Afghanistan

Die Taliban verbieten den Anbau von Rauschgift

Die Taliban haben das angekündigt, was die NATO nie umgesetzt hat: Sie haben den Anbau von Rauschgift verboten. Die Medien fragen aber nicht danach, warum die NATO dem Rauschgiftanbau nicht verhindert hat.

Der Spiegel hat am 3. April einen Artikel mit der Überschrift „Afghanistan – Taliban verbieten Rauschgiftanbau“ veröffentlicht, der ein Paradebeispiel für Desinformation gewesen ist. Das begann schon in der Einleitung:

„Lange hielten die radikalislamischen Taliban ihre schützende Hand über die Drogenproduktion. Nun strebt das Regime die internationale Anerkennung an – und belegt den Mohnanbau mit harten Strafen.“

Der Spiegel stellt es in seinem Artikel so dar, als hätten die Taliban den Rauschgiftanbau nur verboten, um ein Ende der Sanktionen und die politische Anerkennung zu erlangen. In Wahrheit waren die Taliban immer gegen den Rauschgiftanbau.

Was der Spiegel verschweigt ist, dass der Rauschgiftanbau in Afghanistan Rekordwerte erreicht hat, während das Land von der NATO besetzt gewesen ist. Der Spiegel (und auch andere Medien) stellt aber nie die Frage, warum die NATO das zugelassen hat und nicht dagegen vorgegangen ist, dass Afghanistan zum weltweit größten Produzenten von Heroin geworden ist.

Afghanistan ist ein Paradebeispiel dafür, wie unterschiedlich westliche und russische Medien berichten. Lesen Sie den oben verlinkten Spiegel-Artikel und vergleichen Sie ihn, mit einer Analyse der russischen Nachrichtenagentur TASS vom 8. April zu dem Thema, die ich übersetzt habe, und entscheiden Sie selbst, wo Sie sich besser informiert fühlen. Die Links in der Übersetzung habe ich aus dem Originalartikel übernommen.

Beginn der Übersetzung:

Das Mohngeschäft – Wird Afghanistan seinen lukrativsten „Rohstoff“ aufgeben?

Die Regierung des Emirats sendet die Botschaft an die Welt, dass sie ernsthaft gegen Drogen kämpfen will.

Anfang April hat die Taliban-Regierung in Afghanistan den Mohnanbau landesweit verboten. Werden Pflanzen gefunden, werden sie vernichtet und Zuwiderhandelnde werden nach der Scharia bestraft. Der Erlass vom 3. April verbietet auch den Gebrauch, den Verkauf, die Weitergabe, den Kauf, die Ein- und Ausfuhr von Wein, Heroin und anderen „berauschenden“ Substanzen.

Diese Entscheidung hat viele afghanische Bauern getroffen, für die Mohn eine der letzten Möglichkeiten ist, die schwere humanitäre und wirtschaftliche Krise zu überleben. Die internationale Gemeinschaft hat jedoch gefordert, dass die Taliban die Kontrolle über die Drogensituation übernehmen. Das ist neben dem Zugang von Mädchen zu Bildung und der Achtung der Menschenrechte eines der dringlichsten Themen, das Legitimierung der Radikalen verhindert. Das derzeitige Verbot könnte bei der zunehmend verarmten Bevölkerung und sogar bei den Taliban selbst erheblichen Widerstand hervorrufen.

Zunächst zu den Drogen

Nach Angaben der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2019 entfallen mehr als 80 Prozent der weltweiten Opiumlieferungen auf Afghanistan, womit das Land der größte Drogenproduzent der Welt ist. Übrigens macht Opium etwa 6 bis 11 Prozent des BIP aus.

Fast 80 Prozent des aus afghanischem Opium hergestellten Heroins gelangt über Zentralasien und Pakistan nach Europa. Vertriebskanäle gibt es auch in Russland und China. Ein großer Teil der Drogen landet im Iran, der nach Untersuchungen, die sich auf die WHO berufen, eine der höchsten Opiumabhängigkeitsraten der Welt aufweist. Trotz verstärkter Grenzpatrouillen gelingt es afghanischen Schmugglern, die Islamische Republik und andere Nachbarländer regelmäßig mit Drogen zu versorgen.

Opiumabhängigkeit ist auch in Afghanistan selbst ein Problem. Eines der Lager für Drogenkonsumenten befindet sich in der Nähe der Pul-i-Sukhta-Brücke direkt in Kabul. Nach Angaben der Radikalen gibt es in Afghanistan 3,5 Millionen Drogenabhängige, das sind etwa 9 Prozent der Gesamtbevölkerung von 39 Millionen Afghanen.

Als die Taliban 2021 die Hauptstadt von den Amerikanern zurückeroberten, erklärten sie offiziell, sie seien „betrübt“ über das Ausmaß des Drogenmissbrauchs im Land.

Das war auch der Zeitpunkt, an dem die Taliban die Opiumproduktion formell verboten haben. Zunächst galt die Vorschrift jedoch nicht direkt für Mohnfelder. Die aktuelle Anordnung kam gerade zu dem Zeitpunkt, als in einigen Regionen des Landes die Frühjahrsernte begann. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Landwirte, die andere Feldfrüchte anbauen, kleine Flächen auf ihren Feldern für Mohn reservieren. Er ist leichter zu verkaufen und teurer.

Die Mohnernte kann für einige Zeit gelagert werden, was die Preise ankurbelt und die Nachfrage erhöht. Nach Angaben von Reuters haben sich die Mohnpreise in Afghanistan allein durch die Gerüchte über ein Verbot bereits mehr als verdoppelt. Das bedeutet, dass auch der Preis für Heroin auf den Schwarzmärkten steigen wird.

Ein weiterer Versuch

Bei ihrer ersten Machtergreifung im Jahr 1990 hatten die Taliban bereits einige halbherzige Maßnahmen zum Verbot von Mohn ergriffen. Der letzte Versuch erfolgte im Jahr 2000, kurz vor der amerikanischen Invasion. Seit dem Ausbruch des Krieges ist der Mohn jedoch eine der Möglichkeiten für die Kämpfer, den Widerstand zu finanzieren. Deshalb haben die Taliban in den letzten 20 Jahren alle Mohnbauern, die die Pflanze in den von den Kämpfern kontrollierten Gebieten anbauen, besteuert.

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben die Taliban zwischen 2018 und 2019 mehr als 400 Millionen Dollar allein mit dem Drogenhandel verdient. Sie selbst bestreiten jedoch die Vorwürfe.

„Wie ist es möglich, dass es (Opium – Anm. TASS) in die ganze Welt exportiert wurde, als sie (die US-geführten Streitkräfte – Anm. TASS) die volle Kontrolle über Afghanistan hatten?“, fragte der stellvertretende Premierminister Abdul Salam Hanafi.

