nun noch weiß, dass die Gasspeicher nach dem letzten Winter nur noch zu etwa 30 Prozent gefüllt waren, im Winter also 70 Prozent entnommen wurden, dann muss man kein mathematisches Genie sein, um zu verstehen, dass das jetzt in Deutschland eingelagerte Gas nicht über den Winter reicht, erst recht nicht, wenn es ein kalter Winter wird.

Wenn das „nur“ dazu führt, dass die Preise steigen, ist das das bestmögliche Szenario. Im schlimmsten Fall müssen gegen Ende des Winters Heizung und Strom rationiert werden, so ernst ist die Lage inzwischen.

Die Gaspreise

Ein weiteres Problem sind die Gaspreise, die nicht durch Zufall in diesem Jahr so hoch sind, wie noch nie zuvor in der Geschichte. Das hat die EU-Kommission möglich gemacht, indem sie vor einigen Jahren den Gasmarkt liberalisiert und den Börsenhandel mit Gas zugelassen hat. Früher wurde Gas über langfristige Verträge geliefert, die heftige Preisschwankungen nach oben und unter verhindert haben. Heute wird immer mehr Gas in Europa auf dem Spotmarkt gehandelt, was die Preise nach oben getrieben hat.

Während Gas an den europäischen Börsen nun über 2.000 Dollar für tausend Kubikmeter kostet, liefert Gazprom im Rahmen der noch bestehenden langfristigen Verträge sein Gas zum Beispiel an Deutschland zu einem Preis von 250 bis 300 Dollar. Daher ist es für die Importeure ein Bombengeschäft, das Gas an der Börse weiterzuverkaufen, denn dabei machen sie derzeit einen Gewinn in Höhe von über 700 Prozent. Und sie müssen – der EU-Kommission sei dank – nichts dafür tun.

Die Liberalisierung des Gasmarktes, den die letzte EU-Kommission beschlossen hat, ist für die Gasimporteure eine Lizenz zum Gelddrucken. Die Rechnung bezahlen die europäischen Verbraucher, wie jeder in Europa derzeit an seiner Strom- und Gasrechnung sehen kann.

Die Jamal-Europa-Pipeline

Derzeit spielt in den Medienberichten die Jamal-Europa-Pipeline eine wichtige Rolle. Die Pipeline bringt russisches Gas über Weißrussland und Polen nach Deutschland. Seit dem 20. Dezember kommt über die Pipeline kein Gas mehr in Deutschland an, was den Spiegel dazu veranlasst hat, zu behaupten, Russland habe die Gaslieferungen nach Europa eingestellt. Dass das gelogen war, habe ich sofort aufgezeigt.

Interessant daran war, dass man in dem Spiegel-Artikel sogar einen Teil der Wahrheit finden konnte, wenn man nur aufmerksam gelesen hat. Dort konnte man nämlich erfahren:

„Am Morgen wurde an der Verdichterstation Mallnow (Brandenburg) – wie bereits an neun Tagen Anfang November – Gas in die entgegengesetzte Richtung nach Polen gepumpt“

Der letzte Halbsatz ist der interessante Teil: Seit dem 20. Dezember fließt kein russisches Gas mehr über Polen nach Deutschland, sondern Gas fließt in umgekehrter Richtung von Deutschland nach Polen. Die deutschen Gasimporteure verkaufen ihr Gas, das sie billig bei Gazprom gekauft haben, derzeit zu Börsenpreisen in Richtung Osten. Diese Umkehr der Gaslieferungen nennt man „Revers“, das Wort werden wir noch öfter hören.

Wo sind die Bestellungen?

Was Gazprom und auch russische Medien in Anbetracht der Gasknappheit in Europa ehrlich verwundert ist, dass aus Europa keine Bestellungen für Gas kommen. Obwohl Gazprom öffentlich verkündet, es sei bereit, mehr Gas nach Europa zu liefern, bleiben die Bestellungen aus.

Stattdessen berichten „Qualitätsmedien“ wie der Spiegel, Russland stelle die Gaslieferungen ein. Die Wahrheit ist, das Gazprom nichts liefern kann, was nicht vorher bestellt wurde. Man kann kein Gas in eine Pipeline einspeisen, wenn am anderen Ende der Röhre niemand auf das Gas wartet.

