Ryanair-Landung in Minsk

Lukaschenko, Protasewitsch und der Westen – Wer ist in wessen Falle getappt?

War die Landung in Minsk eine Falle Lukaschenkos für den Oppositionellen? Oder ist Lukaschenko in eine Falle des Westens getappt? Ein Blick auf die Kernfragen, die eine Antwort geben würden.

Der Ryanair-Flug, der in Minsk notgelandet ist, und die darauf folgende Verhaftung des Oppositionellen Roman Prostasewitsch beherrschen die Schlagzeilen und führen zu einem wahren Feuerwerk von Sanktionen des Westens gegen Weißrussland. Die Reaktionen des Westens sind vollkommen übertrieben und auch verlogen, denn dieser Vorfall ist keineswegs einmalig. 2016 zum Beispiel hat die Ukraine ein aus Kiew in Richtung Minsk gestartetes Flugzeug der weißrussischen Fluglinie Belavia angewiesen, nach Kiew zurückzukehren, wo dann ein Anti-Maidan-Aktivist aus dem Flugzeug zum Verhör abgeführt wurde. Der Vorfall hat aber keinerlei Reaktionen im Westen hervorgerufen, eine Liste derartiger Vorfälle seit 2010 finden Sie hier.

Die auf den ersten Blick provokante Frage lautet: Hat Lukaschenko den Vorfall inszeniert, um den Oppositionellen zu verhaften, oder hat der Westen Lukaschenko eine Falle gestellt, um den medialen und damit politischen und wirtschaftlichen Druck auf Weißrussland zu erhöhen und einen Vorwand für neue Sanktionen zu haben?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir einen Blick auf die Umstände werfen, die zu dem Vorfall geführt haben. Dabei werden wir sehen, dass viele Fragen leicht zu beantworten wären und dass die Antworten im Westen zu finden sind. Weißrussland hat seine Version bekannt gegeben, der Westen könnte sie entkräften oder widerlegen. Bisher tut er das aber nicht.

(Bitte auf jeden Fall den Nachtrag am Ende des Artikels lesen, denn sind neue Informationen bekannt geworden.)

Die Kernfragen

Das Flugzeug flog von Athen nach Vilnius und dabei auch durch den weißrussischen Luftraum. Laut Weißrussland ging zu diesem Zeitpunkt eine E-Mail beim Minsker Flughafen ein, in der die Hamas eine Bombendrohung gegen das Flugzeug ausgesprochen hat. Daraus ergibt sich die erste Frage, die wir uns anschauen müssen: Gab es die E-Mail oder nicht? Wenn es die E-Mail tatsächlich gab, von dem kam sie? War die E-Mail eine Inszenierung Weißrusslands, kam sie von der Hamas oder von noch jemand anderem?

Nach dem Eingang der E-Mail wurden die Piloten des Flugzeuges darüber informiert. Sie hatten zur Landung mehrere Flughäfen zur Auswahl, darunter Vilnius, Minsk oder auch Warschau. Die weißrussischen Behörden sagen, dass die Piloten selbst daraufhin das Notsignal Mayday gesendet und um eine Landung in Minsk gebeten haben, Weißrussland habe keinen Druck ausgeübt. Daraus ergibt sich die zweite Frage: Stimmt das oder nicht? Und wenn es stimmt, warum haben sich die Piloten für eine Landung in Minsk entschieden, wenn sie doch viel näher an Vilnius und kurz vor dem Landeanflug auf Vilnius waren?

Der Westen wirft Weißrussland vor, das Flugzeug mit Hilfe einer MiG-29 zur Landung in Minsk gezwungen zu haben. Daraus ergibt sich die dritte Frage: Stimmt das oder nicht?

Diese drei Fragen schauen wir uns nun an, denn in ihnen steckt die Antwort auf die Frage, wer in eine Falle getappt ist: Der Oppositionelle Prostasewitsch in eine Falle von Lukaschenko oder Lukaschenko in eine Falle des Westens.

Die E-Mail

Die E-Mail soll von der Hamas gekommen sein. Auf einer Pressekonferenz wurde sie am Montag in Minsk verlesen. Der Text lautete demnach:

„Wir, die Soldaten der Hamas, fordern, dass Israel das Feuer im Gaza-Streifen einstellt. Wir fordern, dass die Europäische Union ihre Unterstützung für Israel in diesem Krieg beendet. Es ist bekannt, dass die Teilnehmer des Delfi Economic Forum mit dem Flug 4978 zurückkehren. In dem Flugzeug befindet sich eine Bombe. Wenn Sie unseren Forderungen nicht nachkommen, wird die Bombe am 23. Mai über Vilnius explodieren“

Die Hamas hat inzwischen jede Verbindung mit E-Mail bestritten. Die Mail kam laut den weißrussischen Behörden von einer Protonmail-Adresse. Da der E-Mail-Verkehr von westlichen Geheimdiensten überwacht wird, dürfte man im Westen wissen, ob es diese Mail tatsächlich gegeben hat, auch wenn der Inhalt möglicherweise wegen der Verschlüsselung schwerer zu überprüfen ist.