Auch die NATO und die USA haben den Mohn bekämpft, als sie in das Land kamen. Den Landwirten wurde finanzielle Unterstützung angeboten, damit sie den Mohn durch Weizen, Safran oder andere Feldfrüchte ersetzen konnten. Das Militär versprühte giftige Chemikalien über Mohnfeldern und griff auch Lagerhäuser und Drogenlabors an. Einem SIGAR-Bericht aus dem Jahr 2018 zufolge haben die Vereinigten Staaten von 2002 bis 2017 rund 8,6 Milliarden US-Dollar für die weitgehend erfolglose Bekämpfung der Drogenproduktion ausgegeben.

Nach Angaben der Vereinten Nationen erreichte der Mohnanbau in Afghanistan im Jahr 2017 mit mehr als 300.000 Hektar ein Rekordhoch. Das ist das Fünffache des Wertes von Mitte der 1990er Jahre. Danach ging die Zahl allmählich zurück, doch im Jahr 2020 hat die für den Schlafmohnanbau genutzte Fläche in Afghanistan im Vergleich zum Vorjahr wieder um 37 Prozent zugenommen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen liegt der durchschnittliche Ertrag bei 28 bis 45 kg pro Hektar, wobei der Durchschnittspreis für Rohopium zur Erntezeit etwa 52 Dollar pro Kilo beträgt (der Preis kann sich danach verdoppeln oder verdreifachen).

Ein Schlag für die Bauern

Das Verbot des Mohnanbaus durch die Taliban kommt zu einem Zeitpunkt, da sich die Wirtschaft Afghanistans im freien Fall befindet. Die Währungsreserven des Landes sind eingefroren und viele Menschen sind arbeitslos. Eine schwere Dürre verschlimmert die Situation. Da die Taliban keine internationale finanzielle Unterstützung erhalten, können sie sich nur auf Hilfsorganisationen verlassen. Das Ausmaß der Krise veranlasste die Vereinten Nationen im Januar dazu, 4,4 Milliarden Dollar an Hilfe für Afghanistan zu fordern, da 23 Millionen Afghanen am Rande des Hungertodes standen. Schon bald droht mehr als 90 Prozent der Einwohner des Landes ein Mangel an Lebensmitteln und lebensnotwendigen Gütern.

Mohn ist die Haupteinnahmequelle für Millionen von Kleinbauern und Tagelöhnern, die mit der Ernte und der Gewinnung von Opium bis zu 300 Dollar im Monat verdienen können. Wir sprechen hier von einem ganzen Wirtschaftszweig: Landbesitzer verpachten Felder, jemand verkauft das Saatgut. In einigen Fällen wird sogar eine Vorauszahlung für die Ernte geleistet, bevor sie reif ist.

Nach Angaben von Reuters rechnen die Taliban mit starkem Widerstand gegen diese Entscheidung, auch innerhalb der Gruppe selbst. Es ist noch schwer vorstellbar, was die Bauern stattdessen anbauen sollen. Der Anbau alternativer Kulturen würde viel Geld erfordern und die Einnahmen aus diesem Geschäft wären gering. Es ist unwahrscheinlich, dass ein sanktioniertes Land ohne jegliche Infrastruktur in der Lage sein wird, seine Ernten ins Ausland zu verkaufen.

Die Entscheidung, den Mohnanbau zu verbieten, wurde jedoch in Washington unterstützt. Der US-Beauftragte für Afghanistan, Ian McCurry, schrieb auf Twitter, er halte das Dekret der Taliban für einen positiven Schritt.

„Das Verbot der Drogenproduktion in Afghanistan ist ein erster positiver Schritt, aber die Durchsetzung wird entscheidend sein. Ein gesunder und legaler Agrarsektor wird der afghanischen Wirtschaft und letztlich auch dem afghanischen Volk helfen“, betonte Ian McCurry.

Auf dem Feld oder auf dem Papier

Die größten Fragen wirft jedoch die Umsetzung des Gesetzes auf. Die Regierung des Emirates beraubt Millionen von Menschen ihres letzten Einkommens. Es sind nicht nur die einfachen Arbeiter und Bauern, die Geld verlieren, sondern auch viele der Bandenmitglieder, die jahrzehntelang vom Drogenhandel profitiert haben. Allerdings könnte die Situation für sie sogar profitabel sein. Aufgrund des offiziellen Verbots von Mohn in Afghanistan wird der Preis der Droge weiter steigen, so dass sie zu neuen und höheren Preisen verkauft werden kann. Werden sich die Taliban unter diesen Bedingungen für ein echtes Verbot einsetzen?

Schon im letzten Jahr, als die Taliban ein hartes Vorgehen gegen Heroin ankündigten, vertrat die amerikanische Forscherin Gretchen Peters, Autorin des Buches „Seeds of Terror: How Heroin Finances the Taliban and Al-Qaeda“, die Ansicht, dass der bisherige Kampf der Taliban gegen Mohn eher taktischer Natur war.

„Das war ein Trick, denn sie hatten bereits einen großen Vorrat. Sie haben eine Menge Geld verdient, als sich der Preis aufgrund des Verbots verzehnfachte“, wird sie von der South China Morning Post zitiert.

„Afghanistan kann ohne Opium nicht überleben. Opium tötet das Land und hält gleichzeitig eine große Anzahl von Menschen am Leben“, sagte Peters.

Diesmal könnte die Situation jedoch ganz anders sein, ebenso wie die Motivation der Taliban selbst. Sie führen keinen harten Krieg mehr gegen eine ausländische Macht und sind gezwungen, an das langfristige Wohl Afghanistans zu denken.

Einigen Medienberichten zufolge haben sich die Taliban gegenüber China verpflichtet, den Drogenhandel einzudämmen, da Peking beabsichtigt, Kabul in seine Initiative „One Belt, One Road“ einzubinden. Einige der im Rahmen dieses Projekts vorgesehenen Bahnstrecken würden genau durch Regionen (die Provinzen Helmand und Kandahar) führen, die von Mohnfeldern bedeckt sind. Die reale Aussicht auf ausländische Investitionen könnte die Taliban dazu zwingen, den Kampf gegen die Drogen ernsthaft zu führen, obwohl dieser Krieg wahrscheinlich noch länger dauern könnte als der Krieg mit den Amerikanern.

Ende der Übersetzung


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

59 Antworten

  1. Dann wollen wir mal hoffen, daß es gelingt.
    Zu wünschen wäre es diesem arg gebeutelten Land.
    Ein Zusammenschluß mit China und vielleicht sogar mit der RF
    könnte da bestimmt weiterhelfen.

    Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

    1. China unterstützt gemeinsam mit der Weltgemeinschaft den friedlichen Wiederaufbau in Afghanistan

      PEKING, (UrduPoint / Pakistan Point News – 18.8.2021) :China wird zusammen mit der internationalen Gemeinschaft Afghanistan weiterhin beim friedlichen Wiederaufbau unterstützen und Hilfe für seine wirtschaftliche und soziale Entwicklung leisten, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums am Mittwoch.

      Als freundlicher und enger Nachbar und Freund Afghanistans hält China immer an einer freundlichen Politik gegenüber dem gesamten afghanischen Volk fest, die sich niemals ändern wird, sagte Zhao Lijian während seines regelmäßigen Briefings hier. Wir werden den friedlichen Wiederaufbau in Afghanistan weiterhin unterstützen und Afghanistan nach besten Kräften bei seiner wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung unterstützen, fügte er hinzu.

      Der Sprecher sagte, dass sich die Situation in Afghanistan in der Vergangenheit nach vier Jahrzehnten Krieg und Unruhen stark verändert habe, Das afghanische Volk sehnte sich nach Frieden und Stabilität. … Gleichzeitig hofft die chinesische Seite, dass die afghanischen Taliban die terroristischen Kräfte, einschließlich der Islamischen Bewegung in Ostturkistan (ETIM), entschlossen bekämpfen und ihre Verpflichtung ernsthaft umsetzen werden, keiner Kraft zu erlauben, das afghanische Territorium für terroristische Handlungen zu nutzen schädlich für China, sagte er.

      Wir hoffen, dass die afghanischen Taliban mit anderen Fraktionen und ethnischen Gruppen solidarisch zusammenarbeiten und einen politischen Rahmen schaffen, der offen und inklusiv ist und den nationalen Bedingungen entspricht, fügte er hinzu. Er sagte, die chinesische Seite hoffe … dem afghanischen Volk beim Wiederaufbau der schönen Heimat zu helfen.

      Der Sprecher sagte, die Fakten hätten gezeigt, daß einige Länder unter dem Banner der Demokratie und der Menschenrechte in souveränen Ländern militärisch intervenierten, die ihre Souveränität und territoriale Integrität ernsthaft verletzten und ihre wirtschaftliche und soziale Entwicklung zerstörten, was zu Opfern von Zivilisten und Vertreibung führte.

      Wir fordern diese Länder nachdrücklich auf, solche illegalen militärischen Interventionen zu stoppen und stattdessen konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um zum Weltfrieden und zur Stabilität sowie zum Schutz der Menschenrechte beizutragen, fügte er hinzu.

      Fahad Shabbir (@FahadShabbir) Wed 18th August 2021
      China Together With World Community To Support Peaceful Rebuilding In Afghanistan
      https://www.urdupoint.com/en/miscellaneous/china-together-with-world-community-to-suppor-1329395.html

      China werde die wirtschaftliche Erholung Afghanistans im Rahmen seiner Kapazität unterstützen, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Zhao Lijian, am Mittwoch
      PEKING (UrduPoint News / Sputnik – 18th August, 2021) China wird Afghanistans wirtschaftliche Erholung im Umfang seiner Kapazität unterstützen, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Zhao Lijian, am Mittwoch. …

      „So weit wie möglich wird China die sozioökonomische Erholung Afghanistans unterstützen“, sagte Zhao bei einem Briefing. China werde an seiner freundlichen Politik gegenüber dem afghanischen Volk festhalten, versicherte der Sprecher.

      1. Danke für diese Information.
        Das hört sich doch schon mal ganz gut an.
        Es wird zwar, denke ich, immens viel Arbeit und Geduld erfordern,
        aber es ist zumindes schon mal ein Anfang und ein Hoffnungsschimmer.
        Ich glaube wir sind jetzt in einer Zeit, wo das Chaos, daß bestimmte
        Mächte angerichtet haben aufgeräumt werden darf.

  2. ,,Die reale Aussicht auf ausländische Investitionen könnte die Taliban dazu zwingen, den Kampf gegen die Drogen ernsthaft zu führen, obwohl dieser Krieg wahrscheinlich noch länger dauern könnte als der Krieg mit den Amerikanern.“

    Dass die Russen überhaupt davon ausgehen ein Krieg gegen Drogen und Drogenkonsum wäre zu gewinnen zeigt ja nur, dass auch Russland unbelehrbar ist. Selbst bei Cannabis ziehen die noch ihre harte Hand durch bzw. sind der Meinung sie wären im Krieg, obwohl das ja einst ein von den USA initiierte weltweiter Verbot war. Der „War on Drugs“ war das Schlagwort der Amis. Darauf basiert Russlands Drogenpolitik immer noch.

    Aber da Heroin ohnehin durch Fentanyl-Analoga aus China und in Zukunft durch pharmazeutische „3D-Drucker“ verdrängt wird können wir uns in Zukunft auf noch schlimmere Ausmaße freuen. Vor allem in der EU, wenn die Heroinpreise rapide steigen werden aufgrund des fehlenden Nachschubs aus Afghanistan.

    Ein sofortiges Totalverbot des Anbaus von Mohnfelder, ohne den Bauern eine langfristige lukrative Entschädigung anzubieten und die Kriminalisierung und unmenschliche Behandlung der Süchtigen in Afghanistan würde das Land umso mehr ruinieren.

    1. @ transatlantifa

      Afghanistan – es geht ums Heroin, Dummkopf – Von Pepe Escobar 18. Juli 2017

      ……. In Wirklichkeit Ratten­linie der CIA

      Afghanistan bleibt praktisch gesehen ein von Fremden besetztes Land. In dieser Hinsicht scheint Hekmatyars Logik die der Taliban widerzuspiegeln – wenn auch Mullah Omars Nachfolger ein Platz an Kabuls Tisch der Mächtigen verwehrt wird.

      Ein westlicher Geheimagent mit Kenntnis darüber, wie Afghanistan auf höchster Ebene in Washington abgewickelt wurde, stellt es so dar:

      „Osama bin Laden hat als Aktivposten der CIA versagt, er war nur Vorwand, um Afghanistan zu erobern, um den Heroinhandel wiederzubeleben – ein Billionengeschäft.

      Mullah Omar war unser Verbündeter gegen die Sowjets und ein höchst ehrenwerter Mensch, der, nach der Machtübernahme der Taliban den gesamten Opiumanbau in Afghanistan stoppte, da diese die über 300.000 Herointoten pro Jahr für unmoralisch hielten.

      Wir sind auf ihn losgegangen und haben ihn verraten.

      Osama war Mullah Omars Gast und er verlangte lediglich einen Beweis für Osamas Verwicklung in 9/11.

      Da es keinen gab, da er nicht darin verwickelt war, konnte auch keiner erbracht werden. Bush Junior machte sich im Fernsehen darüber lustig, wie man nur daran denken könne, er sei dem Bauernsohn Mullah Omar einen Beweis schuldig.“

      Noch pikanter wird es, als der Agent ausführt, was Wenige sich bisher getraut haben laut zu sagen; die wahren Absichten der CIA in Afghanistan:

      „Die CIA verwendete die Heroin-Erlöse für externe Operationen und diese Einnahmen versiegten, als die Taliban an die Macht kamen.

