Wirtschaftskrieg

Die EU und das russische Gas: „Schluss mit lustig“

Die EU-Staaten werden sich in diesen Tagen entscheiden müssen, ob sie auch im nächsten Monat noch Gas aus Russland bekommen wollen, oder nicht. Das russische Fernsehen hat die Situation beleuchtet.

Nachdem Polen und Bulgarien sich medienwirksam geweigert haben, russisches Gas mit Rubel zu bezahlen und Gazprom ihnen den Hahn zugedreht hat, ist klar, dass wir vor einem Showdown stehen. Entweder die EU-Staaten gehen auf die russische Regelung ein, oder der Gashahn wird zugedreht. Das russische Gas wird immer für den vergangenen Monat bezahlt, das bedeutet, dass in diesen Tagen die Gasrechnungen fällig werden, dann werden wir sehen, wie sich die EU-Staaten tatsächlich entschieden haben.

Das russische Fernsehen hat in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick einen ausführlichen Beitrag über die Lage gebracht, den ich übersetzt habe. Der Bericht ist auch deshalb sehr lesenswert, weil er von dem Deutschland-Korrespondenten kommt und es immer interessant ist, wie aus dem Ausland auf Deutschland geblickt wird.

Beginn der Übersetzung:

Schluss mit lustig: Die EU an ihrem eigenen Scheideweg

Gazprom hat den vollständigen Stopp der russischen Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien erklärt. Der Grund dafür war die prinzipielle Weigerung dieser Länder, für russisches Gas in Rubel zu bezahlen. Polen und Bulgarien erhalten nun dasselbe russische Gas von Deutschland im Wege des Revers. Wenn Deutschland sich ebenfalls weigert, in Rubel zu zahlen, dann wird auch der Revers für Bulgarien und Polen versiegen. (Anm. d. Übers.: Revers bedeutet, dass das Gas in die entgegengesetzte Richtung gepumpt wird. Früher kam das Gas aus Russland über Weißrussland und Polen nach Deutschland, jetzt pumpt Deutschland Gas nach Polen)

Als erstes hat danach die Tschechische Republik angekündigt, dass sie sich weigert, russisches Gas in Rubel zu bezahlen. Die Europäische Union spricht einhellig von Erpressung, von der Nutzung des Gases für politische Zwecke. Auf der anderen Seite stehen mehrere Tausend völlig unrechtmäßige Sanktionen gegen Russland, russische Unternehmen, Beamte und Einzelpersonen: Wie nennt man das? Ist das Einfrieren unserer Reserven in Höhe von 300 Milliarden Dollar keine Erpressung? Ja, sie sagen es direkt: Der Zweck der Sanktionen ist es, die russische Wirtschaft zu schwächen und sogar zu zerstören. Warum sind sie überrascht? Es ist Schluss mit lustig. Und es gibt welche, die das rechtzeitig erkannt haben.

Bloomberg berichtet, dass zehn europäische Käufer bereits Sonderkonten bei der Gazprombank eröffnet haben, um ihre Importe in Rubel zu bezahlen. Und der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte, dass die meisten der wichtigsten Partner dem von Russland vorgeschlagenen Schema der Bezahlung des Gases zugestimmt haben.

Wie ist die Lage in Europa? Dazu ein Bericht unseres Deutschland-Korrespondenten.

Das Thema der Woche in Europa ist Gas für Rubel. Der Zahltag rückt näher. Europa versucht verzweifelt, eine universelle Lösung zu finden, die es ihm ermöglicht, Gas zu bekommen, ohne gegen seine eigenen Sanktionen zu verstoßen.

„Unsere Antwort wird gemeinsam, unterstützend und geeint sein, denn wir glauben, dass das, was einem Mitgliedstaat widerfährt, allen gleichzeitig widerfährt“, sagte EU-Chefdiplomat Josep Borrell.

Eigentlich nicht, aber formell – wenn die Antwort „geeint“ ist – haben Polen und Bulgarien offenbar alles für alle entschieden. Am 27. April verkündete die polnische Regierung ihre Weigerung, in Rubel zu zahlen, was zu einem Stopp der Lieferungen von Gazprom führte. Doch Morawiecki und Co. gingen noch weiter: Sie verhängten Sanktionen gegen Russlands größten privaten Gaslieferanten Novatek. Green Energie, die polnische Tochtergesellschaft von Novatek, ist übrigens Eigentümerin eines Teils des polnischen Gasverteilungsnetzes. Infolgedessen waren mehrere Dutzend Bezirkshauptstädte von der Versorgung abgeschnitten.

„Bewohner, die mit Gas heizen, haben keine Heizung und keine Möglichkeit, ihr Abendessen zu kochen. Es gibt Hunderte von Kindern in unseren Einrichtungen, wie Kindergärten und Schulen. Das Problem betrifft auch die Mitarbeiter der Verwaltung, in den Büros gibt es kein warmes Wasser“, sagte Przemysław Renne, Bürgermeister der Gemeinde Mescisco.

Sie sollen nur nicht denken, dass sie nicht gewarnt wurden. Jemand musste leiden, damit humanitäre Erwägungen den einfachen Raub verdecken konnten: Alle Vermögenswerte der Novatek-Tochter, alles, worin Milliarden Euro investiert wurden, muss nun unter externe Verwaltung gestellt, das heißt konfisziert werden. Ähnliches war einen Monat zuvor mit Gazprom-Germania, der deutschen Tochtergesellschaft von Gazprom, geschehen, die jetzt von der Bundesnetzagentur verwaltet wird. Die war ganz überrascht, als Gazprom sich diese Woche weigerte, Zahlungen von seiner ehemaligen Exportabteilung anzunehmen, und die Agentur versteht nicht, wie das möglich ist. Wenn sie das tun, verhängen sie Sanktionen, aber wenn Russland es tut, ist es Erpressung.

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki sieht das so: „Wir werden uns dieser Erpressung nicht beugen, und ich möchte meinen Landsleuten versichern, dass diese Aktion von Putin und dem Kreml weder den Haushalt noch die Position Polens beeinträchtigen wird.“

Jetzt beeinträchtigt es sie nicht, aber das liegt daran, dass Gazprom immer noch seine vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Deutschland erfüllt, die über den Bedarf der Deutschen selbst hinausgehen und ihnen die Möglichkeit geben, das Gas mit einem kleinen Aufschlag weiterzuverkaufen. Polens Angeberei ist nicht teuer.

„Diese Woche hat sich Polen geweigert, Gaslieferungen aus Russland nach den neuen Regeln in Rubel zu bezahlen. Es wurde feierlich verkündet, dass russisches Gas nicht mehr benötigt werde und Polen es nicht mehr kaufen werde. In Wirklichkeit ist das nicht so. Nach der Einstellung der direkten Gaslieferungen aus Russland kauft Polen russisches Gas in Deutschland, von wo aus es über die Jamal-Europa-Pipeline nach Polen fließt. Der Revers beträgt 30 Millionen Kubikmeter pro Tag und entspricht fast genau den polnischen Bestellungen im Rahmen des Gasexportvertrags in den vergangenen Tagen“, sagte Gazpromsprecher Sergej Kuprijanow.

Bulgarien, das sich ebenfalls geweigert hat, in Rubel zu zahlen, ist in einer gleichzeitig einfacheren und schwierigeren Situation. Einfacher, weil das Klima mild ist, und schwieriger, weil es kein Deutschland vor der Tür gibt. Griechenland ist bereit, brüderlich zu helfen, aber man wird warten müssen, denn die Pipeline ist noch im Bau, was das Anlegen einer ausreichenden Reserve für den Winter gefährdet. Doch trotz der Risiken arbeitet Premierminister Kirill Petkov eindeutig nach der Methode: Kein Sinn, dafür aber das Codewort.

„Die Aussetzung der Gaslieferungen von Gazprom ist ein grober Vertragsbruch und eine Erpressung mit Zahlungen in Rubel durch Dritte, die weder die Gasversorgung noch das bulgarische Geld garantieren. Wir werden uns nicht auf eine solche Abzocke einlassen“, sagte Petkov.

Warum die Versorgung nicht garantiert ist, warum das Geld nicht garantiert ist, das ist unklar. Bulgarien hat sich all sein Energie-„Glück“ von dem Moment an selbst geschmiedet, als es das hervorragende Blue-Stream-Projekt auf Druck von keinem Geringeren als US-Senator McCain zum Scheitern brachte, bis zu dem Moment, als es sich weigerte, in Rubel zu zahlen. Durch Bulgarien verläuft jetzt Turkish Stream, es ist ein Transitland, darum grüßt Budapest und warnt vor Unannehmlichkeiten für den Fall, dass jemand in Sofia auf die Idee kommt, ungarisches, in Rubel bezahltes Gas zu stehlen. (Anm. d. Übers.: Blue Stream war eine geplante Pipeline, die Gas aus Russland durch das Schwarze Meer über Bulgarien in die EU bringen sollte. An dem Transit hätte Bulgarien Milliarden verdient, aber Bulgarien hat das Projekt auf Druck der EU-Kommission und der USA nach dem Maidan gestoppt)

„Die Nachricht, dass Gazprom seine Lieferungen nach Bulgarien eingestellt hat, kann Anlass zur Sorge geben. Die genaue Information lautet jedoch, dass Gazprom kein für Bulgarien bestimmtes Gas liefert. Der Transit, also Lieferungen über Bulgarien nach Serbien oder Ungarn, hängen laut Gazprom nicht davon ab“, sagte der ungarische Außenminister Péter Szijjártó.

Die Tschechische Republik wird sich Polen und Bulgarien wahrscheinlich anschließen. Ministerpräsident Fiala hat angekündigt, dass man sich weigert, Gas in Rubel zu bezahlen. Der russische Haushalt zumindest wird darunter nicht leiden, da der Gaspreis aufgrund dieser Nachricht auf 1.350 Dollar pro tausend Kubikmeter angestiegen ist, und das ist sicher nicht das Ende der Fahnenstange. Die EU ist an ihrem eigenen „Scheideweg“ angekommen: entweder Sanktionen, oder Gas zu einem mehr oder weniger vernünftigen Preis. Und es ist klar, dass sie sich im Moment für Gas entscheiden. Dank Russland, denn es hat den europäischen Politikern großzügig Raum für ihre verbalen Manipulationen gelassen.

