Finanzsystem

Dank der Covid-Maßnahmen: Die Rückkehr der Inflation, die Folgen und Desinformation in den Medien

Was bisher als Panikmache abgetan wurde, wird nun auch von den Zentralbanken zugegeben: Die Inflation wächst schnell, aber das ist keine Folge von Covid-19, es ist die Folge der Politik der westlichen Regierungen.

Seit der US-Finanzkrise von 2008 ist das Finanzsystem in Schieflage. Um die Banken zu retten, haben die Zentralbanken die Finanzmärkte seit dem mit ungezählten Milliarden geflutet, was zu einer Inflation auf den Finanzmärkten geführt hat. Diese Inflation kann sich jeder selbst an den Börsen anschauen, denn die Aktienkurse stellen ständig neue Rekorde auf, obwohl wir uns doch in der größten Wirtschaftskrise der letzten Jahrzehnte befinden und die Aktienkurse eigentlich fallen müssten. Dass sie nicht fallen, liegt daran, dass so viel Geld im System ist, dass die Akteure einfach nicht wissen, wohin mit all dem Geld.

Das gleiche sehen wir bei den Immobilien oder bei Sachwerten wie Gold. Die Preise für all diese Geldanlagen sind in den letzten Jahren regelrecht explodiert, weil die institutionellen Anleger (also Banken und Hedgefonds) einfach nicht wissen, wohin mit all dem Geld, mit dem die Zentralbanken sie zugeschmissen haben. Nebenbei hat das in den letzten 13 Jahren auch zu einer massiven „Shoppingtour“ vor allem der Hedgefonds geführt, die im großen Stil Anteile an Konzernen und Immobilien gekauft haben. Mit dem von den Zentralbanken aus dem Nichts geschaffenen Geld haben sie reelle Vermögenswerte gekauft.

Diese Inflation ist jedoch nicht in der Realwirtschaft angekommen, sie fand nur auf den Finanzmärkten statt und führte – quasi als Nebenwirkung – zur Nullzinspolitik, weil Geld für sich genommen im Grunde keinen Wert mehr hat, wenn davon so viel im Markt ist, dass die Akteure nicht mehr wissen, wohin damit. Und wenn etwas keinen Wert hat, dann zahlt dafür auch niemand Zinsen.

Die Inflation kommt bei den Menschen an

Seit Beginn der Pandemie pumpen die westlichen Staaten noch mehr Geld in die Märkte, dieses Mal als sogenannte „Corona-Hilfen“ und das bedeutet, dass die Inflation zwangsläufig auch bei den Menschen ankommen musste. Davor haben Fachleute seit Beginn der „Corona-Hilfen“ gewarnt, aber Politik und Medien haben das bestritten und auf die Zentralbanken und regierungstreue „Fachleute“ verwiesen, die brav erklärt haben, eine Inflation sei nicht zu erwarten.

Als die Inflation dann vor einigen Monaten stieg und die Prognosen der unabhängigen Experten sich bewahrheiteten, wurde dem dummen Volk erzählt, das seien „Sondereffekte“ und das sei nur ein kurzlebiges Phänomen. Diese Linie ist nun nicht mehr zu halten und kurz vor Weihnachten tauchten auch in den „Qualitätsmedien“ die ersten Artikel auf, in denen die Menschen darauf vorbereitet wurden, dass die Inflation länger anhalten und wohl auch noch steigen wird.

Geradezu lächerlich sind die angeführten Begründungen dafür. In einem der vielen Spiegel-Artikel darüber, dass die EZB nun eingesteht, dass die Inflation andauern wird und noch weiter steigen könnte, hat der Spiegel über die Gründe geschrieben:

„Die Gründe für die hohe Teuerungsrate sind vielfältig: Durch die Pandemie sind viele Lieferketten unterbrochen. Rohstoffe sind teuer, auch, weil Länder wie Russland geopolitische Konflikte über die Rohstoffversorgung austragen.“

Damit verkauft der Spiegel seine Leser so derartig für dumm, dass einem die Worte fehlen. Daher wollen wir uns das einmal anschauen.

Die Pandemie ist nicht der Grund für die Inflation

Politik und Medien bezeichnen die Pandemie als Ursprung allen Übels, sie soll an der Unterbrechung der Lieferketten und an der daraus folgenden Inflation schuld sein. Das ist geradezu hanebüchen, denn es ist nicht die Pandemie, die die Lieferketten unterbrochen hat, es sind die Corona-Maßnahmen der (vor allem) westlichen Regierungen.