      Auf diese Weise hatten sie immer den US-Kongress umgehen können. Des Heroins wegen sind wir immer noch dort.

      Der Terrorismus wird mit der Operation Gladios eingefädelt, da man ihn zur Rechtfertigung dieser Interventionen brauchte.

      Die meisten westlichen Geheimdienste sind in diesen Handel verwickelt.

      93 % des weltweit gehandelten Heroins stammt aus Afghanistan. Nach dem Einmarsch der
      US-Armee wurde der Opiumanbau sofort wiederaufgenommen.

      Die Militärkonvois, die von den pakistanischen Häfen nach Afghanistan rollten, brachten als Rückfracht das Heroin für den Weltmarkt.

      Die Taliban und Osama hatten rein gar nichts mit 9/11 zu tun.“ Hekmatyar war nie in den Heroinhandel verwickelt………

      https://free21.org/afghanistan-es-geht-ums-heroin-dummkopf/

      Präsident Putin hatte vor Jahren den USA die Durchfahrt durch die RF
      auf dem Landweg von Afghanistan nach Europa untersagt.

      Kurze Zeit später hörten auch die „zufällig“ von US-Militär-Fahrzeugen
      – Richtung Europa – verloren gegangenen Pakete / US-„Geschenke“ auf
      dem Territorium der RF auf.

  3. Solange es den Taliban gelingen sollte, die Gifte in die USA zu verbringen, kann man nichts gegen eine Produktion haben. Immerhin hat diese Großmacht Afghanistan 20 Jahre mit Krieg überzogen und ausbluten lassen. Und zuletzt haben sie die Ersparnisse des Landes, immerhin 7 Milliarden Dollar, unterschlagen und in die eigene Tasche gesteckt. Die Talibs hätten davon gerne die nötigsten Nahrungsmittel gekauft. Aber bekanntlich ist den USA ein Menschenleben, Quatsch: das Leben ganzer Völker gleichgültig. Die Ukrainer erleben das zur Zeit schmerzlich am eigenen Leib.

    Grundsätzlich ist Afghanistan NICHT arm an Bodenschätzen. Umliegende Länder wie China, Indien und Russland müssten mal dort investieren. Dann hätte das Land auch unter einem Taliban-Regime eine Zukunft.

  4. Mir scheint leider der gesamte Artikel etwas zweifelhaft! Vor allem vor dem Hintergrund, dass der CIA der größte Drogenhändler der Welt ist, der damit Aktionen finanziert, die in keinem Budget auftauchen dürfen!
    In vietnam hatte der CIA extra eine Fluglinie eingerichtet, die nur Drogen hin und Geld Säckeweise zurück flog.
    Auch ist m.W. bekannt, dass die Drogen vom CIA sogar mit US-transportmaschinen direkt über den Kosovo ausgeflogen wurden…
    Der Autor dieses Artikels scheint mir also sehr eigenartig informiert zu sein…!?

    1. Genau der gleiche Gedanke kam mir auch beim Lesen dieser Analyse.
      Es kann aber auch sein, daß das amerikanische CİA, welches ja auch über Geheimkonten verfügt,
      hier abseits des offiziellen Narrativ der amerikanischen Regierung agiert.
      İn Bezug auf die zwanzigjaehrige Besetzung Afghanistans durch die USA & Co.,wird es das kleinste
      „Problem“ für die CİA gewesen sein, hier mit entsprechenden „Handgeld“ die nötigen Unterstützer
      für den Opium-Handel zu finden, auch beim US-Militaer…

    2. Das gleichte dachte ich mir auch. Habe sogar mal Fotos gesehen auf denen amerikamische Soldaten die Mohnfelder bewachen. Es ist auch kein großes Geheimnis und es gibt zahlreiche Bücher über die mit Drogengeld gefüllten schwarzen Kassen der Dienste. In Afghanistan wird auch Haschisch produziert, wird das jetzt auch eingestellt? Naja wir werden sehen. Offiziell ist vieles in vielen Ländern verboten, findet aber trotzdem statt weil die Politiker mitverdienen.

  5. Warum sollten die USA den Heroinhandel unterbinden? Die CIA ist seit Iran Contra der größte Heroindealer der Welt und gleichzeitig Geldwäscher. Die Bundeswehr beschützte die Großhandelsdealer.So wurde die CIA zum Staat im Staate und stürzte sogar Donald Trump.

  6. Anstatt hier zu kommentieren möchte ich lieber auf zwei erhellende Bücher zu diesem Thema hinweisen:
    – Alfred W. McCoy Die CIA und das Heroin – Weltpolitik durch Drogenhandel, Westend Verlag, Frankfurt a.M. 2016
    – Michael Lüders – Hybris am Hindukusch, Wie der Westen in Afghanistan scheiterte, C.H. Beck 2022
    Siehe auch hier:
    https://www.deutschlandfunkkultur.de/alfred-w-mccoy-die-cia-und-das-heroin-die-fatalen-irrtuemer-100.html

    1. Genau. Was würden die Grün*innen eigentlich tun, wenn Russland jetzt Rauschgift anbauen würde und zum Export nach Westeuropa anbieten würde, um die Marktlücke zu füllen?

      1. Grün*innen ist gut. Grün*in*an*ennen, um auch wirklich alle zu erreichen, klingt doch richtig sch…, oder?
        Aber im Ernst, die haben kein Problem damit gehabt, als die USA dort anpflanzen ließen. Wenn Russland es tut, gilt doch gleich wieder: Keine Drogen aus Diktaturen, nur demokratische Drogen sind legal.

  7. Artikel aus dem Archiv des ehemaligen Schweiz Magazins
    Afghanistan: Mehr Opium Dank NATO
    25/10/2016 09:15:00

    Die Opiumproduktion in Afghanistan ist im vergangenen Jahr um 43% gestiegen, erklärten Beamte der Vereinten Nationen.

    Das UNO-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) sagte, dass das Gebiet, in dem die Mohnpflanze angebaut wird, um weitere 10% auf 201.000 Hektar erhöht wird. Aber bessere landwirtschaftliche Bedingungen führten zu einem höheren Ertrag pro Hektar, was die Gesamtproduktion erhöhte. Afghanistan ist der weltweit grösste Hersteller der Substanz, die der Hauptbestandteil des Heroins ist.

