Mariupol

Das russische Fernsehen über die Lage Mariupol: „Die Menschen sind befreit, die Nazis belagert“

Die Berichte über die Lage in Mariupol unterscheiden sich in Ost und West diametral voneinander. Hier zeige ich, wie das russische Fernsehen über die Lage in der Stadt berichtet.

Da ich selbst vor weniger als zwei Wochen in Mariupol gewesen bin und auch Journalisten kenne, die die Stadt danach besucht haben, kann ich die Lage in der Stadt recht gut beurteilen. Daher weiß ich aus erster Hand, dass die Berichte im Westen unwahr sind, denn tatsächlich sind die Kämpfe in der Stadt vorbei, wer es möchte kann die Stadt mit Bussen verlassen, während denen, die bleiben wollen, humanitäre Hilfe gebracht wird, während man versucht, wieder ins Leben zurückzufinden.

In seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick hat das russische Fernsehen natürlich auch über Mariupol berichtet und ich habe den russischen Bericht aus und über Mariupol übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu berichtete dem Oberbefehlshaber Wladimir Putin am Donnerstag bei einem persönlichen Treffen im Kreml über das wichtigste Ereignis der Militäroperation in der Ukraine, die Befreiung von Mariupol: „Die Streitkräfte der Russischen Föderation und die Kräfte der DNR-Volksmiliz haben Mariupol befreit. Die Überreste der nationalistischen Formationen haben sich in das Industriegebiet des Asowstal-Werks geflüchtet.“

„Der Abschluss der Kämpfe zur Befreiung von Mariupol ist ein Erfolg. Ich gratuliere Ihnen. Übermitteln Sie den Truppen ein Wort des Dankes. Ich möchte, dass sie alle wissen: In unserem Verständnis sind sie alle Helden. Im Verständnis von ganz Russland. In diesem Zusammenhang müssen alle sozialen Garantien bedingungslos erfüllt werden. Aber ich habe den Eindruck, dass selbst das nicht ausreicht. Wir müssen über zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen nachdenken und in einigen Fällen darüber, wie wir das Andenken unserer Kameraden, die wahren Heldenmut bewiesen und ihr Leben für das friedliche Leben unseres Volkes im Donbass und für die Sicherung des friedlichen Lebens und der Existenz Russlands selbst geopfert haben, aufrechterhalten können. Diese Leute haben das durch ihre Taten und ihre Einstellung zu ihrem Eid verdient“, sagte das Staatsoberhaupt.

Nach 2014 wurde Mariupol zur wichtigsten Hochburg der radikalen Nationalisten im Donbass. Bis März hatten sich dort mehr als 8.000 Asow-Kämpfer und ausländische Söldner versammelt. Jetzt gibt es dort etwas mehr als 2.000 von ihnen und sie sind im Asowstal-Werk blockiert. Die Operation in Mariupol dauerte 57 Tage. Wahrscheinlich hätte die Stadt auch schneller eingenommen werden können. Die Hauptschwierigkeit bestand jedoch darin, dass die Nazis auf ihrem Rückzug Zivilisten als Deckung benutzt haben. Deren Leben musste geschützt werden. Nun gibt es in Mariupol viel zu tun, um das friedliche Leben aufzubauen.

Das Militär muss sich noch mit den Radikalen von Asow auseinandersetzen, die sich in der Anlage verschanzt haben. Der Präsident hat beschlossen, dass ein Frontalangriff keinen Sinn macht. Das Leben unserer Soldaten ist wichtiger. Die Nationalisten werden früher oder später selbst herauskriechen.

„Was diejenigen betrifft, die sich in der Asowstal-Anlage versteckt haben und dort und gründlich blockiert sind, so benötigen wir etwa drei bis vier Tage, um auch diese Arbeit in Asowstal abzuschließen“, sagte Schoigu.

„Ich halte die vorgeschlagene Erstürmung des Industriegebiets nicht für angemessen. Das ist ein Fall, in dem wir daran denken sollten – daran sollten wir immer denken, aber in diesem Fall umso mehr -, das Leben und die Gesundheit unserer Soldaten und Offiziere zu schützen. Es ist nicht nötig, in diese Katakomben zu gehen und unterirdisch durch diese Industrieanlagen zu kriechen. Riegeln Sie das Industriegebiet so ab, sodass keine Fliege rausfliegen kann. Fordern Sie alle, die ihre Waffen noch nicht niedergelegt haben, erneut auf, das zu tun. Die russische Seite garantiert ihnen ihr Leben und eine würdige Behandlung im Einklang mit den einschlägigen internationalen Rechtsinstrumenten“, sagte Putin.

