Leserfrage

Wie ist das mit dem Auswandern nach Russland?

Ich bekomme mittlerweile täglich mehrere Emails mit der Bitte, persönliche Beratungen für Auswandern nach Russland durchzuführen. Ich will hier kurz darauf eingehen.

Da ich immer mehr Mails mit Fragen zum Thema Auswandern nach Russland bekomme, werde ich hier Grundsätzliches dazu sagen. Aber leider werde ich große Erwartungen enttäuschen müssen.

Erstens: Wer eine Aufenthaltsgenehmigung in Russland beantragt, muss auch Grundkenntnisse der russischen Sprache nachweisen, dazu muss man einen Test ablegen. Daraus folgt: Man muss zuerst Grundkenntnisse der russischen Sprache haben, ansonsten braucht man gar nicht über das Auswandern nach Russland nachzudenken.

Zweitens: Generell gilt, dass man seine neue Heimat kennen sollte, man sollte also möglichst mehrmals ausführlich nach Russland gereist sein und sich verschiedene Regionen angeschaut haben, um zu entscheiden, ob das Land zu einem passt und wenn ja, welche Region. Bloß weil es mir hier in Russland gefällt, muss es Ihnen nicht auch gefallen.

Das sind schon die wichtigsten Hinweise, denn mit Grundkenntnissen der russischen Sprache und eigenen Erfahrungen in Russland finden sich die Antworten auf die meisten anderen Fragen von selbst. Ich bitte darum, mir keine Fragen zu dem Thema mehr zu schicken, denn ich mache keine Auswanderungsberatungen. Erstens, weil ich dazu nicht die Zeit habe und zweitens, weil ich nicht für Sie entscheiden kann, wie es Ihnen hier in Russland gefallen wird.

Für die bürokratischen Formalien und rechtlichen Fragen gibt es in Russland Agenturen und Anwälte, die helfen können. Und da man vor dem Auswandern über Grundkenntnisse der russischen Sprache verfügen muss, kann man sich mit diesen Grundkenntnissen selbst im Internet eine Agentur suchen, in der auch zumindest Englisch gesprochen wird. Ich mache keine Beratungen und empfehle auch keine Agenturen. Ich schreibe Artikel und Bücher und bin damit zeitlich voll ausgelastet.

Über das Leben in Russland haben Robert Stein und ich vor knapp zwei Jahren eine ausführliche Tacheles-Sondersendung gemacht. Was ich dort erzählt habe, ist noch aktuell. Darüber hinaus gilt jetzt und sicherlich noch eine ganze Weile: Wer tatsächlich Auswanderungsgedanken nach Russland mit sich herumträgt, sollte sich beim nächstgelegenen russischen Konsulat über die wegen Corona aktuell geltenden Einreisebeschränkungen und andere Regelungen informieren.

Leben in Russland - Tacheles #10

Werbung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

21 Antworten

  1. Das sind sehr gute Ratschläge, man hat schnell eine romantisierte Vorstgellung vom Auswandern wenn man viel „Tacheless“ gesehen hat.

    Statt auszuwandern sollten die meisten lieber daran arbeiten das Land in dem sie leben zu dem Land zu machen in dem sie auch am liebsten leben möchten.

    1. Wie wie diese Leute lieben, die ungebeten anderen Menschen Ratschläge für ihr Leben geben wollen… wenn aber mein schönes Deutschland wo weit heruntergekommen ist, daß man es gar nicht mehr aufrichten kann ? Wenn ja bekanntlich 87 Prozent der Bevölkerung diese Verhältnisse befürworten, wenn hierzulande mittlweile das Großkapital, NGOs, Regierung und die Antifaverbrecher gemeinsame Interessen aufweisen, wenn man bei einem Minimum an Leistung die höchsten Steuern zahlt, aber vor allem: wenn dieses Volk mehrheitlich intellektuell und menschlich dermaßen auf den Hund gekommen ist, daß man mit der vietnamesischen Schneiderin ein angenehmeres Gespräch führen kann als mit allen anderen Einwohnern des Ortes zusammen, dann soll man sich als einziger daran ein Leben lang abarbeiten – in einem Land wo die Polizei Kinder vom Schlitten holt und auf den Demos friedliche Leute zu viert fixiert, während die Russen gar keine Demos nötig haben, weil dort seit Ende letzten Jahres wieder weitgehend normale Verhältnisse herrschen ?