    Taliban verboten Opiumanbau

    Im Juli 2000 verbot Mullah Mohammed Omar, der Führer der radikal- islamischen Taliban die 95 Prozent des Landes regierten, mit einer Fatwa, einem religiösen Rechtsgutachten, den Opiumanbau, weil er gegen den Islam verstosse. Die Bauern Afghanistans haben das Mohnanbauverbot der Taliban strikt befolgt und schon im Jahr 2001 Jahr war die Produktion fast eingestellt und es blühte der  Weizen, so weit das Auge reichte. Das riss ein immenses finanzielles Loch aufseiten der VSA. Sie sollen bis 2000 aus dem Heroinhandel, der durch die CIA -wie auch im goldenen Dreieck Südostasien oder in Kolumbien- organisiert wird, Jahreseinnahmen von ca. 600.000.000.000 USD erzielt haben, die in den VS-Haushalt fliessen sollen.

    Die Rückgewinnung der Felder als Opium-Anbaufläche wurde mit einer äusserst perfiden und ausgeklügelten Vorgehensweise erreicht. Afghanistan wurde mit Weizenlieferungen geradezu überschwemmt, sodass die Bauern ihre Ernten nicht mehr verkaufen konnten und gezwungen waren wieder den Anbau von Opium aufzunehmen. Koordiniert hat die Weizenschwemme die CIMIC. CIMIC steht für “civil-military cooperation” und ist der NATO-Begriff für zivil-militärische Zusammenarbeit im Ausland.

    Anbaufläche Opium in Afghanistan
    1999:  91.000 ha
    2000:  82.000 ha/ Verbot durch die Taliban
    2001:    8.000 ha
    2010: 193.000 ha
    2016: 201.000 ha

  8. Lieber Herr Röper,

    Sie sollten dem Spiegel und ähnlichen Publikationen nicht mehr, als nötig Aufmerksamkeit und damit Trafik liefern. Sie Haben oben den Spiegel-Artikel direkt verlinkt, sodass er in der Wertung der Suchmaschinen steigt. Viel sinnvoller ist es, derartige Artikel über ein Internet-Archiv zu verlinken. Das hat gleich zwei Vorteile:
    1) Wir sprechen alle über den selben Artikel, wenn zwischenzeitlich Änderungen vorgenommen wurden
    2) Es wir nicht zusätzliche Bedeutung für derartige Elaborate generiert.
    https://web.archive.org/web/20220410110242/https://www.spiegel.de/ausland/afghanistan-taliban-verbieten-rauschgift-anbau-a-4205904b-2ebd-4f68-80cd-9bbcda2460ee

    Kleiner Tipp noch: Wer mit solchen Internet-Archiven noch keine Erfahrung hat einfach mal das Browser Add-on „Wayback Machine“ installieren, damit geht es ganz einfach 🙂

  9. „Die Taliban verbieten den Anbau von Rauschgift“

    Das haben sie auch schon im Juni 2001 getan … und im September 2001 passierte dann was in New York. Ich habe jetzt keine Quellen, aber ich bin mir sicher, dass Mathias Bröckers hier gerne weiterhilft.

    1. Zu 9/11 hier noch einige interessante Buchtipps:
      – Mathias Bröckers, Andreas Hauss, Christian C. Walther – 11.9. – 20 Jahre danach – Einsturz einer Legende
      – Mathias Bröckers – Mythos 9/11, Die Bilanz des Jahrhundertverbrechens – 20 Jahre danach
      – Renato Stiefenhofer – Lügenmäuler, Es wird Zeit, die Mäuler zu stopfen!
      – Ansgar Schneider, Klaus-Dieter Kolenda – Generation 9/11, Die verhinderte Aufklärung des 11. Septembers im Zeitalter der Desinformation
      – Elias Davidsson – Psychologische Kriegsführung und gesellschaftliche Leugnung, Die Legende des 9/11 und die Fiktion der Terrorbedrohung (Leider ist Elias Davidsson vor einigen Tagen verstorben, RIP)
      – Oliver Janich – Impossible Mission 9/11, Wie ein kleines Spezialkommando den größten Terroranschlag der Geschichte durchgeführt haben könnte
      – Thierry Meyssan – 11. September 2001: Der inszenierte Terrorismus. Auftakt zum Weltenbrand?, Kein Flugzeug traf den Pentagon!

      1. „Mathias Bröckers, Andreas Hauss, Christian C. Walther – 11.9. – 20 Jahre danach – Einsturz einer Legende“

        Die beiden ersten Bücher von Bröckers hab‘ ich durchgemacht (das weiße und das Blaue – da war Andreas Hauß Co-Autor), sowie da erste Buch von Christian C Walther. Die sind aber aus 2003 ff.

        Dann hat er 10 Jahre später noch mal eines geschrieben.

        Die Bücher von Bröckers & Coautoren waren meiner Meinung nach die besten zum Thema.

  10. „Die Taliban verbieten den Anbau von Rauschgift“

    Oh oh. Das haben die Taliban schon einmal gemacht. Und zwar im Jahr 2000 in Zusammenarbeit mit der UNODC in Wien, der UNO-Behörde für Drogen- und Verbrechensbekämpfung. Das Verbot war sehr erfolgreich, die Ernte ging in nur einem Jahr um 97 Prozent zurück.

    Dann kam 9/11 und als Folge davon der „War on Terror“. Die Taliban wurden hinweggefegt und im Jahr 2002 war die Ernte bereits wieder auf der Menge von 1999 und stieg von da an unter der Oberaufsicht der NATO kontinuierlich an. Die Ausfuhr lief über Camp Bondsteel im Kosovo, einem neu gegründeten Drogendealerstaat. Die Flugzeuge, die von dort aus Nachschub an die Truppen lieferten, hatten beim Rückflug ja Platz, und die Verarbeitung fand in Labors ganz in der Nähe des Stützpunkts statt. Damit möchte ich nicht sagen, dass die gesamte US Army eingeweiht war. Die meisten Soldaten waren das sicher nicht, aber es reichen ja einige wenige.

    Afghanistan lässt sich für dieses lukrative Geschäft nur sehr schwer ersetzen. Der Mohnanbau ist sehr arbeitsintensiv, weil die Kapseln nicht gleichzeitig reifen und die Felder somit ständig kontrolliert werden müssen, welche Kapsel geritzt werden kann. Das wird mit normalen Löhnen schnell sehr teuer, in Afghanistan machen das Großfamilien. In den meisten Drittweltländern, in denen das ebenfalls möglich wäre, ist allerdings das Klima zu heiß für den Mohn.

    Mal sehen, ob das Drogenkartell sich das dieses Mal gefallen lässt.

  11. „Auch die NATO und die USA haben den Mohn bekämpft, als sie in das Land kamen. Den Landwirten wurde finanzielle Unterstützung angeboten, damit sie den Mohn durch Weizen, Safran oder andere Feldfrüchte ersetzen konnten.“

    DAS ist SO nicht richtig. Vordergründig vielleicht.

