Nato protestiert

Russland begrenzt den Zugang zum Asowschen Meer

Russland hat die Sperrung der Meerenge von Kertsch für ausländische Kriegsschiffe angekündigt. Die Ukraine und die Nato protestieren heftig.

Die Meerenge von Kertsch war im November 2018 ein internationales Thema, als ukrainische Kriegsschiffe dort in russische Gewässer eingedrungen sind, stundenlang nicht auf Funksprüche reagiert haben und dann von russischen Schiffen gewaltsam aufgebracht wurden, die Details finden Sie hier. Über diese Meerenge hat Russland die Brücke zur Krim gebaut und die Passage durch die Meerenge ist nur nach Anmeldung mit russischen Lotsen möglich. Dahinter liegt das Asowsche Meer, an dem mehrere ukrainische Häfen liegen.

Die TASS meldete nun:

„Nach dem Bulletin der Direktion Navigation und Ozeanographie des russischen Verteidigungsministeriums wird vom 24. April bis 31. Oktober die Durchfahrt ausländischer Kriegsschiffe und anderer staatlicher Schiffe in mehreren Gebieten des Schwarzen Meeres in Hoheitsgewässer Russlands ausgesetzt. In dem Dokument wird nicht angegeben, warum und im Interesse welcher Behörde diese Bereiche geschlossen werden.“

Diese Maßnahme bedeutet de facto eine Abriegelung des Asowschen Meeres für Kriegsschiffe. Da die Nato das Großmanöver Defender 2021 auch im Schwarzen Meer durchführt, kann man vermuten, dass Russland nicht möchte, dass im Asowschen Meer Marineübungen im Rahmen von Defender 2021 durchgeführt werden. Ich habe am 13. April über Erklärungen des russischen Verteidigungsministers berichtet, die man in diesem Zusammenhang sehen kann, aber da es keine offiziellen Verlautbarungen gibt, ist das Spekulation.

Natürlich hat die Nato heftig protestiert, wie zum Beispiel der Spiegel berichtet hat. Man muss sich allerdings fragen, warum die Nato protestiert hat, schließlich ist kein Nato-Mitglied von der Schließung der Meerenge von Kertsch betroffen. An die dortigen Küsten grenzen nur Russland und die Ukraine, die jedoch kein Nato-Mitglied ist.

Sollte es weitere Informationen über die Entscheidung geben, wird der Anti-Spiegel natürlich berichten.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

11 Antworten

  1. Die Nato wird im Asowschen Meer verteidigt – und letzendlich auch am Südpol.
    Und eines schönen Tages werden auch die Marsmännchen sich dieser Verteidigung nicht entziehen dürfen – so wohl der Plan dieser North Atlantic Treaty Organization.
    Da heißen die dann wahrscheinlich Ngto (North Galactic Treaty Organization) o.s.ä..
    Obwohl – der Nordatlantik hat inzwischen Ausmaße angenommen, die, was die prognostizierten Folgen der sog. Klimaerwärmung anbelangt, vorgriffig oder zukunftsweisend erscheinen, da liegen galaktische Dimensionen durchaus im Bereich des Möglichen.

    1. Eine Space Force haben die Amerikaner schon; ihr Größenwahn ist nicht zu bremsen. Die Technik dazu liefert ja der wahninnige Spinner Elon Musk. Da kann nicht mal Söder mit seiner Bavaria One mithalten.
      Und der Nordatlantik nimmt nach amerikanischer Vorstellung Dimensionen an, die man sich kaum vorstellen kann. Man kann jetzt argumentieren, nun gut, Bulgarien liegt ja irgendwie am Meer. Ist zwar nicht das richtige Meer, aber halt igrendwas mit Wasser.
      Aber was ist mit Tschechien? Wer weiß, vielleicht habe ich ja etwas übersehen? Am Ende sind Prag und Brünn Hafenstädte, und uns ist das bloß nicht aufgefallen. Herr Stoltenberg wird da sicher Auskunft geben können.

  2. Wenn Erdogan jetzt den Bosporus zumachen würde, dann wären die NATO-Schiffe im Schwarzen Meer gefangen. Das wäre natürlich genial. Leider ist die Türkei in der NATO, und Erdogan hat seine ganz eigenen geopolitischen Ziele. Hoffentlich merken die Türken irgendwann, dass sie als eurasisches Land sich am besten eurasischen Strategien anschließen (Russland, China, Belt-and-Road-Initiative), statt auf die Amis zu setzen…

  3. Nebenbei mal eine Frage in die Runde: Wie sieht es mit einer kleinen Bezahlung der journalistischen Arbeit von Herrn Röper aus? Muß ja nicht 7stellig sein, 6stellig reicht für den Anfang. Angenehmes Wochenende! 🙂

  4. Diese Information ist nicht ganz richtig:
    Bei der Sperrung handelt es sich NICHT um die zivile Schifffahrt durch die Strasse von Kertsch (ich lebe ständig in Kertsch!), sondern um 3 Seegebiete innerhalb der Hoheitsgewässer Russlands entlang der Krimküste des Schwarzen Meeres und ein Gebiet im Golf von Taganrog. Das der Strasse von Kertsch am nähesten gelegene Sperrgebiet ist am Truppenübungsplatz Opuk ca. 35 km westlich von Kertsch.

  5. Die Russische Föderation hat sich in den letzten Jahren sehr gut aufgestellt gegen die mögliche Zersetzung bzw. Krieg in ihrem Land. In ihren administrativen – und politischen Reihen haben sie auf große Qualität Wert gelegt. Schlauen und nervenstarken Köpfen mit viel Herz ist schwer beizukommen.

    1. Einer der Gründe, warum ich Putin so bewundere. Aus den Trümmern, die Jelzin hinterlassen hat….also eine Rohstoffkolonie des Westens, in der die Kriminalität florierte….machte Putin einen starken und stolzen Staat, der sich in der Welt behaupten kann. Deshalb wird Putin ja so derartig dämonisiert. Man will so wie in Syrien, Nikaragua, Vietnam, Ukraine, Iran…usw an die Rohstoffe.

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