Aber selbst wenn es die Mail gegeben hat, könnte es sich natürlich trotzdem im eine Inszenierung Weißrusslands handeln.

Dass die Hamas damit nichts zu tun, dürfte unbestritten sein. Als Urheber der Mail kommen also Weißrussland und der Westen in Frage, einen „Scherz von Spaßvögeln“ schließe ich aus. Das bedeutet, dass wir die Frage, von wem die Mail ist, derzeit nicht beantworten können.

Gab es Druck auf die Piloten?

Der Westen behauptet, Weißrussland habe die Maschine angewiesen, in Minsk zu landen. Weißrussland behauptet, es war die freie Entscheidung der Piloten, in Minsk zu landen. Was stimmt?

Die Frage ließe sich sehr einfach beantworten, denn der Funkverkehr der weißrussischen Flugsicherung wird natürlich auch in den Nachbarländern gehört und routinemäßig aufgezeichnet. Man müsste also nur den Funkverkehr veröffentlichen und schon hätten wir die Antwort.

Spielen wir die beiden Varianten einmal durch. Wenn die Landung in Minsk eine Anweisung Weißrusslands gewesen ist, dann könnte der Westen den Funkverkehr veröffentlichen und alles wäre geklärt. Auch Weißrussland könnte den Funkverkehr veröffentlichen und so beweisen, dass es die freie Entscheidung der Piloten gewesen ist.

Sollte Weißrussland aber recht haben und es war die Entscheidung der Piloten, wäre der Fall interessanter. Der Grund ist, dass man als Pilot im Falle einer Bombendrohung gerne schnell landen möchte. Der nächstgelegene Flughafen war Vilnius, wie die Daten von Flightradar aufzeigen.

Warum also, müsste man dann fragen, haben sich die Piloten für eine Landung in Minsk entschieden? Diese Frage geht an Ryanair, denn die Fluggesellschaft kennt die Antwort, hat sich aber nicht geäußert. Ryanair hat weder den angeblichen Druck Weißrusslands bestätigt, noch eine Erklärung für die Entscheidung der Piloten gegeben.

Auch hier geben die bisher öffentlich bekannten Informationen also keine eindeutige Antwort auf unsere Fragen.

Was ist mit der MiG-29?

Der Westen behauptet, die Ryanair-Maschine wäre von einem weißrussischen Kampfflugzeug vom Typ MiG-29 zur Umkehr gezwungen worden. Weißrussland hingegen gab auf der Pressekonferenz am Montag folgende Chronologie bekannt:

Um 12.30 Uhr fliegt das Flugzeug in den weißrussischen Luftraum ein und wird über die E-Mail informiert. Erst um 12.47 Uhr senden die Piloten das Signal Mayday und nehmen Kurs auf Minsk. Aufgrund des Mayday-Signals wird – das ist in allen Ländern der Welt Routine – die Luftwaffe über die Notlage des Flugzeugs informiert, dass geschah demnach um 12.48 Uhr. Der Abfangjäger sei erst 16 Minuten später gestartet.

Auch hier kennt der Westen die Antwort und könnte die weißrussische Version widerlegen, denn die Radare der Nato überwachen den weißrussischen Luftraum. Man weiß im Westen also, wann die MiG-29 gestartet ist. Wenn die weißrussische Version wahr ist, kann von einem Zwang zur Kursänderung durch die MiG-29 keine Rede sein.

Wenn Weißrussland lügt, könnte die Nato diese Lüge überführen und die Radardaten veröffentlichen, was die Nato aber mal wieder nicht tut. Wir sollen ihr blind glauben.

Was bedeutet das alles?

Bisher hat nur Weißrussland eine genaue Chronologie der Ereignisse veröffentlicht. Wenn diese gelogen ist, könnte der Westen diese Lügen sehr leicht widerlegen, was aber (bisher) nicht geschehen ist. Stattdessen hört man aus dem Westen wildeste Anschuldigungen, aber – wie immer in solchen Fällen – ohne Belege.

Dass die Aufregung im Westen ein politisches Theater ist, zeigt sich daran, dass dies seit 2010 der vierte Fall ist, in dem ein Flugzeug zur Landung gezwungen wurde. Zwei der vier Fälle entfallen auf den Westen und seine Freunde. 2013 haben Nato-Staaten das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten Morales zur Landung in Wien gezwungen und 2016 hat die Ukraine ein weißrussisches Flugzeug zur Landung in Kiew gezwungen. Wenn der Westen Weißrussland heute „Luftpiraterie“ oder „Staatsterrorismus“ vorwirft, kann man das daher nur als verlogen bezeichnen.

