Wirtschaftskrieg

Das russische Fernsehen über die Folgen der Sanktionen

Die Sanktionen werden Russland und Europa mit voller Wucht treffen. Lediglich die USA sind nicht betroffen, weil sie kaum Handel mit Russland treiben.

Dass die Sanktionen nur Europa und Russland treffen, während die USA kaum Handel mit Russland treiben, ist allgemein bekannt. Die USA sind nicht einmal bereit, kleinste Opfer für ihre eigene Politik zu bringen. Während sie die EU dazu drängen, auf russisches Gas zu verzichten, das etwa 40 Prozent des europäischen Gasbedarfs deckt, sind die USA nicht bereit, auf russische Öllieferungen zu verzichten, obwohl die nur drei Prozent des US-Verbrauchs ausmachen.

Die EU will nun möglichst schnell auf LNG, also auf Flüssiggas, umsteigen. Das allerdings wird die Preise für Strom und Heizung explodieren lassen und trotzdem ist nicht genug LNG vorhanden, um den europäischen Bedarf zu decken. Und selbst wenn es auf den Weltmärkten vorhanden wäre, können die vorhandenen LNG-Terminals in Europa nur 150 Milliarden Kubikmeter pro Jahr anlanden, es müssen aber 200 Milliarden Kubikmeter russisches Gas ersetzt werden.

Das russische Fernsehen hat am Sonntag einen Bericht über die Auswirkungen der Sanktionen gebracht, der aufzeigt, wie radikal sich das Leben auch in Europa demnächst ändern wird. Ich habe den Beitrag des russischen Fernsehens übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Die von der Europäischen Union auf Betreiben der Vereinigten Staaten verhängten anti-russischen Sanktionen werden nicht nur für uns schwerwiegende Folgen haben. Sie werden einen Bumerang-Effekt auf die gesamte europäische Wirtschaft haben. Um genau zu sein, haben sie bereits Wirkung gezeigt. Die Gaspreise in Europa brechen Rekorde. Das sind gute Nachrichten für amerikanische LNG-Lieferanten. Für die europäische Industrie und die Menschen ist das eine schlechte Nachricht.

Aus Europa berichtet unsere Korrespondentin Anastasia Popowa.

Die Belgier sind heute Morgen sehr überrascht aufgewacht, als Diesel zum ersten Mal in der Geschichte des Königreichs teurer wurde als Benzin. Der Preis ist höher. liegt bei 2 Euro pro Liter, und er steigt weiter. Auch die Stromrechnungen sollen aufgrund der hohen Stromkosten mindestens verdoppelt werden. Die Lebensmittelpreise steigen, das Land erlebt eine Rekordinflation von über 7,5 % pro Monat. „Sie lenken uns von den wahren Problemen, der Inflation und der Arbeitslosigkeit ab. Was hier geschieht, ist eine Katastrophe“, sagt dieser Belgier.

Die Wirtschaft hat sich kaum von der Pandemie erholt, da kommt ein neuer Schlag. Wenn man Waren nicht versenden kann, können Sie nicht bezahlt werden.

„70 % unserer Produktion werden exportiert. Auf die Ukraine, Weißrussland und Russland entfallen 20 % unserer Ausfuhren. Wir haben die schwerwiegenden Folgen der Krise bereits zu spüren bekommen. Die Exporte sind schwierig, fast unmöglich, die Lastwagen stehen an den Grenzen, aber wir glauben nicht mehr, dass unsere Kunden uns bezahlen können“, klagt Paul Lefebvre, Geschäftsführer der Brauerei Lefebvre.

In Südeuropa gibt es ähnliche Tendenzen. In Italien meldete sich der ehemalige Minister für Industrie, Handel und Handwerk, Paolo Savona, zu Wort: „Ich war davon überzeugt, dass Sanktionen gegen Russland verhängt wurden, bis ich an die Tankstelle gekommen bin“, twitterte er.

Flugzeuge fliegen nicht: Wenn die zurückgerufenen russischen Flugzeuge in die europäische Flotte aufgenommen werden, verspricht das den Boeing- und Airbus-Werken ein Jahr Stillstand und einen Verlust von etwa 80 Milliarden Dollar. Experten befürchten eine Unterbrechung der globalen Transport- und Logistikketten auch bei der Ölversorgung. Russland ist weltweit der zweitgrößte Produzent des schwarzen Goldes, und etwa die Hälfte seiner Exporte gehen in NATO-Länder.

