Ganz anders als in Deutschland

Wie das russische Fernsehen über Joe Bidens erste Pressekonferenz berichtet

In der Nacht zum Freitag hat Joe Biden nach über zwei Monaten im Amt seine erste Pressekonferenz gegeben. Die Medienberichte im Westen und außerhalb des Westens könnten unterschiedlicher kaum sein.

Bidens erste Pressekonferenz hat in deutschen Medien kaum eine Rolle gespielt, wenn man bedenkt, dass es über zwei Monate gedauert hat, bevor er sich das erste Mal der Presse gestellt hat. So lange hat noch kein US-Präsident nach seiner Wahl die Öffentlichkeit gemieden. Biden jedoch hat sich zwei Monate lang nur im Kreis seiner politischen Freunde und Unterstützer gezeigt, spontane Fragen der Presse oder andere spontane Begegnungen vor laufenden Kameras hat das Weiße Haus vermieden.

Die Demenz von Joe Biden wird von den „Qualitätsmedien“ nicht thematisiert und sie haben nie darauf hingewiesen, wie unüblich es ist, dass ein US-Präsident nach seiner Amtseinführung die Presse meidet wie der Teufel das Weihwasser. Auch die immer häufiger werdenden Aussetzer von Biden, die trotz der rigorosen Abschirmung des US-Präsidenten nicht verheimlicht werden können, sind kein Thema in den westlichen Medien.

Nun ist Joe Biden das erste Mal vor die Presse getreten, aber es war eine inszenierte Veranstaltung. Zugelassen waren 25 handverlesene Journalisten, von denen aber nur die Biden-freundlichen Fragen stellen durften. Einige Kritiker, wie Fox-News, durften zwar im Raum sitzen, Fragen stellen durften sie jedoch nicht. Biden hatte zur Sicherheit Spickzettel dabei und sogar die deutlich markierten Fotos der Journalisten, denen er das Wort erteilen durfte, waren auf einem seiner Spickzettel zu sehen.

Von all dem haben die „Qualitätsmedien“ in Deutschland nicht berichtet. Daher ist der Bericht aus den russischen Abendnachrichten von heute umso interessanter, denn im russischen Fernsehen wurde all das in Wort und Bild gezeigt. Ich habe den Beitrag des russischen Fernsehens übersetzt und empfehle jedem, sich den Beitrag zusammen mit meiner Übersetzung anzuschauen, um sich davon zu überzeugen, dass das alles wirklich so passiert ist. Ohne die Bilder müsste man es für eine bösartige Fantasie halten, aber leider ist der Geisteszustand des US-Präsidenten bittere Realität.

Beginn der Übersetzung:

Trump wäre damit nicht durchgekommen: Bidens fassungslos machendes Verhalten bei der erster Pressekonferenz

Er hat sich länger auf dieses Ereignis vorbereitet als jeder andere Präsident in der jüngeren US-Geschichte, aber es hat nicht geholfen. Bei seiner ersten Pressekonferenz hat Joe Biden bei der Beantwortung von Fragen Zahlen verwechselt, gestammelt und nur eine Frage beantwortet, ohne in seine Papiere zu schauen. Der älteste US-Präsident will seinen eigenen Rekord brechen und für eine zweite Amtszeit kandidieren, wenn er 82 Jahre alt wird.

Darüber, wie Joe Biden mit den anderen Fragen der Journalisten klar gekommen ist, berichtet Alexander Chrestschenko aus Washington.

Die erste Pressekonferenz im Amt ist auch für einen erfahrenen Politiker wie eine Prüfung. Biden brachte, wie sich herausstellte, Spickzettel mit. Er hatte die wichtigsten Thesen und Statistiken in Schriftgröße 14 ausgedruckt dabei. Aber auch Spicken muss man können, der US-Präsident brachte die Zahlen trotzdem durcheinander.