      Mache es uns vor, großherziger Ratschlaggeber !

  2. Auswandern ist doch etwas viel. Um das Land kennen zu lenren sollte man dort Urlaub machen.
    Aber Urlaub in Russland buchen ist anscheinend schon eine Unmöglichkeit oder sau teuer.
    Ich hab versucht einen Urlaub auf der Krim zu buchen. Leider ohne Erfolg.

    1. Wenn es ein all inklusiv Urlaub sein soll, dann kann es sein.
      Auch die Krim hat Ihre Besonderheiten (hier kann man nur bar bezahlen).
      Wenn es wieder Visa gibt, kann man Hotels über die üblichen Platformen buchen.
      Hotelbuchung + Krankenversicherung reichten bisher für ein Visa.

      Die Kosten sind mit denen in Deutschland vergleichbar.

    2. Urlaub in Rußland „buchen“ ? Wie ballawuppdich ist das denn ? Visum besorgt, Flug und Unterkunft gebucht und ab geht es ! Ich war letztes Jahr im März auf der Krim, da wird von hier aus alles genauso geplant, als wenn ich in die Eifel oder nach Unterfranken reisen würde. Das Einzige worauf man achten muß, ist genug Bargeld mitzunehmen, weil auf der Krim (aufgrund der „Sanktionen“) die normalen Kreditkarten nicht funktionieren.

  3. Ich kann den Ausfuehrungen von Herrn Roeper nur beipflichten. Ich war erstmals im Jahre 1989 im Land und danach immer fuer Wochen oder Halbjaehrlich, bis ich vor 9 Jahren hierher uebersiedelte. Unabdingbar sind Vorher erworbene Russisch-Kenntnisse und ein Beziehungsnetz, dass einem gerade in der nicht einfache Anfangszeit auffaengt. Aber bereit habe ich den Schritt nie und mit Blick was fuer ein Wahnsinn in Westeuropa ablaeuft, habe ich noch keinen Westler angetroffen, der nicht froh ist, in der jetzigen Zeit in Russland Leben zu koennen.

  4. Ich bin mit einem Russen verheiratet, der eher eine deutsche Mentalität hat. Damit meine ich preußische Tugenden, die die Russen eher nicht haben. Wenn mir bei meinen deutschen Landsleuten auch vieles auf den Keks geht, wie die Ordnungswut (erst gestern mußte ich mich beschimpfen lassen, weil ich mit meinen 2 Hunden auf den Acker ausgewichen bin, weil mir 2 freilaufende Hunde entgegenkamen)das Denunzieren, das strikte Befolgen staatlicher noch so idiotischer Maßnahmen, das aufeinander-Aufpassen, die politische Naivität, so fühle ich mich ihnen näher als den Russen. Viele Deutsche sind dem Ruf Katharina II gefolgt und hatten auch sehr schlechte Zeiten. Die Stimmung schwenkt sich gegen Fremde, wenn es denen nach ein paar Generationen besser geht als den Einheimischen. So sagte einmal ein General zu Zar Alexander III, daß von 20 Generälen nur einer einen Familiennamen mit der Endung -ow hätte. Da änderte sich die Politik. Heute sind die meisten wieder hier. Jeder sollte sich in seinem Land einbringen, er hat damit viele Vorteile, u.a. die Sprache. Jeder Fremde ist ein Störenfried für ein anderes Volk. Anfangs ist es vielleicht spannend und interessant für alle, aber das bleibt nicht so. Seinen Charakter nimmt man in jedem Falle mit, u.a. das Unzufriedensein mit bestehenden Verhältnissen. Ich hasse die BRD, aber nicht Deutschland, darum werde ich hierbleiben und passiven Widerstand leisten.