„Es wird zu einer großen Störung der globalen Logistik kommen und die Leute werden sich um Öl prügeln. Es ist eine Krise der Lagerbestände, der Logistik und der Zahlungen, die durchaus das Ausmaß der Ölkrisen der 1970er Jahre annehmen könnte“, sagt Daniel Yergin, Vizepräsident bei IHS Markit.

Die Internationale Handelskammer, die 45 Millionen Unternehmen in mehr als 100 Ländern vertritt, fordert den Internationalen Währungsfonds auf, den nationalen Regierungen zu helfen, aber der IWF ist noch nicht einmal in der Lage, das Ausmaß der Katastrophe zu beurteilen.

„Die Lage ist weiterhin äußerst unbeständig, die Aussichten sind äußerst unsicher und die wirtschaftlichen Folgen sind bereits sehr ernst. Die Sanktionen gegen Russland werden auch erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte haben und erhebliche Sekundäreffekte auf andere Länder auslösen“, so der IWF.

Die Weizenpreise nähern sich einem Allzeithoch, auch die Preise für Mais und Gerste steigen stark an. Weder lassen sich in Europa alternative Lieferanten finden, noch ist es möglich, völlig abrupt auf russische Energieträger zu verzichten.

Bulgarien ist zu 94 % von unserem Gas abhängig. „Reduzierte Gaslieferungen könnten über griechische Terminals erfolgen, aber das erfordert ernsthafte diplomatische und technische Arbeit“, sagte Ivan Hinovski, ein Energieexperte.

Auch in Deutschland werden zwei neue LNG-Terminals gebaut, aber das Problem ist, dass es auf der Welt nicht genug LNG gibt, um alle zu versorgen. Europa wird sich mit Asien darum prügeln, wer den besseren Preis anbieten kann.

Diese Woche wurde ein weiterer Rekord aufgestellt: über 2.000 Dollar pro Tausend Kubikmeter Gas. Die Briten werden gewarnt, dass bei diesem Tempo jede Familie fast 400 Euro für Strom und Gas zahlen muss. Die EU rechnet mit der Hilfe Katars und der USA.

„Wir arbeiten daran, unsere Energieversorgung zu diversifizieren. Wir erhöhen in der Tat die LNG-Lieferungen, so dass für diese Heizperiode genügend vorhanden ist, und wir verdoppeln die erneuerbaren Energien, was die intelligenteste und sauberste Lösung ist, um von russischen Energieträgern unabhängig zu werden“, sagte Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission.

Die Spanier, die viel in erneuerbare Energien investiert haben, würden dieser Aussage widersprechen. Im Winter haben sich die Investitionen nicht gelohnt, der Wind wehte nicht, und jetzt weigert sich die Regierung, denen zu helfen, die Kredite aufgenommen und alles für den Bau von Solarparks ausgegeben haben. Über 60.000 Menschen sind bereits pleite gegangen.

„Wir haben von der Regierung erfahren, dass sie uns nicht mehr bezahlen und subventionieren wird. Man kann sich nicht vorstellen, dass der Premierminister des eigenen Landes einen in den Bankrott treibt“, sagt Cesar Vea, Besitzer eines Solarkraftwerks.

Auf dem Metallmarkt schoss der Preis für Palladium in die Höhe, da Russland bis zu 50 Prozent des Marktes für diesen Rohstoff kontrolliert, der für die Herstellung von Elektronik – von einfachen Laptops bis hin zu Flugzeugsystemen – von entscheidender Bedeutung ist. Auch die Preise für Edelgase – Neon, Helium, Argon und Xenon – steigen. Sie sind für die Herstellung von Mikrochips unerlässlich. Titan hat sich um ein Viertel verteuert, auf Titanlieferungen aus Russland sind sowohl Boeing – zu einem Drittel -, als auch Airbus – zu zwei Dritteln – angewiesen. Der Westen schafft es nicht, die eigenen Verluste durch seine eigenen Sanktionen zu minimieren, aber einzelne Politiker gieren nach mehr.

„Wir sollten versuchen, alle russischen Banken vom SWIFT-System abzukoppeln und uns weigern, Energieträger nach Europa zu importieren. Wir sollten auch nicht vergessen, dass Weißrussland gleichermaßen an dieser Aggression gegen die Ukraine beteiligt ist und dass auch gegen dieses Land Sanktionen verhängt werden sollten“, sagte der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis.

