Pressefreiheit in Deutschland

Wer will einen „Gesinnungstest“ für Journalisten?

Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen fordert einen "Gesinnungstest" für Journalisten und des Geschrei in Politik und Medien ist groß. Dabei gibt es den "Gesinnungstest" schon und ein gewisser Herr Lauterbach geht sogar noch einen Schritt weiter.

In einem Interview hat der ehemalige Verfassungsschutzpräsident und CDU-Bundestagskandidat Hans-Georg Maaßen gefordert, die Mitarbeiter der tagesschau einem „Gesinnungstest“ zu unterziehen. Außerdem erklärte Maaßen, dass es Verbindungen zwischen Mitarbeitern der tagesschau und der linken und linksextremen Szene gebe. Die Reaktion darauf war und ist deutlich. Politik und Medien schäumen vor Wut, es gibt Rücktrittsforderungen, Forderungen nach einem Parteiausschluss und was nicht noch alles.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es geht mir hier nicht darum, Herrn Maaßen zu verteidigen. In meinen Augen gehört der Mann vor Gericht. Aber nicht wegen seiner Meinungen oder Aussagen, sondern wegen seiner Tätigkeit als Verfassungsschutzpräsident. Warum ich dieser Meinung bin, können Sie hier nachlesen.

„Gesinnungstest“ für Journalisten?

Einen „Gesinnungstest“ für Journalisten kann man natürlich nur ablehnen, wenn man es mit Presse- und Meinungsfreiheit ernst meint. Daher ist die Kritik – vor allem der Mainstream-Medien – an Maaßens Forderung natürlich berechtigt. Zumindest in der Theorie.

In der Praxis gibt es in Deutschland längst den „Gesinnungstest“ für Journalisten. So müssen Journalisten, die bei Springer angestellt sind, sich verpflichten, die transatlantische Westanbindung – namentlich die Nato – gut zu finden und enstrechend zu schreiben. Was bei Springer offiziell ist, ist bei den restlichen Mainstream-Medien ein ungeschriebenes Gesetz: Es gibt „Gesinnungen“, die in den Redaktionen der deutschen „Qualitätsmedien“ keinen Platz haben.

Wer sich gegen die Globalisierung ausspricht, gegen die Nato, gegen die EU in ihrer existierenden Form oder auch gegen die Corona-Politik der Regierung ist, der hat keine Chance, auch nur einen Gastartikel in den Medien zu platzieren, von einer Festanstellung in der Redaktion gar nicht zu reden. Es gibt Themen in Deutschland, bei denen abweichende Meinungen in den Medien keinen Platz haben und wer (sogar als freier Journalist) doch mal eine abweichende Meinung vertritt, der bekommt von den Mainstream-Medien nie wieder einen Auftrag, geschweige denn eine Festanstellung. Beispiele für Journalisten in Deutschland, die aus diesem Grunde kalt gestellt wurden, gibt es reichlich.

Aber was ist das anderes, als ein „Gesinnungstest“, wenn auch kein offizieller, so doch ein ungeschriebener, aber trotzdem geltender?

Pressefreiheit à la Lauterbach

Ein Politiker, den die deutschen Medien derzeit fast täglich feiern, ist der SPD-Corona-Radikale Karl Lauterbach. Der Mann darf sich jeden Unsinn erlauben, er gilt trotzdem als Autorität, weil niemand die Corona-Politik der Bundesregierung so radikal vertritt, wie dieser sympathische Vertreter der politischen deutschen Kaste.

Was Lauterbach von Meinungs- und Pressefreiheit hält, durften wir gerade auf Twitter erleben. Boris Reitschuster (bekanntermaßen ein Journalist, mit dem ich in vielem vollkommen unterschiedlicher Meinung bin) hat einen Gastartikel über eine Studie veröffentlicht, die zu dem Ergebnis gekommen ist, dass Kinder an den Spike-Proteinen von Geimpften sterben können. Die Studie war nicht peer-reviewd (wie bei Reitschuster völlig korrekt vermeldet wurde), aber es gab sie nun einmal und es ist doch die Aufgabe von Journalisten, über so etwas zu berichten.

Reitschuster hat auch von seinem Recht Gebrauch gemacht, darüber einen Tweet zu schreiben. Der Text des inzwischen von Twitter gelöschten, aber auf der Wayback-Machine noch zu findenden, Tweets lautete:

„„Kinder können an Spike-Protein von Geimpften sterben“.
Die Covid-19-Impfung kann sich nicht nur nachteilig auf die Geimpften selbst auswirken, sondern auch auf Nicht-Geimpfte. Zu den Betroffenen zählen auch Kinder, wie eine brisante Studie zeigt.“

So viel Presse- und Meinungsfreiheit war Karl Lauterbach, dem selbsternannten Corona-Wächter Deutschlands, ein Dorn im Auge. Er twitterte als Antwort auf Reitschusters Tweet:

„Wer so einen Schwachsinn verbreitet sollte sich nicht Journalist nennen dürfen.“

Meinungsfreiheit ist, wenn man Lauterbachs Meinung ist

Lauterbach hofft in der neuen Regierung auf das Amt des Gesundheitsministers, sollte die ehemalige Volkspartei SPD es noch einmal in die Regierung schaffen. Da kann einem – wenn man es mit Presse- und Meinungsfreiheit ernst meint – nur Angst und Bange werden. Wie kann jemand, der sich so offen gegen die Meinungsfreiheit wendet, in Deutschland auf ein Ministeramt auch nur hoffen?

