Stromerzeugung

Kalter Winter, heißer Sommer: Preise für Gas und Kohle auf Rekordniveau

Der kalte Winter und der heiße Sommer haben dafür gesorgt, dass die Preise für Kohle und Gas immer neue Rekorde brechen. Der heiße Sommer hat dazu geführt, dass die Windkraft schwächelt, Solarstrom hingegen neue Rekorde aufstellt.

Nicht nur die EU braucht derzeit sehr viel Energie, das Problem besteht weltweit. Der Grund waren der kalten Winter und der heiße Sommer, als zunächst die Heizungen und dann die Klimaanlagen auf Hochtouren liefen und viel Energie verbraucht haben. Das hat dazu geführt, dass die Gasreserven in der EU sehr niedrig sind, da sie aufgrund des hohen Verbrauches im Sommer nicht wie sonst üblich aufgefüllt werden konnten, was im Winter zu Problemen führen kann. Und es hat dazu geführt, dass wieder verstärkt Kohle zur Stromerzeugung verfeuert wird. Verstärkend kam hinzu, dass der windarme Sommer zu Einbrüchen bei der Windkraft geführt hat, allerdings hat der heiße Sommer dafür zu neuen Rekorden beim Solarstrom geführt.

Das russische Fernsehen hat über die Lage auf den Energiemärkten berichtet und ich habe den Artikel des russischen Fernsehens übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Es gibt nicht genug Gas: Der Preis für Kohle hat sich in Europa verdoppelt

Die Industrie in Europa und anderswo braucht mehr Energie, um zu wachsen. Ein ungewöhnlich kalter Winter und ein heißer Sommer in der EU (in dieser Zeit laufen mehr Klimaanlagen) sowie die Energiekrise im Frühjahr in den USA, als Amerikaner bei frostigen Temperaturen erfroren sind, haben die Nachfrage und die Preise für Brennstoffe, die für den Betrieb von Kraftwerken benötigt werden, in die Höhe getrieben.

Der Preis für Kesselkohle hat sich auf den Weltmärkten seit dem Sommer mehr als verdoppelt und zwar von 70 Dollar auf 170 Dollar je Tonne, wie aus dem Börsenhandel hervorgeht. Seit April 2021 steigen die Preise auf immer neue Rekorde. Russische Kohle für Europäer hat sich ebenfalls auf 137 Dollar pro Tonne verdoppelt. Auch das Gas hat Schritt gehalten – sein Preis hat immer wieder neue historische Höchststände erreicht. Die Gasreserven in Europa sind nach wie vor auf einem historischen Tiefstand und die Nachfrage nach dem Brennstoff ist so hoch wie während des strengen Winters, so Gazprom. Die Gaspreise haben sich seit Anfang des Jahres verdoppelt. Vor zwei Tagen, am 16. August, erreichte der Preis für Erdgas im Rahmen der Verträge „für morgen“ einen neuen Rekord und stieg innerhalb eines Tages um 10 Prozent von 500 Dollar auf über 550 Dollar pro tausend Kubikmeter.

„Geringe Gasreserven in der EU und Kohleknappheit in China haben einen fruchtbaren Boden für höhere Preise geschaffen“, erklärt Daniil Karimov, Geschäftsführer des Metallsektors der Analysegruppe Otkritie Research. China, einer der Kohlelieferanten, konnte die Nachfrage nicht befriedigen und „löste einen erheblichen Anstieg der Inlandspreise aus, so dass die Einfuhren aus allen Regionen der Welt, auch aus Quellen, die früher die EU beliefert haben, zunahmen.“

Nach Angaben von Platts, die von Kommersant zitiert werden, ist Braunkohle aufgrund des Rückgangs der Windenergieerzeugung zum wichtigsten Brennstoff für die Stromerzeugung in Deutschland geworden – das Wetter war windschwach.

Laut einer Studie der Energieagentur Ember, die von Vesti.Ru eingesehen wurde, hat die Verknappung von Brennstoff für Kraftwerke in der EU zu einer Rekordnachfrage nach Solarstrom geführt – diese Stromerzeugung hat sich fast verdoppelt. Der Sommer war heiß und sonnig und acht EU-Länder haben im diesjährigen Sommer neue Rekorde beim Anteil des Solarstroms aufgestellt: Estland, Deutschland, Ungarn, Litauen, die Niederlande, Polen, Portugal und Spanien. Der Anteil des Solarstroms an der gesamten Stromerzeugung in der EU stieg im Juni/Juli 2021 erstmals auf 10 Prozent. In den Niederlanden und Deutschland waren es 16-17 Prozent, in Griechenland und Italien 13 Prozent. Laut Ember wird der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in Europa im Jahr 2020 zum ersten Mal den von Kohle und Gas übersteigen: 38 Prozent gegenüber 37 Prozent.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

6 Antworten

  1. Es passiert jetzt schon das, was die Grünen bislang als böse Verschwörungstheorie bezeichnet haben. Die Erneuerbaren liefen nicht immer Energie. Im Winter wird es noch schlimmer. Da haben wir neben wenig Wind auch noch wenig Licht. Die PV Anlagen werden kaum Strom produzieren und die Heizungen laufen auf Volllast.
    Wenn in 5 Wochen die Grünen gewählt werden, werden die Atom und Kohlekraftwerke abgeschaltet. Dann werden wir im Dunkel sitzen. Der Black Out droht.
    Keine Heizung außer dem guten alten Kamin läuft dann noch.
    Wohl dem, der für Zuhause vorgesorgt hat. Ein Stromaggregat ist da dann sehr Hilfreich.
    In all der Not werden uns dann die Russen den Arsch retten. Von den USA ist keine Hilfe zu erwarten.
    Wenn die Krise dann vorbei ist, werden die Medien aber die Amis über den grünen Klee loben und die Russen wieder schlecht dastehen lassen.
    Wie heißt es so schön?
    Keine gute Tat bleibt ungesühnt.

  2. Seit 20 Jahren predigen sie uns Umweltschutz und Klimakatastrophe und wir verbrennen immer noch vor allem Kohle für unsere Energie und bauen funktionierende AKW für Milliardenbeträge einfach ab.
    Deutschland ist ein Shithole und es wird noch viel, viel tiefer.

  3. Das ist ja das Schizophrene an der grünen Politik!
    Wenn man ernsthaft CO2 reduzieren will (was zweifellos richtig wäre),
    dann müsste man in erster Linie alle Kohle Kraftwerke abschalten!
    Dann wären die Kernkraftwerke in Betrieb zu halten,
    und ev weiterentwickelte neue bauen (zB Thorium),
    und dann kämen die unzuverlässigen alternativen Energien!!

    1. Wenn man ernsthaft CO2 reduzieren will, muss das Militär nicht um die halbe Welt gondeln, andere Länder mit „Besuchen“ beehren. Wenn die Militärtechnik lediglich für die Landesverteidigung eingesetzt wird dann kann unglaublich viel CO2 eingespart werden. Diese Forderung habe ich jedoch noch auf keinem Plakat der Freitagshüpfer gesehen.
      Und da reden wir noch nicht einmal über die Kreuzfahrtindustrie oder die s.g. Lieferkette mit riesigen Containerschiffen. Otto-Normalverbraucher soll gefälligst mit dem Fahrrad fahren und ein schlechtes Gewissen haben, wenn er im Hausflur das Licht brennen lässt.

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