Die Sanktionen gegen die weißrussischen Kaliproduzenten, die zusammen mit Russland etwa 40 % des Weltmarktes beherrschen, haben bereits zu einem Preisanstieg geführt und stellen die Zukunft der diesjährigen europäischen Ernte in Frage. Russland ist weltweit ein wichtiger Lieferant von Düngemitteln. Die Landwirtschaft ist ein wichtiges Thema bei den französischen Präsidentschaftswahlen.

„Wir sollten uns in erster Linie um die Zahlungsfähigkeit der Franzosen kümmern. Sanktionen, ja, aber ohne solch katastrophale Folgen. Versetzen Sie sich in die Lage der Landwirte, die Dünger zum fünffachen Preis kaufen und nicht wissen, wie sie diesen Monat über die Runden kommen sollen“, sagte die französische Politikerin Marine Le Pen.

Doch für den französischen Wirtschaftsminister Bruno Le Maire verblassen die Probleme seiner Landwirte angesichts des Sanktionswahns. „Wir werden einen totalen wirtschaftlichen und finanziellen Krieg gegen Russland, Wladimir Putin und die Regierung führen, aber auch das russische Volk wird für die Folgen zahlen“, sagte er.

Der Begriff „totaler Krieg“ wurde erstmals in den Memoiren des kaiserlichen Kriegsherrn Erich Ludendorff geprägt. Im Jahr 1935 veröffentlichte Nazi-Deutschland sein Buch mit dem Titel. Der französische Minister musste sich für seine Worte entschuldigen.

Aber was in Europa in Bezug auf die Russen geschieht, hat traurige Parallelen. Ein russischer Diplomat wurde in Vilnius angegriffen. In Deutschland werden Drohbriefe verschickt, russischsprachigen Menschen wird die medizinische Behandlung verweigert und bei der russischen Botschaft gehen Hunderte von Beschwerden wegen Diskriminierung aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit ein. Die Münchner Philharmoniker haben den prominenten Dirigenten Valery Gergiev entlassen, die Scala hat den Vertrag mit Anna Netrebko aufgelöst. (Anm. d. Übers.: Das ist keine Falschmeldung, tatsächlich hat ein Münchner Krankenhaus russischen Patienten schriftlich die Beendigung ihrer Behandlung verkündet, darunter waren auch krebskranke russische Kinder)

In der Tschechischen Republik kann jede Äußerung von Sympathie oder Verständnis für Russland zu einer Straftat werden, die mit einer dreijährigen Gefängnisstrafe geahndet wird. Neun Personen wurden deshalb bereits festgenommen. In einigen Restaurants werden keine Russen bedient. In britische Häfen dürfen russische Schiffe nicht einlaufen. In London werden Anwälte, die Russen verteidigen, der Unmoral bezichtigt.

Die Franzosen verhalten sich wie Piraten, sie halten russische Schiffe und Yachten ohne Grund für Durchsuchungen fest, sie beschlagnahmen sie in Erwartung eines Prozesses. Sie üben Druck auf Kinder aus und entfernen alle russischen Bücher aus den Geschäften, einschließlich der Lehrbücher für Russisch.

„Die Europäer reagieren so, weil es nur einseitige Informationen gibt, eigentlich nur Propaganda. Und sie ist intensiv. Es gibt eine Menge Fakes, alles wird sehr emotional dargestellt. Das sind Methoden der Informationskriegsführung. Manche Menschen erhalten persönliche Drohungen. Ich habe bereits Drohungen erhalten. Einer russischen Frau wurde das Auto mit blauer und gelber Farbe beschmiert“, sagte der Schriftsteller Dmitry de Koshko.

In ganz Europa sind alle alternativen Sender verboten. RT und Sputnik und ihre Accounts wurden in allen sozialen Netzwerken und auf allen Plattformen gesperrt. In einigen Ländern sind russische Medien nicht mehr verfügbar.

