Covid-19

Russland macht den Weg für Impftourismus frei

Während im Westen noch immer Grenzen geschlossen sind und Reisen demnächst nur noch im einem Impfpass problemlos möglich sind, öffnet Russland seine Grenzen für Impfwillige. Was ist davon zu halten?

Bei dem Petersburger Wirtschaftsforum in der letzten Woche hat der russische Präsident Putin angekündigt, dass Russland seine Grenzen für Impftouristen öffnen werde. Putin hat die Regierung gebeten, bis Monatsende entsprechende Richtlinien auszuarbeiten, damit ausländische Touristen sich gegen Gebühr impfen lassen können. Für Russen sind die Impfungen gratis und es ist bereits gängige Praxis, dass sich ausländische Gäste, zum Beispiel Geschäftsleute, in Russland impfen lassen. Das soll nun einheitlich reguliert werden.

Putin hat darauf hingewiesen, dass in Russland genug Impfstoffe für alle impfwilligen Russen vorrätig seien und dass man daher die Reserven habe, auch ausländischen Gästen die Impfung gegen Corona anzubieten, zumal Russland mittlerweile vier verschiedene Impfstoffe hat. Bei keinem von ihnen hat es bisher tödliche Nebenwirkungen gegeben, ihre Wirksamkeit ist aber sehr hoch.

Im Westen melden die Medien eine geringe Impfbereitschaft in Russland und behaupten, das habe mit einem geringen Vertrauen in die russischen Impfstoffe zu tun. Warum das Unsinn ist und was die wahren Gründe für die geringe Impfquote in Russland ist, können Sie hier nachlesen.

Ist eine Impfung in Russland sinnvoll?

Ich habe bereits vor einiger Zeit darüber berichtet, dass man sich in Russland impfen lassen kann. Die Frage, die sich stellt, ist, ob das für Deutsche empfehlenswert ist.

Dass die russischen Impfstoffe gut sind, ist unter Fachleuten unbestritten und warum ich mir für kein Geld der Welt eine Impfung mit dem in der EU vorangetriebenen Pfizer-Impfstoff geben lassen würde, habe ich oft und ausführlich erklärt (zum Beispiel hier und hier). Wer also – zum Beispiel aus Altersgründen oder wegen Vorerkrankungen – Angst vor Corona hat und an einer Impfung mit einem wirksamen und sicheren Impfstoff interessiert ist, dem kann ich zu einer Impfung in Russland raten.

Wer sich allerdings in Russland impfen lassen möchte, weil er hofft, dann nicht mehr unter die in den meisten EU-Staaten geltenden Corona-Einschränkungen zu fallen, den muss ich warnen. In der EU ist es so, dass jedes Land selbst entscheidet, welche Impfungen es anerkennt. Die meisten EU-Länder (darunter auch Deutschland) erkennen Impfungen mit russischen Impfstoffen (bisher) nicht an. Dahinter stehen politische Gründe, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass jemand mit einer russischen Impfung in den meisten EU-Staaten wie ein Nicht-Geimpfter behandelt wird.

Bisher haben meines Wissens nur Ungarn (wo Sputnik-V regulär verimpft wird) und Griechenland (das nicht auf russische Touristen verzichten will) Impfungen mit dem russischen Impfstoff Sputnik-V anerkannt.

Was kostet eine Impfung in Russland?

Die offiziellen Preise für eine Impfung von ausländischen Gästen in Russland sind noch nicht bekannt. Nach allem, was man weiß, kostet eine Impfung mit Sputnik-V etwa zehn Dollar und ich vermute nicht, dass der russische Staat die Impfung wesentlich teurer anbieten wird. Die Impfung selbst dürfte in Russland also nicht allzu teuer sein.