„Wir, das heißt der OMV-Konzern, haben die Zahlungsbedingungen akzeptiert, ebenso wie Deutschland. Die Bedingungen wurden als im Einklang mit den Sanktionen stehend angesehen. Das war wichtig für uns. Und deshalb hat mir Präsident Putin bei unserem Treffen gesagt, dass das Gas weiterhin in vollem Umfang geliefert wird und dass wir in Euro bezahlen können“, sagte der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer.

So ist es. Die europäischen Geschäftspartner von Gazprom, zum Beispiel das deutsche Unternehmen Uniper, überweisen Euro an die Gazprombank. Allerdings werden sie sofort und zu hundert Prozent über die Moskauer Devisenbörse in Rubel umgetauscht. Das heißt, ab dem Zeitpunkt der Transaktion verlieren die europäischen Finanzinstitute die Möglichkeit, diese Mittel zu kontrollieren. Zum Beispiel, um sie einzufrieren. Und gleichzeitig ist der Rubel gegen eine Abwertung abgesichert. Alle wichtigen Sanktionen sind ins Leere gelaufen. Das ist die eine. Und zweitens: Was ist, wenn Russland beschließt, einen Keil zu treiben – Serbien und Ungarn Gas zu liefern und allen anderen den Gashahn zuzudrehen? Aus politisch-militärischen Gründen.

„Gemeinsam haben wir mehr als 5 Milliarden Dollar für Ausrüstung zur Selbstverteidigung der Ukraine bereitgestellt. Darin enthalten sind etwa 3,7 Milliarden Dollar, die Präsident Biden seit Beginn der russischen Invasion für die Ukraine zugesagt hat. Meine Reise nach Kiew hat meine Bewunderung dafür verstärkt, wie die ukrainischen Streitkräfte diese Fähigkeiten umsetzen. Die Ukraine ist eindeutig davon überzeugt, dass sie gewinnen kann, und jeder hier glaubt das auch“, sagte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin.

Am Dienstag versammelte der Pentagon-Chef seine Verbündeten auf dem US-Stützpunkt Ramstein. Eingeladen haben die USA, der Stützpunkt befindet sich auf deutschem Boden, aber die Deutschen sind nur als Gäste dort. Es trafen sich vier Dutzend Verteidigungsminister, darunter der ukrainische, also Vertreter aller Länder, die die USA mit unterschiedlicher Intensität und Zynismus in ihrem Stellvertreterkrieg mit Russland einsetzen. Dennoch besteht ein Unterschied zwischen beispielsweise Italien oder Frankreich, die Waffen an die ukrainische Armee liefern, und Polen und Rumänien, die bereits ihre Armeen an den Grenzen Russlands, Weißrusslands, der Ukraine und Moldawiens zusammenziehen. Es wurde vereinbart, eine Koordinierungsgruppe einzurichten, die sich monatlich mit dem militärischen Bedarf Kiews befasst. Aber der Überbringer der wichtigsten guten Nachricht war Deutschland.

„Wir haben beschlossen, die Ukraine zu unterstützen und Gepard-Flugabwehrsysteme dorthin zu schicken. Das ist genau das, was die Ukraine jetzt braucht, um ihren Luftraum zu schützen. Deutschland ist bereit, zu handeln“, sagte Bundesverteidigungsministerin Christina Lambrecht.

Es sieht so aus, als wäre das der Sieg! Deutschland beginnt endlich damit, etwas Schweres und kettengetriebenes an die Ostfront zu liefern. Im deutschen Fernsehen werden die Sozialdemokraten über den plötzlichen Wandel ihres Vorsitzenden Olaf Scholz befragt, der sich noch letzte Woche geweigert hatte, das zu tun. Was hat sich also geändert – hat Scholz keine Angst mehr vor dem Dritten Weltkrieg? Dabei ist es ganz einfach: Der Kanzler will Kanzler bleiben.

Die Opposition drohte am Mittwoch damit, eine Resolution durch den Bundestag zu bringen, die es erlauben würde, Scholz‘ Stellungnahme zur Frage der schweren Waffenlieferungen zu ignorieren, was unweigerlich eine Regierungskrise ausgelöst hätte. Daher machte die Koalition einen Gegenvorschlag, der akzeptiert wurde: die osteuropäischen NATO-Verbündeten werden für die Ausrüstung entschädigt, die sie nach Kiew schicken. Tja, und als Zugabe „polierte“ die Regierung die ganze Angelegenheit mit direkten Lieferungen von Flugabwehrsystemen auf. Die „Bild“ überträgt live aus einem Museum, in dem so ein Gerät zu sehen ist. Die Moderatoren sind begeistert: „Gepard“ ist nicht zwar „Leopard“, aber immerhin ein Panzer.

Der Journalist klettert auf den Panzer und ein Experte erklärt ihm, dass es sich um eine sehr gute Waffe handelt, die es den ukrainischen Flugabwehrkanonieren ermöglichen wird, niedrig fliegende Ziele zu bekämpfen. Und dann taucht ein Detail auf, das das Pathos der Nachricht deutlich mindert. Im Studio versuchte man, das nicht zu bemerken, aber der Reporter wiederholte es hartnäckig zweimal: „Die Ukraine erhält Flugabwehrkanonen aus Deutschland, aber Deutschland hat keine Munition. Er benötigt 500 Liter Kraftstoff für 100 Kilometer. Ersatzteile für diese Art von Flugabwehrsystemen sind sehr teuer. Der Gepard ist mit einem Radar ausgestattet, das den Luftraum abtastet; das wird es der Ukraine ermöglichen, ihren Luftraum zu schützen. Das große Problem bleibt jedoch die Munition.“

„Der Gepard feuert 1.100 Schuss pro Minute. Wenn man damit umzugehen weiß, ist er eine Luft-„Säge“, aber in Deutschland gibt es dafür nur Munition für 20 Minuten. Wenn man sie auf Dutzende von Fahrzeugen verteilt, ist es für jedes eine Salve. Jordanien und Katar haben Munition, aber sie verkaufen sie nicht. Brasilien hat 300.000 Schuss und ist bereit, sie gegen Bargeld zu liefern. Es gibt keine anderen Möglichkeiten – die Munition wird in der Schweiz hergestellt, und die Schweiz hat im Rahmen ihrer militärischen Neutralität die Lieferung von Munition an die Ukraine verboten. Entweder kauft Deutschland also die brasilianische Munition auf, von der ein erheblicher Teil für die Ausbildung verbraucht wird, oder das Thema „Gepard“ ist stillgelegt. Vielleicht ist letzteres das Ziel, denn Scholz sieht ganz klar den Unterschied zwischen den Risiken für Europa und die USA, wenn Russland zu einer möglichst harten Reaktion provoziert wird.

„Jede Unterbrechung der Gaslieferungen aus Russland wird Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Das ist klar, und die Regierung ist sich dessen auch sehr bewusst. Es handelt sich also nicht um einen der Fälle, in denen wir direkt Sanktionen verhängt haben, übrigens in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern, die selbst Energieexporteure sind, so dass sie sich in einer anderen Ausgangsposition befinden, zum Beispiel die USA“, sagte Scholz.

Die neuesten Statistiken für das Jahr: Zwischen März 2021 und März 2022 stiegen die Preise für Importkohle in Deutschland um 307 Prozent, für Gas um 304 Prozent und für Mineralölprodukte um 110 Prozent. Deutschland hat einen Vorrat an Benzin für vier Wochen. Die Sanktionen richten sich gegen diejenigen, die sie verhängen. Ein sechstes Paket ist auf dem Weg. Aber Russland ist trotzdem schuld. Jetzt wird es wieder um „Erpressung“ gehen, aber sie müssen es durchstehen, das ist es wert.

Die Chefin der Europäischen Kommission kommentiert die Situation um Polen und Bulgarien wie folgt: „Die Erklärung von Gazprom, dass es einseitig die Gaslieferungen an einige EU-Mitgliedstaaten unterbricht, ist eine weitere Provokation des Kremls. Aber es ist nicht überraschend, dass der Kreml fossile Brennstoffe nutzt, um uns zu erpressen.“

Bevor die Polen und Bulgaren ganz freiwillig ihre Weigerung bekundet haben, in Rubel zu zahlen, pumpte Gazprom Treibstoff in Übereinstimmung mit den vertraglichen Verpflichtungen, wenn nicht sogar darüber hinaus, nach Europa. Die Speicher sind bereits zu einem Drittel gefüllt. Und auch wenn von der Leyen das völlig ignoriert, schafft sie es dennoch, den Russen die Schuld an dem zu geben, was in den letzten Monaten der Kern der EU-Energiepolitik war, sie sagt ausdrücklich „wir“, also Polen und Bulgarien. „Wir haben den Gasfluss aus Russland bereits reduziert und dank der Pläne werden wir in der Lage sein, viel schneller von russischen fossilen Brennstoffen unabhängig zu werden. Und das ist auch richtig so. Und zwar für immer.“

„For good and forever“ sagte sie auf Englisch – das klingt schön, aber wenn etwas „für immer“ ist, kann es auch eine Strafe sein: Die Todesstrafe oder lebenslange Haft. Die britische Tageszeitung The Times sieht die Zukunft in etwa so: „Sagt irgendjemand Europa, dass die Ära des billigen Lebens vorbei ist? Die Inflationsraten in der Eurozone sind gelinde gesagt düster; ein 44-prozentiger Anstieg der Energiepreise treibt die Lebensmittelpreise in die Höhe. Zuvor wurden die niedrigen Lebenshaltungskosten auf Kosten der Umwelt erreicht und sie waren von Brennstoffimporten aus Russland abhängig. Trotzdem kann niemand jetzt den Mut aufbringen, seinen Wählern zu sagen, dass der frühere Lebensstandard und die früheren Preise nicht aufrechterhalten werden können. Für die beiden Grundbedürfnisse des Lebens – Nahrung und Energie – haben wir in den letzten 40 Jahren zu wenig bezahlt.“

Es wird um ein Vielfaches mehr bezahlt werden müssen, was bedeutet, dass die nächsten Generationen von Europäern weder in ihrer Jugend die gleichen Perspektiven, noch die Sicherheit im Erwachsenenalter, noch den Komfort im Alter haben werden. Eine glückliche Wendung ist heute nicht in Sicht, obwohl es allein ihre Entscheidung ist.

