Energiekrise

Warum Erdgas plötzlich „nur noch“ knapp tausend Dollar kostet

Nachdem der Gaspreis in Europa auf fast 2.000 Dollar explodiert ist, ist er danach auf einen Schlag wieder zusammengebrochen und liegt nun bei unter 1.000 Dollar. Das ist zwar immer noch ein historischer Höchststand, aber immerhin. Was hat den Gaspreis halbiert?

Es war ausgerechnet der Bösewicht Putin, der den Spekulationen auf den Gaspreis an den europäischen und weltweiten Börsen erst einmal ein Ende gesetzt und für eine Halbierung des Preises gesorgt hat, nachdem der Preis in Europa auf fast 2.000 Dollar explodiert war, was das zehnfache des durchschnittlichen Gaspreises von 2020 ist. Wie es dazu kam, dass der Gaspreis sich danach in kürzester Zeit halbiert hat, hat das russische Fernsehen am Sonntag im Nachrichtenrückblick „Nachrichten der Woche“ erklärt und ich habe den russischen Beitrag übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Angesichts der Gashysterie in Europa, die durch wachsende Unsicherheit nach den Wahlen in Deutschland noch verstärkt wird, bleibt Wladimir Putin die einzige Führungspersönlichkeit auf dem Kontinent, die nicht nur einen kühlen Kopf bewahrt, sondern die ganze Situation unter Kontrolle zu haben scheint. Während die EU früher die Meinung Russlands zur Organisation der eigenen Energieversorgung demonstrativ und dumm ignoriert hat, hört sie jetzt auf jedes Wort aus dem Kreml, auch wenn es, wie man sagt, nur für den inneren Gebrauch bestimmt ist.

Die Idiotie der Entscheidungen früherer Europäischer Kommissionen, in denen z.B. der Lette Piebalgs Energiekommissar war, und seiner Nachfolger, die sich verhalten haben, als ob sei alle Piebalgs wären, haben dazu geführt, dass die Preise für alle Energieträger in Europa – von Gas und Öl bis hin zu Kohle und Brennholz – auf ein nie dagewesenes Niveau gestiegen sind. Wenn noch vor sechs Monaten jemand gesagt hätte, dass Gas knapp zweitausend Dollar pro tausend Kubikmeter kosten würde, hätte man ihn für verrückt erklärt. Aber zu Beginn der Woche wussten sie nicht mal, ob es überhaupt noch eine Obergrenze für Preise von Energieträgern gibt.

Und genau in diesem Moment kommt Putin und bringt, bildlich gesprochen, mit einer Handbewegung alle Kurse zum Einsturz. Nachdem er mit der russischen Regierung gesprochen hat, ist der Gaspreis in Europa innerhalb von 10 Minuten um 200 Dollar gefallen. Sie haben ihn gehört. Und sie scheinen ihn verstanden zu haben, denn Putin hat alles erklärt. Er erklärte, dass Russland alle seine Verpflichtungen erfülle, dass es bereit sei, weiterhin Bestellungen aus Europa entgegenzunehmen und zu erfüllen, dass Russland sich an niemandem räche, dass es genug Gas gebe und dass die Pipelines gebaut und bereit seien. Man muss nur noch das Ventil öffnen.

Ein Bericht unseres Moskauer Büros.

600, 1.200 und dann bis zu 2.000 Dollar pro tausend Kubikmeter – und das alles innerhalb weniger Tage. Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich der Gaspreis an der Börse mehr als verzehnfacht. Russland ist als wichtiger Akteur auf diesem Markt unmittelbar betroffen.

„Sehen Sie, was in Europa passiert? Auf den Märkten herrscht Hysterie und eine gewisse Verwirrung. Warum? Weil niemand sich ernsthaft damit beschäftigt. Einer spekuliert auf die Probleme des Klimawandels, einer unterschätzt irgendetwas, einer fängt an, die Investitionen in die Rohstoffförderung zu kürzen. Wir sehen, wozu gewisse Schwankungen führen“, sagte Wladimir Putin.