Am 27. Dezember wurde gemeldet, dass Gazprom schon eine Woche lang keinen Transit durch die Jamal-Europa-Pipeline bucht, weil die Bestellungen aus Europa ausgeblieben sind. Stattdessen wurde die Pipeline zwischen Polen und Deutschland in den Revers geschaltet und pumpt nun Gas aus Deutschland über Polen in die Ukraine.

Die Ukraine

Die Ukraine spielt eine Schlüsselrolle, denn sie hat 2014 aufgehört, Gas direkt aus Russland zu kaufen. Die Ukraine kauft seitdem „europäisches“ Gas. Das läuft über einen virtuellen Revers, bei dem Gas aus Russland an europäische Firmen verkauft wird, die es – natürlich mit einem ordentlichen Preisaufschlag – an die Ukraine weiterverkaufen, womit es auf dem Papier zu „europäischem“ Gas geworden ist. Über dieses Thema und weitere Hintergründe des ukrainischen Revers-Gases habe ich schon im Sommer 2020 berichtet, Details finden Sie hier.

Das Gas war aber nie in Europa, sondern wird von der Ukraine aus der Transitpipeline entnommen, nachdem sie es bei den europäischen Firmen gekauft hat. Da das hauptsächlich Firmen mit Sitz in Ungarn waren, hat die Ukraine ein Problem, seit Ungarn kein Gas mehr über die Ukraine, sondern über die Türkei bezieht: In der Ukraine sind die Speicher schon jetzt nur noch zu 30 Prozent gefüllt, während es im europäischen Durchschnitt derzeit etwa 56 Prozent sind. Und dass selbst das zu wenig ist, um über den Winter zu kommen, haben wir schon gesehen. In der Ukraine ist die Lage jedoch noch dramatischer als in Europa.

Die Ukraine sucht nun händeringend nach Gas und ist bereit, jeden Preis zu bezahlen, anstatt Gas billiger bei Gazprom zu beziehen. Gazprom hat mehrmals angeboten, der Ukraine mit Gaslieferungen zu helfen, wobei der angebotene Preis unter den Preisen der europäischen Börsen liegen würde. Aber die ukrainische Regierung ist ideologisch verblendet und lehnt den Kauf von Gas aus Russland ab.

Das Bombengeschäft

Da sind die Polen auf die Idee gekommen, der Ukraine „europäisches“ Gas zu europäischen Preisen anzubieten. Wobei: Das Gas ist russisches Gas, das vorher von Gazprom für maximal 300 Dollar nach Deutschland geliefert worden ist, das einzig europäische an dem Gas ist der Preis.

Und daher kommt es, dass nun deutsche Importeure ihr Gas, das sie billig für maximal 300 Dollar bei Gazprom gekauft haben, für über 2.000 Dollar über Polen an die Ukraine verkaufen. Dass sie damit die Gaskrise in Deutschland und der EU verschlimmern, ist ihnen egal, wenn Profite in Höhe von über 700 Prozent winken.

Die Rechnung ist einfach: Pro tausend Kubikmeter an die Ukraine geliefertes Gas verdienen die Konzerne etwa 1.700 Dollar, wobei sich die Polen den Transit in die Ukraine wahrscheinlich auch noch versilbern lassen und einen Teil vom Kuchen abhaben wollen. Die Kapazität der Pipeline von Polen in die Ukraine beträgt drei Millionen Kubikmeter pro Tag, was genau die Menge ist, die derzeit aus Deutschland nach Polen gepumpt wird. Pro Tag kann man so – ohne viel dafür tun zu müssen – knapp fünf Millionen Dollar verdienen, die sich polnische und deutsche Unternehmen teilen dürften.

Die Leidtragenden sind die deutschen und ukrainischen Verbraucher. Die ukrainischen Verbraucher müssen für Gas noch mehr zahlen als die europäischen Verbraucher und auch für die deutschen Verbraucher dürfte dieser künstlich verstärkte Gasmangel erstens die Preise weiter in die Höhe treiben und zweitens steigt die Gefahr weiter an, dass das Gas nicht über den Winter reicht. Womit dann Strom produziert und geheizt werden soll, steht in den Sternen.

Deutsche und russische Medien

Von all dem dürften die meisten Medienkonsumenten in Deutschland noch nie etwas gehört haben. In Russland wird darüber täglich berichtet, denn man ist in Russland fassungslos darüber, wie die Europäer ihre Energiekrise erst selbst geschaffen haben (Details dazu am Ende dieses Artikels) und sie nun auch noch mit aller Kraft verschärfen. Daher übersetze ich einen aktuellen Artikel von der Seite des russischen Fernsehens, um zu zeigen, wie in Russland darüber berichtet wird.