„Wir sind jetzt auf Platz 85 der Welt bei der Entwicklung der Infrastruktur. Ich habe meine Assistenten gebeten, es für mich aufzuschreiben, das haben sie getan. Wir sind jetzt… bei der Infrastruktur… Wir liegen weltweit auf Platz 13 der Infrastrukturentwicklung.“ (Anm. d. Übers.: Im Beitrag ist zu sehen, wie Biden die Antwort unbeholfen in seinen vielen Zetteln sucht. Auch die elementarsten Informationen hatte Biden als Spickzettel dabei, wie die Kameras eingefangen haben)

Psakis Handschrift war bei allem zu spüren. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses erschien, als sie noch Sprecherin des Außenministeriums war, nie ohne einen dicken Ordner vor der Presse. Aber Biden ging es noch weiter. Die Fragen wurden im Vorfeld eingesammelt und der Präsident hatte zur Orientierung Fotos mit Namen der 25 Journalisten, die vom Pressedienst ausgewählt worden waren, dabei. Einige ihrer Fotos waren mit Zahlen in einem Kreis markiert – anscheinend waren das die Journalisten, die Fragen stellen sollten. Es entstand der ernsthafte Verdacht, dass fast die gesamte Pressekonferenz inszeniert war. (Anm. d. Übers.: Man kann in dem Beitrag den Spickzettel deutlich sehen, siehe Screenshot)

„Entschuldigen Sie… Verzeihung… Misses Kim, bitte schön.“ Mit solchen Worten bat Biden in seinen Papieren wühlend die Journalisten, ihre Frage zu stellen.

„Wir haben gesehen, dass der Präsident die Fragen von zehn Personen beantwortet hat. Aber Fox News war nicht darunter.“, sagte der Moderator von Fox.

„Ja, das ist richtig. Ich sagte Ihnen, ich habe ein ganzes Notizbuch mit Fragen vorbereitet. Das war kein Scherz. Wir hatten viele Fragen. Und die meisten von ihnen wurden nicht gestellt.“, antwortete der Fox-Reporter, der bei der Pressekonferenz dabei war.

Dabei war bei einigen Themen eine Antwort des Präsidenten nötig. Zum Beispiel bei der Verschlechterung der Beziehungen der USA zu Russland und China. Am Ende erwähnte Biden bei einer Frage zu Peking auch Putin – zum ersten Mal seit seiner beispiellosen Beleidigung. Der amerikanische Staatschef schien keine Wiederholung des Skandals zu wollen, damit man ihm zur Antwort nicht wieder Gesundheit wünschen würde.

„Xi Jinping hat nicht einen demokratischen Knochen im Leib, aber er ist ein geradliniger und sehr kluger Kerl. Er ist einer jener Typen, die wie Putin denken, dass Autokratie die Zukunft ist und dass Demokratie unfähig ist, in einer immer komplizierter werdenden Welt zu funktionieren“, sagte US-Präsident Joe Biden.

Während der kurzen, etwas mehr als einstündigen, Pressekonferenz konnte Biden manchmal nicht hören, was er gefragt wurde und verlor den Gesprächsfaden. „Der beste Weg, etwas zu erreichen, ist es… ähm, egal… wenn Du es liebst, wenn man in der Lage ist… in jedem Fall wollen wir viel tun.“, stammelte Biden. (Anm. d. Übers.: Das kann man in dem russischen Beitrag teilweise sogar ohne Russischkenntnisse verstehen, weil Biden so stammelt, dass man das Englisch in den Pausen der Übersetzung gut hören kann. Außerdem wird in dem Beitrag dazu gezeigt, wie Biden das Rednerpult verlässt und näher an die Journalisten herangeht, um ihre Fragen zu verstehen)

Das hätte man Trump nicht durchgehen lassen. Nach Meinung des ehemaligen Präsidenten war die Presse im Weißen Haus nicht wiederzuerkennen. „Das wie Softball, die haben Softball mit ihm gespielt und wenn jemand mal eine harte Frage stellen wollte, sah es aus, als wollten sie ihm das Mikrofon aus der Hand reißen. Das war traurig und lustig zugleich anzuschauen“, kommentierte Trump die Situation.

Trump hat Biden für die Migrationskrise kritisiert, die seit dessen Amtsantritt im Weißen Haus an der südliche Grenze ausgebrochen ist. Der demokratische Präsident ist natürlich gegen die Mauer in Texas, aber Mauern in Washington sind etwas ganz anderes.

Während Bidens Pressekonferenz blockierten Beamte der Washingtoner Polizei und des Geheimdienstes alle Zufahrten zum Weißen Haus schon in einigen Blocks Entfernung. Es ist nicht klar, warum das geschah, da die Residenz immer noch von einem doppelten Zaun umgeben ist.

Ob Biden bereit sei, 2024 erneut gegen Trump für eine zweite Amtszeit zu kämpfen, fragten Reporter.

