Westliche Politiker

Das russische Fernsehen über die Inkompetenz westlicher Politiker

Im Westen werden Regierungsposten mit Politikern und nicht mit Fachleuten besetzt, was dazu führt, dass oft Menschen Minister werden, die von ihrem Ressort keine Ahnung haben. In Russland schaut man auf diese Eigenheit des Westens mit Unglauben, wie ein Kommentar des russischen Fernsehens mal wieder zeigt.

Dass Ministerposten im Westen oft mit Menschen besetzt werden, die keinerlei Ahnung, Ausbildung oder Erfahrung in dem Ressort haben, für das sie verantwortlich sein sollen, ist nicht neu und ich habe das in meinem Buch „Abhängig beschäftigt“ ausführlich aufgezeigt. In dem Buch habe ich auch erklärt, warum diese Inkompetenz in Regierungspositionen kein Zufall, sondern gewollt ist. Außerhalb des Westens setzen Staaten hingegen darauf, Fachleute zu Ministern zu machen, die von ihrem Ressort auch etwas verstehen. Fachleute zu Ministern zu machen, ist im Westen hingegen nicht gewollt und wird als „Technokratenregierung“, einem negativ besetzten Begriff, bezeichnet.

In Russland schütteln die Menschen immer die ungläubig die Köpfe, wenn sie erfahren, welche Ausbildung und Berufserfahrung Minister im Westen mitbringen, denn für Russen ist es undenkbar, dass ein Minister von seinem Ressort keine Ahnung hat. Das weißrussische Fernsehen hat mich nach der Ernennung der neuen deutschen Regierung interviewt und nach dem Interview fragte mich der weißrussische Redakteur im Privatgespräch etwas ungläubig, ob es nur ihm so vorkomme, dass kein einziger neuer deutscher Minister auch nur einen blassen Schimmer von dem hat, wofür er nun Verantwortung tragen soll.

Ich habe bereits darüber berichtet, dass die britische Außenministerin sich vor einigen Tagen nach Kräften blamiert und eine sehr ironische Reaktion des russischen Außenministeriums provoziert hat. Den Vorfall hat der Moderator des allwöchentlichen Nachrichtenrückblicks des russischen Fernsehens zum Anlass für einen Kommentar über die Kompetenz heutiger westlicher Regierungsmitglieder genommen, den ich übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Wenig Bildung: Die Ignoranz der britischen Außenministerin

Wir haben schon oft über die Verschlechterung der westlichen Diplomatie gesprochen. Das ist ein Teil des gesamten Musters abnehmender Kompetenz in westlichen Regierungen. Die Inkompetenz hat zu der Energiekrise in Europa geführt. Die Inkompetenz treibt die Osterweiterung der NATO voran und bringt die Welt in die Gefahr der Vernichtung. Entscheidungen, die nicht auf Fachwissen gestützt sind, sind Abenteurertum. Verständlicherweise sind die Ergebnisse dann enttäuschend, was zu Aggressionen und dem Wunsch führt, anderen die Schuld zu geben. Im Westen ist es bereits üblich, Russland die Schuld zu geben.

Wie, bitte schön, ist es möglich, irgendeine nur halbgebildete Person zur Außenministerin Großbritanniens zu ernennen? Erinnern Sie sich, dass sie es war – Elizabeth Truss – die in Estland in einem Panzer wie ein moderner Zentaur herumfuhr. Sie hat Russland gedroht. In dieser Woche hat sie sich erneut hervorgetan, indem sie in Australien ihre Ignoranz aufblitzen ließ: „Die Ukraine ist ein stolzes Land mit einer jahrhundertelangen Geschichte. Sie haben schon früher Invasionen erlebt, von den Mongolen bis zu den Tataren. Sie haben unter staatlich geförderten Hungersnöten gelitten. Ihre Widerstandsfähigkeit ist sehr groß. Wenn sie müssen, werden sie kämpfen, um ihr Land zu verteidigen“

Und sofort sah sich Miss Truss mit vernichtenden Fragen von Maria Sacharowa, der Sprecherin des russischen Außenministeriums, konfrontiert:

  1. Wie viele Jahre sind zwischen den beiden Invasionen, der Mongolen und der Tataren, vergangen?
  2. Wurde das Leiden der Ukrainer unter dem Faschismus nicht erwähnt, weil es unbedeutend war oder weil die britische Krone den deutschen Nationalsozialismus bis in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts nicht nur unterstützte, sondern von ihm angerührt war?
  3. Welcher Bildungseinrichtung hat Frau Truss ihr Diplom verliehen?