Man sieht also, dass der Westen den Fall ausschlachtet, um Stimmung gegen Weißrussland zu machen. Hinzu kommt, dass wir noch nicht einmal sicher sagen können, ob die Ryanair-Maschine tatsächlich zur Landung in Minsk gezwungen wurde, oder ob das die Entscheidung der Piloten war. Wenn letzteres der Fall wäre, dann würde ich gerne wissen, warum sie sich nicht für den nächstgelegenen Flughafen Vilnius entschieden haben, der ohnehin ihr Reiseziel war.

Cui Bono?

Da die öffentlich bekannten Fakten keine eindeutige Antwort darauf geben, wer in wessen Falle getappt ist, bleibt uns nur, ein wenig zu spekulieren und die Frage nach dem Cui Bono (wem nützt es), also die Frage nach den Motiven zu stellen.

Hatte Weißrussland einen Nutzen von der Geschichte? Natürlich, denn es konnte so einen im Land als Terroristen gesuchten Mann festnehmen. Aber war der so wichtig, dass Weißrussland diese Show organisiert hat, obwohl es wissen musste, dass das zu heftigen Reaktionen im Westen führen wird?

Nach dem vereitelten Putsch gegen Lukaschenko, der von den USA orchestriert war und bei dem Lukaschenko und seine Kinder getötet werden sollten, dürfte es Lukaschenko persönlich egal sein, was man im Westen über ihn denkt. Das Band zwischen Weißrussland und dem Westen dürfte zerrissen sein. Aber natürlich wird die westliche Medienmacht Einfluss auf die Lage in Weißrussland haben und an einer weiteren (potenziellen) Destabilisierung seines Landes dürfte Lukaschenko nicht interessiert sein, so wichtig dürfte ihm auch Prostasewitsch nicht sein. Unterm Strich hat Lukaschenko bei der Geschichte eher verloren.

Hatte der Westen einen Nutzen von der Geschichte? Auf jeden Fall, denn im Westen will man Lukaschenko stürzen, das ist nicht neu und wird auch von niemandem bestritten. An einer Destabilisierung Weißrusslands und an einem Vorwand für neue Sanktionen ist man im Westen ausdrücklich interessiert, weil das letztendlich zum Sturz von Lukaschenko führen könnte. Neue Sanktionen hat der Westen sofort verhängt, aber ob diese Geschichte zu neuen schweren Protesten – also einer Destabilisierung – in Weißrussland führt, werden wir sehen. Der Westen hat also mindestens zum Teil bekommen, was er wollte.

Der Westen hat sogar einen weiteren Märtyrer bekommen, denn noch vor drei Tagen wusste niemand, wer Prostasewitsch ist. Heute ist er für die Medien ein neuer „Held im Kampf für die Freiheit.“ Das könnte übrigens auch ein Grund dafür sein, dass Prostasewitsch nun in Minsk geständig ist, wenn er verstanden hat, dass seine Chefs aus dem Westen ihn eiskalt geopfert haben, um sein Schicksal für eine Medienkampagne zu nutzen. Immerhin drohen ihm 15 Jahre Haft, aber wenn er geständig ist und über die Ziele und Hintermänner auspackt, kann er seine Haftzeit stark verringern.

Seine Geständnisse werden von der westliche Presse bereits mit angeblicher Folter begründet. Warten wir mal ab, bis wir wissen, was er aussagt.

Fazit

Wenn man sich das anschaut, dann scheint der Kern der Geschichte nur eine Frage zu sein: Warum haben sich die Ryanair-Piloten zur Landung in Minsk entschlossen? War der Grund Druck Weißrusslands? War es ihre eigene Entscheidung? Oder war es vielleicht eine Anweisung von Ryanair? Dann müsste man Ryanair dazu befragen. Und man müsste den Funkverkehr veröffentlichen.

Es ist möglich, dass es weißrussischer Druck war. Es ist aber auch möglich, dass westliche Geheimdienste die Mail im richtigen Moment abgeschickt haben, denn Weißrussland hat auf die Mail „nach Vorschrift“ reagiert und die Piloten gewarnt. Wie sich die Piloten dann entscheiden, war ihre Sache, denn gemäß den Regeln für den zivilen Flugverkehr trägt der Flugkapitän die Verantwortung und kann in so einem Fall frei entscheiden. Trotzdem können in der Praxis sowohl Ryanair als auch Weißrussland diese Entscheidung beeinflusst haben. Ryanair könnte die Frage beantworten, schweigt aber.