In Italien werden Vermögenswerte russischer Staatsbürger in Höhe von 140 Millionen Euro beschlagnahmt. Woran das erinnert, hat Milorad Dodik, Mitglied des Präsidiums in Bosnien und Herzegowina bewertet: „Alle legalen oder vielmehr nicht legalen Maßnahmen im Sinne von Verboten, Enteignung und Wegnahme von Eigentum russischer Bürger, die wir in der EU und in der Welt sehen, erinnern mich daran, wie die Nazis jüdische und serbische Häuser beschlagnahmten. Sie nahmen ihnen alles weg und schickten sie in Lager. Noch haben sie nicht gesagt, dass Konzentrationslager für Russen eingerichtet werden sollten, was aber sehr zu erwarten ist.“

Viele Menschen hatten Angst, sich offen für Russland auszusprechen. Einige nehmen schüchtern Clips für soziale Netzwerke auf und bringen Blumen. Aber woanders demonstrieren sie in der Öffentlichkeit. Das passiert in Montenegro. Und in Serbien marschierten etwa 50.000 Menschen und schwenkten eine riesige russische Flagge. Im Zentrum Belgrads, in der Nähe des Denkmals von Nikolai II., hielten die Menschen Ikonen, Porträts des Präsidenten, Fahnen der DNR und der LNR in die Höhe, sangen „Katjuscha“, brannten Feuerwerkskörper ab und spielten die russische Nationalhymne.

Zur gleichen Zeit haben die Franzosen und Rumänen, eingeschüchtert durch europäische Zeitungen, Jodpräparate weggekauft, denn die westlichen Medien säen Panik und versichern, dass die Russen jetzt Atomanlagen bombardieren – das KKW Saporischschja. Daher bestehe die Gefahr, dass Europa von einem Atomkrieg überdeckt werde.

Aber alle europäischen Länder haben Waffen, die sie eilig in die Ukraine schicken wollen. Spanien schickt vier Transportflugzeuge, obwohl ein Teil der Regierungskoalition dagegen ist. Norwegen schickt Granatwerfer. Die Dänen schicken Panzerabwehrwaffen und haben nichts dagegen, Menschen dorthin zu schicken, privat und freiwillig.

„Nach unserer Meinung sollte aus rechtlicher Sicht nichts gegen Reisen in die Ukraine sprechen. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden“, sagte Mette Frederiksen, Ministerpräsidentin von Dänemark.

Die Schweiz bricht ihre jahrhundertelange Neutralität und hat sich den anti-russischen Sanktionen angeschlossen. London, das an allen europäischen Treffen teilnimmt, skizziert gemeinsame und weitreichende Pläne.

„Erstens: Putin muss in der Ukraine verlieren. Wir helfen der Ukraine, sich zu verteidigen. Unsere Verteidigungswaffen werden jetzt eingesetzt, um russische Panzer aufzuhalten. Zweitens müssen wir diese Aggression abschrecken. Wir stärken die Ostflanke der NATO und unterstützen die europäische Sicherheit mit einem gemeinsamen Expeditionskorps unter britischer Führung“, sagte die britische Außenministerin Liz Truss.

Doch die NATO wird den Luftraum über der Ukraine nicht schließen, so der gemeinsame Beschluss eines Dringlichkeitsgipfels in Brüssel. Die Ukraine wird nicht in die NATO aufgenommen, das stehe nicht mehr auf der Tagesordnung, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz. Die Chefin der Europäischen Kommission mahnte, die Aufnahme der Ukraine in die EU nicht zu überstürzen – die Risiken, auch die wirtschaftlichen, seien zu groß. Geld muss trotzdem ausgegeben werden: Mehr als eine Million Menschen haben die Grenze überquert und nun stellt die Versorgung der Flüchtlinge einen neuen, nicht vorgesehenen Ausgabenposten für den europäischen Haushalt dar.