Für Lauterbach ist Meinungsfreiheit nur dann gegeben, wenn alle seiner Meinung sind. Wer eine andere Meinung hat (oder auch nur einen Artikel über eine Studie veröffentlicht, die Lauterbach nicht gefällt), der ist in den Augen dieses Super-Demokraten nicht berechtigt, sich als Journalist zu bezeichnen.

Lieber Herr Lauterbach: Nennen Sie die Dinge doch einfach beim Namen und fordern Sie einen Gesinnungstest für Journalisten, damit solchen „Pseudo-Journalisten“, die die Frechheit besitzen, eine von der Ihren abweichende Meinung zu vertreten, endlich das Maul gestopft wird!

Das wäre dann Demokratie nach dem Verständnis des Herrn Lauterbach.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

11 Antworten

  1. Karlchen Überall, der Klabauterbach, will also Gesundheitsminister werden? Na, da müsste er wohl nicht nur erst noch einmal und schon wieder die Partei wechseln – die CDU hat er ja schon mal verlassen, nachdem die Adenauer-Stiftung ihm per Stipendium ein zweites Studium in Harvard bezahlt hat (dürfte so schlappe 40-60.000 $/Semester ausgemacht haben … auf Steuerzahlers Kosten natürlich!) –, sondern vermutlich sogar das Geschlecht. 😉 Wobei ich nicht glaube, dass er da sonderliche Skrupel hätte: Hauptsache, ein warmes Ministerpöstchen mit Fahrer und „Bedeutung“, von dem aus er nicht nur Big Pharma „helfen“ kann (wie sein aktueller Amtsvorgänger), sondern auch noch den Krankenhauskonzernen (er saß ja lange im Vorstand von einem) und den privaten Krankenkassen, und dazu weiterhin wöchentliche TV-Auftritte für die eigene Publicity-Geilheit. Dabei ist der Mann fachlich sowas von unqualifiziert (man schaue sich auf Wikipedia seinen wissenschaftlichen Lebenslauf an!), dass ihn eigentlich jeder einfach schallend auslachen müsste, wenn er sich wieder aus der Deckung traut … Er hat seinen Dr. med. für ein Meßgerät bekommen, seine Approbation ein gutes Jahrzehnt nach dem Studium bekommen (wofür? sicherlich nicht für aktive Arbeit als Arzt…), und dann seinen zweiten Abschluss in Harvard für „Gesundheitsökonomie“, also dafür, dass er gelernt hat, wie man möglichst viel Geld der Patienten und Steuerzahler möglichst effizient in die Kassen von „Gesundheits“-Konzernen und deren Aktionären umleitet. Na Klasse!

    1. Lauterbach ist es egal, in welcher Partei er ist – Hauptsache sie ist für die totalitärste denkbare Diktatur (unschuldige Einsperren usw).
      Er würde sich sowohl in der NSDAP als auch in der SED wohlfühlen. Wahrscheinlich wartet er im Moment nur ab, ob er in die CDU oder zu den Grün*innen wechseln soll.

  2. Was bin ich froh – daß ich es noch aus Deutschland rausgeschafft habe… – das dumme Gesülze und die neue „covid“-Diktatur sind inzwischen unerträglich geworden… – wie ich schon lange sage – und auch weiterhin werde…: Wenn ihr eure Rechte wiederhaben wollt – müßt ihr eine waschechte Revolution machen… – anders wird das nun nix mehr… 😉

  3. „Für Lauterbach ist Meinungsfreiheit nur dann gegeben, wenn alle seiner Meinung sind. Wer eine andere Meinung hat (oder auch nur einen Artikel über eine Studie veröffentlicht, die Lauterbach nicht gefällt), der ist in den Augen dieses Super-Demokraten nicht berechtigt, sich als Journalist zu bezeichnen.“

    Leider trifft das nicht nur für „Karl-the-worst-case-Lauterbach“ zu, sondern für einen Großteil der Deutschen Polit-Elite, quer durch alle Parteien. Zugegeben, für das Karlchen ist die Welt schon untergegangen, nur hat er es noch nicht bemerkt.