Es kann schnell gehen oder Jahrzehnte dauern, aber die Vergoldung wird verblassen und von dieser Milliarde abfallen. Das Tempo hängt davon ab, ob Russland gezwungen sein wird, diesen Prozess zu erleichtern. Und wenn das der Fall ist, wird der Begriff Kalter Krieg für die Europäer bereits in diesem Winter seine metaphorische Bedeutung verlieren.

Ende der Übersetzung


Werbung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

107 Antworten

      1. @Nuada
        Eine positive Entwicklung wäre vielleicht die Einsicht, dass das Hemd näher ist als die Hose.
        Was wollen wir denn von den USA, die bringen doch sowieso nur Unruhe und dumme, ja vollkommen verblödete Ideen ins Spiel. RU ist unser Nachbar, und mit RU zusammen kann der Drecksami abstinken.
        Der hat doch genug Baustellen auf der Welt.
        Aber vielleicht, das ist meine ureigene Meinung, steckt ja doch das Finanzjudentum dahinter.

        1. das Finanzjudentum stecjkt hinter dem Gebaren des Westens, das aber auch schon alles.Putin hasst die Oligarchen in sseinem Land, und würde sie am liebsten zum Teufel jagen- aber sie sind leider- noch- zu sehr in die Wirtschaft verstrickt.

          ZOG hat fertig.RUS/CH etc sind in 5 Jahren die dominante Macht, und damit ist der Drops auch gelutscht.

          1. „das Finanzjudentum stecjkt hinter dem Gebaren des Westens, das aber auch schon alles.“
            Täglich glüht der Hut aus Alufolie.

            Nicht dass ich abstreiten möchte, dass es dahinter mächtige Netzwerke gibt, aber „Finanzjudentum“ ist schon eine drastische Reduzierung der Realität.

      2. Welche positiven Entwicklungen versprichst Du Dir davon?, sagt Nuada…

        Mensch, sorry. Ist das denn so schwer zu verstehen ?

        Speziell das deutsche Volk wird erst dann zumindest mal beginnen mal objektiv darüber nachzudenken, wer an der ganzen Scheisse (erst mal des Verlustest von Wohlstand) die wesentliche Schud trägt, wenn der Fakt des Verlustes eben auch keine Theorie, sondern Wirklichkeit ist…

        Wenn man eben so weit ist, dass man nicht mehr darüber nachdenken muss, wie man den Mercedes am Laufen erhält, sondern sich welche Grundnahrungsmittel organisiert, welche auch essbar bleiben, wenn man keinen Kühlschrank mehr hat… der auch kühlt. !

        Erst dann … denkt der deutsche Michl…

        1. „Erst dann … denkt der deutsche Michl…“

          falsch, wie schon Heinrich Heine wusste:

          Der Deutsche gleicht dem Sklaven, der seinem Herrn gehorcht, ohne Fessel, ohne Peitsche, durch das bloße Wort, ja durch einen Blick. Die Knechtschaft ist in ihm selbst, in seiner Seele; schlimmer als die materielle Sklaverei ist die spiritualisierte. Man muß die Deutschen von innen befreien, von außen hilft nichts.

        2. Die Staatsmedien werden auch dann dem deutschen Michl erklären, dass ausschließlich Putin schuld ist und die Amis unsere Rettung wären, weil es dann zwar teuer, aber zumindest nicht ganz dunkel ist.
          Zur Erklärung: die Mehrheit der Berliner hat auch im April 1945 noch an den „Endsieg“ geglaubt, obwohl die russische Artillerie bereits vor den Toren Berlins zu hören war. Propaganda wirkt…

      3. Paul Craig Roberts schrieb vor kurzem:

        „Putins altmodische liberale Überzeugungen des 19. Jahrhunderts sind dem Satanismus des 21. Jahrhunderts in Washington nicht gewachsen. Putins altmodische Überzeugungen machen ihn und sein Land zu sitzenden Enten für Washington. Anscheinend hat Putin die UN-Ansprache von Chávez verpasst oder nicht verstanden.“

        Er wie ich sind seit Beginn des Konflikts der Meinung, dass Russland von Anfang an die Gas-Karte hätte ausspielen sollen. Dann wären Waffenlieferungen keine grosses Thema, für die USA schon, aber die Europäer hätten längst ganz andere Sorgen und würden sich um sich selbst kümmern.

        1. @Maddin

          Paul Craig Roberts ist ein Ami & daher nicht in der Lage wie ein Russe zu denken! DAS ist sein Problem… ER will Ami-typische Aktionen der verbrannten Erde…. Putin denkt nicht altmodisch sondern universell !
          Das ist nicht von Modeerscheinungen abhängig – dauert allerdings etwas länger bis auch der letzte Trottel versteht worum es geht!

          1. PC Roberts meint das wahrscheinlich positiv über Putin: Altmodisch wäre, im Vergleich zur Politik des Westens, auf althergebrachten Werten basierend, also Seltsamkeiten wie Aufrichtigkeit oder Vertragstreue.
            In den USA dagegen zählt der Vorteil über den Gegner mehr als Ehrlichkeit oder Zuverlässigkeit. Selbst das amerikanische Volk wird oft genug den Rivalitäten zwischen Reps und Dems geopfert.
            Man hält Gerissenheit für eine Tugend und lacht über Anstand.
            Wer da nicht mitmacht, ist ein Verlierer in den Augen der US-Politiker. Sie halten den Rest der Welt für naiv und inkompetent, weil es in den USA normales Business ist, die Gegenseite zu belügen und über den Tisch zu ziehen.
            Für die USA gibt es weder Freunde noch Gegner, nur Interessen, das hat schon Kissinger gesagt.
            So zynisch, wie das klingt, ist es auch. Da spielen Menschenleben keine Rolle. Es geht um Interessen, denen man ganze Länder opfert. Wenn das Völkerrecht dem entgegensteht, verabschiedet man ein Gesetz, das das legitimiert. Oder hält sich an eine Doktrin, die das Völkerrecht ignoriert (z. B. die Monroe-Doktrin).
            Während man die Ukraine zum großen Krisenfall der Demokratie ausruft, droht man den Solomon-Inseln, weil sie einen Nutzungsvertrag mit China abgeschlossen haben, dass man sich militärische Schritte vorbehält. Wenn dieses autonome Land dann von den USA überfallen werden sollte, wird es um die Freiheit gehen, also ist es dann für die Tagesschau auch ok.
            Bin mal gespannt, wie viel Unsinn wir noch erleben werden.

      4. Lehrstunden und zwar ganz gewaltig, die sind bei uns schon lange überfällig, weil, wenn man bemerkt, allein mit großen Mund gibt es keine warme Wohnung, Nahrung, nicht einmal mancheDröhnung für das Oberstübchen!

    1. Warum sollte Russland ohne Not den USA dabei behilflich sein, die EU zu zerstören?

      Bei Verweigerung der Zahlung nach den neuen Modalitäten ist ein Lieferverzicht natürlich eine andere Sache. Geld, auf das man nicht zugreifen kann, ist nichts wert. Russland handelt – im Gegensatz zu vielen EU-Ländern – nach seinen eigenen Interessen.

      Es erscheint mir eine typisch westliche Idee zu sein, zu handeln, um anderen zu schaden. So ticken die Russen nicht.

      1. Vielleicht weil auch Europa ein wirtschaftlicher Gegner der USA ist. Wie schon andere geschrieben haben, die USA kennt keine Freunde und der Wirtschaftskrieg USA-EU geht doch schon lange. Man denke nur an die Autobranche und die Androhung der verschiedenen Handelskriege in den letzten Jahren, Nordstream2 ebenfalls. Die Finanzkrise 2008 war auch ein schändlicher Akt den Euro wieder klein zu machen. Dieser krieg ist nicht nur ein Krieg gegen Rußland, es ist auch vornehmlich ein Krieg gegen Europa und Deutschland, denn wir werden das sicherlich nicht gut überstehen.

        1. Diev USA zündelt so lange bis die kriegerische Lösung auf EU Boden hergestellt ist.
          Bei unseren Politikern,unterbelichteten Volk , welches nichts bemerkt , wird das ein leichtes Spiel für die Amis!
          Am Ende , Amerika hat alles gewonnen, Europa ist verbrannte Erde!

    2. So lange man sich gegenseitig aushelfen kann, ist die Wirkung gleich Null, im Gegenteil so manches Land wittert eine neue Einnahmequelle.
      Vorne weg, Deutschland!
      Es wird immer unverständlicher, weshalb Russland nicht alle Rohre schließt. 2 Monate und der deutsche Michel rennt hinter einer Heizung hinterher, sogar bis nach Moskau und vielleicht wird dann unsere Regierung in diev Wüste geschickt.
      Aber Herr Putin wird sich weiter Zeit lassen…allmählich grübelt man! Ein leichter Sieg wird das nicht mehr,wer er nie, im Gegenteil , die Lage wird für die Soldaten immer tötlicher. Man schießt sie ab, wie die Dosen auf dem Jahrmarkt

    3. Den „Zonk“ haben die deutschen Verbraucher,ganz besonders die chem.Industrie.
      Die Kaste der EU-Politiker und Reichen,trifft es nicht so hart,das oft beschimpfte „Pack“ aber schon.Eigentlich ist es völlig egal,von wem wir abhängig sind (Russland oder USA).Am besten,wir hätten eine wirkliche Wahl.Das Protektorat Germany wird nicht von Berlin aus regiert. Russland finanziell auszuhungern ist eine Wunschvorstellung,Abnehmer für dessen Rohstoffe haben die genug.Ich erkenne nur die hinterhältige Strategie Deutschland zu schaden.