Ende der Übersetzung


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

17 Antworten

  1. Auch wenn man versucht, das alles emotionslos und sachlich zu beurteilen, man hat kaum eine Chance dazu. Selbst Menschen, die in der Materie stecken, sind nicht mehr in der Lage irgend einen nachvollziehbaren Sinn darin zu erkennen. Es geht um Geld und Macht, ging es aber immer, jetzt sich selbst auf allen Seiten dermaßen zu schädigen hat schon was von Selbstkasteiung, nur kann ich das „höhere Gute“ darin nicht erkennen. Cui bono? Klar, die USA sind im Augenblick der Sieger auf ganzer Linie. Die Absicht, Europa zu schwächen und den eurasischen Kontinent zu spalten, geht voll auf.
    Russland muss doch auch klar gewesen sein, was nach einem Angriff auf das Kernland der Ukraine passieren wird. Das größte Land der Erde hat zwar die meisten Reserven, aber auch die nützen nur bedingt, wenn das innere Gefüge dabei zerbricht. Alle Seiten gehen davon aus, den kommenden sozialen Unfrieden beherrschen zu können. Die Vorbereitungen dazu laufen doch schon seit vielen Jahren. Was ist eigentlich mit China? Es fällt schon extrem auf, wie man China im Augenblick mit Samthandschuhen anfasst. China ist doch auch in einer sehr komfortablen Situation. Russland muss seine Rohstoffe verkaufen, um zu überleben und China wird sie preiswert bekommen. „Europa wird an Bedeutung verlieren, die Zukunft liegt in Asien“(Helmut Schmdit). Ein schwaches Europa kann für China auch nur von Vorteil sein. Und Indien? Auch 1,4 Milliarden Menschen. Absolutes Schweigen dazu im medialen Blätterwald. Unsere Wirtschaft wird nicht untergehen, aber extrem leiden. Die Zombies werden verschwinden, aber viele gesunde dabei mitnehmen. Der soziale Frieden ist aber die große Unbekannte. Ich möchte mir eigentlich überhaupt nicht ausmalen, was passieren wird, wenn das alles erst einmal bei den Menschen angekommen ist. Dann wird es auch auf Dauer nichts mehr nützen, Russland für alles als Schuldigen an den Pranger zu stellen. Frierende, arbeitslose und verarmende Menschen wird man nur mit extremer Gewalt bändigen können. Wenn dann noch der Finanzmarkt einbrechen sollte, was eigentlich jetzt schon klar ist, was dann? Weltwirtschaftskrise, Schuldenschnitt, digitaler Euro, bedingungsloses Grundeinkommen? Die stellen alles wieder auf NULL und hoffen, dass es so funktioniert. Dann bin ich aber im Himmel, wohl doch eher in der Hölle und schaue mir das von oben oder unten an. Wer gestern Homeoffice gesehen hat, konnte die Diskussion über die „Strippenzieher“ live verfolgen. Meine Meinung dazu: Es gibt ganz sicher eine Gruppe von Interessenverbänden, die bestimmte Fäden ziehen und sich gegenseitig stützen und schützen. Ob es einen Plan gibt, da bin ich mir nicht so sicher. Für mich sieht das eher aus, als spielt man russisch Roulette.

    1. „Ob es einen Plan gibt, da bin ich mir nicht so sicher.“

      Pläne gibt es schon seit einem Jahrhundert. Der gewaltigste Verbündete ist die Menschenrechts-Einbildung, die man den Menschen einflößt, weshalb sie trotz aller Gewaltakte im Ausland und in der Vergangenheit „nicht glauben können“, dass es dieses Mal SIE selbst sind und dass es keines der agressiven Computerspiele ist.

      Das sind die strategischen Päne der RAND Corporation von 2019
      https://www.rand.org/content/dam/rand/pubs/research_briefs/RB10000/RB10014/RAND_RB10014.pdf

      Kommt Ihnen davon etwas bekannt vor?

      Und das ist aus dem Vortrag eines STRATFOR-Beraters im Jahr 2015:
      https://data-matter.tvwfc.co.uk/videochannel/russia/v-5535_03032022/

      Alles offen, alles öffentlich – eine Open Conspiracy sozu sagen. Die „Stärke“ ist, dass es stets offen war. Wenn Ihnen jemand freundlich ins Gesicht lächelt bei einer feierlichen Veranstaltung und Ihnen mitteilt, dass er Sie umbringen wird – werden Sie ihm die glauben. Weil die Botschaften – Lächeln, Veranstaltung – und der Inhalt – Beschreibung der Gewalttat, die jemand plant – nicht zusammenpassen. Man hat im Westen gelernt, zu jeder Grausamkeit zu grinsen und zu – hoffen vor allem, denn: es wird ja viel angekündigt, und immer gehofft, dass es nicht eintrifft.

      Was wäre, wenn das og. in absehbarer Zeit nicht eintrifft, sondern ein anderer Anlass zum Ernstfall erkoren ist? Man würde sich erneut trösten, so, wie man jetzt ja auch wegen der Impfpflicht lockerlässt: kein Land außer Deutschland will sie einführen, die Österreicher haben sie losgelassen, also SCHEINT doch wieder alles in Ordnung – bis Oktober dann, bis wieder irgendein Zaubervirus medial dargestellt wird, und der „neue“ Impfstoff bereit steht, falls dann nicht anderes wichtiger ist ….