  12. Tatsache ist, vor der Eroberung durch die NATO war Afghanistan lebens- und überlebensfähig aus eigener Kraft.

    Nach nun mehr als 20 Jahren westlicher Entwicklungshilfe, Brunnenbau, Mädchenschulen und anderem Gedöns kann Afghanistan sich nicht mehr selber ernähren, nicht mal mit von den Amerikanern gentechnisch optimiertem Mohn.

    Dazu versucht der Westen sich für seinen Rauswurf zu rächen und pampert wieder den islamischen Staat in Afghanistan, um die Taliban in einen permanenten Bürgerkrieg zu stürzen.

    Als wenn es bei der Gemengelage noch auf irgend ein Mohnanbauverbot ankommen würde.

    1. @Truman

      Ich glaube man muss in der Geschichte Afghanistans noch viel weiter zurück gehen.
      Die „Taliban“ sind ja eine „Weiterentwicklung“ der Mudschahidin, die im damaligen recht modernen Afghanistan kleinere Aufstände – aus welchen Gründen auch immer – organisierten & dann von den USA aufgepäppelt, finanziert & bewaffnet wurden ….den Rest kennen wir….

  13. Was für eine Märchenstunde! dzig . de/Doppelte-Moral-im-Drogenanbau

    Die CIA hat sich finanziert, indem Hubschrauber den Rohstoff über die Grenze nach Pakistan flogen. Ab dort fand die eigentliche Wertschöpfung statt.

    Eine US-Organisation hat den Weizenmarkt zerstört und Weizen verschenkt. So wurden die Bauern dazu gebracht, auf Mohn umzustellen.

    Bereits seit 2017 bin ich an diesem Thema dran.

  14. Übrigens: Ohne den Straftatbestand des privaten Rauschgiftkaufs und dessen Nutzung durch Erwachsene (eine opferlose Straftat), meinetwegen mit irgendwelchen (medizinischen) Regularien verbunden, gäbe es das Thema Rauschgiftkriminalität überhaupt nicht. Die afghanischen Bauern würden ihren gewohnten Anbau betreiben und je nach Qualität und Nachfrage exportieren. CIA & Co. hätten das Nachsehen.

    1. Das stimmt, aber die Gefahr einer Freigabe ist, dass das Zeug abhänging und arbeitsunfähig macht. Bei einer Freigabe würden sich möglicherweise viele Entscheiden, das „einmal“ zu probieren, und dann in die Abhängigkeit und dadurch dauerhaft in das Sozialsystem getrieben.
      Wer soll das bezahlen? Die gleiche Mittelschicht, die noch Arbeit hat und davon schon die korrupten Politiker, die Impfzentrumsbetreiber und die Coronateststationen bezahlen muss?
      Das würde dann auch der CIA in die Tasche spielen, weil Revolutionen immer aus der Mittelschicht kommen (die Oberklasse ist zufrieden, weil sie das System kontrolliert, und die Unterklasse zu sehr mit dem Überleben beschäftigt, um sich darum kümmern zu können).

  15. Warum sollten die Taliban den Anbau von Mohn verbieten, wenn er doch so viel Geld einbringt? Das Problem der Taliban ist doch nur, dass so viel eigene Leute abhängig sind. Das könnte man doch in den Griff kriegen, ohne den Anbau und Export zu verbieten. Das Auslandsvermögen Afghanistans ist durch die Amis eingefroren und bereits verteilt worden, wobei die Afghanen nun auch für Geschädigte des 11. Septembers zahlen dürfen. Hab ich was verpasst? Afghanen waren doch gar nicht beteiligt, oder? Also müssen die Taliban an Geld kommen und wo Geld wächst, verzichtet man darauf freiwillig, weil man Teil der chinesischen Seidenstraße werden könnte. Das glaube ich nicht! Wenn auch langfristig das Ziel der Taliban die internationale Anerkennung sein könnte, werden sie in der jetzigen Situation ganz sicher nicht auf Geld verzichten. Was nützt die Taube auf dem Dach, wenn heute der Spatz in der Hand Geld abwirft?

    Aber auch hier stellt sich wieder die Frage: Warum stolpern die Schreiberlinge vom Spiegel nicht über den Fakt, dass nach fast 20 Jahren Amibesetzung, der Mohnanbau überhaupt ein Problem in Afghanistan ist. Naja, mit der CIA will man sich wohl nicht anlegen, ist wahrscheinlich auch weiterhin der größte Abnehmer der Afghanen und Co-Worker von Bill Gates, Soros usw.. Da wüsste man ja gar nicht, wem man alles ans Bein pinkelt, wenn man wirklich die Wahrheit sagen würde, aber mit den jährlichen Millionenspenden wäre es dann wohl vorbei. Warum sollten die Taliban ehrlicher sein als die Spiegel-Redakteure?

    1. Das ergibt sich wenn man sich mit dem Hintergrund der Taliban beschäftigt. Die Taliban sind streng gläubige Moslems. Und gemäß einer Sure des Koran ist verwerflich oder verboten, „Alles was trunken macht“ – Ich kenne ja Deine Erfahrungen damit nicht, aber ich kenne die Wirkung von Alkohol und habe auch Beschreibungen von anderen Drogen gelesen… – Somit wäre diese Frage dann wohl beantwortet…? – Und ja – wer schon etwas länger lebt, weiß, dass die Taliban, die die USA angeblich wegbomben wollten den Mohnanbau komplett verboten hatten! – Und das konnte dann von den „dummen GIs“ dann „nicht so gut kontrolliert werden“…. zumal eben bestimmte Seilschaften ihren Warlords die Drogen statt Bezahlung, dann auch abgekauft haben! SIC

      1. @Pollewetzer: Mein Beitrag war ironisch gemeint. Der Mohnanbau in Afghanistan florierte erst so richtig unter der Besatzung der Amis. Also die CIA hat richtig Geld gemacht mit dem Heroin während der Besatzungszeit. Und klar, die Taliban sind religiös, aber wenn der Mist an die Ungläubigen geht, warum sollten sie auf das Geld verzichten, wenn sie es in der jetzigen Situation doch dringend brauchen? So leicht können dann wohl auch die Taliban nicht an Geld kommen, auch wenn die EU/Deutschland ab und an mal wieder paar hundert Millionen rüberschieben.

    2. Wer sind denn die Geschäftspartner beim Verkauf? Hashim Thaçi ist so eine Art EU-Kommissar für Rauschgiftwirtschaft, aber seinerseits Kunde eines um die CIA zentrierten Aufkaufsystems. Das kann aktuell natürlich anders sein, aber so war lange Zeit das übliche Verfahren.

      Jedenfalls bekommen die afghanischen Mohnbauern nicht das große Geld, sondern nur so viel, daß es sich lohnt. Dafür gehen die Äcker dem Anbau von Eßbarem verloren, und man hat eine sehr unangenehme Kundschaft im Lande. Der CIA dient das Rauschgift traditionell zur Schattenfinanzierung von Krieg und Terror. Damit hat man eine zweite sehr unangenehme Kundschaft zumindest in der Nähe.

