US-Medienberichte

US-Geheimdienste haben im Juli vor schnellem Zusammenbruch der afghanischen Armee gewarnt

Die Bekundungen westlicher Politiker, sie seien von den Ereignissen in Afghanistan überrascht worden, waren ohnehin unglaubwürdig. Nun meldet die New York Times, dass die US-Geheimdienste schon im Juli einen solchen Ausgang vorhergesagt haben, was bestätigen würde, dass Biden gelogen hat.

Ich habe am Dienstag bereits in einem Artikel ausgeführt, dass der schnelle Zusammenbruch der afghanischen Regierung und ihrer Armee niemanden ernsthaft überrascht haben kann. Leser des Anti-Spiegel haben hier seit Monaten gelesen, dass die Taliban im Eiltempo vorgerückt sind und dass die afghanische Armee kaum Widerstand geleistet hat. Auch die Frist eines Zusammenbruchs der afghanischen Regierung innerhalb von drei Monaten wurde – zumindest in Russland – schon sehr schnell nach der Rückzugs-Ankündigung der USA genannt.

Nun berichtet die New York Times, dass die US-Regierung von ihren Geheimdiensten spätestens im Juli vor einen schnellen Zusammenbruch der afghanischen Armee gewarnt wurde. Pikant dabei: Biden hat im Juli vor der Presse das Gegenteil behauptet. Er hat seine Landsleute und die Presse offenbar belogen.

Machtübergabe an Taliban – Biden: "Nein! Das ist unwahrscheinlich"

Auch im Spiegel konnte man am Dienstag zwischen den Zeilen lesen, dass die „Abzug“ der USA aus Afghanistan kein Abzug war, sondern eine Flucht. In dem Spiegel-Artikel mit der Überschrift „»Das Gesamtbild ist düster« – US-Generalinspekteur rechnet mit amerikanischer Afghanistan-Politik ab“ ging es um Fehler, die die US-Regierung in Afghanistan gemacht hat. Am Ende konnte man dort lesen:

„Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, hat die Arbeit wie auch den Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan verteidigt. Die USA hätten 20 Jahre lang ihr Blut, ihren Schweiß, ihre Tränen für das Land gegeben und die Afghanen ausgebildet und ausgerüstet, damit sie in der Lage seien, für sich selbst zu kämpfen, sagte Sullivan. »Irgendwann war es an der Zeit für die Vereinigten Staaten zu sagen, dass das afghanische Volk selbst für sich einstehen muss.« Die US-Regierung sei sich bewusst gewesen, dass der Abzug womöglich darin enden könnte, dass die Taliban wieder an die Macht kommen. Man habe aber das Tempo ihres Vormarsches nicht vorhergesehen.
Sullivan argumentierte, es wäre eine signifikante Aufstockung der US-Truppen nötig gewesen, um den Vormarsch der Taliban zu stoppen. Weitere amerikanische Soldaten hätten ihr Leben geben müssen. Der US-Präsident sei dazu nicht bereit gewesen.“

Diese Aussagen bedeuten im Klartext, dass die USA wussten, dass die Taliban vorrücken werden und dass sie nur durch eine massive Aufstockung der Nato-Truppen aufzuhalten gewesen wären. Da man dazu – warum auch immer – nicht bereit war, war die Alternative nur die überstürzte Flucht der Nato aus Afghanistan, die wir ab April beobachten konnten. Bei dieser Flucht haben die Nato-Truppen gigantische Vorräte an Waffen und Munition zurückgelassen, die nun in die Hände der Taliban gefallen sind.

Im russischen Fernsehen wurde das lakonisch dahingehend kommentiert, dass sich die Taliban sicherlich freuen, ihre veralteten Kalaschnikows gegen neue amerikanische M-40-Sturmgewehre einzutauschen und dass Humvees auch wesentlich eindrucksvoller sind, als die Toyotas, mit denen Islamisten sonst durch die Gegend fahren.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

6 Antworten

  1. Er ist halt ein zuverlässiger, wenn Er was Sagt, kann man sicher sein : Es ist alles und immer GELOGEN. Warum sollte Er sich, mit sowas Unlukrativem, wie der Wahrheit abgeben, denn Ehrlichkeit, das weiß Er, ist der direkte Weg, in die Armut.

  2. @Nun berichtet die New York Times, dass die US-Regierung von ihren Geheimdiensten spätestens im Juli vor einen schnellen Zusammenbruch der afghanischen Armee gewarnt wurde. Pikant dabei: Biden hat im Juli vor der Presse das Gegenteil behauptet. Er hat seine Landsleute und die Presse offenbar belogen.

    Wann genau wurde die US-Regierung von ihren Geheimdiensten über den schnellen Zusammenbruch der afghanischen Armee gewarnt, und wann fand die Pressekonferenz statt?

    An einer so schnellen Kapitulation der afghanischen Armee haben nicht einmal die afghanischen Offiziere geglaubt.
    https://t1p.de/vf18

    Wie sich die Situation in Afghanistan weiter entwickelt hängt vor allem davon ab, wie sich der IS in Afghanistan verhält.