    4. Und der russische Präsident vielleicht wieder zu spät dran.
      Die EU, vor allem die deutschen Grünen, SPD, FDP(gibt es die noch?)schieben ihn ständig vor sich her…

      Die EU-Kommission schlägt ein Ölembargo gegen Russland vor und treibt damit den Erdölpreis weiter in die Höhe. Die Pläne der Kommission, die deren Präsidentin Ursula von der Leyen gestern vorstellte, sehen ein zeitlich abgestuftes, zum Jahresende aber endgültig in Kraft tretendes Verbot von Erdöleinfuhren aus Russland vor

    1. Hast Du scheeeeen gesagt. Ich mag Dich!

      Und von der Leyens Für immer, war der Sargnagel, den die EU noch brauchte. Egal was kommt, Russland wird mit der >EU< keine Geschäfte mehr machen. Aber letztlich bestimmt die Wirtschaft die Politik. Und da die EU nicht mehr Geschäftsfähig für Verhandlungen ist, wird spätestens nach den anstehenden Unruhen ein anderes Lied gesungen. Da Russland aber mit Sicherheit keinen Bock mehr auf das gezappel des Narrenschiffes hat, wird der Song dann wohl "Dexit" heißen o.ä.

      Natürlich nur, wenn Russland bis dahin nicht auch Polen, Tchechien und auch D desinfiziert…., äh ich meine entnazifiziert hat. Eganl wie die Sache für mich ausgeht. An dem Tag mach ich Party. Und wenn es die letzte ist. Das Warten hat endlich ein Ende. Das ist mir ein Besäufnis wert.
      https://t.me/HandtaRico

        1. Ich komme auch! Lass uns nach St. Petersburg fahren und einen drauf machen, dass die Wände wackeln (oder wir).
          Vielleicht kommt ja Thomas auch vorbei, dann können wir gemeinsam feiern und ein paar Wodkas trinken.

          На здоровье!

  1. mh, in Anspielung an den vorherigen Artikel von Thomas.
    Vieleicht denken die deutschen Politiker ja ökonomisch, warum soviel Gas noch kaufen, wenn die Ganze Party eh nicht mahr lange geht.

  2. Früher wäre man froh gewesen, die Rubel, die man aus irgendwelchen Rußlandgeschaften hatte, für den Kauf von Gas verwenden zu können. Aber die Russen wollten richtiges Geld, DM oder € und $. Heute wünscht und fordert und keift man, € als Bezahlung für Gas andienen zu können, aber die Russen wollen richtiges Geld, harte Rubel oder wenigstens Yüan oder Rupien.

    1. Mittelfristig sind die V.S.A. in Konkurrenz zur EU die Gewinner, der USD / EU Kurs wird vermutlich steigen. Langfristig … naja, lassen wir das. Eine schöne Frühlingswoche allen Lesern, Freunden und Feinden dieser Blogs!

        1. Das Gas gilt erst als bezahlt, wenn das Geld in Rubeln bei Gazprom eingegangen ist. Die Bankprozeduren vorher sind Sache des Kunden und gehen Gazprom gar nichts an. Wenn das Geld auf dem Bankweg wegen EU-Sanktionen verloren geht, ist das Risiko des Kunden. Wenn die Rubel bei Gazprom nicht eingehen, gilt das Gas als unbezahlt, der Kunde als in Verzug und die weiteren Lieferungen werden eingestellt.

  3. Sehr geehrter Herr Röper,

    wurde in dem Orginaltext wirklich die Aussage verwendet: „Es ist Schluss mit lustig.“ Kann ich mir nicht vorstllen.

    Und irgendwie klingen Sie manchmal, wie ein beleidigte Leberwurst, dass die „westlichen“ Medien und politischen Vertreter natürlich sagen, dass sich Russland an die Verträge halten muss. Sie müssen mal einen Anwalt nach einem verlorenen Verfahren hören, der sagt dann immer noch, dass er von seiner Seite überzeugt ist und im Recht ist.

    Ob das jetzt rechtens ist oder nicht, wenn Russland den Gashahn zudreht, ist egal, Russland kann es machen. Das müssten Sie doch inzwischen gemerkt haben, es hält sich keiner an Vereinbarungen. Und am Ende hat der Recht, der siegt. Und es sieht so aus, als ob derjenige siegt, der Recht hat.

    Kriege, Katastrophen müssen sein, sonst gibt es keinen Erneurungsprozess. Ist leider so.

    1. Die einen nennen es Erneuerung, die anderen nennen es Great Reset.

      Letztere dürften diejenigen sein, die das Drehbuch geschrieben haben. Es klappt doch alles wie am Schnürchen.

      Einfrieren von russischen Vermögen —> Russland ist gezwungen, die im Vertrag vereinbarte Zahlungsweise zu ändern —> EU-Politiker schreien Vertragsbruch und weigern sich —> Russland stellt die Lieferungen ein.

      Mission accomplished.

      Polen und Bulgarien haben schon planmäßig funktioniert, andere weigern sich noch. Ich fürchte, der Druck wird steigen und Scholz hat sowohl bei der Impfpflicht als auch bei der Panzerlieferung gezeigt, dass seine Aussagen keine allzu lange Haltbarkeitsdauer haben.

    2. Es ändert sich nur die Kontonummer, auf die die Rechnung in € überwiesen wird. Oder in US-Dollar, wenn einzelne EU-Staaten die Grünen Scheine im Keller schnell loswerden wollen, solange die noch etwas wert sind.

      Warum sich die EU so hartnäckig gegen eine neue Bankverbindung ausspricht, ist bestimmt nicht nur mir ein Rätsel. Aber Frau an die Leine hat ja in ihrem Leben schon viel mehr nicht begriffen, da kommt auf so eine Kontoverbindung nicht mehr an.

      1. „Warum sich die EU so hartnäckig gegen eine neue Bankverbindung ausspricht, ist bestimmt nicht nur mir ein Rätsel.“

        Das ist so geisteskrank, dass man es sich nicht ausdenken könnte. Wenn es ein Autor in einem Roman so schreiben würde, dann würde man das Buch als unglaubwürdigen Mist in die Ecke schmeißen.

        Nach der neuen Regelung muss das Geld auf ein Euro-Konto bei der Gazprombank in Russland überwiesen werden. Die Bank tauscht es bei der russischen Zentralbank in Rubel. Anschließend wird auf ein Rubelkonto von Gazprom bezahlt.

        Der Knackpunkt ist nur eine rein buchhalterische Frage. Die Bank kann ja nicht Euro von Kontoinhaber A nehmen, sie tauschen und Kontoinhaber B gutschreiben. Sie kann das zwar schon tun, braucht dazu aber ein Verrechnungskonto, das entweder dem Energieunternehmen oder Gazprom gehört.

        Wenn dieses Zwischenkonto, das nur Buchhaltungszwecken dient (!), von Gazprom eröffnet wird, verstößt Gazprom gegen die russische Verordnung, nur Zahlungen in Rubel entgegenzunehmen. Das machen die nicht.

        Also muss das Zwischenkonto vom Energieunternehmen eröffnet werden. Damit verstößt dieses Unternehmen aber gegen die Sanktionsvorgaben der EU, weil der Tausch eine Geschäftstransaktion mit der russischen Zentralbank ist, die auf der Liste steht. Das haben die polnischen und bulgarischen Unternehmen nicht gemacht.

        Bei Uniper in Deutschland verlautbart man öffentlich, man „werde die Sanktionen nicht unterlaufen“, hält sich aber bedeckt, wie das buchhalterisch läuft. Schon klar, was anderes können sie nicht sagen, es ist bestimmt nicht billig, gegen die Sanktionen zu verstoßen. Wie es sich mir darstellt, tun sie es einfach trotzdem, hängen es aber nicht ausdrücklich an die große Glocke und deutsche Politiker halten ebenfalls das Maul. Vielleicht haben sie für den Umtausch auch einen neutralen Strohmann gefunden, keine Ahnung, sie machen die Details nicht öffentlich.

        Aber dass unsere Gasversorgung von so einem Hirnriss abhängt, macht sprachlos.

    3. @logiclocher:
      wurde in dem Orginaltext wirklich die Aussage verwendet: „Es ist Schluss mit lustig.“ Kann ich mir nicht vorstllen.<> Шутки кончились: Евросоюз напоролся на собственную „вилку“ <> Der Spaß ist vorbei: Die EU hat ihre eigene „Gabelung“ getroffen <> Schluss mit lustig: Die EU an ihrem eigenen Scheideweg <>Шутки кончились.<>Die Witze sind vorbei.<>Schluss mit lustig.<<
      eine durchaus sprachlich gelungene (wenn auch nicht wortwörtliche) Übersetzung.

      Schließlich sind unsere und nicht die russischen Politiker (m/w/d und sonst) die Witzfiguren, der ukrainische Präsident sogar ein aus dem Fernsehen bekannter Komiker.

      1. Also irgendwas hat gerade meinen Text ziemlich verstümmelt:
        noch ein Versuch:

        @logiclocher:
        >>wurde in dem Orginaltext wirklich die Aussage verwendet: „Es ist Schluss mit lustig.“ Kann ich mir nicht vorstllen.<> Шутки кончились: Евросоюз напоролся на собственную „вилку“ <> Der Spaß ist vorbei: Die EU hat ihre eigene „Gabelung“ getroffen <> Schluss mit lustig: Die EU an ihrem eigenen Scheideweg <>Шутки кончились.<<>Die Witze sind vorbei.<>Schluss mit lustig.<<
        eine durchaus sprachlich gelungene (wenn auch nicht wortwörtliche) Übersetzung.

        Schließlich sind unsere und nicht die russischen Politiker (m/w/d und sonst) die Witzfiguren, der ukrainische Präsident sogar ein aus dem Fernsehen bekannter Komiker.