Sacharowa spielt damit eindeutig auf den mehr als bescheidenen Bildungsstand der Leiterin der britischen Diplomatie an – sie hat wenig Ausbildung genossen, hat, wie es in der UdSSR hieß, eine Partei- und Komsomol-Karriere gemacht und in jungen Jahren Ministerposten bekleidet, die sie wie Handschuhe gewechselt hat: Ministerin für Umwelt, Ernährung und Landwirtschaft, Bildungsministerin, Justizministerin, Ministerin für Außenhandel, Außenministerin… Wie gefällt Ihnen diese Bandbreite?

Es ist auch interessant, wen man in Europa mit dem Amt des Verteidigungsministers betraut… Die deutsche Gynäkologin Ursula von der Leyen ist jetzt Chefin der Europäischen Kommission und ehemalige deutsche Verteidigungsministerin. Die deutsche Verteidigungsministerin ist jetzt Juristin, Christina Lambrecht. Ihre Amtskollegin, die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles, ist ebenfalls Juristin. Florence Parly, eine gelernte Finanzfachfrau, ist Frankreichs Verteidigungsministerin.

Das ist übrigens eine Atommacht…

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

8 Antworten

    1. Das ist wirklich eine „systemisches Problem“.
      Ich meine, Juristen und Politikwissenschaftler (obwohl denen da auch nur Mist beigebracht wird), u.ä., als „gewählte Regierende“ könnten ja ausreichen, um die ganz Chose zu verwalten – wenn sowieso NGO’s und Think Tanks’s regieren – soweit wenigstes dort Fachleute das Sagen hätten.
      Das ist aber äußerst fraglich – dort sitzen die gleichen Leute.

      Beispiel – jüngst bin ich zufällig auf diese Truppe gestoßen:

      Agora Energiewende
      Anna-Louisa-Karsch-Straße 2
      10178 Berlin

      Geschäftsführung
      Smart Energy for Europe Platform (SEFEP) gGmbH
      Markus Steigenberger

      _____://www.agora-energiewende.de/

      Ich versuche immer, heraus zu bekommen, „was das für ein Verein ist“, wer dahinter steckt, etc..
      Und nun schauen wir mal, was da so bei „über uns“ zu finden ist, und wer zum „Theam“ gehört:

      ______://www.agora-energiewende.de/ueber-uns/team/

      Das sind mehr als 100 Leute – und ich habe mir mal die Mühe gemacht, jeden auf seine Qualifikation hin anzuschauen (fast jeden – die, bei denen es offensichtlich war, habe ich mir erspart)

      Ich habe dort sage und schreibe 4 oder 5 Leute gefunden, denen man in der Frage „Energie“ und „Energieversorgung“ von ihrer Ausbildung her eine Fachkompetenz zutrauen könnte.

      Und selbst in der naturwissenschaftlich – technischen Ausbildung ist es ja inzwischen von Fall zu Fall fraglich, ob das, was dran steht, auch drin ist ….mal abgesehen von einer möglichen Korrumpierung, weil ja auch der Naturwissenschaftler gut leben will.

  1. Wenn ein Fachmann einen Posten in der Politik bekleidet, dann heißt es in den Medien immer abwertend, dass es sich nicht um einen Berufspolitiker handelt. Ich sage dann immer, dass ist der beste Qualitätsnachweis, dass dieser Mensch für den Posten hoch qualifiziert ist.
    Damit die Konzerne ihre Politik durchdrücken können, müssen die Politiker korrupt oder aber dumm sein. Am besten beides. Am liebsten aber sau dumm wie Karlchen. Spahn hat sich für seine Gesundheitspolitik noch richtig schmieren lassen und zurecht von Thomas den Tittel Bundeskorruptionsminister bekommen. Aber Karlchen glaubt wirklich an das was er verbreitet und setzt die Politik ohne Schmiergelder um.

  2. Kennt jemand noch die Muppet Show?

    Frage: Was ist der Unterschied zwischen der Bundesregierung und den Muppets.

    Antwort: Die Muppets waren lustig.

    Gemeinsamkeit: Sie bewegen sich nur durch die Hand, die in ihnen steckt. D.h. sie sind komplett fremdgesteuert.

    1. Dieser aufgeblähte, ständig wachsende Wasserkopf von „Geistesschaffenden“, den wir uns da leisten (weil wir es können), erscheint mehr und mehr auch als eine Form verdeckter Arbeitslosigkeit …Die erfinden da auch immer wieder eine neue „Geisteswissenschaft“ – meist mit ganz tollem englischen Namen … und in jüngere Zeit treffen die sich mit den Digitalisierungswahnsinnigen – da ergeben sich Synergien, die jede Gelddruckmaschine an ihre Leistungsgrenzen bringt …

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