Beginn der Übersetzung:

Naftogaz Ukraina hat keinen Ersatz für russisches Gas gefunden

Die Ukraine hat immer noch keinen Ersatz für das russische Gas gefunden, das sie aus nationalistischem Populismus zu überhöhten Preisen von Zwischenhändlern kauft, um es bloß nicht direkt von Russland zu beziehen. Niemand in der EU will Kiew beim Bau von LNG-Terminals helfen.

Flüssiggas (LNG) wird für die Ukraine aufgrund logistischer Probleme weiterhin nicht verfügbar sein – niemand in der EU will Kiew beim Bau von LNG-Terminals helfen, seine logistischen Probleme lösen und in das ukrainische Gastransportnetz investieren oder es gar kaufen. Die einzige verbleibende Option ist der Kauf von russischem Gas aus Polen oder Deutschland über den Revers mit einem Aufschlag durch Zwischenhändler, sagte der Leiter des staatlichen ukrainischen Energieunternehmens Naftogaz Ukraina, Jurij Witrenko. Zuvor war die russische Regierung von Kiews Wunsch überrascht worden, weiterhin Gas von Zwischenhändlern in der EU zu beziehen. Aus diesem Grund ist das Gas für die Ukrainer um 20 bis 30 Prozent teurer.

Um Flüssiggas (LNG) aus Polen zu liefern, muss das Gasleitungssystem modernisiert werden, aber Warschau kümmert sich nicht darum, sein Geld will es dafür nicht ausgeben, sagte Vitrenko in einem Interview mit RBC-Ukraine.

„Physisch können Schiffe mit LNG nicht in die Ukraine einfahren“, räumte Vitrenko ein. „Und selbst vom Terminal in Polen kann regasifiziertes LNG (in gasförmigem Zustand – Anm. d. Red.) jetzt nicht durch Leitungen in die Ukraine gelangen.“

„Zu diesem Zweck müssen diese Engpässe ausgebaut, erweitert und in die Infrastruktur nahe der Ukraine auf polnischer Seite investiert werden“, sagte Vitrenko und räumte ein, dass die Polen das nicht tun wollen. „Sie wollen ihr eigenes Geld dafür nicht verwenden“.

Die Ukraine könnte ihre eigenen LNG-Terminals bauen, aber erstens ist dafür kein Geld da, und zweitens lässt die Türkei keine LNG-Tanker durch den Bosporus ins Schwarzen Meer fahren, da dieser über die Turkish-Stream-Pipeline, die von Russland durch das Schwarze Meer verläuft, seit langem ein Transportknotenpunkt für russische Gaslieferungen in die EU ist. „Wenn wir die Frage der physischen Sicherheit und der Diversifizierung angehen wollen, ist es eine Frage unseres eigenen LNG-Terminals. Das wird bisher durch die Durchfahrt durch den Bosporus behindert. Die Türkei lässt keine LNG-Tanker durch“, räumte Vitrenko ein.

Nachdem sich die Ukraine geweigert hat, russisches Gas direkt von Gazprom zu kaufen, erhält sie seit 2014 Gas aus dem russischen Transitfluss in die EU quasi auf dem umgekehrten Weg: Kiew bezahlt europäische Unternehmen für russisches Gas, das es aus seiner Pipeline bezieht. Das waren Unternehmen aus Ungarn, Polen und der Slowakei. Doch dann blieb nur noch der polnische und slowakische Revers des russischen Gases. Seit dem 1. Oktober 2021 bezieht Ungarn Gas aus Russland über Turkish Stream an der Ukraine vorbei. Das war die vorteilhafteste Option, sagte die Topmanagerin des Betreibers des ukrainischen Gastransportsystems (GTS), Olga Belkova. (Anm. d. Übers.: Der neue ungarische Gasvertrag hatte – wie oben schon erwähnt – aus vielen Gründen sehr weitreichende Folgen, wie Sie hier nachlesen können)