Übrigens sind die USA entweder nicht bereit zu akzeptieren, dass die russische Militäroperation in der Ukraine erfolgreich ist und ihre Ziele erreicht, oder sie haben ein anderes Ziel. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, erklärte am Freitag, die ukrainischen Streitkräfte hielten Mariupol noch immer: „Wir gehen davon aus, dass die ukrainischen Streitkräfte ihre Stellungen weiterhin halten, und es gibt allen Grund zu der Annahme, dass es sich bei der Medienshow von Präsident Putin und seinem Verteidigungsminister, die wir in den letzten Stunden gesehen haben, um weitere Desinformationen aus ihrem abgedroschenen Spielbuch handelt.“

Der Sprecher des US-Außenministeriums hat einen Fake veröffentlicht. Warum, erklärte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, General Konaschenkow: „Die gewohnheitsmäßigen Versuche des Sprechers des US-Außenministeriums zu lügen, dass der Nazi-Abschaum angeblich die Kontrolle über Mariupol behalte, sind ein Fake und direkte Hilfe für Terroristen von hoher staatlicher Ebene. Das US-Außenministerium desinformiert seine eigenen Bürger und alle anderen gewohnheitsmäßig. Die Ukraine selbst und ihre Einwohner in Mariupol und anderen Städten sind für Washington nur von Interesse, wenn es um die Gewinne aus den Waffenlieferungen dorthin und den Kampf gegen Russland „bis zum letzten Ukrainer“ geht, wie alle amerikanischen Satelliten mit Hilfe des US-Außenministeriums wiederholen.“

Die Amerikaner brauchen den Krieg bis zum letzten Ukrainer. Ihnen ist es auch wichtig, keine Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine zuzulassen.

„Haben Sie jemals gehört, dass Herr Price die Parteien ernsthaft zu Verhandlungen aufgefordert hat? Nein. Er macht solche provokativen Äußerungen, die nur darauf abzielen, die Situation in der Ukraine aufzuwühlen und eine aggressive Stimmung unter der ukrainischen Armee, den ukrainischen Kämpfern und so weiter zu schüren“, betonte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.

Ja, und Europa ist auch nicht in der Stimmung für Verhandlungen. Schließlich war es der Chef der europäischen Diplomatie Josep Borrell, der alle mit der Aussage schockiert hat, der Ukraine-Konflikt müsse auf dem Schlachtfeld entschieden werden. (Anm. d. Übers.: Das war in der Tat eine revolutionäre Erklärung vom Chefdiplomaten des „europäischen Friedensprojektes“ – die Details finden Sie hier)

„Aus dem Munde eines Euro-Beamten, eines Euro-Bürokraten, hat der kollektive Westen, angeführt von den Vereinigten Staaten, vorgeschlagen, dass in der Ukraine alles auf dem Schlachtfeld entschieden werden muss. Es vergehen einige Tage, in denen die LNR und DNR aus eigener Kraft und mit viel Mut die Oberhand in Mariupol gewinnen und die Stadt befreien. Und was hören wir als nächstes? Es war doch das westliche Konzept, dass alles auf dem Schlachtfeld entschieden werden sollte, und dann kommt ein amerikanischer Diplomat und sagt, dass das alles nicht stimmt“, sagte Sacharowa empört.

Wie wurde das strategisch wichtige Mariupol eingenommen und wie ist die Lage in der Stadt nach der Befreiung? Ein Bericht unserer Kriegskorrespondenten aus Mariupol.

Die Meeresbrise entfaltet die schwarz-blau-rote Trikolore. Die Flagge der Donezker Volksrepublik wurde auf dem höchsten Punkt von Mariupol gehisst. Von nun an steht die Stadt unter der vollständigen Kontrolle der russischen und DNR-Streitkräfte. Die Reste der Asow-Nationalisten und der ausländischen Söldner, die sich ihnen angeschlossen haben, sind nur noch im Werk Asowstal zu finden. Gemeinsam mit Kämpfern einer DNR-Einheit des Innenministeriums betreten wir das Industriegebiet. Diese ehemalige Zementproduktionsstätte wurde erst kürzlich zurückerobert.