In vielen Containerhäfen wurden die Arbeiter wegen positiver Tests in Quarantäne geschickt und die verbliebenen Arbeiter sind mit der Arbeit nicht nachgekommen, weshalb sich Containerschiffe auf See vor den Häfen stauen. Dass ganze Industriezweige wegen der Lockdown-Maßnahmen Produktionsausfälle hatten, die die Lage noch verschärfen, erwähnt der Spiegel nicht einmal.

Nicht Covid-19 hat die Lieferketten unterbrochen, das haben die (vor allem) westlichen Regierungen mit ihren Corona-Maßnahmen getan. Aber das erfährt der Leser der „Qualitätsmedien“ nicht, dem wird allen Ernstes erzählt, die Pandemie sei an allem schuld. Selbst wenn man die Pandemie für so gefährlich hält, wie das offizielle Narrativ behauptet, ändert das nichts daran, dass die Maßnahmen der Regierungen die Lieferketten zerschossen haben, und nicht das Virus.

Das müssten Medien und Politik ehrlicherweise auch so formulieren und dann argumentieren, warum die Maßnahmen trotzdem gerechtfertigt waren, wenn sie dieser Meinung sind. Wer aber dem Virus die Schuld zuschiebt, der verkauft seine Leser für dumm.

„Geopolitische Konflikte über die Rohstoffversorgung“

Einer der Antreiber der Inflation ist derzeit unbestritten der Preis für Energieträger wie Kohle, Öl und Gas. Und der Spiegel hat recht, wenn er als einen der Gründe für die Inflation „geopolitische Konflikte über die Rohstoffversorgung“ nennt. Nur behauptet der Spiegel, das Russland diese Konflikte austrage, dabei ist das Gegenteil der Fall: Der Westen befeuert diese Konflikte nach Kräften.

Die derzeitige Energiekrise in Europa hat die EU-Kommission selbst künstlich geschaffen, indem sie auf Wind- und Sonnenergie gesetzt hat, die aber leider nicht stabil zur Verfügung stehen, wie wir in 2021 gesehen haben, als der Sommer windstill war und die Windenergie gefehlt hat. Um das zu kompensieren, mussten zur Stromerzeugung mehr Kohle und Gas verfeuert werden und vor allem das Gas fehlt nun im Winter, denn es hätte eigentlich in die Gasspeicher geleitet werden müssen.

Indem die EU-Kommission vor einigen Jahren auch noch den Börsenhandel mit Gas freigegeben und auf kurzfristige Lieferverträge gesetzt hat, anstatt wie früher auf langfristige Verträge mit stabilen Preisen, war es nur eine Frage der Zeit, bis Spekulanten den Gaspreis an den Börsen in die Höhe treiben würden. Während Russland sein Gas nach langfristigen Verträgen immer noch für maximal 300 Dollar pro Kubikmeter nach Europa verkauft, kostet es an den Börsen über 2.000 Dollar – der Weiterverkauf von Gas ist zu einem Bombengeschäft geworden und die Rechnung zahlen die Verbraucher über ihre Strom- und Heizrechnung.

Und während der Spiegel schreibt, Russland würde „geopolitische Konflikte über die Rohstoffversorgung austragen„, ist das Gegenteil der Fall, denn Russland hat immer wieder erklärt, es sei bereit mehr, Gas zu liefern, aber aus irgendwelchen Gründen gehen aus Europa keine Bestellungen ein, wie ich hier aufgezeigt habe.

Dass es die EU-Kommission ist, die die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 herauszögert und am liebsten verhindern möchte, sei da nur noch der Vollständigkeit halber erwähnt. Die EU-Kommission tut alles, um Gas in der EU zu verknappen, aber „Qualitätsmedien“ wie der Spiegel fabulieren, Russland würde „geopolitische Konflikte über die Rohstoffversorgung austragen“ – man lernt eben nie aus…

Die Corona-Hilfen als Preistreiber

Dass der Hauptgrund für die steigende Inflation die Milliarden (oder sogar Billionen) sind, die die westlichen Regierungen als Corona-Hilfen herabregnen lassen, erwähnt der Spiegel erst gar nicht. Vor allem in den USA hat dieses Geld, das den Menschen teilweise als eine Art Grundeinkommen überwiesen wurde, das bei Kleinverdienern höher war, als ihr ursprüngliches Gehalt, die Inflation ausgelöst. Man muss nicht Volkswirtschaft studiert haben, um zu wissen, dass zusätzliches Geld bei einem gleichzeitigem Rückgang des Warenangebotes (siehe Lieferketten) zwangsläufig zu einer Inflation führt, zu meiner Zeit hat man das noch in der Schule gelernt.