    2. Zitat: „China ist doch auch in einer sehr komfortablen Situation. Russland muss seine Rohstoffe verkaufen, um zu überleben und China wird sie preiswert bekommen. “
      Hm…. Also, wie bisher zu lesen war, wollen China & Indien sich nicht an den Sanktionen beteiligen…das sind immerhin über 3 Mrd. Menschen….. Die Rohstoffpreise explodieren & RF wird sie evt. an China & Indien etwas preiswerter abgeben als an andere aber ganz sicher nicht weit unter Marktwert…..
      Und es gibt ja auch noch andere Länder, die sich nicht unendlich noch mehr verarmen lassen wollen/sollen & können….
      Es geht sicher alles langsamer aber wer mit „weniger Arbeit mehr Geld verdient“ wird merken, dass das Hamsterrad eben doch keine Karriereleiter war/ist.

      „Frierende,arbeitslose & verarmte Menschen“ werden wohl eher nicht Revolutionen anzetteln, sie haben mit dem Überleben zu tun….fast überall auf der Welt lebt man inzwischen in der virtuellen Welt….. man wird damit zu tun haben, wieder zu lernen mit einfachen Mitteln zu leben – ganz in der Realität….

    3. „Russland muss doch auch klar gewesen sein, was nach einem Angriff auf das Kernland der Ukraine passieren wird.“

      Da ich Putin für einen Menschen halten, der bis weit über die/meine Schmerzgrenze hinaus rational handelt (und z.B. in Syrien mit denselben Türken verhandelt, die gerade einen seiner Piloten abgeschossen haben), gehe ich davon aus, dass ihm und seiner Führungscrew die möglichen Folgen sehr wohl bewusst waren – und dass er es also vorgezogen hat, diese in Kauf zu nehmen, um weit Schlimmeres zu verhindern.
      Thomas hat ja auch schon mehrfach sowas gemutmaßt.
      Ein „Kandidat“ sind die von ihm berichteten Funde zu Drohnen und Biowaffen in der Ukraine. Dann gibt es noch die ursprünglichen Pläne, am 8.3. den Donbass und die Krim anzugreifen, an denen ich auch nicht zweifeln würde.
      Aber das Gefährlichste sind aus meiner Sicht die atomaren Bedrohungsszenarien:
      In Charkiw haben Nazis und staatliche Truppen (ist ja sowieso dieselbe braune Soße) den mir bisher völlig unbekannten Forschungsreaktor zur Sprengung vorbereitet = wenige dutzend Kilometer von der russischen Grenze entfernt.
      Aber ich weise nochmals darauf hin: Tschernobyl ging 1986 nur deshalb so „glimpflich“ ab, weil zehntausende sowjetischer Soldaten (und die wurden meist prinzipiell fern der eigenen Heimat stationiert, haben sich also nicht für ihre engsten Verwandte geopfert) sich geopfert haben, um den Reaktor zuzuschütten. 5.000 Tote sind offiziell berichtet worden, es dürften aber weit mehr gewesen sein und noch heute viele darunter leiden.
      D.h., wenn in EINEM Reaktor wie dem in Tschernobyl eine Kernschmelze aufgrund eines „Bedienfehlers“ eintritt (kein Sprengstoff erforderlich!), und der Wind ungünstig steht (in den höheren Schichten weht er ja auch oft von Ost nach West), dann haben wir hier mehr als nur auf 35 Jahre verseuchte Pilze und Blaubeeren oder Wildschweinfleisch als radioaktiven Sondermüll. Allein in Tschernobyl stehen aber noch 3 weitere solche Reaktoren. Die sind zwar „abgeschaltet“, aber noch am „Abklingen“, d.h., man muss nur die Puffermittel aus den Reaktoren rausziehen – und die Kernschmelze beginnt. Dasselbe in den 15 weiteren Reaktoren der Ukraine. 18x MEHR als Tschernobyl dürfte nicht nur Russland bis zum Ural sondern eben auch Mittel- und teilweise Westeuropa (also Deutschland auf jeden Fall) auf Jahrzehnte komplett unbewohnbar machen.
      Und es gibt (für Putin und uns) leider KEINEN Grund anzunehmen, dass die irren Faschisten in der Ukraine und ihre koksende Marionette Selenskij nicht bereit wären, solche eine Katastrophe herbei zu führen.
      Dagegen ist selbst ein weltweiter wirtschaftlicher Zusammenbruch „Peanuts“.