Wir haben damit eine Situation, in der Aussage gegen Aussage steht. Wir haben Weißrusslands detaillierte Version der Ereignisse und die unbelegten Vorwürfe des Westens. Aufklärung könnten eine Veröffentlichung des Funkverkehrs und die Aussagen der Piloten bringen. Den Funkverkehr könnten auch die Weißrussen veröffentlichen, aber das würden die westlichen Medien wahlweise verschweigen oder als Propaganda hinstellen.

Daher liegt der Ball meiner Meinung nach im Westen: Der Westen müsste als Beweis gegen Weißrussland den Funkverkehr veröffentlichen und die Ryanair-Piloten vor der Presse erzählen lassen, ob (und von wem) sie bei ihrer Entscheidung unter Druck gesetzt wurden, oder warum sie sich aus freien Stücken für die Landung in Minsk entschieden haben.

Leider zeigt die Vergangenheit, dass der Westen noch nie Belege für seine Vorwürfe veröffentlicht hat. Anstatt nackter Fakten liefert der Westen in solchen Fällen regelmäßig eine massive Medienkampagne und es ist unwahrscheinlich, dass es dieses Mal anders sein könnte.

Nachtrag: Weißrussland hat den Funkverkehr veröffentlicht. Demnach hat der Fluglotse dem Ryanair-Flug empfohlen, nach Minsk zu fliegen. Von einer Anweisung oder gar Drohung (auch durch die MiG-29) war nicht die Rede. Ich habe den gesamten Funkverkehr übersetzt, Sie finden ihn hier.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

38 Antworten

  1. So oft wie wir von den Westmedien belogen wurden, glaube ich mittlerweile automatisch der Gegenseite – Kennedy, 9/11, Irak, Vietnam, Jugoslawien, Syrien etc. etc. Sollten jedoch irgendwann mal stichhaltige Gegenargumente kommen lasse ich mich natürlich umstimmen. Kommen aber nicht.
    Die USA schlagen jetzt wild um sich und verheizen jetzt selbst solche Milchbubis wie Protasewitsch, um die Aufmerksamkeit auf Byelorussland zu lenken. Da kommt jedes Bauernopfer gerade Recht, um Sanktionen auferlegen zu können. Danach werden die dressierten Zirkusaffen wieder fallen gelassen, wo sie dann einsam in ihrem schizophrenen Wahn gegen Russland dahinvegitieren.
    Was wurde eigentlich aus Timoschenko, Schewtschenko und Co?
    Erinnert sich noch jemand an den Ukro-Reporter Arkady Babtschenko, der lauthals verkündete er wolle auf Putins Grab tanzen? Der Kasper, der einen Anschlag des FSB auf sich erfand, wodurch die Westmedien bloßgestellt wurden? Genau, auch er ist irgendwie untergetaucht.

    1. Timoschenko lässt sich in ihrer Villa in der Ukraine gutgehen und reist fröhlich durch die Welt für Urlaubsflüge.

      Vor paar Tagen berichtete im Übrigen der Spiegel von einer Hausdurchsuchung bei Vitali Klitschko und der Spiegel vermied krampft den Begriff “Villa“ zu erwähnen. Stattdessen schrieb der Spiegel “Anwesen“ oder “Hauskomplex“ oder ähnliches.
      Naja, gut. Der arme Vitali hat ja mehrere Villen. In der Ukraine, in Deutschland (im abgeriegelten Hamburger Reichenviertel) und soweit ich weiß noch in den USA.
      Der Spiegel will ja dem Leser noch die Illusion vom armen Boxer aus dem Volk erzählen. Da kann man ja nicht einfach so etwas wie “Villa“ erwähnen.

      1. Danke für die Auskunft. Dass die „Gasprinzessin“ in Saus und Braus lebt verwundert nicht. Mit dem ganzen Geld, was sie der ukrainischen Bevölkerung gestohlen hat.
        Mich wundert es immer wieder, welcher großen Beliebtheit sich die Klitschko-Brüder in der Bevölkerung erfreuen. Mir waren die beiden nie ganz geheuer. Ein Irrsinn wenn man sich überlegt, dass sie einen Boxes als Bürgermeister in Kiew installiert haben, der absolut keine Ahnung vom regieren hat. Aber der Durchschnittsbürger imformiet sich halt leider auch ausschließlich bei den Mainstream-Medien und weiß daher nicht, dass Vitali in Kiew Neonazi-Aufmärsche orgnisiert, die die Bandera-Collaborateuere glorifizieren. Da würden bei den meisten hoffentlich die Sympathien für die Klitschkos ganz schnell schwinden.