All das ist „mit Ansage“ geschehen und Experten, die natürlich in den „Qualitätsmedien“ keine Bühne bekommen, haben genau diese Entwicklung schon vor anderthalb Jahren vorhergesagt, wobei diese Zusammenhänge auch von Schulabgängern verstanden werden, oder zumindest zu meiner Zeit noch verstanden wurden, ich weiß ja nicht, was Kinder in Deutschland heute in der Schule lernen…

Aber Spiegel-Leser und Konsumenten anderer „Qualitätsmedien“ erfahren diese elementaren Zusammenhänge nicht, stattdessen tut der Spiegel ganz überrascht, wenn die EZB plötzlich meldet, dass die Inflation nicht nur lange andauern könnte, sondern auch noch steigen dürfte. Spiegel-Überschriften der letzten etwa zehn Tage zu dem Thema lauteten zum Beispiel „Geldentwertung – EZB-Direktorin Schnabel warnt vor »Aufwärtsrisiko«“ oder „Vizechef der EZB de Guindos – Inflation »nicht so vorübergehend wie erwartet«“ – wobei ich mich frage, wer ernsthaft erwarten konnte, die Inflation sei vorübergehend. Der letzte Artikel zu dem Thema im Spiegel ist vom 1. Januar 2022 und die Überschrift lautet „Steigende Preise – Experten rechnen mit dauerhaft höherer Inflation“ – na, da bin ich aber überrascht…

Dass die Lage durchaus ernst ist, zeigt zum Beispiel ein Spiegel-Artikel mit der Überschrift „Inflation in Deutschland – Importpreise steigen so stark wie seit der Ölkrise 1974 nicht mehr“ und unter der Überschrift „»Jahrzehnt mit niedrigerer Rendite« – Norwegens Staatsfonds erwartet Inflation und Kursverluste“ zitierte der Spiegel den Chef des staatlichen norwegischen Investmentfonds mit den Worten:

„Ich glaube, das wird noch viel ernstere Folgen haben, als zurzeit üblicherweise angenommen wird.“

Die Immobilienblase

Dass einer der Preistreiber der Inflation die Immobilienpreise sind, kann nicht überraschen, denn die Immobilienpreise steigen seit der Finanzkrise von 2008, weil die Zentralbanken die Märkte mit Geld geflutet haben, wovor ich schon vor der Pandemie gewarnt habe. Jetzt steigen die Immobilienpreise noch schneller als damals, die zusätzlich in die Märkte gepumpten Corona-Hilfen machen es möglich.

Während ich in dem ober verlinkten Artikel im Dezember 2019 einen Spiegel-Artikel auseinandergenommen habe, in dem ein „Experte“ des Spiegel bestritten hat, es gäbe in Deutschland eine Immobilienblase, klingt das im Spiegel neuerdings anders. Schon im Oktober lauteten Überschriften im Spiegel plötzlich „Mögliche Blase – EZB mahnt zur Vorsicht bei Immobilienkrediten“ oder „Immobilien – In Frankfurt am Main ist die Gefahr einer Preisimplosion weltweit am größten

Dass die Inflation aus den Finanzmärkten nun über die Immobilienpreise bei den normalen Menschen ankommt, zeigt ein aktueller Spiegel-Artikel mit der Überschrift „Statistisches Bundesamt – Wohnimmobilien verteuern sich rasant„, dessen Einleitung lautete:

„Für Häuser und Wohnungen müssen die Menschen in Deutschland zunehmend mehr bezahlen – auch auf dem Land. Im dritten Quartal kosteten Wohnimmobilien im Jahresvergleich zwölf Prozent mehr.“

Die Blasenbildung ist schon lange nicht mehr auf die Großstädte beschränkt, sondern sie schreitet auf dem Lande inzwischen sogar schneller voran, als in den Städten. In dem Artikel hieß unter anderem:

„Auch in dünn besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Immobilienpreise rasant. Dort verteuerten sich Ein- und Zweifamilienhäuser um 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und Eigentumswohnungen um 11,2 Prozent.“