  2. eine weitere wirtschaftliche Eigensanktion wird der Flüchtlingsstrom gen Westen sein. Er wird auf eine Wirtschaft im Abschwung mit Teile- und (bald auch) Rohstoffmangel treffen.
    Die EU-Sanktionen waren das Ziel der Amerikaner, und sie wurden radikaler umgesetzt als man sich das hätte vorstellen können. Selbst Blinken schien sprachlos bei der Pressekonferenz. Vielleicht ist ihm auch gerade ein Licht aufgegangen, dass wenn der europäische Absturz zu schnell geht, die Cowboys auch mit dabei sind.
    Die EU hat ein Eigentor geschossen. Und nichts wird die Ideologen kurzfristig von ihrem Kurs abbringen. Außer vielleicht die Börse macht so weiter wie letzte Woche.

  3. Getreu dem „Nato-Motto“…..:

    Die yankee’s in Europa – die Russen aus Europa – und Deutschland unten zu halten…

    …und die „politiker“ sowie ein beträchtlicher Teil des Volkes schreien wieder Hurra….. 🤮🤮

  4. Mir kommt das immer mehr so vor, wie das, was George Orwel schrieb. Wir befinden uns quasi in Ozeanien. Es fehlt nur noch der „Big Brother“. Obwohl, mit NSA und Co. haben wir da schon gute Vorläufer.

  5. Die EU wird auseinanderbrechen. Deutschland braucht aus den Nachbarländern Strom, denn wir produzieren selbst nicht genug. Wenn es aber knapp wird, dann werden wir die Europäische Solidarität kennen lernen. Das haben wir schon bei Corona gemerkt, als Russland Italien helfen musste, da der Rest der EU zuerst nur an sich gedacht hat. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Nachbarn uns vom Netz abkoppeln, da sie den Strom selbst benötigen. Dann gehen hier die Lichter aus und auch die Heizungen bleiben kalt. Wenn Deutschland als Zahlmeister dann ausfällt, dann werden die anderen Länder auch nicht mehr in der EU bleiben, wenn sie für den Ausfall Deutschlands zur Kasse gebeten werden.
    Mit dem Ausfall der EU wird dann der USA auch der Verbündete wegfallen, was diese extrem schwächen wird.
    Es hat wirklich ein neues Zeitalter begonnen. Die USA haben sich mit der Strategie Russland mit dem Krieg in der Ukraine zu schwächen ins eigene Knie geschossen. Oder sogar etwas höher.
    Wie dem auch sei, eins ist sicher der wirtschaftliche Untergangs Deutschland, da wir es nicht geschafft haben in den letzten 10 Jahren eine Energiewende hinzubekommen, die diesen Namen auch verdient. Mit PV Anlagen und Windmühlen werden wir nicht weit kommen.

  6. Es gab vor 2 Tagen die Meldung von Reuters, dass hohe US-Beamte nach Venezuela reisen wollen um mit Maduro darüber zu sprechen, dass man ja wieder deren Öl handeln könnte.
    Die Reise war gestern und laut Reuters wurde keine Vereinbarung getroffen.

    Also man sieht, dass die USA verzweifelt nach Ersatz für russisches Öl suchen und dabei die mit Russland befreundeten Staaten versuchen zu sich zu ziehen. Ich hoffe Maduro weiß, dass er in Russland und China langfristige befreundete Staaten hat und in USA eben nicht.

    1. Das wundert mich überhaupt nicht. Jede Raffinerie ist auf eine spezielle Ölsorte ausgelegt. Das bedeutet, man kann nicht ohne enormem technischen Aufwand und den damit verbundenen Kosten, von den Umrüstzeiten einmal ganz abgesehen, schnell einfach zu einer anderen Ölsorte wechseln. Nachdem der von den USA initiierte Putsch in Venezuela gescheitert war und dementsprechend das für bestimmte Raffinerien benötigte Öl nicht zur Verfügung stand, musste man das Öl wohl oder übel in der benötigten Qualität in Russland kaufen. Mit stark steigender Tendenz. Nachdem nun auch die USA in Erklärungsnot geraten, wieso sie andere Länder zu Sanktionen gegen Russland im Energiesektor drängen, aber selbst die Genehmigungen für den Import russischen Öls bis zunächst Juni verlängert hatten, kommt anscheinend langsam Panik auf. Die Spritpreise in den USA sind ein hochpolitisches Thema. Wie brisant die Lage ist, würde den Versuch erklären mit dem Erzfeind Maduro Kontakt aufzunehmen, um die möglichen Ausfälle aus Russland zu kompensieren. Man kann nur hoffen, dass Maduro knochenhart agiert und neben der Rücknahme aller Sanktionen auch die Freigabe der völkerrechtswidrig beschlagnahmten Gelder Venezuelas verlangt, ohne dabei zu vergessen, wer Venezuela in den bittersten Stunden beigestanden hat.