Der russische Präsident Wladimir Putin erläuterte das Vorgehen von Gazprom am Donnerstag dem 23 Dezember auf seiner Jahrespressekonferenz. Die europäischen Unternehmen geben keine Bestellungen mehr über die nicht ausgelastete Jamal-Europa-Pipeline auf, weil Polen und die europäischen Gasunternehmen das russische Gas, das um ein Vielfaches billiger ist als der Börsenpreis, in umgekehrter Richtung weiterverkaufen: „nachdem sie 5,6 Milliarden Kubikmeter mehr als die langfristigen Verträge vorsehen erhalten haben, verkaufen sie es jetzt“

„Ich habe allen Grund zu der Annahme, dass dieses Gas in die Ukraine fließt“, sagte der russische Präsident. „Wir liefern im Rahmen langfristiger Verträge Gas nach Deutschland und der Preis ist drei-, vier- und siebenmal günstiger als am Spotmarkt. Selbst mit dem Weiterverkauf von einer Milliarde Kubikmeter Gas kann man fast eine Milliarde Dollar verdienen“.

Ende der Übersetzung

Putins Jahrespressekonferenz war am 23. Dezember, da war der Revers in die Ukraine noch eine logische Schlussfolgerung, inzwischen ist das eine bestätigte Tatsache.

Die Gründe für die Energiekrise in Europa

Über die Gründe für die Energiekrise in Europa habe ich oft berichtet, daher fasse ich sie hier der Vollständigkeit halber nur noch einmal kurz zusammen.

Erstens: Der letzte Winter war kalt, weshalb viel Gas verbraucht wurde. Pipelines und Tanker reichen nicht aus, um im Winter genug Gas nach Europa zu bringen, weshalb die Gasspeicher normalerweise im Sommer aufgefüllt werden. Das ist in diesem Jahr ausgeblieben und während die Gasspeicher normalerweise zu Beginn der Heizsaison zu fast 100 Prozent gefüllt sind, waren es in diesem Jahr nur knapp 75 Prozent.

Zweitens: Die Energiewende hat zu einem zu großen Anteil von Windenergie am Strommix geführt. Da der letzte Sommer aber außergewöhnlich windstill war, fehlte die Windkraft und es wurde unter anderem Gas zur Stromerzeugung genutzt, das eigentlich in die Speicher hätte geleitet werden müssen.

Drittens: Der Wunsch vieler europäischer Politiker, russisches Gas durch vor allem amerikanisches Flüssiggas zu ersetzen, hat dazu geführt, dass in Europa nun Gas fehlt. Der Grund: In Asien sind die Gaspreise noch höher als in Europa und die fest eingeplanten amerikanischen Tanker fahren nach Asien, anstatt nach Europa.

Viertens: Die Reform des Gasmarktes der letzten EU-Kommission hat den Handel mit Gas an den Börsen freigegeben. Dadurch wurde Gas zu einem Spekulationsobjekt. Während Gazprom sein Gas gemäß langfristiger Verträge für 230 bis 300 Dollar nach Europa liefert, ist es für die Importeure ein gutes Geschäft, das Gas an der Börse für 1.000 Euro weiterzuverkaufen und diese Spekulationsgewinne in Höhe von mehreren hundert Prozent in die eigene Tasche zu stecken.

Warum Gazprom trotzdem langfristige Verträge möchte? Die Antwort ist einfach, denn das war auch in Europa so, als in Europa noch Gasfelder erschlossen wurden. Der Produzent von Gas muss Milliardeninvestitionen planen und das geht nur, wenn er weiß, wie viel Gas er langfristig zu welchem Preis verkaufen kann. Daher möchte ein Gasproduzent langfristige Verträge, auch wenn der Preis zeitweise möglicherweise viel niedriger ist als der, den er an der Börse erzielen könnte.

Auch für den Kunden ist es von Vorteil, wenn er die Gaspreise und die Gasmengen im Voraus planen kann, denn was passiert, wenn man sich auf kurzfristige Verträge einlässt, erleben wir gerade in Europa. Dass die EU-Kommission sich trotzdem für kurzfristige Verträge und Börsenhandel von Gas einsetzt, ist entweder Inkompetenz, oder der Wunsch europäischen Konzernen die lukrative Börsenspekulation mit Gas auf Kosten der Verbraucher zu ermöglichen, oder die politische Abhängigkeit von den USA, die auf kurzfristige Verträge setzen, weil ihrer schnelllebigen Frackingindustrie schnelle Gewinne wichtiger sind als langfristige Planungssicherheit.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.