„Sie haben den Kampf um Ihre Wiederwahl noch nicht begonnen, obwohl Ihr Vorgänger das bereits getan hat.“

„Mein Vorgänger… Er muss das tun. Oh, ich vermisse ihn. Aber meine Antwort ist ja, ich habe vor, wiedergewählt zu werden.“

Das scheint jemandem ganz und gar nicht zu gefallen, ironisiert es der pro-republikanische Sender Fox News.

„Als Joe Biden sagte, dass er für eine zweite Amtszeit kandidieren würde, waren wir zwar nicht im Publikum, aber die Anwesenden berichteten, dass sie eindeutig jemanden hinter dem Vorhang stöhnen hören konnten. Quellen sagen, dass das Stöhnen der Stimme von Vizepräsidentin Kamala Harris sehr ähnlich war. Wir können das nicht bestätigen“, hieß es bei Fox News.

Das TV-Publikum muss wirklich aufgestöhnt haben, 2024 wird Biden 82 Jahre alt sein. Am Ende einer möglichen zweiten Amtszeit wäre er 86 Jahre. Es gibt jedoch eine vernünftige Erklärung für Bidens Antwort: Er will nicht von Beginn der Präsidentschaft an wie eine „lame duck“ aussehen.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

6 Antworten

  1. ist völlig egal, was der sagt oder tut. Die Strippenzieher dieser Marionette warten doch nur auf den Tag, wo sie ihn endlich, ohne Gesichtsverlust für die Regierung im Allgemeinen, abschieben können und die bestens ausgesuchte Nachfolger(in) ins Amt rutscht.

  2. Ich lache mich dusselig. – Willkommen in der Twilight zone. Die Grenzen zwischen Zirkus, rauem, plumpem Comedy, Kabarett, Peinlichkeit, Verarschung, Realität und Selbstbespiegelung (Putin) sind fließend. Kognitive Dissonanz, Markenzeichen der Theater-Figur „Biden“, der in seiner Senilität die „Wahrheit“ sagen kann – „Wir haben die größte, umfassendste Wahlbetrugsmaschine der US Geschichte aufgebaut“ — aber gleichzeitig ist es ein „Angriff auf unsere Demokratie“ zu sagen, „Tja, dann schauen wir nach“. Da sind wir ja schon in der Twilight Zone, die Unterhaltung wird fortgesetzt, die Medien-Kommentatoren schauen auf die Bühne, schauen sich selbst im Zuschauerraum an, und kommentieren sich selbst, womit sie unweigerlich Teil der Unterhaltung werden. Auch die braven Journalisten, die Fragen stellen dürften, werden verarscht, doch sie merken nichts. Das sollen sie auch nicht weil gerade über sie gelacht werden soll, sollte es Leute geben die noch ein Gram Gehirn haben.

    „Bidens erste Pressekonferenz hat in deutschen Medien kaum eine Rolle gespielt…“ – Ja, genau! Das ist nun eine Wirkung der Pressekonferenz die wir festhalten sollen. Über Wirkungen kann man ja immer Fragen stellen: war die Wirkung zufällig oder gewollt? Die Aufführung, der „Performance“ (Neudeutsch) war so perfekt, dass die übliche Masche nicht funktionierte: zusammen zu fassen in hoch-philosophischen Phrasen was dieser neue, erfrischende Wind in D.C. alles will und wird, versehen mit kleinen Video-Clips… Ach, du Sch****! Geht nicht! Alles ist einfach zu blöd! Was für ein Mist aber auch,… ignorieren als Zensur geht leichter als löschen. Jawohl! Die DE-Medien haben den „Präsidenten der USA“ zensiert! Na, hoppla!! – Wenn das nicht eine Schlagzeile wert ist, ….

    Kasperletheater, will einer sagen? Das ist zumindest eine gesunde, spontane Reaktion, doch die Spontanität geht noch nicht in die Tiefe. Die DE-Medien dürften nicht das Kasperletheater zeigen. Hätten sie es gezeigt, wäre es offensichtlich, dass die Theater-Figur „Biden“ das Kasperletheater der US-EU-Berlin Beziehungen symbolisiert, und das würde zur Explosion des Mythos der „westlichen Wertegemeinschaft“ führen. Wo man im EU-Berlin sonst nichts zustande bringt, vergeudet man Geld und Energie für die Aufrechterhaltung des Mythos. Kognitive Dissonanz: Die DE-medien demontieren den vor kurzem hoch gefeierten „Biden“-Mythos, nicht durch Demontage-Kommentare sondern nur durch das Weglassen. Das ist ein Schlamassel und sie kommen davon nicht mehr weg weil das Theater nur verrückter wird.