  7. Baerbock hatte vor wenigen Wochen getönt, dass ihre (also die US-amerikanische) Russland-Politik das deutsche Volk erhebliche Opfer kosten würde. Das ist minuziös eingetreten und fast noch untertrieben. Trotzdem scheinen die allermeisten Deutschen noch nicht kapiert zu haben: sie stützen diese Regierungsbande, die das deutsche, das russische, das ukrainische Volk unentwegt betrügt (in einem Maße, wie es die Welt noch nicht gesehen hat), weiterhin. Weder in den Umfragen, noch auf der Straße ist was zu erkennen. Als ob sie hypnotisiert wären.
    Was soll man da noch sagen, warum soll man man sich da noch aufregen. Arbeitswillige Menschen sollten ihre Koffer packen und anderswohin gehen, die Welt ist immer noch groß genug. Für Rentner, die auf das dt. Gesundheitssystem angewiesen sind, in das sie ein halbes Jahrhundert und länger eingezahlt haben, ist das schon schwierigger.

  8. Hallo Thomas,
    Du hattest doch berichtet, dass es für die Gaslieferungen mit Europa langfristige Verträge zu knapp 300 Euro pro 1000 Kubikmeter bestehen.
    Ist da auch jetzt noch so?

    Das würde ja heißen, dass der horrende Preis von derzeit 4.000 Dollar erst im Westen entsteht, weil natürlich erst einmal kräftig spekuliert und gezockt werden muss…

    Ist das richtig so?

    Danke für Deine unermüdliche Arbeit!!!

  9. „um von russischen Energieträgern unabhängig zu werden“, sagte Ursula von der Leyen“

    Die iss genau so blöd, wie sie blond ist. Die könnte sich mit MaiLab zusammentun – wobei letztere ja zumindest nicht blond ist.

  10. Der Subtext zur headline des Artikels sagt doch schon alles: „….Nur die USA sind nicht betroffen, weil sie kaum Handel mit Russland treiben…“ Das ist sie doch, die hintertueckische US Politik in Reinkultur. „America first“ und die europaeischen, insbesondere die deutschen Getreuen, folgen bereitwilligst und vergessen (verdraengen), dass sie nicht auf Bidens, sondern auf der Payroll des deutschen Steuerzahlers bzw. der deutschen Interessen stehen. Worin besteht eigentlich noch der Unterschied zwischen deutschem Regierungshandeln und Prostitution?

  11. Die blöden Deutschen Micheklköpf werden an ihrer eigenen Dummheit zu Grunde gehen. Ab in die Diaspora.

    Nachdem, was ich an maßloser Dummheit in den vergangenen 2 Jahren (besser 3) kennengelernt habe, habe ich meinen Glauben an die Teutonen verloren. Das dumme Volk ist nicht überlebensfähig.

    Ich begeb mich in die Diaspora. Kultur hin, kultur her. Wenn die Erben dieser Kultur nicht fähig sind, jenes Erbe zu bewahren, dann ist das nicht mehr mein Volk, so gerne ich hier lebe.

    привет руссия

  12. “ Und selbst wenn es auf den Weltmärkten vorhanden wäre, können die vorhandenen LNG-Terminals in Europa nur 150 Milliarden Kubikmeter pro Jahr anlanden, es müssen aber 200 Milliarden Kubikmeter russisches Gas ersetzt werden.“

    Die Situation ist noch schlimmer als die Gegenüberstellung von 200 zu 150 Mrd m³ suggeriert. Denn die LNG-Terminals sind ja aktuell auch schon zum Teil ausgelastet. Die Menge, die dort bisher schon angelandet wurde, muß also von der vorhandenen Kapazität von 150 Mrd. noch abgezogen werden. So beziehen einige Länder wie Belgien, GB aber meines Wissens auch Frankreich schon jetzt LNG. Angenommen, die Terminals wären nur zu 50% ausgelastet, wäre schon nur noch eine Kapazität von 75 Mrd m³ vakant. Damit fehlten Kapazitäten von 125 Mrd m³, was etwa den gesamten Gasimporten Deutschlands entspräche.

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