Diesmal kamen gleich mehrere Faktoren zusammen: die Erholung der Weltwirtschaft nach der Pandemie und ein kalter Winter in Europa. Aber es gibt auch eine hausgemachte Ursache für die Krise: Die Politik der EU-Führung, die aus ideologischen Gründen schnellstens auf grüne Energie umsteigen und langfristige Verträge mit Gazprom aufkündigen wollte, um Gas auf dem freien Markt zu kaufen.

„Ich erinnere mich an die Diskussionen in der Europäischen Kommission. Ich war ja selbst in Brüssel. Und es war sehr schwierig, mit diesen so genannten Experten zu sprechen, weil sie mit einem gewissen Snobismus vorgehen. Ihre Meinung ist die einzig richtige. Was anderes wollten sie nie hören“, sagte Putin.

Moskau hat sich immer für langfristige Verträge ausgesprochen, die plötzliche Preiserhöhungen ausschließen und ein Gleichgewicht zwischen den Interessen von Käufer und Verkäufer gewährleisten. Aber Brüssel zu überzeugen, war unmöglich.

„Der Vorschlag, zum Börsenhandel mit Gas überzugehen, wurde damals vor allem von britischen Experten gemacht. Wo die britischen Experten jetzt sind und was aus ihrem Vorschlag geworden ist, ist klar, aber die Verbraucher in Kontinentaleuropa leiden unter der Umsetzung ihres Vorschlags“, sagte der russische Staatschef.

Die exorbitanten Preise für den blauen Brennstoff waren eines der Hauptthemen des Internationalen Gasforums in St. Petersburg. Und natürlich war jeder an der Position von Gazprom interessiert.

„Seit vielen Jahren wird in Europa die These vertreten, dass russisches Pipeline-Gas – im Gegensatz zum ‚flexibleren‘ Flüssiggas – die Abhängigkeit vom Lieferanten erhöht. Die Realität hat jedoch gezeigt, dass das ‚flexible Gas‘ für den Dollar gestimmt hat und zu den Premium-Märkten gegangen ist und Europa mit seinen aktuellen Problemen allein gelassen hat“, sagte Elena Burmistrova, stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Gazprom und Generaldirektorin von Gazprom Export.

Und dieses „flexible Flüssiggas“, das hauptsächlich aus den USA stammt, wurde von den Gegnern von Nord Stream 2 vorangetrieben, die russisches Gas als Bedrohung für Europa bezeichneten. Die Realität ist eine andere.

„Russland war und ist ein zuverlässiger Gaslieferant für seine Abnehmer in der ganzen Welt: sowohl in Asien als auch in Europa. Russland ist seinen Verpflichtungen stets in vollem Umfang nachgekommen. Allen Verpflichtungen. Das möchte ich betonen. In der Geschichte gab es keinen einzigen Fall, in dem Gazprom sich geweigert hätte, die Lieferungen an seine Kunden zu erhöhen, wenn diese eine entsprechende Bestellung gemacht haben. Nicht einen einzigen“, betonte Wladimir Putin.

Russland ist auch jetzt bereit, durch eine Erhöhung des Angebots auf dem Markt zur Stabilisierung beizutragen.

„Wäre es möglich und sinnvoll, zusätzliches Volumen aus dem Börsenhandel von Gas auf die elektronische Börse in St. Petersburg zu verlegen?“, schlug der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Novak vor.

„Das könnte getan werden, aber natürlich könnte und sollte das nicht vor Ort in Europa, sondern an den Börsen in St. Petersburg getan werden. Wenn dadurch der Nachfrageschub gebremst wird, ist das möglich, aber natürlich nicht zu unserem Nachteil. Insgesamt ist der Börsenhandel mit Gas – davon haben wir sie immer zu überzeugen versucht – aber nicht sehr effizient, weil er viele Risiken birgt, denn das sind keine Uhren, Unterhosen und Krawatten, auch keine Autos, nicht einmal Öl, das irgendwo produziert und dann gelagert werden kann, auch in Tankern, um auf eine bestimmte Marktsituation zu warten. Gas wird nicht auf diese Weise gehandelt, es kann nicht so spontan gelagert werden“, sagte Putin.