Das Problem ist, dass man erst einmal nach Russland kommen und dann 21 Tage in Russland verbringen muss, um die nötigen zwei Spritzen zu bekommen. Wer also keine Freunde in Russland hat, bei denen er drei Wochen unterkommen kann, braucht ein Hotel. Auch wenn man in Russland einfache (aber nicht schlechte) Hotels für 20 bis 30 Euro pro Nacht finden kann (hier helfen die üblichen Portale wie booking.com etc.), ist man allein bei den Übernachtungskosten schnell bei weit über 500 Euro. Und man muss ja auch noch etwas essen. Hinzu kommen Visum und Flug. Die Kosten dürften also in jedem Fall bei über tausend Euro liegen.

RT-Deutsch hat berichtet, dass russische Reiseveranstalter bereits Pauschalreisen anbieten, wobei man den Flug selbst buchen und bezahlen muss, der Aufenthalt in Russland aber organisiert wird. Die Kosten gibt RT-Deutsch mit 1.200 bis 2.000 Euro an, und der Flug kommt noch oben drauf. Für ängstliche Menschen, die eine Reise nach Russland nicht auf eigene Faust organisieren wollen, ist das sicherlich eine Alternative, obwohl man sich das Hotel über die üblichen Portale auch selbst buchen und dann auf eigene Faust in das nächstbeste Krankenhaus laufen kann, um sich die Impfung geben zu lassen.

Fazit

Zu einer Impfreise nach Russland kann ich nur sehr begrenzt raten, weil die russische Impfung wahrscheinlich in den meisten EU-Staaten nicht anerkannt wird und eine Impfreise kein billiges Vergnügen ist. Das weiß auch die russische Regierung, denn das Angebot ist nicht in erster Linie an Europäer gerichtet, sondern eher an Menschen aus Indien oder anderen asiatischen Ländern, wo es erstens einen Mangel an Impfstoffen gibt und zweitens russische Impfungen anerkannt werden.

Wer sich also als Deutscher impfen lassen möchte, um seine Grundrechte wieder zurückzubekommen, der sollte mit einer Impfung in Russland warten, bis klar ist, welche EU-Staaten am Ende eine Impfung mit russischen Impfstoffen anerkennen.

Werbung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

5 Antworten

  1. Dieser Astra-Killerhorror und das wirkliche kranke Konzept der mRNA-Brühe haftet Sputnik-V zwar nicht an, aber auch ich weiß von wenigen Nebenwirkungen (russische Bekannten): Schmerzen, etwas Brennen, am Einsticharm. Okay. Aber auch: 1-2 Tage Kopfweh, was nicht zu bagatellisieren ist; könnte (Konjunktiv!) ein Hinweis auf Mikrotrombosen o.ä. sein.

    Also: Sich unmittelbar nach der Impfung in einen Flieger zu setzen (etwa ein Kurztrip zwischen den beiden Injektionen, aber auch wenige Stunden/Tage nach der Zweitinjektion, ohne Check der Thrombozyten/ D-Dimere), ist m.M.n. eine sehr dumme Idee.

    Eine Erkrankung und natürliche Immunisierung halte ich persönlich für die derzeit risikoärmste Option. D.h. Sputnik-V nur als letzten Ausweg, wenn man seine Freiheit anders gar nicht mehr wiedererlangt kann, wenn völlige Existenzvernichtung droht.

    Aber diesen kleinen bayerischen Sputnik-Spalt in der Impferpressungs-Tür will Söder nur wegen seiner bürgerlichen, post-sowjetisch-stämmigen, CSU-wählenden Community in seinem Bundesland etwas offenhalten

    (wofür er prompt einen singulären, wirkstarken Spiegel-Angriff bzgl. seiner Karrieregeilheit kassiert hat, und dass, obwohl die Transatlantik-Medien damals eher Laschet verhindern wollten, um dann erst später, im zweiten Schritt, den Kandidaten Söder zugunsten ihrer Nato-grünen Verbrecheragenten zu demontieren).

    Um Gesundheitsschutz und Fürsorge geht es in der EU und Deutschland ganz sicher nicht. Es setzt mir zu sehr zu, darüber nachzudenken, worum es wirklich geht. Ob ich nach Russland will, zur Impfung? Ja. Nein.