      Das Problem ist die Umstellung. Die wegfallenden Einkommen der Mohnbauern und die Versorgung der eigenen Süchtigen. Ziehen sie da die Schrauben zu schnell zu fest an, reißen sie ab und es fliegt auseinander. Die Zukunft Afghanistans liegt jedenfalls nicht in der Rauschgift- und Terrormafia, sondern als Transitland in den Seidenstraßen, und die Zukunft der Landwirtschaft darin, daß sie das beste Obst der Welt haben.

  16. Die Taliban hatten auch vor dem Krieg schon den Anbau von Rauschgift verboten. Das war wahrscheinlich einer der echten Auslöser für den Krieg, die CIA braucht das Anbaugebiet, um „black ops“ durch Drogenhandel zu finanzieren.
    Schon als Bill Clinton noch Gouverneur von Arkansas war, hat er dafür gesorgt, dass bei CIA-Drogenimporten über den Flughafen Mena AR weggesehen wird.

  17. Kaum das die Amis geflohen waren flogen ständig Maschinen aus den Emiraten nach Pakistan. Die „Retter aus den Bergen“ haben von den Taliban eine übergezogen bekommen. Damit war der geplante Umsturzversuch vorbei also sollte nun wohl Pakistan wieder der Sammelplatz für neue Anti- Taliban – Horden werden.
    Lief gut bis Imran Khan der Welt erklärte wo Pakistan seine Zukunft sieht. Keine 4 Wochen später war er durch einen der Korruption verdächtigten Gestalt ersetzt. Kaum im Amt greifen die Anti- Taliban – Horden von Pakistan aus die Taliban an.
    Zufall?
    Dort wo der korrupte Großgrundbesitzer, Baulöwe u.a.m. seine afghanische Residenz hat verläuft eine der ergiebigsten Handelsrouten Richtung Pakistan- Indien usw.

    Das die Taliban Drogen nicht mögen ist nicht neu denn sie brauchen die Flächen um Nahrungsmittel für die Leute anzubauen. Vielleicht arbeiten sie deshalb mit Russland zusammen denn Russland kennt sich wegen der Sanktionen aus.
    Es müssen heimische Produkte her, Massen an Menschen brauchen Nahrung, Arbeit und Einkommen.

    Vielleicht sind Drogen aus dem Reagenzglas eher die Zukunft dann könnte Myanmar das neue Afghanistan sein?

    https://www.srf.ch/news/international/myanmar-wird-zum-drogenlabor-polizisten-machen-groessten-drogenfund-in-asiens-geschichte

  18. Die Taliban haben schon, als sie auf dem Weg nach Kabul waren, dafür gesorgt, daß der Handel nicht gestört wird. Sowohl der Hafen Gwadar (Pakistan) als auch der iranische Zoll hatten damals gemeldet, daß alles normal funktioniert. Von usbekischer Seite gab es eine kurze Unterbrechung. Heute wird berichtet, daß die Importe gesunken sind, während die Exporte von Tag zu Tag steigen. Die Kohleexporte sind wie nie zuvor, über 1000 Schwerlastwagen täglich nach Pakistan. Es sollen 8000 km Eisenbahn gebaut werden.

    Es gibt Züge nach China, die u.a. Früchte, besonders Trockenfrüchte, transportieren. Die afghanischen sind sehr gefragt. Die haben mehr Zukunft als Geschäfte mit Rauschgiftgangstern, reich gemacht hat der Opiumanbau Afghanistan ja nicht direkt.

  19. Die Lösung wäre mMn ein kontrollierter Anbau, die Taliban könnten Lizenzen vergeben, damit Bauern legal den Schlafmohn anbauen können, dieser würde dann vom afghanischen Staat zu fairen Preisen aufgekauft, und jeder ausländische Interessent, egal ob Drogenhändler oder Pharmaindustrie, müsste sich dann eben an den afghanischen Staat wenden. Eine bestimmte Menge Opium bzw. Heroin wird ja auch für Medikamente benötigt, es gibt auch einen legalen Bedarf, wenngleich der nur einen kleineren Teil des Gesamtbedarfs ausmacht.

    Und Afghanistan könnte sogar noch einen Schritt weitergehen, indem es seine Währung mit Opium deckt, so richtig physisch, also pro Geldschein können vielleicht nicht alle Bürger, aber Ärzte, Pharmaproduzenten, etc eine bestimmte Menge Opium ausgehändigt bekommen, das würde sich sehr schnell zu einer extrem stabilen Währung entwickeln. Und es wäre nicht so ein Betrugsmodell wie Bretton Woods, wo privater Goldbesitz in den USA verboten war und das Gold nie auditiert wurde („nationale Sicherheit“). Man hört ja immer wieder so Wirtschaftsdödel wie Krugman und Stiglitz, daß wir ein neues Bretton Woods bräuchten, ne danke, das neue Geldsystem muss schon wirklich gedeckt sein.

    1. Wie eine sinnvolle, aber bisher politisch verhinderte Legalisierung des Rauschmittelhandels am besten funktionieren kann, wir die Zukunft zeigen. Als freiheitlich tickender Zeitgenosse wollte ich oben nur grundsätzlich daran erinnern, daß es beim Rauschmittelgenuß keine Opfer im strafrechtlichen Sinne gibt. Wie beim Fingenägelkauen, Selbstgeißeln, Extremsport, Tabak- oder Alkoholgenuß von Erwachsenen halt: Das geht den Staat einen feuchten Kehrricht an (während an anderer Stelle auf seinen Befehl hin reihenweise Leute massakriert werden); ich möchte mich um meine Gesundheit selber kümmern. Amen! 🙂

    1. Danke für den Link. Ich hab es mir nach kurzer Zeit nur noch angehört. Mit den Grafik spielerein rund um die Personen übertreiben die Inder aber schon ein wenig da bekommt man ja Augenkrebs 🙂

      Sowas wird man in unseren Medien niemals sehen. Höchstens auf 2 Minuten zusammen geschnippelt und übel geframed.

      1. 2 Minuten? Da wäre noch zu viel Wahrheit. 15 Sekunden: „Russland ist das Reich des Bösen, der DIKTATOR muss weg. S.L. nennt den Wurmfortsatz einen Drogensüchtigen. Sind die Nazis um Vladimir nun endgültig machtbesoffen und Lavrov 24/7 kanonenvoll!“ Irgend sowas würde kommen. 100%.

        Das mit dem Augenkrebs hat was, auch ich mag „Fernsehschlafen“ sehr, weil ein Radio habe ich nicht.