Der Präsident gab der Regierung die Anweisung, einen möglichen Anstieg des Angebots zu berechnen, was die Märkte sofort beruhigte. Der Preis für den blauen Kraftstoff sank drastisch, und zwar auf einen Schlag um 700 Dollar. Klaus-Dieter Maubach, Geschäftsführer von Uniper aus Deutschland, bezeichnete Putins Entscheidung als „Impfung gegen hohe Preise“. Und auch auf dem Internationalen Gasforum in Petersburg wurde festgestellt, dass Europa trotz aller Entwicklung alternativer Energien nicht ohne russisches Gas auskommt.

„Im Moment hat Europa nicht genügend Energiequellen – weder erneuerbare Energien, noch genügend Gas. Die Ereignisse der letzten Monate haben uns vor Augen geführt, dass eine zuverlässige Energieversorgung heute Erdgas erfordert. Vor allem vor dem Hintergrund der erneuten Nachfrage nach Kohle, die es zu vermeiden gilt“, sagte Alfred Stern, Vorstandsvorsitzender des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV auf dem Gasforum.

Die Sache mit der Kohle ist paradox. Deutschland, der Vorreiter in Sachen grüner Technologie, merkt plötzlich, dass mehr als ein Viertel seiner Energie aus Kohle stammt, dem schädlichsten fossilen Brennstoff im Hinblick auf CO2-Emissionen. Dabei sollen Waren aus anderen EU-Ländern, die mit Kohleenergie hergestellt werden, mit einer zusätzlichen CO2-Steuer belegt werden.

„Das ist lustig. Deutschland gehört zu den Ländern, die den Kampf gegen CO2 anführen. Und was geschieht tatsächlich? Der Preis für Kohle in Deutschland ist zehnmal höher als in Russland, aber die Stromproduktion aus Kohle macht in Deutschland Ende dieses Jahres 27 Prozent des Energiemixes aus. In Russland sind es nur 13 Prozent. Darum ist es seltsam, für die CO2-Neutralität zu kämpfen und gleichzeitig einen solchen Preis für Kohle, aber einen Kohleanteil am Strommix zu haben, der doppelt so hoch ist, wie in Russland“, sagte Michail Kowaltschuk, Leiter des Kurtschatow-Instituts.

„Ja, Sie haben die richtige Frage gestellt. Wie kann man für CO2-Neutralität kämpfen, wenn die Energiebilanz in Europa, in diesem Fall der Bundesrepublik, in Bezug auf die Kohleverstromung doppelt so groß ist wie in Russland? Sie – ich meine die Europäer insgesamt – versuchen das auf Kosten anderer zu erreichen. In diesem Fall versuchen sie, das auf unsere Kosten, auf Kosten Russlands zu tun“, sagte Putin.

Wie üblich wird in der westlichen Presse viel über den russischen Gastransit durch die Ukraine spekuliert, der nach dem Prinzip „Take or Pay“ funktioniert. (Anm. d. Übers.: „Take or Pay“ bedeutet, dass Gazprom eine vereinbarte Mindestmenge Gas durch die Pipeline leiten muss und wenn es das nicht tut, trotzdem für den nicht genutzten Transit bezahlen muss.)

„Gazprom ist der Ansicht, dass es wirtschaftlich sinnvoller und profitabler wäre, sogar eine Strafe an die Ukraine zu zahlen, aber das Pumpvolumen durch die neuen Systeme zu erhöhen, gerade wegen der von mir genannten Umstände. Es ist mehr Druck in der Leitung, es wird weniger CO2 ausgestoßen, alles ist billiger. Um 3 Milliarden Dollar pro Jahr. Aber ich bitte Sie, das nicht zu tun. Wir müssen die vertraglichen Verpflichtungen für den Transit unseres Gases durch die ukrainische Pipeline in vollem Umfang einhalten. Erstens darf man niemanden in eine schwierige Lage bringen, auch nicht die Ukraine, trotz aller Aspekte der derzeitigen russisch-ukrainischen Beziehungen. Und zweitens gibt es keinen Grund, das Vertrauen in Gazprom als in jeder Hinsicht absolut zuverlässigen Partner zu untergraben“, sagte der russische Präsident.