    Was die „Realität“ des Theaters angeht, ist es schwierig in schriftlicher, beschreibenden Form den Event zu erfassen, und in Englisch, Russisch, Deutsch, als ob es auf die übersetzbaren Inhalte alleine ankäme. Aus mehreren Stellen möchte ich nur die eine Stelle herausgreifen, die auch hier angeführt wird, nämlich wo die Reporterin fragt, ob „Biden“ 2024 nochmals kandidieren wird, mit der Bemerkung, dass der Vorgänger schon ein Wahlkampf-Team in seiner ersten Amtszeit aufgestellte hatte. „Bidens“ Antwort war „spontan,“ man muss die Video-Clips aber selber anschauen um die Spontaneität für sich selbst zu bestätigen. „Bidens“ Worte kann man schon übersetzen, aber nicht was er wirklich tat:

    [lächelnd] “My prednisettor need do. Oh God, I miss him”.

    Das ist nun eine “wörtliche”, besser gesagt eine klanggetreue Übertragung von den Worten die die Figur sprach. Ungeschminkt, keine „Interpretation“ dessen was man ihm als Absicht unterstellt. Die Worte wurden nicht gemurmelt, die Konsonanten wurden scharf aber authentisch getroffen… wie ein Schauspieler. Aber wie gesagt, was ich schreibe und beschreibe, ersetzt nicht das Hören selbst. Experiment: jeder der der englischen Sprache mächtig ist, kann versuchen, ohne zu murmeln, ohne zu stottern, „prednisettor“ anstatt „predecessor“ (Trump, Vorgänger) auszusprechen, und das fließend eingebettet in die zwei kurzen Sätze. Für mich wäre es schwierig, ohne Übung unmöglich, und ich arbeitete früher als Stimm-Trainer für eine Shakespeare Laien-Truppe.

    Das ist auch nur eine Stelle: die Frage stellt sich, ob eine senile, ahhh … geistig angeschlagene Person in der Lage ist oder sein kann, Zungenbrecher auszusprechen, doch haarscharf unterhalb der Frequenzschwelle wo es nur lächerlich und nicht mehr „authentisch“ senil wirken würde? – Im Theater kommt es auf die Wirkung an.

    Fällt sonst etwas in diesen zwei kurzen Sätzen auf? – Jetzt nur die Übersetzung: „Ach, Gott, ich vermisse ihn“ (Trump). Wer wegschaut oder weghört, hat sich schon dafür entschieden, dass die „Biden“-Figur dement ist, weil normalerweise keiner diesen Satz „ernst“ nehmen kann. Wenn einer den Satz irgendwie zurecht bügeln möchte, dann ist er „ironisch“ – Ironie in dem Sinne, dass er das Gegenteil dessen sagt was er wirklich meint, oder das Gegenteil meinen muss weil er das Gesagte nicht meinen kann (müsste man meinen)–doch wenn die „Biden“-Figur „ironisch“ spricht, macht er ein Schattenspiel: was versteckt sich hinter der Ironie? Was meint er denn wirklich? Und wenn er nichts meint, warum hat er den Satz überhaupt gesprochen? Das kann keiner entscheiden, weil… ja, warum nicht? Weil keiner die Gedanken eines Demenzkranken lesen kann? Jeder Versuch führt zu nichts. – Ist nicht die US „Diplomatie“ heutzutage „ironisch“?

    Aber außerhalb des Schattenspiels und vermeintlicher Ironie, gibt es einen merkwürdigen Zufall: Trump fing seine Rede vor der CPAC Konferenz in Florida an mit den Worten, „Do you miss me yet?“ Vermisst ihr mich schon? Alleine von der Wirkung her müsste einer den Eindruck haben als ob die „Biden“-Figur wie die Puppe von einem Bauchredner spricht. – Das wäre aber wirklich verrückt, oder? Kann man etwas in der Twilight Zone unbedenklich ausschließen?

    1. *** sollte es Leute geben die noch ein Gram Gehirn haben ***
      Was sagte Albert Einstein : für 80 % der „menschen“, ist ein Gehirn pure Verschwendung, für sie reicht das Rückenmark völlig aus.

  3. Na ja, wenn die dortige „Elite“ nichts besseres mehr, als dieses verfallende Elend für die Rolle des Presidenten finden konnte, dann besteht ja durchaus Hoffnung, daß die Welt die ami-Pest bald los sein wird. Über 100 Jahre Terror sind mehr als genug.

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