  20. MUST SEE – ANSCHAUEN – MUST SEE – ANSCHAUEN – MUST SEE

    Soviel Kreide gibt es auf der Erde nicht wie die ÖR fressen müssten um ein 56Min. langes Interview mit Siergiej Ławrow zu zeigen. Die würden eher einen Atomkrieg starten.:(( Und jeden der es dann noch schaut standrechtlich erschiessen.

    —–//www.youtube.com/watch?v=ecpRrep0twE

    Seit max. 48h online. Habe es selber noch nicht gesehen, was ich nun aber tue.
    Das Schweizer Fernsehen hat es endgültig geschafft. Die Szene im Büro wo V.P. und Schojgu zusammensitzen und V.P. die Stürmung des Atombunkers unter Asowstal (um das leben seiner und aller Soldaten zu schützen) absagt auf 30 Sek. zu kürzen: „Die Szene wirkt inszeniert“. Min. 15:50

    —-//www.srf.ch/play/tv/-/video/-?urn=urn:srf:video:2c1dd0d5-d182-4e25-9e82-0df1919b408b

    1. @francotirador

      Sicher ist die Szene inszeniert! Das ist eine Show für den Westen!
      Putin & Schoigu können logisch denken & wußten schon die ganze Zeit um die Beschaffenheit des Stahlwerkes!

      Nur die Westler haben davon geträumt, dass man dort in die Katakomben geht & seine Armee opfert….
      Es gab nur einen logischen Ansatz dort – nämlich alle Ein- & Ausgänge zu blockieren, nichts rein – & rauslassen….man muss nur draußen sitzen & warten….

  21. Aus dem Islamischen Emirat:

    Die Rolle der Frauen bei der Stärkung der Wirtschaft

    Frauen spielen eine wichtige Rolle in der menschlichen Gesellschaft. Afghanistan ist eines der asiatischen Länder, das in den letzten vierzig Jahren in allen Lebensbereichen und in den wirtschaftlichen Aktivitäten der Frauen stark vom Krieg betroffen war. Die wirtschaftlichen Aktivitäten afghanischer Frauen sind nicht wesentlich gewachsen, da böse Traditionen negative Auswirkungen auf ihre Arbeit hatten.

    Afghanische Frauen kämpfen jetzt mit den Herausforderungen und möchten sowohl von den entsprechenden Organen des Islamischen Emirats als auch von den internationalen Institutionen unterstützt werden, um die Wirtschaft des Landes zu stärken. …

    Wenn Frauen besser ausgebildet werden und ihre Ausbildung obligatorisch wird, wird ihre Teilnahme an wirtschaftlichen Aktivitäten zunehmen. Wirtschaftsexperten glauben, daß die wirtschaftliche Entwicklung von Frauen dazu beiträgt, Armut und soziale Gewalt zu verringern.

    Obwohl in Afghanistan nach Jahrzehnten des Krieges der Frieden wiederhergestellt wurde, besteht ein dringender Bedarf, einen Markt für Frauenprodukte zu finden, und es sollte ermutigt werden, Geschäfte zu machen und Arbeitsmöglichkeiten für Frauen zu schaffen. Frauen können eine aktive Rolle bei Geschäftsaktivitäten spielen, da Hazrat-e-Be Be Khadijah (Friede sei mit ihr) zu Beginn des Islam eine Geschäftsfrau war und ein Vorbild für Frauen beim Wachstum von Unternehmen war.

    Weiter ermutigt das Islamische Emirat Afghanistan Frauen, sich in der Wirtschaft zu engagieren und ihre Wirtschaft und die Wirtschaft ihres Landes unter den islamischen Lehren zu verbessern. Auch Frauen bitten jetzt um Kleinkredite, um ihr Geschäft erfolgreich zu führen.

    Saida Ahmadi – April 3, 2022
    Role of women in strengthening economy
    https://thekabultimes.gov.af/role-of-women-in-strengthening-economy/

  22. Aus der Geschichte:

    Brzezinski: Ja. Nach der offiziellen Version der Geschichte begann die Hilfe der CIA für die Mudschaheddin 1980, das heißt nach dem Einmarsch der sowjetischen Armee in Afghanistan, 24 Dec 1979. Aber die Realität, die bisher heimlich gehütet wurde, ist völlig anders: Tatsächlich unterzeichnete Präsident Carter am 3.Juli 1979 die erste Direktive über geheime Hilfe für die Gegner des prosowjetischen Regimes in Kabul. Und noch am selben Tag schrieb ich eine Notiz an den Präsidenten, in der ich ihm erklärte, daß diese Hilfe meiner Meinung nach eine sowjetische Militärintervention auslösen würde. …

    F: Als die Sowjets ihre Intervention mit der Behauptung begründeten, sie wollten gegen eine geheime Beteiligung der Vereinigten Staaten in Afghanistan kämpfen, glaubten ihnen die Leute nicht. Und doch hatte es eine wahre Grundlage. Bereuen Sie heute nicht etwas?

    Brzezinski: Was bereuen? Das geheime Operation war eine exzellente Idee. Es hatte den Effekt, die Russen in die afghanische Falle zu locken, und Sie wollen, dass ich es bereue? An dem Tag, als die Sowjets offiziell die Grenze überquerten, schrieb ich an Präsident Carter: Wir haben jetzt die Möglichkeit, der UdSSR ihren Vietnamkrieg zu geben.

    JANUARY 15, 1998
    How Jimmy Carter and I Started the Mujahideen – Übersetzung, Auszug

    https://www.counterpunch.org/1998/01/15/how-jimmy-carter-and-i-started-the-mujahideen/

    1. @John

      Die Mär, dass man erst ab1980 unterstützt hat ist inzwischen auch schon ganz offiziell – ich glaube, es war Brzezinski sogar selber, der das öffentlich machte – dabei, dass es schon VORHER war – es war ja die Absicht, die SU dort in den Krieg zu holen…
      Die afg. Regierung hatte schon 20 x vergeblich um milt. Hilfe gebeten…erst beim 21. x gab man nach, was zu „Afghanistan-Krieg“ führte….

      1. Ja. ich weiß. Es gibt aber immer noch viele Leute, die glauben, „die Russen haben Afghanistan überfallen“.

        „Vor Brzezinsky“ gab es in Afghanistan allgemeine und kostenlose Schulbildung. Nach 20 Jahren „Bau von Mädchenschulen“ haben sie einen Youth Gender Parity Index von 0,5. Nur halb so viele Mädchen wie Jungen können lesen und schreiben. Das ist der schlechteste Wert der ganzen Welt. Analphabetismus nach Berichten über 80%, nach Statistiken teils etwas niedriger, aber immer unter den schlechtesten Ländern der Welt. Die Taliban wollen nun die Ausbildung von Frauen obligatorisch machen. Um hier noch eine Mär aus dem Imperium der Lügen zu erledigen.

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