    1. Tja, das muß für die Russen Ende des 19. Jahrhunderts ein harter Schlag gewesen sein, als sie festgestellt haben, daß ihr Land ohne die deutsche Effizienz gar nicht mehr gelaufen wäre (ich habe zwei dicke Bücher „bekannte Deutsche in Rußland“, da werden Kurzbiografien über vier Jahrhunderte auf 800 Seiten aufgeführt, das hat meinen Horizont sehr erweitert).
      Aber was Sie schreiben, trifft auf die gesamte Menschheit zu – der Pöbel oder der Opportunist oder auch einfach nur die allgemeine widerliche menschliche Natur sucht nach kleinsten Unterschieden, um sich auf die Mitmenschen zu stürzen.
      Der Mensch ist des Menschen Wolf und man sollte die Welt als eine Art Hölle ansehen, in der es gilt sich eine feuerfeste Stube zu verschaffen.
      Sollte es schiefgehen, ist es wiederum natürlich zu sagen : „Wäre ich doch ausgewandert“/“Wäre ich doch daheim geblieben“- man weiß vorher nicht was kommt und im nachhinein sind wir alle klüger.

  5. Ich kann da auch etwas beitragen zu der Frage:

    1) Zur Zeit gibt es keine touristischen Visa, da die Grenzen geschlossen sind. Vielleicht ein Hoffnungsschimmer dass der Flugverkehr zwischen Deutschland und Russland wieder aufgenommen sein soll, zumindest mehr als vor dem 1.April.
    2) Man muss wissen, dass es in Russland zwei Arten von Ausländern gibt: die aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, die heute selbstständig sind, und die aus dem Rest der Welt. Die aus den ehemaligen Sowjetrepubliken werden schneller
    eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen und können visafrei einreisen. Für die übrigen gilt die 90-Tage-Regel: Selbst wer ein Visum für ein Jahr hat, muss nach 90 Tagen das Land verlassen für 90 Tage und darf dann erst wieder einreisen
    für weitere 90 Tage. – Im Übrigen, wer die Ausreisetermin verpasst, muss mit Strafen und evtl. Einreiseverboten rechnen – zumindest zu „normalen“ Zeiten.
    3) Aufenthaltsgenehmigungen werden nach einer bestimmten Quote vergeben. Wer familiäre Bindungen nach Russland hat, fällt nicht unter diese Quotenregelung.
    Für eine Aufenthaltsgenehmigung braucht man en polizeiliches Führungszeugnis, nicht älter als drei Monate. Zudem muss man eine ärztliche Untersuchung durchmachen, bei der z.B. Tuberkulose, Aids und andere ansteckende Krankheiten ausgeschlossen sind
    Was die Sprachkenntnisse angeht, so sollte man sich in einfachen Sätzen mit einfachen Wörtern verständlich machen können und natürlich auch verstehen, was gesagt und geschrieben ist, zumindest sollte man erkennen, worum es geht.
    Auf jeden Fall sollte man sich erkundigen, was sonst benötigt wird. Es gibt auch noch andere Russland-Seiten auf deutsch, die sich mit diesen Fragen beschäftigen, oder die Botschafts-Seiten in Deutschland anschauen.
    Die Dauer der Bearbeitung beträgt etwas 4 bis 6 Monate. Das bedeutet, dass man, selbst wenn man den Antrag gestellt hat, erst wieder ausreisen muss (90-Tage-Regel), bis man die Aufenthaltserlaubnis bekommt.
    4) Die Aufenthaltsgenehmigung gilt für drei Jahre und müsste dann verlängert werden. Man kann irgendwann auch die „Vid na Jitelstwa“ bekommen, das ist die unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung.
    5) Man kann auch versuchen, Asyl zu beantragen, aber das ist ein eigenes Thema, zudem ich nicht viel weiß, außer, dass es nicht besonders einfach sein soll, dieses zu erhalten.