        1. Ein Boxer als Stadtbürgermeister? Das ist doch harmlos. Es gibt Länder, da werden Sparkassenangestellte Gesundheitsminister (einer ganzen Nation!), und die sind in ihrem originären Fach derart gut, dass sie vermelden, derzeit sei jeder Vierte gegen Covid-19 geimpft, und demnächst werde es jeder Fünfte sein.

  2. In der westlichen Presse wurde ein Foto veröffentlicht, das RyanAir Maschine kurz vor dem Aufsetzen auf dem Flughafen Minsk zeigt. Das Foto wurde von einem litauischen AP Fotographen geschossen. Stellt sich die Frage: was macht ein litauischer AP Fotograph an einem Pfingstsonntag am Pistenrand des Flughafens Minsk? Ist es nicht sehr wahrscheinlich dass er dothin zitiert wurde um dieses Foto zu schiessen, und wer hatte dieses Vorwissen? Fazit, das Ganze war inszeniert aber nicht von Luschenko!

  3. Ich denke die Hamas-Bombengeschichte war notwendig um die Piloten zum freiwilligen Landen in Minsk zu bewegen und somit ohne große Komplikationen an Prostasewitsch zu kommen.
    Denn sicherlich war Prostasewitsch nicht ohne entsprechende Begleitung von westlichen Geheimdiensten unterwegs, die notfalls (wenn man den Piloten die Wahrheit gesagt hätte) die Piloten zum Weiterfliegen gezwungen hätten.

    Btw, stimmt es mit den Teilnehmern des Delfi Economic Forum? Waren die in diesem Flugzeug?

      1. Haha der Titel „Leader of Democratic Belarus“ – einfach köstlich. Was kommt als nächstes? Königin von Schlumpfhausen? Herrscherin des Intergalaktischen Imperiums? 🤣 🤣 🤣

        1. Das ist tatsächlich absurd und zeigt den Größenwahn und die Arroganz dieser elitären westlichen Veranstaltungen/ Denkfabriken auf. Wie verbissen die am Regime-Change festhalten.

          Aber falls es stimmen sollte, dass in dem Flug Teilnehmer von der Veranstaltung waren (Rückflug) und Tichanowskaja laut der Teilnehmerliste bei der Veranstaltung dabei war, dann ist es doch interessant zu sehen, dass sie nicht im Flugzeug drin war, aber stattdessen einer ihrer größten Propagandakämpfer.

          Man kann sich dabei die Fragen stellen wieso sie nicht im Flugzeug war.
          Oder ob der Typ geopfert wurde für darauffolgende westliche Aktionen in Richtung Weißrussland.
          Denn Tichanowskaja festsetzen zu lassen wäre für den Westen ein GAU, weil sie als Ersatz für Lukaschenko gesetzt wurde bzw. ist. Und dieser Protasewitsch ist ein Nobody im Westen. Den kennt fast niemand und falls er festgesetzt werden würde, dann wäre es verkraftbar und man könnte ihn durch andere ersetzen.

          Geheimdiensten kann man alles zutrauen.

          Vermutlich dachten die weißrussischen Ermittler, dass die Tichanowskaja im Flugzeug sitzt und man wollte die festsetzen. Stattdessen hat man überraschenderweise Protasewitsch aus dem Flugzeug herausgefischt.

          1. Ich sag mal so. Vielleicht war die Hamas-Geschichte eine gezielte Desinformation des Westens in Richtung Weißrussland um das Flugzeug landen zu lassen und somit die Personenkontrolle im Flugzeug durch Weißrussland durchführen zu lassen – wobei dann Protasewitsch wie ein begossener Pudel in die Röhre schaute.

            1. Guter Einwand! Schon verdächtig, dass Tichanovskaya nicht mit an Bord war. Womöglich wussten sie, dass die Aktion leicht in die Hose gehen kann, und haben daher nur die „kleinen“ Putschisten ins Flugzeug gelassen. Tichanovskaya wird erstmal eine Weile in Litauen festsitzen. Von dort aus ist sie am nähesten an Weißrussland dran, ohne es direkt zu betreten.

          2. Tichanowskaja ist für den Westen genauso entbehrlich wie jeder andere auch. Die wollen doch in Weißrussland keine geordneten Verhältnisse. Wenn sie das wollten, hätten sie nach dem Irak, nach Libyen und Syrien erst mal geübt, wie so was gehen könnte. Die Ukraine zeigt, dass es jeder Komiker auch tut.

      1. 1 Woche ist nichts, weil viele Teilnehmer solcher Veranstaltungen länger im Gastgeberland verweilen.
        Das bedeutet, dass Teilnehmer beispielsweise 1 oder 2 Wochen nach so einer Veranstaltung erst den Rückflug nach Hause nehmen. Die verbliebene Zeit nach der Veranstaltung war dann sozusagen Urlaub.