Auch Rosneft produziert Gas zur Stabilisierung der Preise in Europa. Der Chef des Unternehmens, Igor Setschin, bot an, dem Unternehmen den Export von 10 Milliarden Kubikmetern Gas zu ermöglichen. Und beim Gasfeld Jamal denkt man bereits über die Erschließung der besonders schwierig zu erschließenden Felder nach, deren Reserven sich auf Billionen von Kubikmetern belaufen.

Russland ist der größte Gasexporteur der Welt. Das ist das Ergebnis einer konsequenten Arbeit über viele Jahre hinweg. Putin hat dem Brennstoff- und Energiesektor immer größte Aufmerksamkeit geschenkt. Seit Beginn des Jahrtausends wurden in Russland eine Reihe von Großprojekten realisiert – vom Kaspischen Meer bis zur Karasee. Es wurden mehrere riesige Felder entwickelt und in Betrieb genommen. Auf das größte, das Bovanenkovskoye-Feld auf Jamal, entfallen 50 Prozent der russischen Gasexporte.

In Jamal wurde auf Anweisung des Präsidenten auch die vollständige Erschließung des Charasawjskoje-Feldes in Angriff genommen. Und natürlich war der erste Gedanke die Entwicklung des Liefersystems und Putin hat im Januar 2017 feierlich gleich drei Pipelines von Gazprom und Transneft in Betrieb genommen.

„Es ist für jeden offensichtlich, dass der Bedarf an Energieträgern in unserem Land und in der Welt aufgrund des Wirtschaftswachstums nur wachsen wird, einschließlich des Bedarfs an fossilen Brennstoffen. Um für einen größeren Markt gerüstet zu sein, sollten wir rechtzeitig Investitionsentscheidungen treffen. Das haben wir bei diesen Projekten getan“, sagte der Präsident.

Unser Land verfügt über weltweit benötigte Reserven. Russland besitzt diese Reserven und, was nicht weniger wichtig ist, Russland kann sie kompetent managen.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

16 Antworten

  1. Bemerkenswert sind zwei Punkte:

    Erstens, dass Putin uns hilft in einer Situation, wo wir wirklich Probleme haben. Zu seinem eigenen Nachteil! Eer könnte eine Menge Geld verdienen, wenn er sein Erdgas für 2000 Dollar auf dem Weltmarkt verkauft statt es 200 Dollar an Europa zu liefern.

    Und das zweitens der Einbruch der Gaspreise kein Thema ist für unsere Medien.

    1. Ich denke, Putin hält sich einfach an bestehende Verträge. Langfristige Verträge werden zu langfristig vereinbarten Preisen bedient und Ad-hoc-Bestellungen zu Börsenpreisen. Putin weiß, dass der Höhenflug des Gaspreises nicht von langer Dauer sein wird. Und ich erinnere mich, gehört oder gelesen zu haben, dass Putin selbst gesagt hat, er habe kein Interesse an hohen Gaspreisen, und zwar nicht aus Mitmenschlichkeit, sondern weil diese zu einem beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren in den Gasabnehmerländern führen würden, was ihm dann dauerhaft seine Exportmöglichkeiten minderte. Ich meine, das kann man sich doch einfach mal anschauen:

      https://energy-charts.info/charts/price_spot_market/chart.htm?l=de&c=DE&interval=month

      Die Spitzenpreise lagen im letzten Monat bei 450 Euro/MWh. Das sind 45 ct/kWh! Kein Mensch (in Privathaushalten) muss in Deutschland so viel für eine kWh bezahlen, d.h., irgendjemand macht dort gewaltige Verluste. In Spitzenlagen kann Photovoltaik in Deutschland Strom für 4…5 ct/kWh liefern, d.h., da winken bei einem Betrieb ohne Vergütung nach EEG-Regerlungen 900 Prozent Gewinn. Allerdings nur, wenn das so bliebe. Damit das möglichst ein einmaliger Ausreißer bleibt, wird Russland darauf hinwirken, dass Europas Elektroenergie nicht so teuer bleibt, wie sie es im Augenblick ist.