Die Kamikaze-Politik der EZB

Ich habe im Sommer 2020 einen Artikel über die Corona-Politik der EZB geschrieben, in dem ich anhand eines Interviews, das der Spiegel mit dem schon erwähnten EZB-Vizechef de Guindos geführt hat, für Laien verständlich aufgezeigt habe, warum die EZB-Politik früher oder später in den Crash führen musste, und wie das Interview davon abgelenkt hat. Man soll sich nicht selber loben, aber als ich den Artikel bei der Recherche über das Thema jetzt wieder gelesen habe, musste ich lachen, denn ich war damals offensichtlich sehr sauer und habe das komplizierte Thema nicht nur für Laien verständlich erklärt, sondern war dabei auch ausgesprochen sarkastisch.

Das Finanzsystem stand im Grunde schon seit Jahren vor dem Kollaps und aus Sicht der westlichen Zentralbanken, die das mit ihrer Politik spätestens seit 2008 zu verantworten haben, kam die Pandemie genau zum richtigen Zeitpunkt. Nun können sie die Probleme, die sie selbst geschaffen haben, auf die Pandemie abschieben und „Qualitätsmedien“ wie der Spiegel unterstützen sie dabei nach Kräften. Wir haben eine Inflation? Covid ist schuld!

Das Finanzsystem bricht zusammen, weil so viel Geld im System und die Welt insgesamt so überschuldet ist, dass sie unter der Last der Schulden zusammenbricht? Fein, Covid ist schuld!

Kommt der EZB-Coin?

Sollten die Entscheidungsträger plötzlich auf die Idee kommen, das Finanzsystem platzen zu lassen und als neues System einen EZB-Coin einzuführen, was man den Menschen mit einem „bindungslosen Grundeinkommen“ als soziale Innovation schmackhaft machen könnte, dann sollten Sie auf das Kleingedruckte achten.

Der Grund ist simpel, denn dann wäre man nicht nur in Sachen Einkommen vollkommen vom Staat abhängig, sondern das gesamte Vermögen eines jeden Normalbürgers wäre unter der Kontrolle der EZB. Dass man dabei gläsern wird und nicht einmal mehr einen Kaugummi kaufen könnte, ohne dass der Staat davon wüsste, ist noch nicht einmal das Schlimmste an einem EZB-Coin. Da man dann auch kein Bargeld mehr hätte, das im Zuge einer solchen Umstellung aller Wahrscheinlichkeit nach abgeschafft wird, wäre man vollständig vom Staat abhängig.

Da wäre es nur noch ein kleiner Schritt, bis man Menschen, die das System oder Maßnahmen der Regierung kritisieren, „abschalten“ und ihr Konto inklusive Guthaben sperren könnte. Das mag nach Schwarzmalerei klingen, aber das könnte „klein anfangen“, indem zum Beispiel als erstes Spenden an kritische Medien unmöglich gemacht werden. Dass Regierungen im Westen – und auch in Deutschland – mit kritischen Medien bereits in dieser Weise umgehen und mit solchen Mitteln gegen sie vorgehen, habe ich immer wieder aufgezeigt.

Leider habe ich den Verdacht, dass es über kurz oder lang in diese Richtung gehen wird, weil hinter den Kulissen bereits an vielen Bestandteilen solcher Programme gearbeitet wird, wie ich bei der Arbeit an meinem Buch „Inside Corona“ herausgefunden und in diesem Artikel an einem Beispiel aufgezeigt habe.

Da an diesen Programmen schon seit Jahren gearbeitet wird, kam die Pandemie, der man nun an all den Entwicklungen die Schuld geben kann, für gewisse Herrschaften zum bestmöglichen Zeitpunkt. Und genau diese Herrschaften verdienen derzeit an der Pandemie hunderte Milliarden und sie haben – so die Erkenntnisse aus meinem Buch – die Pandemie von langer Hand vorbereitet.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

17 Antworten

  1. Herr Röper,
    nachdem ich Ihren hervorragenden Artikel https://www.anti-spiegel.ru/2022/russische-analyse-durch-die-epidemie-in-das-gruene-paradies/ eindringlich studiert habe, beginne ich auch diesen Artikel dort einzuordnen: welchen Nutzen hat Inflation, welchen Nutzen hat die zunehmende Verunsicherung der Bevölkerung im Rahmen des Großprojektes „Neuordnung der Welt“.