        1. Die Verstümmelungen bleiben, was ist los?

          übersetzt jeweils mit Deepl (wortwörtlich, ohne personelle Änderungen)
          Das Original kann ich auch (?) nicht im Feuerfuchs, aber in Opera öffnen.

  4. Rußland ist der bessere Stratege:
    Wenn man Devisenreserven der russischen Zentralbank klaut, äh, einfriert, klingt doch viel besser, kann man natürlich den Aufkauf von Rubel mit Devisen durch Russland zur Unterstützung der eigenen Währung blockieren.
    Nun ist Rußland durchaus berechtigt, die Gasbezahlung in Rubel zu verlangen, was dann die Nachfrage nach Rubel geauso gut steigert. Man bietet einen juristisch-technischen Trick über russische Banken an, die die faktisch eingezahlten Euros in Rubel am Devisenmarkt tauschen.
    Beide Seiten können ihr Gesicht wahren:
    Man zahlt formal in Euro, faktisch in Rubel, und der Rubelkurs an der Währungsbörse explodiert geradezu.
    Nur initial nach der Verhängung der bekloppten Sanktionen war der Rubelkurs um 30% eingebrochen. Nach Putins Reaktion ist er nun in steilem Anstieg, Ende offen, begriffen!

  5. Mit gehangen, mit gefangen.
    Nun haben sich also einigen Länder dazu entschlossen in Rubel zu bezahlen. Etwas, was ohne westliche Sanktionen nicht notwendig gewesen wäre, das ist also schon einmal ein Eigentor. Setzt man voraus, dass die Stromversorgung in der EU zu einem großen Anteil auf das russische Gas angewiesen ist, dann ist das Licht bei einem Blackout auch in den Rubel-Zahler Staaten aus, da es ein EU-Stromnetz gibt, es betrifft also alle Länder. Ob das noch mit Solidarität weggeredet werden kann ist zu bezweifeln, da die Krise hausgemacht ist und somit komplett unnötig und vor allem wirkungslos ist. Ein Blackout wird zwangsläufig Leben kosten und diese Leben werden sinnlos für den Trotz eines alten Mannes geopfert, obwohl es da noch die alte Pelosi gibt, die ihren Anteil daran hat. Es sind also alte Menschen, die eindeutig altersbedingte Zerfallserscheinungen aufweisen, die nun die Welt ins Chaos stürzen und für Tod und Elend verantwortlich sind. Unsere Idioten setzen in deren Auftrag also nicht nur die wirtschaftliche Sicherheit aufs Spiel und verschwenden die letzten finanziellen Möglichkeiten, sie zerstören auch die EU, denn es ist fraglich ob das alle das so hinnehmen werden. Ob die ihre eigene Dummheit noch wahrnehmen? Oder ist ihr Verstand vom Geld schon komplett vernebelt? Ihr Weg führt in den Abgrund, also vergesst die USA, es geht um die Interessen der EU und Russland ist ein Teil von Europa, sie sind uns näher als der Wahnsinn der USA.
    Beendet das Spiel, solange es noch etwas zu verlieren gibt.

  6. Hier noch eine Kurzmeldung mit Link von german-foreign-policy.com
    Newsletter – Der Erdgaspoker der EU (II)

    (Eigener Bericht) – Die Wahrscheinlichkeit eines baldigen Stopps der EU-Erdgaseinfuhr aus Russland hat vor dem heutigen Treffen der EU-Energieminister stark zugenommen. Hintergrund ist eine Ankündigung aus Brüssel, das zuletzt vorgeschlagene Zahlungsmodell nicht zu akzeptieren. Es sieht vor, dass die Bezahlung des gelieferten Erdgases erst als beendet gilt, wenn der in Euro bezahlte Kaufpreis in Rubel eingetauscht worden ist. Dies soll unter anderem sicherstellen, dass Russland nicht auf sanktionsbedingt nicht nutzbaren Euro- oder US-Dollarguthaben sitzenbleibt. Die EU weigert sich, dies zu akzeptieren, da in den Umtauschprozess die von ihr mit Sanktionen belegte russische Zentralbank involviert ist. Laut einer neuen Studie wird Deutschland bei einem Ausfall der russischen Lieferungen selbst bei günstigen Bedingungen rund ein Fünftel des Gaskonsums einsparen müssen. Deutsche Erdgashändler sind zudem auch bei Nichtbezug von Gas auf Jahre zu Milliardenzahlungen verpflichtet. Industrievertreter fordern, erste Gaskürzungen sollten nicht die Wirtschaft, sondern die Privathaushalte treffen.

    Weiterlesen
    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8907

    1. Danke für den Link. In dem Artikel ist die Sachlage gut erklärt.

      Nur das verstehe ich nicht:

      „Moskau besteht auf der Zahlung in Rubel, da die Guthaben in US-Dollar oder in Euro, die es bei einer Zahlung in diesen Währungen anhäuft, prinzipiell dem Zugriff westlicher Sanktionen ausgesetzt sind.“

      Wie sollen denn Guthaben, die auf einer Bank mit Sitz in Russland liegen, dem Zugriff westlicher Sanktionen ausgesetzt sein? Das ist nicht möglich, die unterliegen russischer Gesetzgebung, egal in welcher Währung sie sind.

      Außerdem sammelt Russland auch dann Dollar und Euro an, wenn in Rubel bezahlt wird. Die Devisen liegen dann nur bei der Zentralbank, die den Umtausch vornimmt. Aber da lagen sie auch schon vorher überwiegend. Schließlich muss Gazprom Gehälter und fast alle anderen Kosten in Rubel bezahlen. Also haben sie zwar zwar Euro genommen, diese aber DANACH natürlich umgetauscht. Jetzt sollen die VORHER umgetauscht werden.

      Rein währungstechnisch ändert sich meiner Einschätzung nach gar nichts oder zumindest nicht viel. Lediglich die Gaslieferung wird unmöglich gemacht.

      Oder habe ich da etwas übersehen?

      1. Die russische Bank bekommt doch kein Papiergeld. Das Bankgeld existiert nur als Datensatz, und die russische Bank bekommt einen Eintrag über ein Verfügungsrecht bezüglich des Datensatzes. Wird dieses Recht von der EU über die EZB gesperrt, ist das Geld weg.

        1.: Sie bekommen von Ihrer Bank ein Guthaben in Ihr Sparbuch eingetragen. Die EU sanktioniert Sie. In Ihrem Sparbuch steht immer noch das Guthaben. Wenn Sie das Sparbuch aber zur Bank geben, um Geld abzuheben, rattert der Drucker los und trägt ein: Guthaben überwiesen auf Sperrkonto der EU, Restguthaben 0,00€.

        2.: Russische Bank bekommt Guthaben von Bank in der EU zugewiesen. Rest wie 1., nur rein elektronisch ohne Sparbuch aus Papier.

        Das Vertrauen in eine Währung beruht darauf, daß die Zentrale, die Ausgabestelle des Geldes, so was nicht tut. Die EU hat es aber getan, gestohlen, und zwar 300 Milliarden $, die der Zentralbank eines bedeutenden Landes gehören. Damit ist das Vertrauen in den € dahin. In China ist man alarmiert und zieht sich rapide aus dem € zurück. Der gilt nicht mehr als sicher, die Chinesen können die nächsten sein, die bestohlen werden.

        Die EU versucht nun verzweifelt, mit ihrem sauer gewordenen, unsicheren Geld gutes Gas bezahlen zu können, aber Gas gibt es nur noch für richtiges Geld. Beim Rubel ist immerhin Umtausch zur festgelegten Rate in Gold garantiert. Das Problem der €-Länder ist, daß sie keine Devisenreserven haben, da der € als „Devisen“ galt, nun aber diesen Status verloren hat.

    1. „Hab ich das jetzt richtig verstanden? Deutschland schickt (veraltete) Gepard Panzer für die es nirgendwo Munition gibt? Die Waffe der Zukunft…“

      Ich würde mich da als Ukraine für bedanken: Danke für das Schrottmetall als Rohstoff.
      Und auch in Russland gibt es Hochöfen, sofern man das Metall erbeuten kann.

      Da muss ich dem Scholz mal auf die Schulter klopfen. Das war ein strategisch guter Schachzug.
      Dadurch wird man aber die grünen Faschos und Kriegstreiber noch immer nicht los.

    2. @Lumpenhund

      „Hab ich das jetzt richtig verstanden?“

      Sie können sich gerne zu einem der geplanten Aufklärungs-Workshops der Grünen über die deutschen „Tierpanzer“ für die Abendbrottisch-Deutschen anmelden.

      >>Am Mittwoch hatte die Ministerin bei einer Befragung im Bundestag angekündigt, das Thema Sicherheit auch mit der Bevölkerung diskutieren zu wollen, die verängstigt sei. Nebenbei sorgte Baerbock dafür, dass der Begriff „Tierpanzer“ auf Twitter trendete. Die Ministerin sagte:

      „Denn die Menschen in diesem Land haben Angst: ökonomische Angst, militärische Angst. Ich glaube, viele von ihnen diskutieren am Abendbrottisch darüber: Was bedeutet das eigentlich? Was sind eigentlich diese Tierpanzer, die vorher niemand kannte? Jetzt reden wir über Gepards, Leos und Marder. Das sind doch Fragen, die wir hier früher überhaupt nicht diskutiert haben.“<<

      Vielleicht könnten Sie sogar einen Aufklärungstermin bei Anton Hofreiter persönlich ergattern…?

      1. Da merkt man doch gleich welches Geistige Niveau das Böckle selber hat und glaubt der Rest der Bevölkerung
        ist auf dem gleichen Niveau. Wenn ich die Frau nur sehe könnte ich schon kotzen.

        Aber ich schäme mich für Deutschland auf welchen Level mir langsam angekommen sind. Alleine schon für einen solchen [Außenminister]. Aber egal welche von den Grünen du nimmst Böckle, Habeckle, Roth, Özdemire,
        Göring-Eckert, Hofreiter usw. die haben einen Bildungstand unterkante Rheinufer.