      1. Also… das auch die Russen das Spielchen „Guter Bulle..Böser Polizist“ kennen und bestens beherrschen, daran sollte wohl niemand zweifeln. So ganz ohne Zutun der Russen entstand die Situation ja auch nicht. Doch das ist ja auch „Hose wie Jacke“. Putin musste, genau auch aus den hier aufgezeigten Gründen darauf hinarbeiten, dass die alte Situation langfristiger Verträge wieder eingeführt wird. Das ihm dabei die weitergehende Situation in Asien usw. half, ist ja gut so. Im Ergebnis wird herauskommen, dass der MÜHSAM von den Amerikanern aufgebaute Russenhass, sich weiter auflösen wird müssen. Russland nimmt von Monat zu Monat, jetzt gar von Woche zu Woche eine weit größere Rolle im Weltgeschehen ein als die Amis. ( Wer redet überhaupt noch über die selbsternannte führende Weltbeherrscher-Nation.

        Und nun… ? Derjenige, der noch vor ein par Wochen die „Grosse Fresse “ aufriss, sprach er von Russland, wird kleinlaut nun bei Putin antanzen müssen um für die EU halbwegs tragbare langfristige Verträge auszuhandeln. Man darf hier ja auch die zwar noch nicht vollendete Schlappe vor dem EuGH der EU nicht vergessen dass die gesamte Richtlinie über den Betrieb von Pipelines nicht auf die Nord2 anzwenden wird sein.

        Borrell schlägt vor, dass die EU mehr russisches Gas braucht
        https://tass.ru/ekonomika/12626847
        Der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik äußerte die Hoffnung, dass die EUROPÄISCHE Union „darüber nachdenken wird, dass es notwendig ist, das System der Strompreise zu ändern“.

        Im Ergebnis wird ein guter Preis für die Russen dabei rauskommen, der auch noch den Betrieb von Industrien mit hohem Bedarf von Energie erlaubt …und, wahrscheinlich werden sich die Europäer die Kohlenstoffsteuer sicher mal vorerst an die Backe heften müssen…

        Im übrigen wird der Spotmarkt im Westen zwar nicht geschlossen werden, so jedoch wird St. Petersburg eine Menge mehr zu tun haben, als bisher…

        Die Quatschkopf-EU wird ihren Mist teuer bezahlen, jedoch auch wieder nicht so teuer, dass sie es als Erfolg verkaufen können , wenn sie sich dann aus Moskau wieder wegschleichen…..

    2. „Eer könnte eine Menge Geld verdienen, wenn er sein Erdgas für 2000 Dollar auf dem Weltmarkt verkauft statt es 200 Dollar an Europa zu liefern.“

      Ganz großer Denkfehler!

      Putin, besser Gazprom, profitieren von den explodierenden Preisen absolut nicht.
      Die Preise werden hier in Europa durch Spekulationen an den Börsen bestimmt!
      Dabei kam den Spekulanten in diesem Jahr besonders die absolut geisteskranke (Energie-)Politik der EU zugute.
      Es würde mich absolut nicht wundern, wenn sich dabei sogar so mancher Politdarsteller hierzulande eine Goldene Nase verdient hat.

  2. Man muss sich mal Luft machen…

    Das Thema ist ja schon fast ausgelutscht. Denke, alle haben es mittlerweile verstanden, dass Ohne die Russen NICHTS mehr geht in Europa. Und das wird ja aufgrund der Flut an Geld, welche die EU & die Einzel-Nationalstaaten drucken und verteilen immer ersichtlicher. Konsum anleiern heißt Produktion hochschrauben, Produktion hochschrauben heißt enorm erhöhten Energiebedarf…..

