Weißrussland

Präsident Lukaschenko ist unter nur einer Bedingung bereit, Neuwahlen abzuhalten

Der Westen kritisiert die Präsidentschaftswahlen vom letzten Jahr in Weißrussland, spricht von Wahlfälschung und erkennt Lukaschenko nicht als Präsidenten des Landes an. Nun hat Lukaschenko sich zu vorgezogenen Neuwahlen bereit erklärt, es müsse nur eine Bedingung erfüllt werden.

Die Vorwürfe des Westens gegen die Wahlen in Weißrussland klingen in den Medien überzeugend. Verschwiegen wird in den Medien jedoch, dass der Westen es erstens abgelehnt hat, Wahlbeobachter nach Weißrussland zu schicken, weshalb es keine objektiven Erkenntnisse über mögliche Wahlfälschungen gibt und der Westen dazu auch keine Fakten auf den Tisch legen kann. Und zweitens wirft die Opposition Lukaschenko zwar Wahlfälschung vor, sie kommt aber in ihrem eigenen Bericht über die Wahlen selbst zu dem Ergebnis, dass Lukaschenko die Wahl klar gewonnen hat. Auch darüber wird im Westen nicht berichtet. Die Details und Quellen zu all dem finden Sie hier.

Präsident Lukaschenko hat sich nun zu möglichen vorgezogenen Präsidentschaftswahlen in seinem Land geäußert und sich grundsätzlich dazu bereit erklärt. Darüber hat das russische Fernsehen berichtet und ich habe den Artikel des russischen Fernsehens übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Der weißrussische Präsident erklärte seine Bereitschaft, vorgezogene Wahlen abzuhalten. Jedoch unter einer Bedingung.

Alexander Lukaschenko merkte an, dass wenn es zu vorgezogenen Wahlen in Weißrussland kommt, diese parallel zu neuen Präsidentschaftswahlen in den USA stattfinden werden. Der Staatschef wies darauf hin, dass er selbst nicht gegen neue Wahlen ist. Ihm zufolge wird er das überleben und diesen Schritt tun, obwohl Weißrussland unabhängig und souverän ist.

Lukaschenko erinnerte daran, wie die Wahlen in den USA abgehalten wurden. Die Menschen haben per Briefwahl gewählt und es wurden Stimmzettel mit Unterschriften für Trump in Mülleimer geworfen. Der weißrussische Präsident machte darauf aufmerksam, dass diese Fakten der ganzen Welt gezeigt wurden, aber der Ex-Präsident der USA immer noch kein Wort auf Twitter sagen darf.

Im August letzten Jahres fand die Wahl des Staatsoberhauptes in Weißrussland statt, die Alexander Lukaschenko gewonnen hat. Die Opposition war mit dem Ergebnis nicht einverstanden, was zu Protesten führte.

Ende der Übersetzung

Für viele mag es dreist klingen, dass der weißrussische Präsident den USA vorschreiben will, wann sie Präsidentschaftswahlen durchführen sollen. Aber alle, die eine solche Forderung dreist finden, sollten sich fragen, mit welchem Recht der Westen ständig von allen möglichen Ländern Neuwahlen fordert.

Hinzu kommt, dass Lukaschenko recht hat. Es gibt in so vielen US-Bundesstaaten massive Verdachtsmomente für Wahlfälschungen, denen nicht nachgegangen wurde, dass man die Wahl dort trefflich kritisieren kann. Vor allem die Briefwahl, die in den deutschen Medien immer falsch dargestellt wurde. Was die pauschale Briefwahl in den USA von Briefwahlen in Deutschland unterscheidet, wurde in den „Qualitätsmedien“ nie erklärt, die Details dazu finden Sie hier.

Natürlich werden die USA darauf nicht eingehen, sie lassen sich von niemandem in ihre Innenpolitik reinreden, während sie für sich in Anspruch nehmen, der ganzen Welt vorschreiben zu wollen, was sie zu tun hat.

Ich habe mich trotzdem dafür entschieden, darüber zu berichten, weil ich beim Lesen der Nachricht schmunzeln musste.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

18 Antworten

  1. Haha wieder mal erstklassiges Trolling von Lukaschenko👍 Anders sollte man mit diesem völlig in die Bizarro-Welt entrückten Westen auch nicht mehr kommunizieren.

    Die Botschaft des weißrussischen Außenministeriums an die USA aus den letzten Märztagen fand ich auch sehr gut. Gibts (leider nur in Englisch) auf Belta: https://eng.belta.by/politics/view/belarus-mfa-supports-aspirations-of-american-people-for-a-better-future-138550-2021/

    “We admire the courage and determination of American heroes, including Julian Assange, Edward Snowden, and Chelsea Manning, who sacrificed almost everything for the sake of true freedom and harmony in the American society. Belarus supports the American people and looks forward to the day when every common American will be able to walk by the Capitol freely,” the press service of the Ministry of Foreign Affairs said.