    Bezeichnend finde ich immer wieder, wie sich die üblichen Verdächtigen blamieren und ihr wahres „Demokratieverständnis“ offenbaren, ohne dass es irgendjemandem auffällt, oder jemand sich geschweige denn darüber äußert.
    Gut, 90% der Deutschen sind zu dämlich, durch die Dauerberieselung abgestumpft, haben sie sich Zenon zugewandt, allerdings einigen kritischen Zeitgenossen der Presse sollte es doch auffallen!?
    Ach so, ich vergaß ganz, dass es eine kritische Presse nicht mehr gibt, nur noch Speichelleckende, Arschkriechende Krücken, die nicht mehr in den Spiegel schauen können. (Damit meinte ich jetzt dieses Selbstreflektierende Teil, nicht das Schundblatt)

    Warum das so ist, hat Wolf Reiser ganz toll erklärt, in seinem bei Telepolis erschienen Artikel “ two riders were approaching“…

  4. Herr Dr. med. Lauterbach ist doch nur der Honorar Experte als Ersatz für die RKI Leute und als Alibi um dem ganzen einen demokratischen Anstrich zu geben. Er ist ja immerhin ein Mitglied im Bundestag.

    Seit Dr. med. Lauterbach sinnbildlich zu einem reißenden Strom fachfremder Äußerungen geworden ist wird Jeder von der Brachialgewalt niedergewalzt.

    Muss ja nicht stimmen was ich sage Hauptsache alle machen was ich sage scheint sein Lebensmotto zu sein.

    Bei dem Getöse und trommeln um die Impfung verwundert es schon etwas das diese Impfung keine Pflichtveranstaltung a la Masern ist. Man scheut sich diese “ überlebenswichtige“ Impfung in die Pflicht zu überführen, warum?
    Augenscheinlich werden wir ja alle früher oder später von Corona dahingerafft wenn nicht schon H/K Krankheit, Diabetes, Herzinfarkt oder die natürliche Lebensuhr schneller waren.

    Reitschuster ist Journalist mit doch einigen Berufsjahren bei den Qualitätsmedien gewesen. Er hat etwas auf Twitter abgesetzt was jetzt als gelöscht gilt.
    Die Frage ist, warum wurde es gelöscht?
    War es seine Meinung oder hat er eine Meinung wiedergegeben?
    Hat er unsauber zitiert und musste man deshalb zurückziehen oder ist die Löschung die Folge erweiterter journalistischer Arbeit in deren Folge die Löschung gefolgte.
    Gibt die Studie, die im Text genannt wurde, diese Aussage überhaupt her?

    Nach Meinung Lauterbachs wohl nicht.
    Was war es doch gleich noch einmal bei Reitschuster? Meinung; Studien Fazit; eigene Studien Bewertung?

    Hier fehlt der Kontext um es beurteilen zu können. Diesbezüglich erinnere an die Löschung eines Artikels hier und der nachgereichten Erklärung.
    Vergleichbar dahingehend das ein Gelegenheitsleser hier nur mitbekommt „der wurde gelöscht“ und der Leser dann etwas herum trötet ohne die Begründung zu lesen.

    „Kinder können an Spike-Protein von Geimpften sterben“.

    Ist diese Erkenntnis das Ergebnis der Studie oder die zusammengefasste Meinung von Herrn Reitschuster?

    Die Covid-19-Impfung kann sich nicht nur nachteilig auf die Geimpften selbst auswirken, sondern auch auf Nicht-Geimpfte.

    Meinung oder Studien Ergebnis?

    Zu den Betroffenen zählen auch Kinder, wie eine brisante Studie zeigt.“

    Das ist die Krux. Ohne Kontext keine Einordnung.

    Also was passiert jetzt?
    Klicke ich jetzt rüber zu Reitschuster um zu erfahren um welche Studie es geht, wie das Protokoll aussah und was genau durch die Studie untersucht wurde? usw.
    Das müsste ich wissen ehe ich mich als Leser auf die eine oder andere Seite stellen kann.

    Hätte der erfahrene Journalist Reitschuster seinen Beitrag mit
    “ Nach Meinung von xy“ begonnen und dann den Rest wäre das Ergebnis sauber für Reitschuster gewesen.
    Er hätte
    1. über die Studie informiert
    2. das Fazit der Studie mitgeteilt wie es yx zusammengefasst hat
    3. klar Meinung von Information getrennt.

    Damit hätte sich Reitschuster für Lauterbach nicht so leicht angreifbar gemacht. Dann hätte man Lauterbach fragen können warum diese Studienergebnisse nicht verbreitet werden sollten. Falls er sich überhaupt bei sauberer Arbeit des Journalisten Reitschuster gemeldet hätte.

  5. Zum Thema Gesinnungstest fällt einem noch der Zwischenfall beim G20-Gipfel in Hamburg ein, als Bundespresseamt und BKA in schöner Zusammenarbeit Journalisten aussperrten, über die es Informationen etwa zur Teilnahme an Demonstrationen, etwa gegen Kernenergie, gab.

    Gerichte haben später festgestellt, dass sowohl die Datenspeicherung durch die Polizei als auch das Berufsverbot für die Journalisten illegal waren.

      1. Leider doch. Meine Tante betet ihn förmlich an, sieht in ihm die einzige Person, die die Welt vor dem gefährlichen Killervirus (auch bekannt als „Erkältung“ oder Covid-1984) retten kann.
        Die Lügenmedien haben zu viel Einfluss.

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