    Im Übrigen, seit 20 Jahren hat sich Russland bemüht, mit Deutschland einen visafreien Vekehr einzuführen. Das ist aber immer an der westlichen Seite gescheitert…

  6. Beherzigt das, was der Thomas hier geschrieben hat. Ich lebe jetzt seit 4 1/2 Jahren in Russland, nicht in Moskau oder Petersburg, sondern in einer 150.000 Einwohner Stadt, also im „richtigen“ Russland. Meine Frau ist Russin und das hilft natürlich ungemein, da meine Sprachkenntnisse zum Überleben reichen, aber wenn es speziell wird, ist man ohne umfassende Sprachkenntnisse aufgeschmissen, z.B. in Ämtern. Schon in der Migrationsbehörde spricht kaum jemand Englisch oder Deutsch! Deshalb braucht man einen „Einheimischen“, nicht nur wegen der Sprache, sondern wegen dem „ganzen drumherum“. Zuerst beantragt man ein Wohnrecht (3 Jahre) und danach die Aufenthaltserlaubnis, die neuerdings unbefristet ist. Beim Sprachzertifikat Wohnrecht habe ich mich so „durchgemogelt“… Bei der Aufenthaltserlaubnis hab ich bis zum 65. Lj. gewartet. Ab 65 braucht man kein Zertifikat mehr (gilt auch fürs Wohnrecht). Ich hab vorher in Deutschland bei der Volkshochschule einen Russischkurs belegt, das war für mich ein guter Anfang.
    Im Gegensatz zu Thomas wäre ich mit „Agenturen“ vorsichtig. Die wollen in erster Linie Geld, und da wir Westler sind, wollen die richtig Geld! Und sie können auch keine Gesetze umgehen oder etwas beschleunigen. Besser man hat jemanden, der einen Tipps gibt und im Internet die entsprechenden russischen Verordnungen aufspürt und einen begleitet! Denn es ist alles gesetzlich geregelt und es ist öffentlich. Wenn man weiß, wie, ist es eigentlich alles relativ einfach. Wenn nicht endet es in einer Katastrophe.
    Also, seid willkommen hier! Aber bereitet euch gut vor!!! Das gilt aber für jede Auswanderung, wohin auch immer! Lesen, lesen, lesen!

    1. Sie sind aber mutig – ein Russischkurs in der VHS ! Die ist doch dafür bekannt, daß dort als im abgebremsten Schneckentempo vonstatten geht. Wie weit sind Sie denn damit gekommen ?

  7. Andre, die das Land so sehr nicht liebten
    Warn von Anfang an gewillt zu gehen
    Ihnen, manche sind schon fort, ist besser
    Ich doch müsste mit dem eignen Messer
    Meine Wurzeln aus der Erde drehen

    Keine Nacht hab ich seither geschlafen
    Und es ist mir mehr als weh zumut
    Viele Wochen sind seither verstrichen
    Alle Kraft ist längst aus mir gewichen
    Und ich fühl, dass ich daran verblut

    Und doch müsst ich mich von hinnen heben
    Sei’s auch nur zu bleiben, was ich war
    Nimmer kann ich, wo ich bin, gedeihen
    Draußen braucht ich wahrlich nicht zu schreien
    Denn mein leises Wort war immer wahr

    Seiner wär ich wie in alten Tagen
    Sicher, schluchzend wider mich gewandt
    Hätt ich Tag und Nacht mich nur zu heißen
    Mich samt meinen Wurzeln auszureißen
    Und zu setzen in ein andres Land

    Theodor Kramer (1938)

    Sehr schön vertont von Zupfgeigenhansel:
    https://www.youtube.com/watch?v=PxEXJMs8V

    1. Da Sie ja durchblicken lassen, daß es Ihnen finanziell gut geht, kann ich Ihnen nur unbedingt anraten bei einem richtigen Lehrer Privatunterricht zu nehmen. Man kann zwar viel auf russisch lesen und sich auch Grammatik aneignen, man wird aber trotzdem die Leute nicht verstehen und auch große Schwierigkeiten haben auf Anhieb flüssige, korrekte Sätze zu bilden.