    Die EU will Großmacht werden und bleibt in den Ami-Windeln stecken. Ich denke wirklich, dass es trotz solchen gleichgeschalteten Ami-Arschkriechenden Medien ihnen es nicht mehr wird gelingen, ganze Völker noch lange zu verarschen. Ich warte auf den Tag, dass irgendein Gast bei einer Talkshow, der mit solchen Typen wie dem Röttgen oder den „Tran(s)fuseln“ des grünen Heers von MöchtegerneGroß einfach aufsteht und einem von denen mal eine vor die Nuschel kloppt. So lange kann das gar nicht mehr dauern…

    Ich persönlich bedauere wirklich das Volk in der Ukraine ausserhalb der beiden Republiken, dass sie sich durch eine Doppel-Hosenträgeragentin in eine fast nicht mehr lösbare Situation hat bringen lassen. Sollten die Wetterprognosen tatsächlich so sich bewahrheiten, wird es ganz schlimm werden. Es werden im Frühjahr 22 große Bagger gebraucht werden um tiefe Löcher zu graben für all die auftauenden Leichen. Es wird sehr lange nicht mal Wasser mehr aus den Hähnen kommen, weil soviele Schweißer nicht vorhanden sind um all die geplatzten Rohre wieder zu reparieren. Dies wird passieren, auch wenn zumindest Putin Herz zeigt und sich nicht mitreißen lässt, den Maximalen Gewinn erzielen zu wollen, indem er bat/anordnet trotz all den Differenzen zumindest mal die vereinbarte Menge an Gas weiter ins ukrainische Pipelinesystem einleitet, was natürlich so die Druckverhältnisse im System aufrecht erhält. https://agsi.gie.eu/?fbclid=IwAR0HmQUtPoZkyH2ri7bwkJT1b3UvErVrlHJiMRnza6W7vEr1zBmiBSXEPxo#/historical/UA Der Vorrat reicht nicht nur theoretisch nicht, sondern bei WEITEM nicht. Ausserdem fehlen Massen an Kohle- speziell hochwertige Steinkohle – die nicht mal mehr geliefert werden könnten, auch wenn sie nun geordert wären.

    Ich sags ungern, aber man sollte für die Menschen in der Ukraine hoffen, dass sich die Militärs besinnen und ihre Panzer aus dem Donbass abziehen und nach Kiew fahren, dass ganze Polit-und Oligarchenpack einkassiert , bestenfalls einsperrt oder von mir aus, an die Laternen hängt…

    .

  3. „Deutschland, der Vorreiter in Sachen grüner Technologie, merkt plötzlich, dass mehr als ein Viertel seiner Energie aus Kohle stammt, dem schädlichsten fossilen Brennstoff im Hinblick auf CO2-Emissionen.“

    Na, ganz so plötzlich „merkt“ Deutschland das nicht. Kohle, also Steinkohle und Braunkohle, war schließlich über Jahrzehnte das Rückgrat Deutschlands für die Elektroenergieerzeugung und spielt auch aktuell eine dominierende Rolle. Daran ist hierzulande nichts überraschend, jedenfalls nicht für Energieexperten. Was allenfalls unerwartet gekommen sein könnte, ist die aktuelle Trendumkehr im Vergleich mit den Erneuerbaren, also die Tatsache, dass aktuell nicht mehr Windstrom den größten Beitrag leistet, sondern Braun- und importierte Steinkohle (https://strom-report.de/medien/strommix-2020-stromerzeugung-deutschland-1.jpg versus https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/news/2021/nettostromerzeugung-im-1-quartal-2021-anteil-der-erneuerbaren-energien-im-jahresvergleich-gesunken/jcr:content/fixedContent/pressArticleParsys/wideimage/imageComponent/image.img.4col.png/1630103768346/Kreisdiagramm-Nettostromerzeugung.png). Wer sich jedoch schon länger mit Windkraft beschäftigt, weiß, dass es windstarke und windschwache Jahre gibt. Was wir aktuell erleben, ist also kein Novum. Gewiss, es ist ein Argument für all jene, die behaupten, dass die Erneuerbaren nicht kontinuierlich liefern können. Das Gegenteil hat aber auch kein seriöser Experte jemals behauptet. Daher ist ja auch frühzeitig die Debatte um Speichertechnologien aufgekommen.