  4. In diesem Fall könnten alle Seiten den Funkverkehr veröffentlichen, tun es aber (bisher) nicht. Falls das eine westlich initiierte Aktion war, um Lukaschenko stärker unter Druck zu setzen, riskiert man eine stärkere Annäherung Lukaschenkos an Russland. Die ist viel wahrscheinlicher, als dass Lukaschenkos plötzlich mit einer neuen Protestwelle konfrontiert wird und klein beigibt. Nach innen hat Lukaschenko jetzt alle Hände frei, er kann schalten und walten, wie er will. Oppositionsmedien werden geschlossen, Geldflüsse ausgetrocknet, westliche Einflussagenten verhaftet. Mit Protasewitsch dürfte der Informationsstand des weißrussischen Geheimdienstes noch größer werden. Aus Erfahrung weiß man, dass Regime Changes nur dort gelingen, wo die Machthaber weich und unentschlossen agieren (Kiew 2014, Moskau 1991). Bleibt das Regime hart, kann ihm nichts gefährlich werden. Ich schließe aber nicht aus, dass der Westen in seiner Ideologieverblendung und Selbstüberschätzung trotzdem daran glaubt, dass Lukaschenko jetzt noch innere Probleme bekommt.

    1. Lukaschenko ist ungefähr zehnmal so fit wie Jelzin, sowohl körperlich als auch geistig. So einfach werden sie unseren Alexander Grigorjewitsch nicht loswerden 💪🏻

  5. Warum ist die Maschine in Minsk und nicht in Vilnius gelandet? Ich als Pilot würde genau so gehandelt haben, wenn mir jemand eine E-Mail mit einer Bombendrohung vorliest wo davon die rede ist das die Bombe explodieren wird wenn ich Vilnius erreiche. Also erreiche ich Vilnius nicht und lande in Minsk. Logisch?

    1. War auch mein Gedanke. Damit fügt sich das zusammen. Die Variante, dass der Westen das inszeniert hat um Lukaschenko reinzulegen, habe ich noch nicht durchdacht, aber sie macht ein ziemlich viel Sinn. Abgesehen davon, dass sie ihren Blogger Opfern – das kann nach hinten losgehen. Aber alles andere finde ich schlüssig.

    2. … das mit der mail … „am 23.05. über Vilnius“ … ist mir auch beim zweiten Mal durchlesen aufgefallen. Das wäre eine Erklärung für den Umweg.

      Dass Protassewitsch vom „Werte-Westen“ verkauft wurde, klingt plausibel. Enenso wahrscheinlich, dass die „NATO-Brüllaffen“ sich einer Aufklärung verweigern werden. Warten wir ab, was noch kommt. Herrn Selenski wurd ja auch kürzlich die „Luft rausgelassen“. Aber Roettgen, Graf Lambsdorrf, Nouripur und andere werden nicht ruhen bis der Planet brennt.

  6. Nun, die Frage ist doch immer die Gleiche: In einer funktionierenden Demokratie mit Rechtstaatlichkeit gilt: Der Angeklagte muss nicht seine Unschuld beweisen, sondern der Beschuldiger die Schuld des Angeklagten. Und in diesem Fall heißt das: Die Kräfte im Westen, die am meisten die westliche Verschwörungstheorie verbreiten, müssen beweisen, dass sie Recht haben und Weißrussland Unrecht. Basta!

    1. Niemand muss eine Schuld beweisen, der den großen Lautsprecher in der Hand hat. Stimmungsmache ist viel einfacher als logisches und faires Argumentieren, noch dazu, wenn man die schwächeren Argumente hat.

    1. Aber er heißt doch wirklich so, oder nicht? Vielleicht leitet sich sein Patronym von „Prosto“ = „einfach“ ab. Würde natürlich trefflich zu seinen mentalen Kapazitäten passen 😉

  7. Respekt Anti Spiegel.

    Über solch mögliche Strategie hatte ich überhaupt noch nicht nachgedacht.
    Vor allem… Die Maschine – obwohl aus Athen gestartet – ist in Polen beheimatet… Sie fliegt mit polnischer Flagge unter dem Rumpf, las ich vorgestern bei onet … Insoweit kamen Anweisungen an die Crew wohl aus Warschau. Und heute bestätigt die Presse, was in Redaktionskreisen schon die Runde machte, dass eben Protasiewicz nicht einmal Politisches Asyl in Polen bekommen hatte. (Immerhin ist er ein Bandera-Nazi)
    https://www.onet.pl/informacje/onetwiadomosci/bialorus-co-z-polskim-azylem-dla-protasiewicza-sprawa-juz-jest-jasna/c02ybsx,79cfc278

    1. Es ist ja immerhin so, dass gerade die Ukrainer eine große Abneigung gegenüber den Polen haben. Die wissen genau, dass die Region um Lwow (Lemberg) früher einmal polnisch besiedelt war, bis Stalin die Polen aus Galizien vertrieb um sie wiederum in Pommern und Schlesien anzusiedeln, vonwo die Deutschen vetrieben wurden. Viele dieser Probleme lassen sich auf die Grenzverschiebungen nach den Zweiten Weltkrieg zurückführen. Gleiches gilt für Weißrussland. Diese alten Wunden werden von den Amis geschickt aufgerissen, um die regionalen Konflikte weiter anzuheizen.