      2. „Was sind eigentlich diese Tierpanzer, die vorher niemand kannte?“
        Wenn die wüsste, dass es sogar Einige hier geben soll, die die russischen Buchstaben-Zahlen-Kombinations-Panzer kennen. Und morgen erklären wir dann den Dösbatteln die vielen lustigen Versteckfarben auf den Uniformen – von Peppa-rosa bis Kaka- braun und dass ein Granatspfel gar nicht explodiert.
        Unfassbar.

  7. 1: die EU benutzt die Wirtschaft als politisches Druckmittel, um Russland zu einer Handlung bzw. zum Unterlassen zu zwingen. Russland kann dieselbe Methoden verwenden.

    2: die europäischen „Politiker“ glauben, sie können Russland mit Sanktionen in die Knie zwingen. Bis jetzt haben die Sanktionen mehr der EU geschadet als dem Russland.

    3: die EU, insbesondere Deutschland, kann ohne Russland nicht überleben, Russland ohne EU hingegen schon.

    3: das Ziel der USA ist, Deutschland zu schwächen, um den europäischen Markt völlig unter Kontrolle zu halten. Ein neuer Krieg in Europa wäre eine gute Chance für die kaputte Wirtschaft der USA. Z.B. bald werden die USA die EU dazu zwingen, mehr Waffen zu kaufen. Anscheinend haben die deutschen Politiker das nicht verstanden. Sie helfen den Amerikanern, das eigene Land zu zerstören.

    5: Deutschland hat seinen Wohlstand der billigen Energie aus Russland zu verdanken. Diese schönen Zeiten sind aber vorbei. Als Resultat werden wir bald Kapital- und Industrieflucht nach Osten beobachten müssen. Ich werde mich nicht wundern, wenn deutsche Unternehmen ihre Produktion auch nach Russland verlegen würden.

    1. Wer davon ausgeht, dass es sich hier um einen Konflikt zwischen EU und Russland handelt, ist auf dem Holzweg.

      Es handelt sich um eine Attacke der EU-Eliten und ihrer Hintermänner auf die Wirtschaftstreibenden und Bevölkerungen ihrer Mitgliedsländer, bei der die russische Regierung mitspielt.

      1. Eben, denn Putin ist ein Freund von Schwab, war bei den Young Leadership, und eines was alle Politiker gemeinsam haben egale in welchen Land ist, dass die Bürger ihnen scheiss egal sind, Hauptsache ihr Portemonnaie wird gefüllt.

        1. Schießen sie jetzt nicht weit über das Ziel hinaus?

          Daß Putin während seiner Amtszeit mehr für sein eigenes Volk getan hat, als alle „westlichen“ Präsidenten zusammen, können sie nicht ernsthaft bestreiten wollen.

        2. „Daß Putin während seiner Amtszeit mehr für sein eigenes Volk getan hat, als alle „westlichen“ Präsidenten zusammen, können sie nicht ernsthaft bestreiten wollen.“

          Es sind sehr langfristige Planer am Werk – die nicht nur über Generationen, sondern sogar über Jahrhunderte planen.

          Falls (!!!) ein großer Konflikt zwischen Westeuropa und Russland geplant sein sollte, dann war der Trümmerhaufen, der Russland zu Beginn von Putins Amtszeit war, ungeeignet, der NATO etwas entgegenzusetzen. Und dann kam Putin und hat einen ernstzunehmenden Kriegsteilnehmer geschaffen, was natürlich auch für Wohlstand im Volk gesorgt hat.

          Das ist alles gar nicht unlogisch, aber mir geht das dennoch zu weit ins Spekulative. Es ist nämlich gar nicht so wichtig, ob Putin „eingeweiht“ ist oder nicht. Er ist es mit Sicherheit insofern, dass er die Zusammenhänge im Hintergrund sieht. Das ergibt sich schon allein daraus, dass er seit Jahrzehnten auf der politischen Bühne verkehrt und dass er kein Idiot ist. Das kann ihm gar nicht verborgen geblieben sein und dem russischen Geheimdienst auch nicht.

          Ob er insofern eingeweiht ist, dass er vorsätzlich mitspielt, weiß ich nicht und es ist für uns sogar egal. Aber wenn er nicht vorsätzlich mitspielt, dann spielt er als Getriebener mit. Provokation —> Reaktion, da gibt es wenig zu Spielraum, das sind Zwickmühlen vom Typ „Wie man’s macht, macht man’s verkehrt“, die da aufgebaut werden.

          Übrigens wird derzeit auch gegenüber den europäischen Energieversorgern eine solche Zwickmühle aufgebaut.

          1. Ein Beitrag dem ich sehr zustimme, nur ihren letzten Absatz möchte ich bezweifeln.

            Die Energiepreise stiegen schon, lange bevor die RF ihre Armee in die Ukraine schickte, und wie mein“LieblingsScholz“ verkündete wurden die Sanktionen schon Monate vorher geplant.

            Die Energiepreise hat die EU-Kommission zu verantworten, denn von dieser kam der Geistesblitz dass Gas seit Januar Spekulationsobjekt an der Börse sein muss.

            Daß die Direktkunden von russischem Gas das ausnutzen und der Endkunde die Party bezahlt, kann ich nicht wirklich als „Zwickmühle“für die Energieversorger erkennen.

            Die Kuh hat man lange genug gemolken, Milch hat man genug, jetzt kommt das „Schlachten“.

            Zynisch? Ansichtssache. Ich sehe einen Baum der grünt und weiß dass bald Ernte gehalten werden will.

          2. Das widerspricht sich nicht.

            Die Preisentwicklung ist eine Sache und dass die Sanktionen schon vor dem Krieg geplant waren, glaube ich sofort. Ich habe nur keine Beweise dafür.

            Aber bei der Zwickmühle, die ich gemeint habe, geht es gar nicht um Preise, es geht um die Gaslieferungen an sich. Die wollen sie noch und ich habe den Eindruck, die Bundesregierung will die auch, aber die Bundesregierung geht das überhaupt nichts an. Ein schöner Augenöffner, wie viel Macht die haben!

            Die EU hat Sanktionen gegen die russische Zentralbank verhängt. Das heißt, Unternehmen, die in der EU ansässig sind, dürfen keine Geschäfte mit ihr machen, auch keinen Devisentausch. Woher sollen sie die Rubel sonst nehmen? Niemand sonst verkauft die in solchen Mengen.

            Jetzt hatten sie vor, in Euro auf ein Konto in Russland zu zahlen, womit das Geld sicher vor eventuellen Sanktionen wäre, und Gazprom kann es ja dann gleich nach Erhalt in Rubel umtauschen. Geht nicht. Das verbietet die russische Regierung, Gazprom darf Zahlungen nur in Rubel akzeptieren – nicht selber umtauschen. Es muss VOR der Zahlung umgetauscht werden. Aber das verbietet die EU, weil das ja eine Transaktion mit einem Unternehmen auf der Sanktionsliste ist.

            Die Unternehmen stehen jetzt vor der Wahl: Entweder Sanktionen missachten oder kein Gas erhalten, und versuchen natürlich verzweifelt, irgendeinen Trick zu finden. Das ist der Stand der Dinge.

            Ich fürchte, früher oder später ist der Gashahn zu und das ist wirklich eine Katastrophe für uns. Für Dich und mich – nicht für die EU!

  8. Bin seit einigen Wochen hier im Forum Mitglied.
    Um es direkt zu sagen, ich bin ein Freund Russlands, seit 30 Jahren ein Gegner der USA (hab zuviele Bücher gelesen über die USA, von Befürwortern und Gegnern) und war nie ein Freund der EU in ihrer jetzigen Form.
    Auch, und das sage ich ganz ehrlich, ich bin glaube ich wie alle hier gegen einen Krieg egal in welchen Land auch immer.
    Deshalb stimme ich dem Beginn von Russland in diesen Krieg auch nicht zu.
    Aber (und nun das grosse Aber), wenn man die Politik seit 40 Jahren verfolgt hat (und vorallem die Politik der USA seit ihrer Gründung) und noch einwenig fähig ist selbst zu denken, dann weiss man, dass dieser Krieg vermeidbar war.
    Meiner Ansicht nach kann Putin aber diesen Krieg nicht gewinnen, wenn ich mir anschaue, wieviel Waffen nun von den USA und ihren Vasallen jetzt der Ukaine zur Verfügung gestellt werden.
    Russland hat nicht soviele Soldaten wie die USA und NATO und darum denke ich, dass irgendwann wenn der letzte Russe sein Leben verloren haben war’s das dann, denn die USA und NATO haben Zeit, auch wenn hier in der EU in der Zwischenzeit viele Lampen erloschen sein werden und wir unseren Lebensstandard massiv nach unten geschraubt haben.

    1. Sie unterliegen imho einigen Denkfehlern.
      Der erste ist, zu glauben daß WK3 von Infanteristen gewonnenen wird. Der wird sein Ende durch andere Mittel finden.
      Der zweite ist, daß Russland viel tun muss um Europa zu zerlegen. Russland muss „nur“ den Gas- und Ölhahn abdrehen, dann zerlegt sich die EU selbst im Kampf um die verbleibende „Restmenge“. Den Rest übernimmt dann die Bevölkerung der Einzelnen Länder, wenn die Versorgung mit Lebensmitteln zusammen bricht.

      Denn es ist in Wahrheit nicht so daß Russland unbedingt die EU braucht um zu überleben, sondern es ist in Wahrheit so daß die EU Russland braucht um zu überleben. Und die letzte Wahrheit zu diesem Thema lautet: Amerika weiss das und die EU weiss das auch, und trotzdem ist man hier bereit einen Suizid mit Ansage zu begehen.

      Es ist vergleichbar mit einem Besuch im Kino: Einige rufen „aaahhh“ und „ooohhh“ während wieder andere wissen, daß der komplette Film von Anfang an hinten im Vorführraum auf der Rolle lag.