    Wie die WEF sagte, 2030 gehört und nichts mehr, wir lächeln darüber – noch – die Gründung der EZB ist ein Element, eine Kampftruppe im Rahmen des Großprojektes. Und wer meint, durch Umschichtung der Finanzmittel sich zu schützen, spätestens eine Währungsreform wird hier aufzeigen, dass solche strategischen Überlegungen vor der Allmacht von Rockefeller & Co scheitern.

    Die Frage ist: was könnte helfen? Die Entmachtung der Megakapitalisten durch Kommunismus? Nein, auch das ist kein realistisches Mittel!

    1. Die Idee des „Kommunismus“ ansich ist ja nicht verkehrt – das Problem sind immer die „Umsetzenden“…

      Und stehet da nicht geschrieben…:
      Vor dem Gesetz sind alle gleich…
      …oder
      Vorm Angesicht Gottes sind alle gleich…

      Wenn sich sowieso Niemand dran halten will – weil ja „Besitz“ soooo wichtig ist?
      Ich „kaufe“ ein Stück Land – doch eigentlich geht das gar nicht – die Erde gehört uns nicht, wir sind nur „zeitweise Mieter“…

      Gerechtigkeit kann und wird es unter den gegebenen Bedingungen gar nicht geben – eben erst, wenn alle „Gleich“ sind…

      Und noch so einen zum Nachtrags-Nachdenken…:

      Freiheit

      gibt es auch nicht… – denn solange mindestens 2 Menschen existieren, wird immer einer versuchen, den anderen zu beherrschen… – ergo echte Freiheit gibt es nur noch für den letzten aller Menschen…

      Viel Spaß beim Nachdenken und Interpretieren zu dieser sonntäglichen Wortspielerei… 😋😋😎

  2. Vor einigen Wochen gab es Berichte (die komischerweise untergingen und kaum beachtet wurden), dass viele Extremreiche wie z.B. Elon Musk haufenweise Aktien verkaufen. Das war ziemlich interessant, wenn man sieht, dass zumindest in den USA die Fed plant die Zinsen zu erhöhen und die Anleihenkäufe zurückzufahren bzw. zu beenden.

    Btw, Anfang 2020 war Jeff Bezos Gastgeber des Alfalfa Club dinner bei dem Trump-Vertraute, Fed-Chef Powell, Bill Gates usw. anwesend waren. Kurz danach fing es erst richtig an mit der Coronahysterie und die Märkte wurden nervös, die dann durch massive Anleihenkäufe (wodurch insbesondere Bezos, Gates, Musk, Larry Page…profitieren) usw. aufgepumpt wurden.

    1. Russland im Übrigen erhöht den Leitzins im Gegensatz zu den westlichen Zentralbanken. Letztens hat der Spiegel Russland vorgeworfen mitverantwortlich an der steigenden weltweiten Inflation zu sein. Einerseits bezeichnet der Westen Russland als ökonomischen Leichtgewicht und andererseits traut man Russland zu dermaßen großen Einfluss auf die Weltwirtschaft zu haben, um weltweit die Inflation hochzutreiben.
      Da kann man ja echt nur noch den Kopf schütteln.

    2. Das mit der Inflation ab 2008 stimmt nicht ganz. Nach der Finanzkrise 2008 begann bis vor kurzem einer lange deflationäre Phase. Vor allem in Deutschland. Deutschland steckte noch bis zur Pandemie in einer deflationären Phase, die im Übrigen auch von der Regierung gewollt war. Es gibt auch Mutmaßungen von kritischen Ökonomen, dass die Zentralbanken verzweifelt erfolglos versucht haben aus der Deflation zu kommen und man jetzt den radikalen Weg gewählt hat über eine künstlich erschaffenen Inflation.

