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Neue Korruptionsvorwürfe gegen Guaido, aber die EU hält ihm die Treue

Der selbsternannte Übergangspräsident von Venezuela steht schon im Zentrum einiger Skandale, nun kommt ein neuer hinzu. Das hindert den Westen aber nicht daran, die letzte Wahl trotzdem nicht anzuerkennen und Guiado die Treue zu halten.

Die Parlamentswahl in Venezuela wurde vom Westen nicht anerkannt. Das hat die Trump-Regierung genauso mitgeteilt, wie die Mannschaft von Biden. Auch die EU und Großbritannien haben mitgeteilt, das neue Parlament nicht anzuerkennen, sondern weiterhin Guaido als Übergangspräsidenten anzuerkennen.

Die Opposition um Guaido hat die Wahl boykottiert, wahrscheinlich, weil sie eine krachende Niederlage erwartet hat, offiziell jedoch, weil sie Wahlfälschung befürchtet hat. Die Regierung von Maduro hat die EU ausdrücklich eingeladen, die Wahl zu beobachten. Wären Guiado und der Westen wirklich so sicher, dass das venezolanische Volk hinter ihm steht, hätte Guiado antreten und der Westen Wahlbeobachter schicken müssen, um die Wahlfälschung zu dokumentieren und so Guaido zu legitimieren. Das ist jedoch nicht geschehen.

Hinzu kommt, dass Guaido auch nach der venezolanischen Verfassung gar nicht Übergangspräsident sein kann, denn das wäre gemäß der Verfassung der Vizepräsident und nicht der Parlamentspräsident, der Guaido war, als er sich kurzerhand zum Übergangspräsidenten ausgerufen hat. Damit ist Guaido ein Putschist, der vom Westen unterstützt wird, was auch noch eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates ist und das ist gemäß UN-Charta völkerrechtswidrig, die Details finden Sie hier.

Guaido: Drogenkartelle und Korruption

Dass Guaido in Venezuela bei der Wahl chancenlos war, sieht man an den vielen Skandalen um ihn und sein Team. Diese Dinge sind im Westen nicht bekannt, weil die Medien nicht berichten, in Venezuela sind sie aber natürlich bekannt. So hat Guaido engste Kontakte zu kolumbianischen Drogenkartellen, die seinen Putschversuch seinerzeit massiv unterstützt haben. Außerdem bedient sich Guaido massiv an Geldern, die durch die westlichen Sanktionen eingefroren wurden und dem venezolanischen Staat, also dem Volk, gehören.

Zu dieser Korruption sind nun neue Details bekannt geworden. Die Washington Post hat berichtet, dass Geschäftsleute aus den USA angeboten haben, bis zu 40 Milliarden Dollar, die der venezolanischen staatlichen Ölgesellschaft gehören und in karibischen Ländern liegen, an Guaido zu übergeben. Dabei handelt es um Aktien, Immobilien, Autos, Wertgegenstände und so weiter. Aber die Forderungen der Guaido-Leute haben die US-Bürger abgeschreckt, denn von ihnen wurde gefordert, zunächst einmal eine Anzahlung von 750.000 Dollar an eine von Guiado-Vertrauten kontrollierte Firma zu leisten, die dann später auch eine Provision in Höhe von 18 Prozent bekommen sollte. Einer der US-Bürger sagte laut Washington Post dazu:

“Ich war erstaunt. Ich fragte mich: ‘Weiß Präsident Guaido davon?’ Ich meine, diese Jungs haben offensichtlich versucht, etwas Illegales zu tun. Man kann über so etwas auf US-Boden nicht einmal sprechen. Es war Erpressung… Entweder wir zahlen, oder wir bekommen den Vertrag nicht.”

Darüber hinaus soll Guaido noch eine andere Einnahmequelle ausgemacht haben. Paraguay schuldet Venezuela etwa 260 Millionen Dollar. Leute von Guaido sollen der paraguayischen Regierung angeboten haben, die Hälfte dieser Schulden gegen eine Zahlung von 26 Millionen an Vertraute von Guaido zu erlassen. Der venezolanische Staat steckt in einer großen Krise, die Menschen leiden unter den Sanktionen und der Staat braucht jeden Dollar, um die Lage im Land zu verbessern, aber Guaido bietet anderen Staaten an, ihnen 50 Prozent der Gelder zu erlassen, die sie Venezuela schulden, wenn sie ihm dafür 20 Prozent der erlassenen Summe überweisen.

All das konnten Amerikaner in der Washington Post schon Anfang Januar lesen, aber deutsche “Qualitätsmedien” finden es nicht interessant genug, um deutsche Leser darüber zu informieren und die deutsche Regierung hält weiterhin an Guaido als “Übergangspräsident” fest.

Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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