  8. Hier ist ein schöner Artikel des ehemaligen Lufthansapiloten Peter Haisenko zum Thema:
    https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20211/erzwungene-landung-in-minsk-die-geschichte-stinkt/

    Ein Zitat vorab:
    „Ein halbwegs erfahrener Kapitän weiß, dass noch niemals eine Bombe an Bord eines Flugzeugs war, das eine Bombendrohung erhalten hat. So sollte man mit Bombendrohungen einigermaßen entspannt umgehen und ich weiß, wovon ich spreche. Wenn also der Kapitän der Ryan-Air nach Absolvieren von bereits mehr als zwei Stunden Flugzeit entschieden hat, sich wegen einer Bombendrohung den zusätzlichen Stress anzutun, einen Flughafen anzufliegen, den er nicht kennt, ist das schon an sich fragwürdig. Noch dazu, weil er mit dieser Aktion länger in der Luft bleiben musste, als unbedingt notwendig.“

    Haisenko ist der Ansicht, dass Vieles dafür spreche, dass der Westen mit diesem (lancierten) Skandal den erwünschten Regimechange in Weißrussland weiter voran treiben will. Das mag man sehen, wie man will. Seine Ausführungen zum Thema aus Sicht eines Verkehrspiloten mit Jahrzehnten Berufserfahrung sind nichtsdestotrotz sehr interessant.

    1. Eben. Wenn man genau darüber nachdenkt. Die Aktion stinkt gewaltig.
      Auch finde ich lustig, dass eine Bombendrohung über Protonmail eingeht.
      Protonmail mit Sitz in der Schweiz und Schweiz gehört zu den sogenannten 14-Eyes.
      Es ist bekannt, dass Protonmail Daten weitergibt. Nein, sie müssen diese weitergeben. Wie es eben auch Threema macht und Threema gibt es ganz offen auf ihrer Seite zu, dass sie es machen müssen, wenn Schweizer Behörden es fordern.
      Und das soll ausgerechnet die Hamas so etwas nutzen? Wieso soll die Hamas überhaupt einen westlichen “Privacy“ Email Dienst nutzen und dabei in der Email hinschreiben von wem die Mail kommt (Hamas)?
      Das ist doch absurd. Könnte glatt von einem Mel Brooks Film kommen.

      Zu Protonmail: https://securityaffairs.co/wordpress/86470/digital-id/protonmail-accused-surveillance.html

      1. Hier Protonmail Transparenzbericht: https://protonmail.com/blog/transparency-report/
        Und hier Threema (falls interessiert): https://threema.ch/de/transparencyreport

        Ja klar. Ich schreibe eine Bombendrohung, benutze dabei einen vermeintlich anonymen Clearweb Email-Dienst aus dem Westen, der Daten weitergibt und schreibe in der Email bereits im ersten Satz wer ich bin bzw. woher ich komme.

        Für wie dumm hält der Westen eigentlich ihre Einwohner? Gut, die meisten sind tatsächlich so dumm.

  9. Also – Weißrussland mag ja dünner besiedelt und wirtschaftlich schwächer als der ach‘ so „Goldene Westen“ sein, aber die Geheimdienste mit KGB-Erfahrungen der UdSSR doch nicht ganz so blöd, wie’s auf den ersten Blick scheint: Ich denke eher, dass Prostasewitsch vom Westen geopfert wurde, um einen weiteren „Skripal-Fall“ zu initiieren. Die schmalbrüstige Personalie Prostasewitsch ist für den Westen leicht ersetz- und opferbar, wenn’s ihm um „höhere“ Dinge geht. Die vorgebliche „Hamas“ hatte die Bombendrohung erfunden und mit der ohnehin sehr umstrittenen irischen Airline abgestimmt, dass der Pilot den entfernter liegenden Flughafen Minsk ansteuert – über Umwege wohlgemerkt. Dort hatte man Prostasewitsch den Weißrussen sozusagen auf dem Tablet serviert und dieser wird sich jetzt als Märtyrer sehen. Doch der Westen wird ihn dort so lange im Gefängnis schmoren lassen, wie’s ihm beliebt, und der Bengel wird nicht begreifen, wie ihn der Westen mißbraucht hat – er wird jetzt im Kopf sozusagen staatenlos werden, denn mit Weißrussland hatte er gebrochen und der Westen ihn zutiefst betrogen. Das hat man nun davon, wenn man einen Pakt mit dem Teufel eingeht …