    Kohle ist gewiss ein sehr schädlicher fossiler Brennstoff. Das steht wohl außer Frage. Und quantitativ nimmt sie wohl sogar die „Spitzenposition“ der Schädlichkeit ein. Bezogen auf die erzeugte Kilowattstunde könnten jedoch Torf und Frackinggas noch davor rangieren, wobei Frackinggas nicht schädlicher ist als konventionell gefördertes Gas, aber die dabei kaum vermeidbaren Verluste durch unkontrollierte Lecks beim Fracking, also direkte Methanemissionen in die Atmosphäre, sind das Schädliche. Hinzu kommt der Transfer als LNG, aber das ist keine Spezialität des Frackings, sondern resultiert aus dem Fehlen passender Pipelines. Soweit ich weiß, verflüssigt auch Russland sein Erdgas für den Transport über den Pazifik. Da diese Verflüssigung viel Energie erfordert, ist natürlich die mit der Gewinnung dieser Energie verbundene Schädlichkeit dem Erdgas zuzurechnen. Aus diesem Grunde ist auch Kernenergie keine klimaneutrale Energie, weil all die Prozesse zur Gewinnung des Urans oder alternativer Kernbrennstoffe über den Betrieb des Kraftwerks bis hin zur Entsorgung und/oder Wiederaufbereitung mit vielen Transporten (die meist fossil betrieben werden) verbunden sind.

    „‚Deutschland gehört zu den Ländern, die den Kampf gegen CO2 anführen. Und was geschieht tatsächlich? Der Preis für Kohle in Deutschland ist zehnmal höher als in Russland, aber die Stromproduktion aus Kohle macht in Deutschland Ende dieses Jahres 27 Prozent des Energiemixes aus. In Russland sind es nur 13 Prozent. Darum ist es seltsam, für die CO2-Neutralität zu kämpfen und gleichzeitig einen solchen Preis für Kohle, aber einen Kohleanteil am Strommix zu haben, der doppelt so hoch ist, wie in Russland‘, sagte Michail Kowaltschuk, …“

    Ich verstehe nicht, was der Mann daran seltsam findet. Wenn der Kohleanteil in Deutschland besonders hoch ist und die Kohle als besonders schädlich gilt, dann ist es doch logisch, wenn man versucht, die Kohle zu verteuern, um sie als Brennstoff unattraktiv zu machen und so ihren Anteil zu senken.

    Das Einzige, was ich seltsam finde, ist die Behauptung, Deutschland wäre führend beim Kampf gegen CO2. Wir sind lediglich führend beim Gerede über einen solchen Kampf. Deutschland liegt auf einer der Spitzenpositionen innerhalb Europas, was die CO2-Pro-Kopf-Emissionen angeht. Wir sollten weniger reden und mehr tun.

    (Laut https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167877/umfrage/co-emissionen-nach-laendern-je-einwohner/ liegen weltweit nur zehn Länder vor Deutschland, darunter die zweifellos europäischen Niederlande und das europäisch-asiatische Russland.)

    1. „… Bezogen auf die erzeugte Kilowattstunde könnten jedoch Torf und Frackinggas noch davor rangieren, wobei Frackinggas nicht schädlicher ist als konventionell gefördertes Gas, aber die dabei kaum vermeidbaren Verluste durch unkontrollierte Lecks beim Fracking, also direkte Methanemissionen in die Atmosphäre, sind das Schädliche.“

      Haben Sie sich überhaupt einmal mit dem Fracking näher beschäftigt? Wissen Sie eigentlich wovon Sie reden?

      Die Technologie des Frackens ist bereits über 50 Jahre alt. Also nicht so neu, wie es medial immer wieder gern dargestellt wird.
      Des Weiteren kann man nur entsprechende Gesteinsschichten fracken oder aufbrechen mit den dafür erforderlichen physikalischen Eigenschaften. Diese wären hart und spröde. Sobald Schichten dabei sind, welche plastisch sind, wird es mit dem Aufbrechen nicht funktionieren bzw. dort wird die Rissbildung enden. Weiterhin werden solche Behandlungen in Tiefen durchgeführt, bei denen es physikalisch unmöglich ist, Risse zu erzeugen, welche bis zur Oberfläche bzw. bis in oberflächennahe Schichten reichen. Ebenso sind die Gasmengen entlang eines Risses nicht so hoch, das es bis zur Oberfläche reichen würde. Wenn es denn Leckverluste geben sollte, dann eher entlang der Bohrung. Nur dort sind die Technologien für die Abdichtung soweit ausgereift, das man das nahezu ausschließen kann. Denn derartige Leckagen rufen automatisch die verantwortlichen Behörden auf den Plan und der Bohrungsbetreiber hat ein entsprechend großes Problem. Darauf hat kein Bohrungsbetreiber „Lust“. Mal von der Effektivität der Förderung ganz abgesehen.