  2. Ich kenne viele, die sich impfen lassen wollen, nur um ihre Bürgerrechte zurückzubekommen. Ich bleibe standhaft und werde mir ehr einen gefälschten Impfausweis holen als mir die Todesspritze zu geben.

  3. Mich würde interessieren weshalb Russland bei diesem Coronawahn mitmacht. Mittlerweile müsste doch jedem halbwegs intelligenten Menschen klar sein, dass Corona nicht mehr als eine durchschnittliche Grippe ist.
    Aber diese Frage scheint den Autor hier nicht zu interessieren.
    Was steckt hinter diesem ganzen Theater? Was westliche Regierungen damit beabsichtigen, kann ich mir noch vorstellen. Aber warum um Himmelswillen spricht sogar Russland von einer Pandemie?
    Nur in Belarus, Florida und Texas scheint der Wahn sich nicht durchzusetzen.

    1. Ich verstehe diese Argumentation nicht.

      Also ich habe Live-Streams von Rave-Konzerten in Sankt Petersburg gesehen, im Februar 2021, natürlich innen, hunderte Menschen, ohne Masken, 2cm Abstand. Oder draußen auf dem Newski-Prospekt … junge lachende Gesichter. Jubelstimmung bei den vielen Zuhörern von sensationell guten Straßenmusikanten. Und ab 0 Uhr musste man damals im Nachtclub eben bar zahlen, wegen der „Corona-Sperrstunde“. Okay, einige Föderationssubjekte machten im Dezember ordentlich dicht, für einige Tage, wenige Wochen. Ist halt ein föderales System, das übrigens in DE da facto abgeschafft wurde. Restaurants sollten mal etwas früher schließen. Es gab noch ein paar Zusatzfeiertage, darüber freut sich doch fast jeder.

      Also: Wo liegt denn das Problem, wo ist der Handlungsdruck für die russische Regierung und das russische Volk?

      Die RF hat es erfolgreich geschafft, mit einem eigenen Impfstoff seine Bevölkerung und deren Gesundheit so bestmöglich zu schützen. Vor Covid? Quatsch. Vor Pfizer und anderen Giften! Was wäre denn für ein NGO-Protest-Zirkus in Russland aufgefahren worden, wenn bspw. Putin seine Bevölkerung „opfert und in den Tod schickt“, weil er aus Stolz oder Armut die rettende Pfizer-Spritze verweigert? Oder wenn es nach dem Einsatz von alternativlosen Westpräparaten nun zu Verkrüppelung und Tod kommt? Die Russen reagieren auf so etwas sensibler als unser rückgratloser, dummdeutscher Blödmichelhaufen. Auch hoffte man seitens Russlands wohl, dass damit irgendwie der Personenverkehr für die eigenen, nicht-pfizer-verseuchten Bürger nicht so stark eingeschränkt bleibt (US-/EU-Reisen).

      Noch mal: Wo liegt denn jetzt das Problem, wo ist der Handlungsdruck für die russische Regierung, für ihr russisches Volk?

      Wie es Weißrussland nach dem offenen Widerstand Lukaschenkos jetzt ergeht, sieht man ja gerade. Und de Santis führt einen Bürgerbefreiungskrieg gegen die putschistische Zentralregierung in Washington. Überhaupt nicht mit der grundsoliden RF vergleichbar. Auch andere Regionen der Welt (Südamerika, teilw. Asien), ja sogar in einigen EU-Ländern (Kroatien) geht alles seinen gewohnten Vor-Corona-Gang (ob inoffiziell oder nicht, ist doch nebensächlich). Der Horror bleibt voraussichtlich in Zentraleuropa und Australien/NZL, evtl. Israel und mglw. den „blauen“ Nord-Amerika-Staaten/Kanada. Verdientermaßen. Das Leben geht doch überall sonst weiter. Die Seuche und das Wording („Pandemie“) sind belanglos. Deutsche wollen eben „Deutschland verrecke“. Reisende soll man nicht aufhalten.

Schreibe einen Kommentar