      1. Ihrer Aussage: „Den Rest übernimmt dann die Bevölkerung der Einzelnen Länder, wenn die Versorgung mit Lebensmitteln zusammen bricht.“ kann ich leider nicht zustimmen, denn die Bevölkerung ist 1) nicht willens (siehe Covid19), und hat 2) nicht die Möglichkeit sich zu mobilisieren, denn der Staat hat längst alles unter Kontrolle betreffend Demonstrationen.
        Damit der deutsche Michel wirklich mal auf die Pauke haut dafür müsste er zuerst mall Jahre hungern. Ist meine Meinung.

        1. Ich kann inhaltlich nicht erkennen wo und wie ihre Replik meiner Aussage widersprechen soll, und ob sie mir zustimmen oder nicht, ist dabei irrelevant. Wenn die Plünderung losgeht, wird die Masse die Handvoll Polizisten überrennen, ihnen die Waffen abnehmen und sie anschließend totschlagen. Freuen sie sich schonmal auf die „schöne neue Welt“, inklusive ihrer neuen Weltordnung mit dem Namen „Faustrecht“.

  9. Die russische Armee kämpft im „milden“ und langsamen Modus. Die haben nun völlig andere Taktik. Die Fehler, die man in den ersten Tagen gemacht hat, machen die nicht mehr. Die ukrainischen Positionen werden dauerhaft und massiv beschossen. Nah- und Stadtkämpfe werden zunächst vermieden.

    Die Situation in der ukrainischen Armee ist katastrophal. Die hatten 3 große Mobilisationen durchgeführt, sodass nur unerfahrene Soldaten an die Front gehen, die schnell sterben oder gefangen genommen werden. Die Zahl der Gefangene beläuft sich aktuell auf fast 3000-4000. Das bedeutet, dass die Zahl der Gestorbenen locker bei 40000 liegen kann. Russland hat auch Verluste, die sind aber deutlich niedriger. Auch der Umstand, dass Russland ca. 100000 Soldaten gegen die ganze ukrainische Armee eingesetzt hat, soll nicht unerwähnt bleiben.

  10. „….es ist in Wahrheit nicht so daß Russland unbedingt die EU braucht um zu überleben“

    Russland braucht überhaupt kein westliches Land, um zu überleben. Es geht auch ohne Parmesan, wie bereits bewiesen wurde. Alles was es selbst nicht hat, kann es aus China bekommen. Und zur Not wäre es auch autark in Bezug Energie und Lebensmittel.

    Welches andere Land kann das schon von sich behaupten?

  11. Es ist schon komisch, Oswald Spengler hat in seinem Opus Magnum „Der Untergang des Abendlandes“ schon vor zirka 100 Jahren den Untergang des Abendlandes postuliert! Zuerst hat man über sein Werk geflucht und es in der Luft zerrissen, nun scheint es jedoch immer wahrscheinlicher, dass diese Ereignis zur Realität wird. Siehe auch hier:
    – Oswald Spengler – Der Untergang des Abendlandes, Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte

  12. Weiß hier jemand, was passiert, wenn ein Unternehmen die Sanktionen einfach missachtet?

    Bei den Corona-Maßnahmen war bekannt, dass zum Beispiel ein Supermarkt, der gesagt hätte „Corona interessiert uns nicht, bei uns braucht man keine Masken“ mit hohen Bußgeldern belegt worden wäre, die Beträge waren bekannt und ziemlich ruinös. Deshalb hat das niemand gemacht, das kann ich auch verstehen.

    Aber wie ist das jetzt, wenn ein Unternehmen sagt: “ Die Sanktionen gegen Russland interessieren mich nicht, ich handle weiterhin mit russischen Geschäftspartnern, die auf der Liste stehen.“?

    Ich wollte wissen, was daraufhin passiert. Fehlanzeige. Ich habe das nicht gefunden. Es steht auch nicht in der EU-Verordnung drin.

    1. „Aber wie ist das jetzt, wenn ein Unternehmen sagt: “ Die Sanktionen gegen Russland interessieren mich nicht, ich handle weiterhin mit russischen Geschäftspartnern, die auf der Liste stehen.“? “

      Erinnern sie sich noch an den Bau von NS2 ?

      Damals wurde Firmen welche die Rohre verlegten offen gedroht sie ebenfalls zu sanktionieren und ihre Konten einzufrieren.

      Aufgrund welcher Rechtsgrundlage?
      Faustrecht.
      Noch Fragen?

  13. „Nachdem Polen und Bulgarien sich medienwirksam geweigert haben, russisches Gas mit Rubel zu bezahlen “
    Ich verstehe nicht warum man das so formuliert, niemand muss mit Rubel bezahlen, die können in Euro und USD bezahlen und die Bank wechselt es dann in Rubel, also ist alles was sich ändert die Kontonummer auf die sie ihr Geld überweisen müssen.

    1. „die Bank wechselt es dann in Rubel“

      Ja, diesen Service übernimmt die Bank. Nur wem GEHÖRT das Geld, während die Bank es von Euro in Rubel wechselt? Da ist der Hund begraben.

      Wenn es schon Gazprom gehört, dann ist die Zahlung in Euro erfolgt – und das geht nicht, weil Gazprom keine Euros als Zahlung akzeptiert. (Das ist natürlich auch der Hintergrund, vor dem die üblichen Verdächtigen „Vertragsbruch“ kreischen. )

      Wenn das Geld beim Tausch noch dem europäischen Energieunternehmen gehört, dann macht dieses Unternehmen beim Geldwechsel eine Transaktion mit der russischen Zentralbank, bzw. beauftragt die Geschäftsbank, diese Transaktion zu machen. Das verstößt gegen die EU-Sanktionen.

      In Polen und Bulgarien hat man das abgelehnt, in Deutschland laviert man noch rum und sucht nach einem Ausweg.

      Deshalb habe ich gefragt, was passiert, wenn ein Unternehmen die Sanktionen missachtet.

  14. Wir sollten diese Hochverräter in Brüssel und Berlin vor ein Gericht stellen, die USA rauswerfen und Putin bitten wieder vernünftig Geschäfte mit uns zu machen, aber auf Knien. Und das besser heute als morgen.

    1. Schon einmal etwas von der „Feindstaatenklausel“ gehört? Sehr erbauliches Thema. Übrigens hat der juristische Dienst des Bundestages erst letzte Woche festgestellt, die Feindstaatenklausel ist, entgegen allen gequäkes, immer noch in Kraft.

  15. Möchte noch auf einen interessanten Beitrag eines von mir sehr geschätzten deutschen Juristen und Publizisten hinweisen, nämlich auf Wolfgang Bittner, dessen politischen Analysen ich immer sehr schätze:

    Feindstaat Deutschland | Von Wolfgang Bittner
    https://apolut.net/feindstaat-deutschland-von-wolfgang-bittner/

    Kein Friedensvertrag, aber Einbindung in die US- und NATO-Aggression

    Ein Kommentar von Wolfgang Bittner.

    Nicht wenige Menschen wundern sich über die Aggressionen, die von der Berliner Regierung gegen Russland ausgehen. Offensichtlich gibt es Vorgaben aus Washington. Aber warum geht die Bundesregierung, warum geht Kanzler Olaf Scholz darauf ein? Dazu ist es wichtig zu wissen, dass Deutschland seit 1945 und bis heute nicht nur ein Einflussgebiet, sondern ein besetztes Land ist – ein Land, das unter Vormundschaft der ehemaligen Alliierten, insbesondere der USA steht.

    Nach der Teilung des bis 1945 bestehenden Deutschen Reiches und der Annexion der Ostgebiete durch Polen wurde und wird ein Friedensvertrag verweigert. Seit 1918 und 1945 hat Deutschland etwa ein Drittel seines Staatsgebietes verloren, Reparationen für den Ersten Weltkrieg mussten aufgrund des Versailler Vertrages noch bis 2010 gezahlt werden. Nachdem nun immer mehr Archive geöffnet werden, halten viele der von Historikern, Politikern und Journalisten aufgestellten Thesen zu den Ursachen der beiden Weltkriege nicht mehr stand. Darauf einzugehen, dürfte ein ergiebiger Stoff für unvoreingenommene Wissenschaftler sein.

    Wir leben also im Status eines Waffenstillstands mit den USA, Großbritannien und Frankreich, aber auch mit Russland, das eine Vereinigung der beiden deutschen Staaten ermöglicht hat und einen Friedensvertrag befürwortet hatte (seinerzeit noch die Sowjetunion). Offensichtlich ist das vielen der Politikerinnen und Politiker, die eifrig gegen Russland und dessen Präsidenten Wladimir Putin in beispielloser Weise hetzen, nicht bekannt. ………

    1. Das habe ich auch schon immer gesagt. Lösbar halte ich diese Abhängigkeit aber prinzipiell leider nicht… auch durch einen globalen NATO-Krieg nicht. Deutschland ist und wird immer der schwächere Partner sein, egal welcher Siegermacht er letztendlich Rede und Antwort zu stehen hat.
      Die Frage aus diesem Grund wäre, was ist wenn Russland ernst macht. Dann würden vielleicht im Zweifelsfall die Besatzer wechseln, wir dadurch aber immer noch keinen „Friedensvertrag“ erhalten.
      Man könnte dann nur „hoffen“, dass Putin seinen Aussagen vom Handel auf Augenhöhe auch Taten folgen lassen würde. Er könnte aber auch versucht sein, sich den Schaden, den die EU momentan an Russland verursacht, sich ausbezahlen zu lassen. Damit würde die EU wieder in ein weiteres Abhängikeitsverhältnis rutschen.

      Ich bin zwar nicht hier um Russlands Aktionen in Frage zu stellen weil ich Sie aus der Sicht von Russland grundsätzlich für richtig halte. Aber ich hinterfrage dann doch gerne die ein, oder andere Postition, weil wir eben nicht mal eben so nach Russland auswandern können, nur weil es uns hier zu doof wird…
      Ausserdem wären wir in Russland sowieso eher auf längere Zeit hin nicht gerne gesehen, entweder weil wir diese Maßnahmen zugelassen haben, oder weil als die Politiker diese verkündet haben, wir nicht gerade genug waren, das als Volk zu verhindern. ;O)

      Habe mich selten so schuldig gefühlt!