Die Industriegebäude hier sind eine ideale Befestigung, die nicht leicht zu durchbrechen ist. Aus diesem Grund gibt es jede Minute Artilleriebeschuss. Jetzt trifft etwas Schweres auf die Betonhöhlen der Kämpfer des Kiewer Regimes, die hier weiterhin Deckung suchen. (Anm.: Im Beitrag ist eine schwere Explosion zu hören) Und das war ein Gruß von den Artilleristen.

Während die Artillerie das Nachbarquadrat weiter bearbeitet, bewegen wir uns auf die andere Flanke, hier ist bereits die Frontlinie. Die Kontaktlinie verläuft nun entlang der Grenze dieses Gebäudes. Dieses Gebäude wird von den Truppen der DNR-Volksmiliz kontrolliert, aber das Gebäude mit den beiden Rohren befindet sich bereits unter der Kontrolle der Asow-Nationalisten. Hier ist es besser, vor den Öffnungen zu hocken. Ein weiteres interessantes Detail ist, dass diese beiden Bauwerke durch einen unterirdischen Gang verbunden waren, den die Asow-Nationalisten zur Verlegung ihrer Truppen nutzten. Solche unterirdischen Katakomben verlaufen buchstäblich unter dem ganzen Territorium des Industriegebietes und des Unternehmens „Asowstal“. Sie wurden von den Nationalisten benutzt, um sich heimlich zwischen ihren Deckungen zu bewegen.

Unterirdische Verbindungsgänge, die sowohl oben als auch an den Seiten mit einer dicken Betonschicht versehen sind, werden von den Einheiten nicht gestürmt. Diese Korridore, die sich über viele Kilometer erstrecken, werden vermint, um zu verhindern, dass der Feind sie wieder benutzt.

„Wenn wir uns 2014 und 2015 versteckt haben und sie in voller Größe gegangen sind, hat sich jetzt alles geändert – sie verstecken sich jetzt und wir gehen in voller Größe. Acht Jahre haben wir darauf gewartet. Gott sei Dank ist es passiert“, sagt ein Mitglied der DNR-Volksmiliz.

Die Neonazis haben außerhalb der Deckungen keine Chance, unentdeckt zu bleiben. Eine Drohne entdeckt die Bewegung einer feindlichen Gruppe. Unter dem Ansturm unserer Einheiten ziehen sich die Nationalisten immer weiter in Richtung des Zentrums der Asowstal-Stahlwerke zurück. Während die Kämpfer des Kiewer Regimes immer tiefer in den Fabrikkellern eingepfercht sind, können die Bewohner des befreiten Mariupol endlich aus ihren Verstecken hervorkommen, in denen sie fast zwei Monate verbracht haben. Einige fahren zu ihren Verwandten, während diejenigen, die in der Stadt bleiben, ununterbrochen tonnenweise humanitäre Hilfe – Lebensmittel, Medikamente und Wasser – aus Lastwagen und Transportern erhalten.

Die Menschen lernen wieder, im Frieden zu leben. Schwere Technik räumt Blockaden und Schutt ab, die Infrastruktur wird wieder hergestellt. In Mariupol wurde eine Tankstelle wiedereröffnet, bisher die einzige in der Stadt. Die Preise sind in Griwna angegeben, es werden aber auch Rubel akzeptiert. Jetzt, da in Mariupol nicht mehr geschossen wird und die Straßen wieder sicher sind, suchen die Menschen nach ihren Angehörigen, über deren Schicksal sie seit Dutzenden von Tagen nichts wissen. Sie suchen nach ihnen und finden sie.

Ein Teil der schweren Ausrüstung und der Soldaten wird von Mariupol an andere Teile der Front verlegt. Aber es sind immer noch viele unserer Soldaten auf dem Gelände von Asowstal. Die Anlage ist vollständig belagert.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

4 Antworten

  1. Schöner Beitrag, aber wie aktuell ist er nun wirklich!? Was ist zu den ständigen angeblichen Berichten der asow nazis und jetzt angeblichen Zivilisten zu sagen? Können die dort unten überhaupt noch eine Verbindung nach außen haben? Und wenn ja wie und warum wird diese nicht elektronisch gestört? Wäre es nicht auch möglich einen Befehl von Kiew zur Aufgabe zu fälschen!? Das wäre imho legitim…!
    Woher will man genau wissen wie die Versorgungslage in den bunkern ist?
    Vielen Dank im voraus!