  3. Das von FED und EZB in den Markt gepumpte Geld und die Null-Zins-Politik wurde zunächst nicht als inflationsgenerierend verstanden, weil sich freies Geld (bzw. dessen Eigentümer) nicht investieren, sondern das aussuchen, was denhächsten Profit ind kürzest möglicher zeit bringt.
    Das waren bis vor kurzer Zeit börsennotierte Werte, deshalb die irrsinnigen Kurssteigerungen. Börsenkurse haben nämlich längst nichts mehr mit „inneren Werten“ zu tun (spätestens sein Anfang der 80er, als das „Shareholder value“ propagiert wurde und Abkehr von konkreter Sachinvesttion). Dabei ist der „erwartete Gewinn“ der Kurstreiber. Gibt es aufgrund des wirtschaftlichen Umfeldes (wie jetzt) keine Erwartungen auf massive Kurssteigerungen mehr (mathematisch logisch, weil Znseszins irgendwann sich selbsbt frisst) , wird nach anderen „Anlage“-Objekten gesucht, d.h. heute Firmenaufkäufe von schwächeren und Verdrängungswettbewerb über den preis, ggf. auch mit Preisen unter Einstand, wenn genug Geld da.
    Das haben wir jetzt, und nun zeigt sich, dass man die FInanzgißkanne nicht abschalten kann, weil dann ein Zusammenbruch des auf Billiggeld basierenden Aufschwungs stattfindet. Also eine Schraube ohne Ende. Die Billonen kann man nicht mehr eindsammeln.
    Aufgrund unserer mittlerweile möglíchen Technik ist dann Kryptowährung der scheinbare Ausweg, weil digital kontrollier- und kanalisierbar. (Und damit sind wir dann wieder beim Great Reset, sage noch jemand, das alles habe keinen Zusammenhang und sei ohne Planung. Aber Naive sterben nie aus, weil Glauben an Versprechungen statt begreifen von Zusamemhänmgen sooo viel einfacher ist)

  4. Der Mann:
    Dean Baker
    Deflationsrisiken in den USA?
    _____://makroskop.eu/47-2021/deflationsrisiken-in-den-usa/

    liefert ja eine interessante Prognose, und wir sind gespannt, ob er recht behält …

    Zur Zeit dürften sich die Meteorologen wohl gelassen zurück lehnen, wenn da wieder mal einer wegen ihre Vorhersagen lästert…

  5. Zwei Aspekte fehlen noch im Artikel:

    1. Kurzfristig dürfte die Pandemie durchaus Inflationstreiber sein: Als Folge der Lockdowns hat sich auf Privatkonten eine Menge Geld angesammelt. Wenn es jetzt endlich wieder möglich ist, Geld aus zu geben, schaut keiner mehr auf den Preis. Man kann sich’s ja leisten. Natürlich nutzen die Händler das aus.

    2. Eine Konsequenz der Finanzkrise war die Erhöhung der Eigenkapitalquote der Banken. Übersetzt heißt das, EZB und FED konnten grenzenlos Geld drucken, ohne die Inflation zu ehöhen, weil das Geld zwangsweise gleich wieder als Eigenkapital in den Tresoren der Zentralbanken eingelagert werden mußte. Die Geldmenge im Umlauf hat sich somit erst einmal nicht erhöht, alle Beteiligten haben sich daran gewöhnt, Geld drucken zu können, ohne die Inflation zu erhöhen.

    1. Die Erhöhung der Eigenkapitalquote könnte doch darauf hindeuten, dass die Banken sich auf einen bevorstehenden Crash einstellen und wer den größten finanziellen Polster hat kommt sauber aus dem Crash raus und kann die anderen schlucken. Wie es aktuell außerhalb der Finanzwirtschaft bei den Verlierern der Coronamaßnahmen ja ohnehin passiert.

      1. ….gab es dazu nicht kürzlich ein von den schekel-zählenden Banken inszeniertes Szenario zu eventuellen akuten Inflationsgefahren für das Banken- bzw. Finanz- oder Börsensystem? – denke da was gelesen zu haben, weis aber nicht mehr genau wo…

  6. Was ich immer schon sage: Es ist zuviel Geld im System!

    Die Finanzkrise 2007/08 hatte ihre Ursache eindeutig darin! Vereinfacht ausgedrückt; Die Banken „drucken“ ihr eigenes Geld in Form der Kreditvergabe, und müßten mit dem Ablösen dieser Kredite diese aus dem Nichts geschaffenen „Werte“ auch wieder ins Nichts verschwinden lassen. Daran verdienen sie aber nichts mehr, also werden neue Kredite rausgehauen – zum Beispiel an Leute, die sich diese gar nicht leisten können. So entstand die Blase auf dem Immobilien/Hypothekenmarkt in den USA. Hypotheken auf vorhandene Häuser, Hauskredite etc wurden wie Sauberbier angeboten. Und weil die Banken genau wußten, daß diese Blase irgendwann platzen würde, haben sie die Kredite als „Strukturierte Finanzprodukte“ gebündelt, und über die ganze Welt weiterverkauft, in der Hoffnung, daß beim Big Bang sie aus dem Schneider sein mögen.