      1. “ EU-Außenbeauftragter spricht von Mangel an nachrichtendienstlichen Erkenntnissen

        Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat die Entwicklungen in Afghanistan als „Katastrophe und Albtraum“ bezeichnet. Vor dem Europäischen Parlament sagte er, die Rückkehr der Taliban an die Macht sei wegen eines Mangels an nachrichtendienstlichen Erkenntnissen nicht vorausgesehen worden.“

        Mangel an Erkenntnissen?

        https://www.proasyl.de/news/lagebericht-zu-afghanistan-verharmlosend-und-veraltet/

        Wenn am 14. April bei der NATO etwas beschlossen hat der EU Führer keine Erkenntnis? Wer soll das denn glauben?
        Pro Asyl hat einen Link zu einer interaktiven Karte.

        https://www.longwarjournal.org/mapping-taliban-control-in-afghanistan

        Im Begleittext gibt es weitere Links und die erzählen was seit 2017 geschah.
        Dem Betreibern der Seite wird sehr viel politische Macht zugeschrieben.
        Wie man hier lesen kann.

        http://www.slate.com/articles/news_and_politics/foreigners/2015/08/foundation_for_the_defense_of_democracies_inside_the_small_pro_israel_think.html?via=gdpr-consent

  3. Afghanistans Strukturen wurden seit mindestens 1972 schon von CiA unterwandert, also lange bevor Russland sich überreden ließ nach Afghanistan zu gehen. Operation Zyklon war nicht der Anfang wie man uns immer erzählen will.

    Nun hat man sein neues Saigon und tut so als hätte es nur an den afghanischen Soldaten gelegen. Wie kommt man auf dieses schmale Brett?
    Wie kann man annehmen die Soldaten kämpfen für ein Land dessen Regierung sie hintergeht, mal wieder.
    An dem Tag als die Welt von den Taliban Verhandlungen erfuhr ist dem letztem Soldat wohl das Licht aufgegangen. Die Ausbildung der afghanischen Armee unterstand ausschließlich den USA und dieselbe USA klüngelte vom ersten Kriegstag mit den Saudis die wiederum die Taliban tatkräftig förderten.
    Das gleiche Spiel wird in Syrien gespielt.

    Das alle Beteiligten über dieses schmutzige Spiel Bescheid wussten sollte klar sein, wenn man mal die Waffenkäufe der Saudis ansieht. Die 3 Hanseln brauchen nie und nimmer die Massen die eingekauft werden.

    Wir werden schnell sehen wie es weiter geht. Zumindest feierten in diversen Regionen und Ländern wie der NATO TÜRKEI Anhänger der Taliban, des IS und HTS ( Al Kaida) mit der Verteilung von Süßigkeiten den Sieg der Taliban.
    Das wissen bestimmt die Geheimdienste nicht und sind dann ganz überrascht wo die alle herkommen. Schon komisch wenn Geheimdienste weniger wissen als Präsidentschaftskandidaten.

    https://www.freitag.de/autoren/gela/die-dunklen-machenschaften-der-h-clinton

    https://wikileaks.org/clinton-emails/emailid/23225

    Und wenn man dann Kenntnis davon hat das zumindest die ersten chemischen Angriffe in Syrien mit Material aus Libyen begannen dann sieht man welche Lügen all die Jahre erzählt wurden.

    Und schon ziehen die Esel weiter…

    https://twitter.com/GordanaNestor/status/1426944731196571652

    Na dann wollen wir mal hoffen das all die Kriegstreiber NGOs noch rechtzeitig in der Region ein Büro mieten können sonst landen noch mehr in Berlin.

    „Syrien direkt“ die Propaganda Schleuder der USA gern unterstützt von der Adenauer Stiftung zieht nach Berlin. Was wollen diese englisch/arabisch sprechenden Jungjournalisten in Deutschland wo sie doch für amerikanische, kanadische und französische Qualitätsmedien schreiben?

    Nächte Flugsverbotszone herbei schreiben damit die Terroristen verschont bleiben?
    Alle NGOs von Avaaz bis AI in Stellung gebracht um die Schauermeldungen mit Blut, Schweiß und Tränen zu verbreiten?
    Der UN die nächten Lügen unter zu schieben um einen Krieg zu rechtfertigen?

    Da kann Twitter noch so viel zensieren.

    https://twitter.com/MaxBlumenthal/status/1427786338242338827

    Ihr Tweet: „Mit der Berichterstattung von MSM X stimmt etwas nicht, hier ist der Beweis“
    Nützliche Idioten: *melden* *melden*
    Twitter -> MSM X: „Was du gesagt hast, war wahr, oder?“
    MSM X: „ja“
    Dein Tweet: *gekennzeichnet/gebannt*

    So die übersetzte Kurzfassung eines Users.

    Also nicht nur auf Afghanistan schauen.

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