    The Belarusian Ministry of Foreign Affairs is also grateful to the new U.S. Ambassador to Belarus Julie Fischer for „an invaluable help in telling the entire Belarusian people when and how to hold elections.” “Due to their primitive and poor thinking the Belarusians would never be able to solve this issue on their own. As a token of incredible appreciation, the Ministry of Foreign Affairs is ready to fast-track Her Excellency’s application for Belarusian citizenship in order to include her in the electoral roll and give her the right to vote. This can also be done without Belarusian citizenship using some digital platform recognized by Julie Fisher,” the ministry quipped.

    “We cannot ignore the USA’s assistance with organizing the election. Such achievements of the American electoral system as voting by mail and the Electoral College instead of direct voting can be useful and should be explored by Belarus,” the press service noted. “We are deeply touched by the attention of the United States to Belarus‘ life. In response we can make a selfless contribution to the development of Alaska’s agriculture and effective development of its lands. We are ready to look into the possibility of shared control over Alaska. We could also send Belarusian construction crews based in the region to share experience and help residents of the southern states deal with the aftermath of the natural disaster,” the press service pointed out.

    1. Ein satirisches Meisterwerk.
      Da die Amerikaner da aber sicher überhaupt keinen Spaß verstehen, verwundert es schon, daß da noch keine USS Ronald Reagan vor der weißrussischen Atlantikküste gesichtete wurde.

      1. Offensichtlich haben es die Amis tatsächlich nicht verstanden, haben sie doch ein paar Wochen darauf Mörder geschickt, mit dem Auftrag, den Präsidenten zu töten.

        Achja, die Nummer mit den Flugzeugträgern wurde von den Weißrussen auch erwähnt:

        „We sincerely wish the entire American people unity and smooth ascension up the ladder of the American dream. We hope that the positive trend in our relations will continue and we will live to see the moment when we can welcome the U.S. Sixth Fleet near the sea shores of Belarus!” the press service concluded.

        😆

  2. Der Vorschlag von Lukaschenko ist in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen.

    Das in den USA praktizierte Wahlsystem bringt weltweit alle demokratischen Systeme zu Fall. Keine Wahl kann zukünftig noch als Wahl bezeichnet werden. Nur wenn der Wahlbetrug in den USA aufgeklärt ist, hat eine Wahl von Volksvertretern noch eine Chance.

  3. Hm, meiner Meinung nach keine besonders kluge Verlautbarung der
    Lukaschenka-Administration. Gibt sie damit nicht (zumindest indirekt) zu, die letzten Wahlen manipuliert zu haben? Hoffentlich kein Schuss, der
    nach hinten losgeht, indem bspw. seine Gegner vom Telegramkanal Nexta
    wieder ’ne schöne Propaganda-Kampagne drauf aufbauen können.
    Was mit den US-Wahlen war, wird dann wieder vollkommen ignoriert und es fragt dann auch keine Sau mehr danach.

    1. Lukaschenko ist genauso wie Putin und Maduro ein kluger Kopf und guter Stratege. Die Russen sind ja ein Volk von Schachspielern, und genauso verfahren sie in ihrem politischen Handeln.

  4. Aber wehe wehe man zweifelt an, ob die deutsche Regierung legitim und unsere Wahlen rechtens sind. Dann ist man gleich BRD-Verweigerer und Reichsbürger. Wenn sich hingegen solche Clowns wie Tichanovskaya oder Guaidó einfach selber zum Herrscher krönen, dann wird das in der deutschen Qualitätspresse gefeiert.
    Wieder alles Doppelstandards vom Feinsten. Man stelle sich einmal vor, einer von uns würde sich zum Präsidenten/Kanzler von Deutschland ernennen, und China,Russland, Venezuela, Iran, etc würden uns dann als legitime Staatoberhäupter anerkennen 😅

    1. Alkohol tötet ja bekanntlich Keime ziemlich zuverlässig ab. Daneben scheinen die Weissrussen ein gutes Immunsystem zu haben, weil sie ja rausdürfen und Spasshaben, sowie mit anderen Menschen in Kontakt treten. Da kann man die Grippe schnell und leicht besiegen.

  5. Das sogenannte „Wahlsystem“ in den USA ist sowieso nur eine einzige Farse. Wählst Du die Demokraten, gewinnt der Tiefe Staat und die Rüstungsindustrie. Wählst Du die Republikaner, hast du zwar nicht den Gender-Gaga, aber es gewinnt trotzdem der Tiefe Staat und die Rüstungsindustrie. Der kleinen Parteien wie Libertarians oder Greens (haben nix mit den Grün*innen zu tun) werden durch die Medien kleingehalten und vom politischen Leben ausgeschlossen. Kein Wunder, dass dort keiner Bock hat wählen zu gehen.
    Das demokratischste Land ist meines Erachtens die Schweiz. Da kann das Volk DIREKT bestimmten, was im Lande passieren soll. Und ja, wir sind klug genug, dass man uns befragen kann, was wir wollen. Armin Laschet unterstellt uns ja, dass wir total blöde sind und es besser wäre, wenn „Profis“ unsere Gesetzte ausarbeiten würden. Da brauchen wir aber kein Kasper-Kabinett, dass Lobbyinteressen der Pharamindustrie vertritt und nur auf Parteikarriere aus ist.

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