    Waren sie aber nicht, bzw. hatten nun andere Banken das Problem (in Deutschland die IKB, die Deutsche Bank, die HypoRealEstate, und einige Landesbanken), und so sprang der Staat ein, und „rettete“ die Banken – indem er NOCH MEHR Geld in die Märkte pumpte! Diesmal mit Staatsgarantien. Wenn ich es noch richtig im Kopf habe, dann haben allein die USA in der Regierungszeit Obama im Schnitt pro Jahr 700-800 Milliarden Dollar an Neuverschuldung aufgehäuft.

    Das sind aber alles noch „Peanuts“ gegen die Schein-Werte, die sonst noch in den Finanzmärkten marodieren! Stichwort Derivatehandel! Das sind von echten Wertpapieren „abgeleitete“ (to derivate) Wertpapiere, die der heutige Spiegel-Kolumnist Thomas Fricke, der damals noch in der Financial Times Deutschland schrieb, in einem lesenswerten Artikel als „Pferdewetten“ bezeichnete. Ursprünglich geschaffen, um reale Geschäfte mit Risiko abzusichern, hat sich dieser Finanzmarkt inzwischen völlig verselbständigt. Es kann inzwischen auf alles gewettet werden – sogar auf das Wetter! Und das sind alles „Termingeschäfte“. Sprich zu einem bestimmten Zeitpunkt wird die Zahlung fällig, und dann muß das Geld neu „investiert werden“.

    Und jetzt kommt das dicke Ende: Das Volumen des weltweiten Derivatehandels lag zum Zeitpunkt der Finanzkrise 2007/08 bei 700 Billionen Dollar! Wohlgemerkt, ECHTE Billionen, keine us-amerikanischen „Billions“, was Milliarden sind. Wenn man jetzt noch weiß, daß das BIP aller Staaten der Welt bei rund 70 Billionen pro Jahr liegt, wird klar, daß es sich beim Derivatehandel um eine gigantische Blase handelt. Und das Geld muß, wie schon gesagt, ständig neu „investiert“ werden. Wenn nicht wieder in neue Derivate, dann in Immobilien, Rohstoffe, etc. pp…

    1. Da könnte der Krieg helfen, an dem die EU gerade arbeitet. Danach ist die EU entweder Geschichte oder es gibt einen Gräät Risett mit Schwabs Smart-City-Käfigen für die Versuchsmenschen.