      Es sollte doch jetzt hinlänglich bekannt sein, das der berühmt berüchtigte Kurzfilm mit dem „brennenden“ Wasserhahn eine Lüge war. Denn das brennende Gas war Sumpfgas aus einem nahegelegenen Gebiet in dem sich der Brunnen befand. Das hat der „Filmemacher“ selbst zugegeben. Nur wurde das seinerzeit medial nicht „breitgetreten“.

      Also hören Sie auf solche derartigen Unwahrheiten über die Technologie des Frackens zu verbreiten!

      1. „Haben Sie sich überhaupt einmal mit dem Fracking näher beschäftigt? Wissen Sie eigentlich wovon Sie reden?“

        Ja.

        „Die Technologie des Frackens ist bereits über 50 Jahre alt.“

        Das ist mir bekannt.

        „Also hören Sie auf solche derartigen Unwahrheiten über die Technologie des Frackens zu verbreiten!“

        Sie wollen mir also die freie Rede verbieten? Scheren Sie sich zum Pfeffer!

        https://www.wissenschaft.de/erde-klima/fracking-setzt-mehr-methan-frei-als-gedacht/

        https://www.klimareporter.de/international/die-methan-zeitbombe

        https://www.energate-messenger.de/news/202501/wissenschaft-co2-und-methan-emissionen-von-lng-unterschaetzt

        Muss man natürlich alles nicht glauben. Aber wenn sogar der amerikafreundliche Spiegel so was schreibt…:

        https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/fracking-boom-sorgt-fuer-steigende-methan-emissionen-a-1281900.html

        bzw.

        https://bg.copernicus.org/articles/16/3033/2019/

  4. Russland denkt einfach Langfristig. Sie wissen das wir ihr Gas brauchen und den Stress machen die Europäer, sprich die Deutscheh selbst. Die Gasbörse nach Russland zu verlagern ist sehr schlau, da könnte man auch in Rubel verkaufen wenigstens Teilmengen. Doch die EU NATO Spieler haben es mit N2 übertrieben. Die Russen ziehen von diesem Gasfeld nun eine Leitung nach China, das heißt sie bestimmen in Zukunft auch die Mengen und somit den „freien“ Preis! https://youtu.be/zWOodNaz164

  5. Ja, was denn nu?? Welt ON heute:

    „Vor dieser Art von Erpressung haben Kritiker von Nord Stream 2 immer gewarnt.
    Moskau macht immer mehr deutlich, dass es Europas Gasprobleme lösen könnte – wenn Brüssel seine Außenpolitik gegenüber Russland neu ausrichtet. Grüne und FDP sollten Scholz in den Koalitionsverhandlungen dazu drängen, sich von der Anbiederungspolitik gegenüber Moskau zu befreien….“

    Und „…Die Grünen, aber auch viele in der FDP haben jedenfalls einen weitaus klareren Blick [sic!] auf die neoimperialistische Politik Wladimir Putins als die Sozialdemokraten. Grüne und FDP sollten Olaf Scholz in den Koalitionsverhandlungen dazu drängen, sich von der Anbiederungspolitik gegenüber Moskau zu befreien und damit auch vom Einfluss des letzten sozialdemokratischen Kanzlers Gerhard Schröder, dessen pro-Putinsche Lobbypolitik nicht nur peinlich für die SPD ist, sondern für ganz Deutschland.“

    Gibt es da jetzt „nur“ das Problem der fehlenden Bestellungen oder gibt es da doch die „politische Note“?

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