      Wie seht Ihre das?

      1. @ wodkaontherocks
        > Ausserdem wären wir in Russland sowieso eher auf längere Zeit hin nicht gerne gesehen, entweder weil wir diese Maßnahmen zugelassen haben, oder weil als die Politiker diese verkündet haben, wir nicht gerade genug waren, das als Volk zu verhindern. ;O) <

        Herr Röper hat schon mehrfach dargestellt, daß in Russland -anders als im Westen- zwischen Politik und Volk unterschieden wird.
        Da ich nicht über die Vorzüge einer westdeutschen Schulbildung verfüge (bin in der DDR aufgewachsen, wo es genau so war), glaube ich ihm.

  16. „Schluss mit lustig“, für mich der wohl lustigste Anti-Spiegel Artikel bisher 😀
    Danke Thomas für die Übersetzung und deine Arbeit, die ich mit meinem bescheidenen Monatsabo seit Jahren sehr gerne unterstütze. Ich hab immer gewusst, dass du mal in die Weltgeschichte eingehen wirst!
    Herzliche Grüsse aus der „Neutralen“ Schweiz

  17. Der ehemalige Bundeswehroffizier und heutige Militärhistoriker Wolfgang Effenberger liefert auf apolut.net noch einen interessanten und hörenswerten Beitrag ab:

    Der deutsche Bundespräsident auf dem Feldherrnhügel | Von Wolfgang Effenberger
    https://apolut.net/der-deutsche-bundespraesident-auf-dem-feldherrnhuegel-von-wolfgang-effenberger/

    Ein Standpunkt von Wolfgang Effenberger.

    Am 27. April 2022 setzte der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seine Besuche an der „NATO-Ostflanke“ – Lettland, Litauen und Polen – mit einer Visite in der Slowakei fort. Zusammen mit der slowakischen Präsidentin Zuzana Caputova wurden die seit Mitte März 2022 an die slowakisch-ukrainische Grenze verlegten deutschen Patriot-Staffeln inspiziert. Steinmeier betonte, man dürfe die Ukraine in diesen schwierigen Zeiten nicht allein lassen, und versprach Hilfe: „humanitär, finanziell und auch militärisch.” Daran habe auch seine Ausladung für einen Besuch beim ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi nichts geändert. Den Kreml warnte er, die Verteidigungsbereitschaft der NATO nicht zu unterschätzen: „Unsere Demokratien sind stark und wehrhaft“ und bereit und in der Lage, „jeden Zentimeter des Bündnisgebietes zu verteidigen – und das gemeinsam. ………

  18. Muss man das verstehen die Polen wollen kein Gas mehr aus Russland deren Speicher sind zu 80 % gefüllt und jetzt liefert Deutschland billiges Russlandgas nach Polen und der groesste Deutsche Speicher ist teilweise ganz leer und die restlichen Speicher zu rund 30 % gefüllt sind die Politiker irre geworden??

  19. Leute, BITTE LEST DAS MAL!

    Wir reden hier immer um den heissen Brei herum. Hier mal ein Thema (natürlich vom Spiege, dem Lieblingsblatt von Herrn Röper), welches auch den hintersten Deppen überzeugen müsste, wer hier wie spielt…

    Link: _____://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/ukrainekrieg-cia-raet-menschen-aus-russland-sie-ueber-das-darknet-zu-kontaktieren-a-8b45d344-ef6d-412d-9733-7b091b1ffd0a

    Ich meine GEHT´S NOCH??? Röper sollte das Thema mal beleuchten. Das ist fast einen eigenen Artikel wert…

    Darknet? Das sind Methoden, die von Drogenhändlern, Waffenschiebern (oh, hatte vergessen, da sind die ja auch mit bei) und Menschenhändlern angewendet werden, um hinter der Anonymität Ihrer Kriminalität nachzugehen. Jetzt will man offenbar, willfährigen und vom Staat enttäuschten Bürgern Russlands dazu raten, Ihr eigenes Land zu verraten. Drecksäcke! Ich hoffe Putin spuckt Sie aus, wie Fliegen… leider ist das über das Darknet nicht so einfach. Aber ich würde mit ein paar Leuten die CIA gezielt mit „wichtigen“ Informationen versorgen. Die sollten danach die eigentlichen wichtigen nicht mehr von den unwichtigen Infos unterscheidne können. Für wie blöd müssen die Russland und Putin eigentlich halten. Wenn mir sojemand ein Angebot machen würde, würde ich gepflegt die Fresse halten, könnte ja auch der Innlandsgeheimdienst sein und dort geht man mit solchen Leuten auf die einzig richtige Art und Weise um.
    Die CIA und Darknet, dass ist wieder so eine Lachnummer, an der ich verzweifeln könnte. Warscheinlich sitzen dann da so ein paar Bubis (also die Söhne von ein paar hohen Politikern aus dem Westen) an hochgerüsteten Maschinchen und wollen mitspielen. Das wird bestimmt schön. Vielleicht sind sich doch nicht so gut und vergessen die ein, oder andere L1-Brandmauer zu sichern o.ä.
    Das wird ein Fest. Bin schon auf die Kommentare gespannt, die wir hier in der EU natürlich nicht hören werden…

  20. Also ich bin sicherlich nicht ausreichend geduldig für so einen Job.

    Aber so weit ich weiß, bedeuten die Öl-Exporte ca. 3/4 der russischen Einnahmen, 1/4 geht auf Gas zurück, die EU-Energieexporte betreffend. Wenn die EU also den Ölhahn zudreht, sollte Russland ernsthaft erwägen die letzte wirtschaftliche Waffe in diesem Sektor zu ziehen und den Gashahn zudrehen. Wann sonst soll dies geschehen?

    Daher wäre es auch viel sinniger, statt ständig etwas über Atomwaffen zu faseln, was ohnehin niemand für voll nimmt, genau dies vorab anzukündigen.

    Diese ganze Situation ist aber ohnehin völliger Käse, beide Seiten halten sich für für wahnsinnig clever. In der EU hält man sich ohnehin immer für den Gewinner und in Russland hält man die Lieferungen an die EU mindestens für mittelfristig unverzichtbar, zumal die Vertragslage beim Gas aus russischer Sicht günstig aussieht, doch was sind Verträge mit einer Seite Wert, die ganz offen vorhat russische Reserven zu entwenden?

    Sie eskalieren munter vor sich hin. Egal ob „nur“ ein Ölembargo kommt oder Öl und Gas, beides wird die Lage zweifellos noch weiter eskalieren lassen.

    1. Die meisten russischen Einnahmen kommen aus dem Binnenmarkt, Produktion für den eigenen Bedarf. Der Exportanteil an der Wirtschaft ist gering. Der Anteil der Kohlenwasserstoffe am Exportwert ist mehr als die Hälfte, Tendenz sinkend. Die wichtigen Gasfelder liegen allerdings westlich, nördlich und östlich von China. Die Chinesen würden gerne mehr nehmen. Wenn weniger / nichts mehr in die EU verkauft wird, steigen die für China verfügbaren Kapazitäten.

      Das Schtokman-Feld bei Murmansk ist für Nord Stream / EU vorgesehen. Wenn die nicht will, läßt sich damit aber sibirisches Gas für das europäische Rußland ersetzen. Die Leitung nach Polen kann auf Revers geschaltet werden und den Rest des Schtokman-Gases Richtung China pumpen.

      Daneben Flüssiggas für Südostasien, Indien, Pakistan. Die letzten beiden sollen direkt an das Pipelinenetz angeschlossen werden und haben Bedarf ohne Ende. Aus Afrika ist von exponentiellen Steigerungen beim Flüssiggasverkauf die Rede. Auch Öl kann beliebig an die aufstrebenden Länder verkauft werden. Viel Energie wird für die Produktion von Kunstdünger und Aluminium verwendet, wo weltweit großer Mangel herrscht und Rußland über alle frei lieferbaren Reserven verfügt.

      Die Umstellung von faulen Kunden (EU) auf neue Kunden führt natürlich zu kurzzeitigen Einbrüchen im Absatz, was aber leicht durch die derzeit extrem hohen Preise aufgefangen werden kann. Die EU könnte auf afrikanische Vorkommen ausweichen, aber deren Entwicklung hat sie blockiert (Kredit- und Investitionssperre, um Afrika „Dekarbonisierung“ und „Klimaneutralität“ aufzuzwingen). Oder auf den Iran, aber der wird sanktioniert und bildet eine Art Liefergemeinschaft mit Rußland.

  21. Eine Ungeheuerlichkeit, eine Unverschämtheit, was sich die deutsche Bundesregierung gegenüber der Bevölkerung erlaubt! Ich oder irgend jemand aus meinem Bekanntenkreis hat die Sanktionen auf dem Energiegebiet NICHT beschlossen. Wir sind nicht bereit, wie Habeck tönt, Opfer zu bringen – eine bodenlose Frechheit von diesem Kinderbuchschreiber, der als Wirtschaftsminister dilettiert. Und wir stehen nicht allein. Das kriecht in den Analbereich der US-Regierung, dass es nur so stinkt. Und es stinkt in Deutschland mächtig gewaltig. Diese Bundesregierung und die EU provozieren mit ihrer Weigerung, auf russisches Gas und Öl zu verzichten, in diesem Land und in der ganzen EU Unruhen, die sich gewaschen haben. Wir wollen doch mal sehen, wenn es Stromsperren wie 1945 gibt, ob die Leute dann noch bereit sind, „Opfer zu bringen“. Welch eine Frechheit von diesem Habeck! Ihn an seinen Amtseid zu erinnern, hat wohl keinen Sinn.
    Aber er wird zur Rechenschaft gezogen und mit ihm alle, die diesen Blödsinn unterstützt haben!

Schreibe einen Kommentar