  10. Wer steckt dahinter?

    Klar würden CIA und der Erscheinungsformen diesen Asow-Agitationstypen Prostasewitsch über die Klinge springen lassen, um Lukaschenko bloßzustellen. Oder auch nur für ein Butterbrot. Ehrlich, als ich heute morgen die skripal-analogen Reaktionen aus US und EU vernahm, war es leider auch mein erster Gedanke. Und eigentlich hätte die US-Mafia, wenn es nicht geklappt hätte, nichts zu verlieren gehabt: Eine von Dutzenden Bombendrohungen ohne Bombe im Monat, ein Randnotiz — Oder doch Weißrussland? Angesichts der brutalen, menschenverachtenden EU-Putschistenpläne verständlich.

    Ich bin 50:50 gespalten. Lackmustest —> Wobei hier nicht die Frage zu stellen ist, was nun mit den beiden relativ unwichtigen Passagieren geschehen ist, sondern mit den mitgeführten Daten.

    Wenn den weißrussischen Diensten umfängliche und inhaltsreiche, neue Datenbestände, die nicht mit geschickten Fakes durchsetzt sind, zugekommen sind … wenn die Erkenntnisse daraus einen tiefen Schnitt in die westliche Geheimdienststruktur erlauben, bei der auch wichtige Agenten und Operationen enttarnt werden können — ja dann ist eine Opferung des Fluges durch westliche Geheimdienste sehr unwahrscheinlich.

    Wenn aber in den Tabletts, Laptops, Handys, Unterlage nur Allerweltswissen steckt. Oder nur verschlüsselter Datenmüll drin ist. Oder gar eine Fernlöschung durch die „cleveren, IT-Gott-beseelten, demokratieverteidigenden, wertewestlichen Dienste oder deren NGOs gerade noch rechtzeitig vor dem Zugriff des bösen Regimes geklappt hat“ — dann, Leute, war es ganz sicher eine Farce und Intrige: Dann war es eben der Wertewesten, der die Axt anlegte.

  11. Ich sehe nur wieder, wie die NATO-Hauptquartiere in Form von Medien im Gleichschritt brüllen und nach Sekunden das Urteil gesprochen haben, während die ganze Geschichte doch interessant und ausgesprochen komplex und für Aussenstehende unentscheidbar ist.

  12. Nach dem Wortlaut der Bombendrohung mussten sich der Pilot für Minsk entscheiden. Es hieß die Bombe explodiert bei der Landung am Zielflughafen. Der Zünder kann auch GPS gesteuert sein. Deshalb die Landung in Minsk.

  13. Derartiges gab es schon oft, als nach einem kommunistischen Putsch 1971 im Sudan der libysche Präsident Gadafi eine BOAC Maschine ( BOAC+BEA = Britich Airways) abfangen und in Libyen landen ließ , um den darin befindlichen neuen Präsidenten des Sudan, en- Nur festzunehmen um ihn gegen den gestürzten Präsidenten Numeri , der im Westen sehr gut gelitten war, auszutauschen, stieß er in der westlichen Welt auf allergrößtes Wohlwollen. Nur im Warschauer Pakt ärgerte man sich. Niemand in Washington, London, Paris oder Bonn beschwerte sich. Auch als nach einem zwischenzeitig geglückten Gegenputsch Numeiris el-Nur gleich nach seiner Ankunft in Khartum standrechtlich erschossen wurde, gab es keinerlei Vorwürfe.

  14. Ich habe interessehalber recherchiert wie das 1983 war, als ein sowjetisches Flugzeug die koreanische KAL Maschine abschoss das die Halbinsel Kamtschatka überflog. Noch am selben Tag, wurde im 11 000 Kilometer entfernten Washington der Funkverkehr zwischen dem Jumbo Jet der KAL und der Außenwelt veröffentlicht. Und bis heute haben weder die USA , Polen oder sonst ein Land den Funkverkehr der Ryan Air Maschine veröffentlicht. Ich denke mir meinen Teil!

  15. Mr P übergab sein Smartphone und Laptop seiner neben ihm sitzenden Freundin ( russische Staatsbürgerin ). Wenn der Westen Mr P in eine Falle hat tappen lassen , müsste das Smartphone und sein Laptop Fakedaten enthalten bzw nichts .5 Fluggäste setzten den weitern Flug nicht fort, d.h es waren 3 KGB Leute mit an Bord ?!

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