    1. Ich vermute die Kommunizieren über Elon Musks Starlink Satelliten. Die Ukrainische Armee benutzt die Satelliten für ihre Drohnen. Außerdem haben ihnen die Amis 5000 mobile Starlink Sets geliefert. Diese zu stören wäre nicht schwer weil man das Signal des Satelitten locker mit einem starken lokalen Sender überbügeln könnte. Richtwirkung der Antenne hin oder her müßte das mit viel Leistung klappen.

  2. OPERATION BARBAROSSA IN ZEITLUPE – DAS IST DIE OFFENSIVE KAPAZITÄT, DIE DIE USA IN DER UKRAINE BIS LETZTE WOCHE VORBEREITET HABEN

    Die USA haben in der Ukraine Militärstützpunkte unter amerikanischer Leitung errichtet, um fortschrittliche Waffen zu lagern, um Russland zu Lande, zu Wasser und in der Luft anzugreifen.

    Bei diesen Angriffsplänen weit über die russische Grenze hinaus war die Ukraine bereits eine Plattform mit dem Potenzial für nukleare Schlachtfeldoperationen ohne formelle Aufnahme in das Nordatlantikvertragsbündnis (NATO); ohne Akzeptanz durch die NATO-Mitgliedstaaten; ohne Verständnis oder Zustimmung der Ukrainer selbst……..

    Am 17. Dezember schlug das russische Außenministerium einen Nichtangriffsvertrag vor mit den USA, die ausdrückliche Bestimmungen enthielten, um über die Rücknahme dieser Drohung zu verhandeln………..

    Am 19. Februar sprach der ukrainische Präsident Wladimir Selenskyj in München seine Drohung aus, Atomwaffen auf ukrainischem Territorium zu stationieren; er drückte dies als seinen einseitigen Widerruf des Budapester Memorandums von 1994 aus, obwohl die Ukraine kein Unterzeichner des Abkommens war.

    „Das ist keine leere Prahlerei“, antwortete Präsident Wladimir Putin zwei Tage später in seiner Anerkennungsrede für Donezk und Lugansk am 21. Februar. Die Drohung der Ukraine, Russland anzugreifen, sei „eine ausgemachte Sache, es ist eine Frage der Zeit“, fügte Putin hinzu.

    Es ist das Unternehmen BARBAROSSA , der Deckname des deutschen Einmarsches von 1941,
    in Zeitlupe.

    Putin war auch in seiner Geographie spezifisch. „Ich möchte hinzufügen, dass das von den Amerikanern gebaute Maritime Operations Center in Ochakov [Ochakiv] es ermöglicht, die Aktionen von NATO-Schiffen sicherzustellen, einschließlich ihres Einsatzes von hochpräzisen Waffen gegen die russische Schwarzmeerflotte und unsere Infrastruktur an der gesamten Schwarzmeerküste.

    Einst beabsichtigten die Vereinigten Staaten, ähnliche Einrichtungen auf der Krim zu errichten, aber die Krim- und Sewastopolen vereitelten diese Pläne. Daran werden wir
    uns immer erinnern.“

    „Viele ukrainische Flugplätze befinden sich in der Nähe unserer Grenzen. Die hier stationierte taktische NATO-Luftfahrt, einschließlich Träger von hochpräzisen Waffen, wird in der Lage sein, unser Territorium bis zu einer Tiefe von bis zur Linie Wolgograd-Kasan-Samara-Astrachan zu treffen.

    Der Einsatz von Radaraufklärungsgeräten auf dem Territorium der Ukraine wird es der NATO ermöglichen, den Luftraum Russlands bis zum Ural streng zu kontrollieren.“……….

    Weiter……..
    https://canadianpatriot.org/2022/03/04/operation-barbarossa-in-slow-motion-this-is-the-offensive-capacity-the-us-was-preparing-in-the-ukraine-until-last-week/

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