      Russisch ist eine komplexe Sprache, sie steht mit dem Deutschen auf einer Stufe und oft habe ich das beklemmende Gefühl, daß sie sogar noch anspruchsvoller sei könnte.

      Sparen Sie nicht am falschen Ende. Es gibt auch Kurse in Peter, Moskau, Odessa, Jaroslawl, Petrosawodsk und anderen Orten.

  8. Ich würd mir dieses Jahr gern einmal Rußland mit dem Auto angucken- hat jemand Lust, mitzukommen?

    Und ist vielleicht jemand da, der mir mit dem einen oder anderen praktischen Tipp weiterhelfen möchte?

    Am meisten interessieren mich das flache Land, die Landwirtschaft und die Menschen.

    Ich würde auch gern einen Tipp kriegen, ob es ein Forum gibt, wo ich spielerisch russisch lern.

    до свидания

    Тобиас

    1. Ich sage mal, wie ich es angegangen bin:
      1. habe ich ein PONS-Büchlein zu Schrift und Aussprache gekauft und mir das Kyrillische angeeignet.
      2. habe ich dann einen Abendkurs belegt und auch Prüfungen abgelegt (Puschkin-Institut).
      3. habe ich gleichzeitig bei der Sprachlern-Plattform busuu mitgemacht.
      4. Auf busuu habe ich viele Russinnen und Russen kennengelernt, die z.B. Englisch, Deutsch oder eine andere Sprache in meinem Repertoire lernen. Man hilft sich gegenseitig und kann auf Wunsch einen Kontakt auf Skype weiter vertiefen (ich meine nicht im Sinne einer Beziehung …). Ich konversiere seit Jahren jede Woche auf Russisch, helfe meinerseits mit Englisch oder Deutsch, und ich lese und höre russische Medien. Auch TV-Filme sind nützlich. Nachrichten hingegen werden meistens sehr schnell gesprochen.
      5. Laut Russisch Lesen hilft nur, wenn Betonungszeichen geboten werden (aufbereitete Texte für Lernende). Richtige Betonung ist eines der schwierigsten Probleme, und man sollte sich hüten, sich falsche Betonung und Aussprache anzueignen.
      Hier findet man z.B. korrekte Betonung: https://ru.wiktionary.org/wiki/Викисловарь:Заглавная_страница
      Ausserdem kann man auf Google Translator einen russischen Text eingeben und ihn sich anhören, in zwei Geschwindigkeiten oder auch mit Hilfe von DeepL sich einen Text übersetzen lassen.

      Auf die Schnelle lernt man Russisch nur, wenn man ein Genie ist.

  9. Bei aller Sympathie, Russland das im letzten Jahrhundert sehr geschwächt aus dem Zarenreich hervorging, im Anschluss daran unter dem Bolschewismus und zuletzt auch noch unter dem versoffenen Jelzin mit seinen Westberatern sehr zu leiden hatte, ist wohl nicht das ideale Land zum Auswandern, bei all dem erkennbaren Fortschritt der letzten 20 Jahre, muss da noch ein sehr großer Nachholbedarf sein, und den Überfluss an Deutschen in Russland , den lässt Dostojewski in seinen Romanen schon immer anklingen.

    1. Also einen „Überfluß an Deutschen“ wird es ja wohl kaum geben können. Und bei Dostojewski werden die Deutschen auch überhaupt nicht als „überflüssig“ dargestellt. In „Schuld und Sühne“ beispielsweise werden sie als selbstverständliche (Mit-)Bürger Sankt-Petersburgs skizziert. Als Menschen, die sowohl Vermieter von Mehrparteienhäuser als auch Betreiber von kleinen Kneipen sein können…

Schreibe einen Kommentar