  7. Aufgeschrieben vor 150 Jahren: “ Die bürgerlichen Produktions-und Verkehrsverhältnisse die bürgerlichen Eigentumsverhältnisse, die moderne bürgerliche Gesellschaft, die so gewaltige Produktions- und Verkehrsmittel hervorgezaubert hat, gleicht dem Hexenmeister, der die unterirdischen Gewalten nicht mehr beherrschen vermag, die er heraufbeschwor.“
    Manifest der Kommunistischen Partei MEW4
    Imperialismus die heutige Gesellschaftsform!
    Wer heute nach Erklärungen sucht warum die Welt so ist wie sie ist, braucht nur nachlesen, es ist alles erklärt. Die Menschheit muss sich nur entscheiden was sie macht. Folgt sie weiter den Weissagungen der heute herrschenden „Eliten“, dann endet sie, wie auch immer, im Chaos. Oder nimmt sie das Heft des Handels selber in die Hand, Analysiert mal den „Real Existierenden Sozialismus“, der übrigens noch lange kein wahrer Sozialismus war. Dazu fehlte ihm noch einiges, was letzten Endes auch zu seinem Untergang führte. Und versucht aus den Fehlern zu lernen, ohne auf die Weissagungen derer zu hören, für die eine andere Gesellschaftsordnung, wie die heutige, die reinste Pest ist.
    Zum 100. Geburtstag der KP Chinas sagte Xi Jinping, „jetzt fangen wir an den Sozialismus aufzubauen, das war Anfang des Jahres 2021. Ja, warum redet, seit ewigen Zeiten, die ganze westliche Welt vom kommunistischen China, wenn dieses gerade anfängt den Sozialismus aufzubauen. Und aufzubauen heißt noch lange nicht Sozialismus. Nein, die Chinesen haben ganz einfach Marx, Engels und Lenin besser verstanden, dann da ist eine Grundthese: die Ökonomie steht vor der Ideologie, also erst wenn ich die ökonomischen Grundlagen geschaffen habe kann ich mit dem Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft beginnen. Die ganzen letzten Jahrzehnte hat China die Armut im Land bekämpft und seine Wirtschaft auf das heutige Niveau gebracht und wo es steht wissen wir alle. Und wenn es alles richtig macht wird es noch einige Zeit kapitalistische Betriebe in China geben, sie sind eben im Aufbau begriffen und noch lange nicht fertig.
    Wir haben auch gute Voraussetzungen, wir müssen „nur“ das Richtige daraus machen. Es wird nicht einfach, aber es bleibt der Menschheit nichts anderes übrig, will sie nicht im Chaos landen. Und das es geht zeigt gerade diese Zeit, es sind die unterschiedlichsten Menschen auf den Straßen. Das dürfen nur nicht wieder so schnell vergessen. Der Imperialismus selbst bereitet den Menschen den Weg!
    „In seinem monopolistischen Stadium treibt der Kapitalismus die Vergesellschaftung der Produktion in einem Ausmaß voran, daß die Kapitalisten, ohne es zu wissen und zu wollen, die objektiven materiellen Vorbedingungen für den Übergang zum Sozialismus schaffen – allerdings nur die Vorbedingungen.“
    „In seinem monopolistischen Stadium treibt der Kapitalismus die Vergesellschaftung der Produktion in einem Ausmaß voran, daß die Kapitalisten, ohne es zu wissen und zu wollen, die objektiven materiellen Vorbedingungen für den Übergang zum Sozialismus schaffen – allerdings nur die Vorbedingungen.“
    „Die Produktion wird vergesellschaftet, die Aneignung jedoch bleibt privat. Die gesellschaftlichen Produktionsmittel bleiben Privateigentum einer kleinen Anzahl von Personen. Der allgemeine Rahmen der formal anerkannten Konkurrenz bleibt bestehen, und der Druck der wenigen Monopolinhaber auf die übrige Bevölkerung wird hundertfach schwerer, fühlbarer, unerträglicher.“
    Lenin Imperialismustheorie

  8. Die Finanzhilfen bewirken eine Vermögensumschichtung über die EU an die Konzerne (ebenso wie der ACT-Accelerator nur diesen Zweck hat). Kredite, die die EU an Unternehmen vergibt, werden als Derivate von den EIB an Interessenten verkauft. Wenn der Kredit nicht bedient wird, fällt das Unternehmen als Beute an sie.

    xhttps://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_21_4204 (ohne x)

  9. Hallo Herr Röper,

    die Theorie das im Rahmen der Coronahilfen so arg viel Geld bei den Massen gelandet sein soll ist wahrscheinlich nicht zu halten. Die Ersatzleistungen liegen für die Normalos weit unter der 100% Marke des normalen Verdiensts.

    Sicher haben da auch einige den Reibach gemacht, aber nicht viele.

    Die aktuelle Inflation hat wohl die gleichen Ursachen wie die Gaspreisexplosion und ist die eigentliche klassische Inflationsgrundlage. Die Händler halten bei sich andeutender Knappheit, oder wenn die Gelegenheit günstig ist, einfach Waren zurück um später höhere Preise erzielen zu können.

    Aber das kann natürlich auch keine alles umfassende Erklärung sein, da gibt es so viele Faktoren und Einflussgrößen, die kein Experte wirklich auch nur im Ansatz erfassen könnte, das eigentlich jede Erklärung gleich falsch wie richtig sein muss. Aber den Einfluss des des Handels sollte man nicht unterschätzen. Erzeuger und Verkäufer haben meist andere Probleme und meist überhaupt nicht das Gewicht, zudem kommen ja auch noch diese Termingeschäfte, da geht dann richtig Kasino.

    Mich überzeugt zum Beispiel die aktuelle Strompreisentwicklung nicht. Die Erneuerbaren bekommen ihre Pauschalpreise, Gas wird in Wirklichkeit, für Großabnehmer ganz sicher, gar nicht teurer, Braunkohle muss nur aus dem Boden gekratzt werden. Bleiben noch Steinkohle und Uran, werden auch teurer, klar, die Frage ist nur ob diese Faktoren allein eine Erhöhung um 25% in kurzer Zeit wert sind.

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